Dienstag, 17. April 2012

Konzerte: Ostern 2012 and beyond...

So, Ostern 2012 ist überstanden! Wie üblich mit dem gewohnten Raubbau am eigenen Körper und auch 'ner ganzen Menge Rock'n'Roll! Vorher war ich schon ein bisschen unterwegs gewesen, u. a. am 23.03. bei Funny van Dannen im Rosenhof/Osnabrück (dafür hab ich an dem Tag leider das "Haren rockt!" verpasst, aber nu...). Ich glaube als ich den das letzte Mal gesehen hab war es Ende der 90er, bei einem denkwürdigen warmen Abend im Münsteraner Gleis 22. Ausverkauft, keine Karte, trotzdem reingekommen, Stromausfall, alle mitgesungen (weil das Mikro ja nicht tat), reihenweise unterernährte Studenten kippten aus den Latschen, weil es wirklich brutal heiß war. Dickster Sommer, es war glaub ich die Tour zum "Uruguay" Album, hach watt war datt schön damals...

Nun also Osnabrück, und da der Herr van Dannen zwischendurch ja einige größere Bekanntheit erreicht hat und auch so dubiose Kooperationen mit uncoolen Leuten wie Campino auf seinem Kerbholz hat, befürchtete ich Schlimmes was das Publikum anging. Was sich dann auch bestätigte - eine bunte Mischung aus Intellektuellen und Pseudointellektuellen aller Schichten: Erstsemesterstudenten, Studienräte, hängengebliebene Beatniks, Hausfrauen (Lieblingslied natürlich: "Schilddrüsenunterfunktion"), Spaßmetaller (Lieblingslied natürlich: "Saufen") und so Prollfreunde, die von ihrer Lebensabschnittsgefährtin mitgeschleppt wurden (Lieblingslied wahrscheinlich: "Posex und Poesie").

Angesichts dieses Publikums war natürlich für mich Obacht geboten. Es begann dann auch mit dem Klassiker: Ich begab mich zusammen mit meinen Mitreisenden in den Zuschauerraum, suchte mir ein mittiges Plätzchen und ... ein Klopfen auf der Schulter, umgedreht, dicker grauhaariger Mann sitzt hinter mir auf Barhocker: "Äh, tschuldigung, könntest du bitte zur Seite gehen, ich seh sonst nix!"

Haha, nun gut, ich war innerlich drauf vorbereitet! Also hab ich KEINEN Streit vom Zaun gebrochen. Was soll man da auch argumentieren? Dem guten Mann fragen, warum er sich denn in einem Stehplatzbereich hinsetzt?! Wohlgemerkt im hintersten Winkel des Stehplatzbereichs! Und wie er denn da was sehen will, wen er da sitzt, wo er doch damit rechnen muss, dass vor ihm Leute stehen. Dass er, wäre das ein Punkkonzert, für so ungefragtes Rumnerven auch mal einen kommentarlosen Schlag in die Fresse riskiert?! Nee nee, ich blieb ganz ruhig und ging ein Stückchen zur Seite.

Herr van Dannen fing dann auch an, was auch sehr unterhaltsam war, ich hab mich köstlich amüsiert. Mir fiel aber bald unangenehm auf, dass ich unerfreulich weit weg von der Theke stand (da wo die Spaßmetaller und mitgebrachten Prollfreunde schon rumstanden). Als ich dann einmal Bier holen war hab ich da eine offene Einflugschneise direkt zum Verweilen genutzt, da man im Rosenhof ja selbst von hinten von der Theke gut sieht und hört, der Club ist ja anscheinend ein altes Kino oder Theater, leicht abfallend mit guter Akustik.

Funny van Dannen hielt ich auch immer für so einen total zentrierten und ausgeglichenen Typen, der halt allem im Leben was Witziges abgewinnen kann. Aber dann hat der da plötzlich so eine hängengebliebene Beatnikfraktion direkt vor der Bühne zur Sau gemacht, hallali! Wie aus heiterem Himmel, sollten die doch mal die Fresse halten. Alle machten große Augen und dicke Backen, 15 Minuten gab es auch keine freundlichen Ansagen mehr, dann waren die Wogen wieder geglättet. Ja ja, von wegen da bei Funny vor der Bühne stehen, 2 Flaschen billigen Rotwein saufen und lautstark dazwischenschwätzen... Nee nee, das war das letzte Mal.

Das Konzert war ansonsten aber gut und unterhaltsam, ich war am Ende ganz froh dagewesen zu sein, obwohl ich vorher meine Karte erst wegen terminlicher Probleme verkaufen wollte. Herr v. D. machte dann glaub ich nach so knapp 2 Stunden Schluss und hielt sich auch nicht lange mit Zugaben auf, wodurch ich auch nicht weiter den Männlichkeitsritualen eines mitgebrachten Prollfreunds schräg vor mir beiwohnen musste. Alles gut!

In Sachen Klischeeschubladenpublikum bin ich übrigens so eher einer aus der hier besungenen Klientel:


Das fand aber jetzt alles in Osnabrück statt und nicht im Emsland, oje, ich entschuldige mich vielmals. Und jetzt wollte ich aber auch noch mit einem Konzert in Oberhausen weitermachen, wie krieg ich denn jetzt da den Dreh hin?!? Na ja, Oberhausen hat momentan auch irgendwie das Problem, das ich auch immer in Meppen bemängele: fehlendes Publikum! Also eigentlich haben alle Städte dieses Problem, wenn die nicht gerade als "hip" gelten, ist mir in den letzten Jahren mal aufgefallen. Ich wage es kaum zu sagen, aber ich bin in den letzten paar Jahren wirklich zu dem Schluss gekommen, dass wir es in Meppen gar nicht sooo schlecht haben. Als Vergleichsbeispiel sei also mal das Konzert in Oberhausen genannt.

Es sollten drei Bands spielen: die BREWERS aus dem Ruhrgebeat [sic] und die beiden Schwedenbands TYRED EYES und IMPO & THE TENTS! Ich kannte die auch alle, bei den BREWERS spielt Marky Fanatico, ein leicht irrer Bekannter von uns aus Oberhausen. Und mit den Schweden war ich vorab in regen E-Mail/Facebook-Kontakt. Location war das "Druckluft", wo man vor ca. 10 Jahren noch locker mit durchschnittlich 100 zahlenden Gästen rechnen konnte, wenn nicht sogar noch mehr. Erscheint ja auch logisch, das ist das Ruhrgebiet, da wohnen viele Menschen, die durch so tolle Erfindungen wie regelmäßig verkehrende S-Bahnen und Regionalzüge auch gute Anreisemöglichkeiten haben.

Nun kamen wir (meine Freundin und ich, denn natürlich wollte mal wieder keiner mit) am Tag des Geschehens (30.3.) nach den üblichen 150 km Autobahn von Meppen aus da an, und es wurden neben uns weit gereisten Emsländern letztendlich nur 30 zahlende Gäste! An einem Freitag! Unglaublich! Die Bands waren allesamt super, aber nur 30 Leute da? Traurig! Es lag auch nicht am Veranstalter, auch den kenn ich, der Frank aus Oberhausen. Der bewirbt seine Konzerte immer ordentlich und hängt sich rein, er war selbst konsterniert. Die Schweden entpuppten sich aber als Top-Leute, die mittlerweile seit 9 Tagen in Deutschland unterwegs waren, und die sagten dasselbe: egal welcher Abend, egal welche Stadt - maximal 20-30 Gäste.

Mal ehrlich, auch wenn wir in Meppen da mit unseren Besucherzahlen mehr als zufrieden sein können (siehe die Berichte weiter unten) ... wohin soll das generell führen? In 5 Jahren nur noch gepushte Hipster-Scheißbands für 30,- Euro Eintritt in irgendwelchen Lackaffen-Clubs? Nur noch 200-300-Euro-Festivals für die konsumfreudige, gesichtslose, austauschbare Indie-Hipster-CashCow-Zielgruppe? Ach was reg ich mich auf... Die Schweden haben sich auch nicht aufgeregt. Im Gegenteil! Das Konzert entwickelte sich vielleicht gerade durch die etwas ungünstigen Umstände zu so einer Art Scheißegal-Party, bei der nachher alle auf der Bühne waren und noch ordentlich abgefeiert haben. Und was die mir nachher alles noch geschenkt haben: Platten, Buttons, Jutetaschen, Raider, Twix und sogar eine Banane! Großartige Leute! TYRED EYES und IMPO & THE TENTS are go!!!



Ein paar Tage später ging es dann endlich auf Karfreitag zu! Dabei gab's aber zunächst mal eine kleine Klippe namens "Tanzverbot" zu umschiffen... Das gilt ja - wie jeder aufrechte emsländische Katholik weiß - am Karfreitag. Allerdings riskiere ich jedes Jahr aufs Neue mein Seelenheil und einen Platz im Fegefeuer, indem ich immer wieder an der alljährlich stattfindenden "legendary K-Friday Party" teilnehme!

Am 06. April 2012 war es also wieder soweit. In einer geheimen schnuckeligen kleinen Hütte an einem geheimen Ort im Emsland richtete ein geheimes Party-Kommitee dieses äußerst geheime Event aus! Hört sich alles sehr geheimnisvoll an, was?!? Ja, so ein bisschen was hat das Ganze auch von geheimbündlerischer Zusammenkunft, à la Freimaurer, Rosenkreuzer, Tempelritter etc... Der "Karfreitags-Rock'n'Roll-Orden", haha... Aber an dem Tag haben ja auch andere soziale Gruppen ihre Zusammenkünfte. Ich hab schon von mehreren blasphemischen Vereinigungen gehört, die diesen fleischlosen Tag zu provokanten Grillveranstaltungen nutzen, bei denen hemmungslosem Fleischgenuss und Völlerei gehuldigt wird. Und vom Marktkauf-Parkplatz wurden in diesem Jahr z. B. absolute Ausnahmezustände berichtet, da dort diverse Autoclubs den "Carfreitag" zelebrierten. Aber nee, das ist mir zu uncool, Autos und so ... Grillen, okay, das sollte man bei der "legendary K-Friday Party" vielleicht auch noch einführen. Aber hauptsächlich geht's bei der K-Friday Party für mich immer um die wirklich wichtigen Dinge im Leben: schmierige Rockmusik!

Feiertage wie Karfreitag/Ostern bringen ja den angenehmen Nebeneffekt mit sich, dass da alle "Auswärtigen" wieder auftauchen, um über Ostern fein die Füße bei Muttern und Vattern unter den Tisch zu stellen. Es waren also massig Leute da, die ich monatelang nicht gesehen hatte. In musikalischen Dimensionen gesprochen zahlreiche (ex-)Mitglieder der BACKWOOD CREATURES, BATTLEDYKES, MAVERIX, GRIZZLY ADAMS BAND, FAVORATS, STARFIRE ROCKETS, AUDIOSONIX und bestimmt noch 'nem halben Dutzend anderer Kapellen. Dementsprechend wurden fleißig neueste News ausgetauscht (was in meinem fortgeschrittenen Alter meistens auf so Infos hinausläuft wie: Wer hat Nachwuchs bekommen? Wer heiratet? Wer trinkt keine Alkohol mehr? etc. pp.) und um 0:22 Uhr musste ich auf dem Weg zum Herren-Freiluft-Pissoir bereits dem ersten Haufen Erbrochenen ausweichen. Nicht von mir hinterlassen, möchte ich anmerken! Die Party lief also wie ein Länderspiel...

Der Clou in diesem Jahr war aber zum ersten Mal eine Liveband: THE GOLDEN HELMETS! Die sind ja bekanntlich mit diversen (Exil-)Emsländern besetzt und die paar Kölner/Solinger in der Band gehen mittlerweile auch als emsländische Ehrenbürger durch! Am Karfreitag spielte die Combo in der emsländischen Schnapshauptstadt den Auftakt für ihre Frankreichtour. Hä? Frankreichtour? Und dann Auftaktkonzert im Emsland? Tja, so ganz hab ich's auch nicht verstanden, aber was will man machen an so Abenden wo Logik nur eine Nebenrolle spielt?!? Eine nachvollziehbare Kombinationskette wäre vielleicht: Frankreichtour => Tour de France => die Tour de France fängt ja auch öfters mal mit "Auswärtsetappen" an, in Irland oder so... Allerdings sind die HELMETS am nächsten Tag auch gar nicht weiter nach Frankreich gefahren, sondern in die Schweiz... Kann man ja mal machen, tödlich verkatert im Osterverkehr, mein lieber Scholli, Hut ab, gut das ich nicht mit im Van saß, hehe...

Musik gemacht haben die GOLDEN HELMETS aber natürlich auch noch! Ich hab zwar händeringend versucht das Tanzverbot durchzusetzen, aber vergeblich! Nach kurzer Zeit war der Laden ordentlich am Feiern, ca. 100 Bekloppte tanzten ab und der Auftritt war das Sahnehäubchen auf einer der besten Partys 2012! Hier mal ein Video vom Budenzauber, unter anderem spielen die Burschen den Song "Run", den ich höchstselbst auf meinem Label auf stylischem Vinyl rausgebracht hab. Was ich damit sagen will: Könnt ihr kaufen, näch, und zwar HIER! ;) Ansonsten: Beste Band! Absolute Livegranate! Und alle Mitglieder im Nichtallelattenamzaunverein, allen voran Hendrik, der vollkommen irre Sänger! Die Welt braucht mehr von solchen verrückten Frontmännern, dringend!!!


Danach verlässt mich dann auch langsam die Erinnerung. Aus diversen Facebook-Einträgen von Partybesuchern konnte man am nächsten Tag ableiten, dass da zu späterer Stunden wohl noch diverse Kleidungsstücke verloren gegangen sind. Keine Ahnung was da los, vermutlich waren später alle nackt! Ich kam jedenfalls noch voll bekleidet nach Hause, bezahlte den feuchtfröhlichen Abend aber mit einem echten Championsleague-Kater. Ehrlich, das ging in Richtung Nahtoderfahrung! Die Rache des lieben Herrgotts wahrscheinlich, für mein unchristliches Tun...

Das Schlimme daran ist: als es am Ostersonntag, 08. April, schließlich weitergehen sollte, war ich immer noch t-o-t-a-l neben der Spur! An besagtem Tage stieg nämlich im Meppener Rockpalast das "Easter Rock Festival", was zeitgleich auch die CD-Release-Party von OUT OF PRACTISE war. Mit am Start sollten noch KING'S CASKET, CIVIL COURAGE und meine persönlichen Favoriten RAZZ sein. Und - ich schwöre - trotz Angeschlagenheit hab ich mich nebst Anhang wirklich beeilt, und was war?!?! Als wir reinkamen waren RAZZ gerade fertig! Verpasst!!! So ein Ärger!!! Auf den Schreck ließ ich mich erstmal auf einen Barhocker nieder, was wohl der nächste Fehler war, denn von da kam ich die nächsten 2 Stunden aufgrund meiner schlechten Tagesform kaum wieder hoch. Ein weiterer Fehler - mein Versuch die schlechte Tagesform mit Konterbier wieder glattzubügeln. Auch das ging eher nach hinten los...

Vom Hocker gerissen wurde ich allerdings auch nicht gerade von KING'S CASKET, dementsprechend konnte ich auch beruhigt sitzenbleiben. Die Band bot mir irgendwie eine ganze Menge zuviel Stilmix, da wurde neben ewig langen Instrumentenwechseln auch noch gerappt und so ... uh nee, nicht meins. Nebenbei bemerkt war der Besucherandrang - gelinde gesagt - auch noch sehr überschaubar, was ja öfter mal so ein Feiertagsproblem ist. Vor 0 Uhr treibt das Volk sich noch bei irgendwelchen Osterfeuern rum, später (nach dem Konzert) wurde es dann proppenvoll.

Auch wenn also nicht viel los war machten CIVIL COURAGE danach noch das Beste draus. Ebenfalls nicht so 100 pro meine Mucke, aber die Band brachte die Anwesenden zumindest mal in Bewegung. Mich allerdings nicht, ich vegetierte immer noch auf meinem Barhocker an der Theke rum. Ein Trauerspiel! Ich schäme mich! Mittlerweile bekam ich es auch mit den Ohren, denn CIVIL COURAGE kündigten einen Song an und ich verstand nur "Whiskeypott". Komischer Name für einen Song, dachte ich so bei mir. Wie sich rausstellte handelte es sich dann aber um "Blitzkrieg Bop". Boing! Auch soll mein Name von der Bühne gerufen worden sein und ich hab's nur so halb mitbekommen und war verwirrt... Aber was sollte ich auch machen, mein Kumpel Andy hatte nämlich großmundig verkündet an dem Abend alleine eine ganze Kiste Beck's Alkoholfrei trinken zu wollen, da kann man schon mal abgelenkt sein... Er hat's übrigens nicht geschafft... Wurst! ;)

Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich bei OUT OF PRACTISE dann doch noch meinen Arsch hochbekam. Den schleppte ich dann nach oben in die DJ-Bude, von wo aus ich mir den Auftritt mit zwei anderen Oberschlauen anguckte und nebenbei in Disco-Fachliteratur (stand nur Scheiße drin) blätterte. Und so sah das Ganze dann von oben aus:


OUT OF PRACTISE sind auch ganz fitte Burschis, nur hab ich manchmal das Gefühl, dass die ein bisschen zu viel in ihre Songs packen wollen. Als würden die musikalischen Geschmäcker in der Band etwas auseinandergehen. Ich kann mich aber auch irren... Und die Ansagen sind des öfteren brutal lang, wie in dem Video auch zu sehen ist, hehe. 1, 2, 3, 4 wuppdi muss das gehen Jungs! Weniger labern, mehr rocken! Zack zack, hopp hopp, pronto pronto! Wie dem auch sei, die Show war ganz gut, ich hab mich jedenfalls amüsiert. Der absolute Oberheuler in der Band - da war sich die Jury der schlauen Leute (John, Jim und ich) in der DJ-Bude einig - ist jedenfalls der Leadgitarrist! Unglaublicher Mann! Was der da manchmal auf seiner Klampfe abzieht, da verknoten sich mir beim Hinsehen schon die Finger!!! Erinnert mich oft stark an sowas hier, hehe:


Mittlerweile grünte ich dann auch wieder durch. Nach dem Konzert noch kurz mit den RAZZ-Jungs geredet und von OUT OF PRACTISE eine CD geschenkt bekommen. Muchas Gracias noch mal! Irgendwann werde ich auch noch mal anfangen hier auf dem Blog Kram zu reviewen. Irgendwann... Übrigens wurde mir von George auch noch auf äußerst nonchalante Weise was zugesteckt, im absoluten Drogendealer-Style, ich musste doch sehr lachen. Die Tage dazu mehr!

OUT OF PRACTISE werden ja übrigens auch noch auf meinem nächsten selbst organisierten Konzert spielen, also hinkommen da, hier ist das Facebook-Event dazu! Und mit RAZZ hab ich auch noch was vor. :)

Am folgenden Samstag, 14. April, stieg dann im Jugendzentrum "J@m-Center" wieder eine Show. Die Veranstaltungen in dem Laden sind in den letzten Monaten auch wirklich eine Bank geworden. Diesmal mit Bands, Crew und zahlenden Gästen bestimmt wieder so 80-90 Leute in dem gemütlichen Stübchen, alles super! Allerdings war ich an dem Abend mit Kassendienst dran, so dass ich von den Bands irgendwie relativ wenig mitbekommen hab, sehr schade.

Vor allen Dingen ärgert's mich bei den alten reaktivierten Hasen TWEE-STAR, von denen hätte ich gerne mehr gesehen als die paar Blicke die ich da mal durch die Tür gelauert hab. Wegen denen waren auch eine ganze Menge Leute gekommen, wie ich das so am Eintritt sondieren konnte. Coolster Typ war Tom, der Sohn von Sänger Dennis, der mit dicken Kopfhörern absoluter Chef im Vorschulalter-Moshpit war, haha... ;)

Bei FOOLS FROM STACK war's dasselbe Kreuz wie bei TWEE-STAR, auch die hab ich hauptsächlich nur durch die Tür gehört. Aber die Band liefert eigentlich immer gut ab und die haben immer auch eine Menge Leute im Schlepptau, so dass die Stimmung auch hier wohl blendend war. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich Songs von denen schon fast mitsingen kann, weil die in letzter Zeit irgendwie an jeder Pommesbude spielen...

From Pogge with love - Der Kassenprüfer meldet Vollzug: Zwischenstand = 62,8333333 zahlende Gäste!

Headliner waren schließlich vier crazy Typen aus Papenburg/Leer, deren Namen ich hier jetzt mal nicht mehr aufführe, da ich den Blog-Eintrag schon das zweite Mal nachbearbeite, seit ich den am 15.04. online gesetzt hatte. im Nachtrag weiter unten mehr dazu...

Die Jungs waren wohl schon vor ihrem Auftritt recht drollig. Der lokale Soundmann Stefan war auf jeden Fall schon ziemlich früh auf 180 bzw. auf der sprichwörtlichen Palme, weil die Herren sich erst wohl erstmal massig Zeit ließen bis sie zum Soundcheck aufschlugen und dann auch noch mit zig Sonderwünschen bei der Instrumentenabnahme glänzten. Auch wollten sie sich im Backstage wohl nicht umziehen während die Leute von TWEE-STAR noch im Raum waren, aber da hab ich vollstes Verständnis für, vor so alten schmutzigen Männern würde ich mich auch nicht nackig machen, haha...

Vor der Show gab's also schon so ein bisschen was zum Schmunzeln, der Auftritt von an sich war dann auch ganz okay. Der Sound war gut, der Aufwand hatte sich also gelohnt, auch wenn der Mischer noch gewaltig Hals hatte. Wobei ich jetzt aber auch eher vom Gitarren- und Effektsound rede, das Schlagzeug spielte nämlich ständig den gleichen offenen HiHat-Beat, kam mir so vor... Nun ja, da wir mittlerweile die Kasse dich gemacht hatten konnte ich auch ein bisschen mehr vom Auftritt sehen und hab auch einen Song mitgefilmt. Was dann am nächsten Tag noch mehr Drolligkeiten bot, da der Band der YouTube-Upload auch nicht so ganz ins Konzept passte. Später kamen dann immer mehr Mails, in denen ich aufgefordert wurde das Video offline zu nehmen. Ähm ja, ich lasse das Ganze jetzt mal unkommentiert und wünsche den Kollegen vom "Rock unter Linden" viel Spaß bei der Bandbetreuung am 01. Juni... ;)


Die Kids hatten auf jeden Fall ihren Spaß, insofern ein runder Abend mit ein paar ulkigen Nachwuchs-Rockstar-Anekdötchen, hehe...

NACHTRAG VOM 26.05.2012: Im Nachtrag vom 22.05. hatte ich bereits erwähnt, dass das Live-Video der Headliner-Band von mir zunächst von 4:22 Minuten (Version 1) auf 3:22 Minuten (Version 2) und schließlich auf 3 Sekunden gekürzt wurde. In einem interessanten Mailverkehr wurden mir seit dem 15.04. von einem Bandmitglied diverse Gründe genannt, warum das Video offline sollte. Im Grunde eine Sache über die man reden kann, aber die angeführten Gründe änderten sich irgendwie mit jeder Mail, was mir relativ Spanisch vorkam. Um meine Position klar zu machen: Da ich solche Livevideos generell als einen tragenden Bestandteil der unabhängigen Berichterstattung auf diesem Blog ansehe, hab ich das Video zunächst nur eingekürzt. Was dem Vertreter der Band aber nicht reichte, daher ist das Video nun ganz offline. Wem das Video gefallen hat (es hatte ca. 1.000 Klicks in 40 Tagen und war damit das beliebteste in meinem YouTube-Kanal), der sollte sich also DIREKT an die Band wenden und nicht an mich! Ich hätte den Mitschnitt gerne online gelassen. Auch der Bandname ist in diesem kompletten Bericht gestrichen, wer an dem Abend da war, weiß ja ohnehin Bescheid... Hintergrund für die Streichung ist kein böser Wille meinerseits, ich habe nur keine Lust mich mit irgendwelchen Medienanwälten rumschlagen zu müssen, nur weil eine öffentlich auftretende, kurz vorm Durchbruch stehende "Indie"band sich in Zeiten von Smartphones und Social-Mediaportalen wie YouTube nicht so ganz souverän im Umgang mit öffentlichen Berichterstattungen (wie es ja z. B. auf diesem Blog geschieht) zeigt... Ich wünsche der betreffenden Band jedenfalls viel Erfolg im Musikbusiness und viel Spaß im Umgang mit den dort agierenden Medien!

Keine Ahnung ob ich mich über den weiteren Abendverlauf noch auslassen soll, da dreht es sich dann um den üblichen Absturz im Palast und Sonntag war ich wieder schwerst malade... Hier mal der Versuch einer Rekonstruktion in Stichworten:
  • Abendvoraussetzung: ich war ohne meine Liebste unterwegs, was meistens nicht gut ist, da ich dann dazu neige dummes Zeug zu machen und zuviel zu trinken
  • eine Pumuckl-Frau jammerte vor'm J@m-Center rum, sie wolle "ins Limit fahren", was ich wohl irgendwie falsch in "ans Limit gehen" umgedeutet hab und trinktechnisch dann auch umgesetzt habe
  • wieder komische Leute im Rockpalast: dicke Nazi-Skinhead-Mädchen mit "Wir wissen wen wir hassen"-Jacken, steinbreiter Typ mit Frei.Wild Shirt und eine äußerst weirde Frau, die mich ständig gefragt hat ob ich Armin/Arnim sei
  • habe versucht investigativ in diesen Grauzonen-Jugendgruppen tätig zu sein um mehr herauszufinden: vergeblich! Hab bis zum Ende nicht verstanden was die weirde Frau von mir wollte, sie sprach so undeutlich und ich hab wieder nur "Whiskeypott" verstanden.
  • um bei den Grauzonen-Kids 'nen Fuß in die Tür zu bekommen hab ich alles zu mir genommen, was mir angeboten wurde. Unter anderem hab ich Zigaretten geraucht und das am nächsten Tag mit schwerem Unwohlsein teuer bezahlt!
  • Hab bis zu meiner Abreise nicht rausfinden können wer Armin/Arnim ist. Mysteriös! Irgendein Code unter rechtsoffenen Jugendlichen? Wer weiß mehr?
  • Russisch-Koks war auch im Spiel, den hab ich aber mit vernünftigen Leuten getrunken.
  • Später übliche Abreise zu Fuß nach Hause, wegen extremem Kurvenschuh bestimmt der doppelte Weg als sonst. Am nächsten Tag mit den Worten geweckt worden: "Ich hab schon gehört dass du steinbreit bist, als du die Wohnungstür aufgeschlossen hast!"
  • Mit 2,5 Atü auf dem Kessel noch Facebook-Einträge kommentiert = Nie gut!
  • Sonntag = tot! Und immer noch keine Ahnung wer Armin/Arnim ist...
Weirde Frau die mich für Armin/Arnim hielt und steinbreiter Typ mit Frei.Wild Shirt. Wollten unbedingt auf's Foto, ich glaube aber die Linse wollte springen, anders kann ich mir diese Reflexion da im Bild nicht erklären... Ich hab auch die Vermutung, dass er das Foto zum Vorwand nehmen wollte ihr unauffällig an die Hupen zu fassen. Ist aber nur so eine Theorie von mir...
Ja, so war das, und das wird auch nicht einfacher. Kommt ihr mal in mein Alter! Mal sehen was in den nächsten 2 Wochen noch so geht. Auf jeden Fall hatte ich bei meinen Veranstaltungshinweisen für April 2012 noch ein Konzert vergessen, denn am 28.04. spielen noch END OF THE ROAD, BETTA IMBELLIS und CARDILLAC COMPLEX, wieder mal im guten alten JuZ "J@m Center". Hier geht's zum Facebook-Event, ich denke man sieht sich dann da...

1 Kommentar:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Arnim_Teutoburg-Wei%C3%9F

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