Das "Rüt'n'Rock-Festival" lag mal wieder an und ich hatte keine Lust Videos mitzuschneiden und wieder einen 10.000-Zeichen-Bericht zu schreiben, den dann sowieso nur 5 Leute lesen, haha... Dementsprechend gibt's hier mal wieder einen kleinen Konzertcomic: 4 Bands, 4 Bilder, völlig subjektiv und unter Auslassung von dutzenden wichtiger Details... ;)
Bevor aber ein falscher Eindruck entsteht (manch einer sagt mir nach mein Kram würde immer so negativ rüberkommen): Das "RüRo" war wie immer ein feines Event, top organisiert, alles tutti! Gerne wieder im nächsten Jahr! :)
So geht's weiter in den nächsten Wochen ... geht mehr auf Konzerte!!! (wer weitere Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!):
Hey Ho, Haren rockt! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Haren bzw. insbesondere das jährlich stattfindende "Haren rockt!" schon länger nicht mehr mit meiner Anwesenheit beehrt hatte. Früher waren wir da öfter, dort stiegen auch einige coole Auftritte (unvergessen mein "erstes Mal" mit STORM OF WIND) und ein- bis zweimal war es da auch so voll, das man kaum 'n Fuß anne Grund kriegte. Gute Tradition also!
Bei der 12. Auflage guckten wir jetzt mit einer Meppener Mini-Reisegruppe (Peter, Pia, icke) mal wieder vorbei. Es war auch ratsamer Meppen zu verlassen, da die Stadt von Hannover-96-Fans nur so wimmelte, die sich auch gerne wohl mal kloppen wollten ... nee nee, da hatte ich keine Lust drauf ... ich hatte mir am Vorabend bei einem kleinen "Unfall" schon fast den Hals gebrochen ... zum Glück hat der Schutzengel der Betrunkenen über mich gewacht, nix passiert... ;)
Unterwegs waren wir übrigens im 1A-Teenagerstyle, sprich Pias Mutti war so nett uns hinzubringen. Voll sweet! Bis 22 Uhr sollten wir wieder anrufen, dann hätte sie uns sogar wieder abgeholt. Haben wir aber irgendwie verbockt, haha... Vor Ort angekommen ... waren wir erstmal mit die ersten Gäste ... auweia ... na ja, egal ... dann dauert Bier holen halt nicht so lange. Nachdem die ersten Pilsener verköstigt waren, stellten Peterle und ich fest, dass wir nach den Eskapaden des Vorabends im "Godmode" waren, was Biertrinken anging ... oje, das kann ja bekanntlich teuer werden... der Bierjieper!
Bevor's hier aber wieder nur um's Saufen geht ... Musik war ja auch noch geplant! Als erstes sollten die ROOSTERS ran, die würde ich mal so als klassische Schülerband umschreiben. Blutjunge Typen, viele Coversongs. Ist ja immer einfach so eine Combo zu verreißen, aber nöö ... die müssen ja auch irgendwann mal anfangen und waren gar nicht schlecht. Einige Coversongs waren natürlich etwas Banane (Udo Jürgens, autschi...), aber die hatten auch 2-3 Eigenkompositionen mit echt gutem Potential. Und einen Sänger der auch ganz gut singen konnte. Der hörte sich wie irgendeine Mischung aus GREEN DAY's Billie-Joe und irgendjemand anderem an, der uns aber partout nicht einfiel... Wenn das mal kein professioneller Musikjournalismus ist hier, haha... ;)
Ich hoffe mal die ROOSTERS schreiben in naher Zukunft 'n ordentlichen Schwung weiterer eigener guter Songs, dann gäb's mal wieder eine gute Nachwuchsband im Umkreis Haren/Meppen. Ist ja leider etwas Mangelware gerade... Kids! Gründet Bands! Dann gibt's Bier umsonst und es klappt auch mit dem Beischlaf! :D
Ein bisschen undankbar war für die ROOSTERS natürlich noch, das zahlenmäßig etwas dürftige Publikum. Aber so haben die hoffentlich schon mal 2 Dinge gelernt:
Wenn man ein Konzert in der eigenen Stadt spielt belabert man Clique und Schuljahrgang so lange bis alle vorbeikommen. Das war in diesem Fall noch ausbaufähig, hehe... ;)
Sie haben den "emsländischen Halbkreis" kennengelernt! Das konstanteste Symptom, das die emsländische Musikszene je hervorgebracht hat, haha... ;)
Das Geschehen zwischen den Auftritten gestaltete sich für mich ab sofort übrigens als angeregtes Gelaber vor der Tür. Mittlerweile trudelten nämlich doch ein paar mehr Leute ein und ich lernte irgendwie in jeder Pause neue Gesprächspartner kennen. Alte Bekannte waren natürlich auch da, also: Sehr schön, extrem angenehme und entspannte Atmosphäre! Daumen hoch!
Als nächstes standen dann BRUS (www.facebook.com/wearebrus) auf der Bühne. Denen bin ich ja durchaus in Sympathie verbunden, seit die im Januar in Meppen gespielt haben (siehe HIER). Ein cooles Powertrio - nur Gitarre, Gesang und Schlagzeug! Auch diesmal rockten die drei Typen ordentlich alles weg. Der inoffizielle Schredderriffpreis des Abends geht an Gitarrist Simon, hehe... Aber nächstes Mal dann keine Balladen mehr, nä?!? ;) Sonst wieder: Alles gut!
Nach dem Auftritt latschte ich dann wieder durch den Vorraum nach draußen und hörte mit einem Ohr wieder den Satz von einem anderen Besucher ... "Tja, denen fehlt halt ein Bass..." Nee nee, ich sag's noch mal: bei BRUS ist alles so wie's sein soll! Okay: Vielleicht die Lyrics 'n bisschen origineller und nicht ganz so klischeehaftig ... und keine zu langen Laberpausen zwischen den Songs (oder sonst einfach Witze für die Ansagen lernen, da wurd vor der Tür noch ein guter erzählt, mit einer Blondine die sich einen hinter die Binde kippt, haha...) Aber was den Bass angeht: Gerade dieses auf's Wesentliche reduzierte finde ich geil! Also: Weitermachen! :)
Obwohl ... ich hab mir selbst letzte Woche noch besoffen auf einem Konzert 'nen Bass gekauft... Vielleicht würde mir ja eine goldene Bassistenkarriere bei BRUS winken, haha... ^^
Aber Spaß beiseite... Obwohl nee, als nächstes traten nämlich MAMAHARA an, das machte auch noch mal ordentlich Spaß. Neulich in Meppen fand ich die auch schon super (siehe Link im BRUS-Absatz, das war derselbe Abend). Das Harener Jugendzentrum war mittlerweile dann doch ordentlich gefüllt und von Minute 1 an herrschte bei MAMAHARA eigentlich eine großartige Stimmung. Irgendwie ist das so eine Band bei der alles zusammenpasst. Unglaublich eingängige, smoothe Songs, ein heftigst guter und äußerst charismatischer Sänger... Ich sah die zwar erst zum zweiten Mal, aber mein "Hit" von denen ist jetzt schon "I Like It"! Total geiler Song. Hab ich noch auf Video gebannt, auch wenn die ersten paar Sekunden fehlen, trotzdem geil!
Aber MAMAHARA haben noch ein ganze Latte weiterer Hits auf Lager, z. B. "Soldier Boy", das Lied mit der Pfeife und und und... Das Publikum sah's genauso, es wurde getanzt und gefeiert, famos famos! Mal gucken wie es mit der Band weitergeht. Die wollen auf jeden Fall mehr Gigs spielen, aber es könnte sein, dass die sich noch irgendwie umbenennen (man munkelt in FREEMAN?!?). Aber alles ohne Gewähr, ich war leicht angeschickert, kann sein, dass ich da wieder ein bisschen was durcheinanderbringe. Vielleicht wär's auch mal ganz klug von denen zumindest eine Facebookseite aufzumachen, damit man die mal ohne Insiderwissen kontaktieren kann, haha... ;)
Danach war's Zeit für das Mysterium des Abends: Die letzte Band! Das waren MR. BUKIT (www.facebook.com/mr.bukit) aus Holland. Die Veranstalter hatten die angeblich einfach mal auf Empfehlung gebucht, ohne die selbst je gehört zu haben ... ganz schön lässig, haha... Gerade nach einem Stimmungs-Highlight wie MAMAHARA hätte die Feierkurve ja ganz schön abfallen können, wenn MR. BUKIT 'n bisschen kagge gewesen wären... Aber Entwarnung: Die waren nicht kagge, die waren ganz geil! Aber sie fanden auch ein williges Publikum vor, das mittlerweile 'n paar Atü auf dem Kessel hatte und feiern wollte.
Was die Musik angeht hingen die Gitarren bei den Holländern sehr hoch, es gab also Indierock im weitesten Sinne, aber zwischendurch mit ordentlich NIRVANA-artigen Gitarrenbratzparts, so dass selbst ich nix zu meckern hatte. Irgendwelche formal existierenden Rauchverbote in der Lokalität hatten sich mittlerweile übrigens in selbigen (Rauch) aufgelöst, das Bier floß in Strömen, eine neben mir stehende Frau verliebt sich in die Drummerin (die wiederum aussah wie die Cousine von Vetter It) und MR. BUKIT mussten so lange spielen, bis sie keine Songs mehr hatten. Am Ende wurde sogar noch ein Lied spontan in gebrochenem Hollanddeutsch gesungen: "Ich habe Abitur - und ich bin sehr schön!" Aufnehmen bitte, das wird ein Hit, ich hab's im Urin! :D
Ich weiß nicht ob man meinen Enthusiasmus hier herauslesen kann, aber es war einfach nur ein formidabler Abend! Der aber mit dem letzten Akkord noch nicht zu Ende war, denn die Harener erwiesen sich als mehr als gastfreundliche Veranstalter. Entsprechend wurde der Backstageraum, der Käsesuppentopf und der Bierkühlschrank für alle noch Anwesenden geöffnet ... ich weiß gar nicht wie lange wir da noch auf dem Backstagesofa gesessen haben, die Zeit verging jedenfalls wie im Flug. Mit 1000 Leuten geredet, wunderbarste Atmosphäre, richtig herrlich. Na ja, wie schon mehrfach angedeutet war etwas Alkohol im Spiel, daher erinnere ich mich nicht mehr an alles. Hier mal so das Wichtigste in Stichpunkten:
Wir wohnten der ersten Probe einer noch zu gründenden Harener RAMMSTEIN-Coverband bei (Texte auf Platt ... "Du rücks so gaud!")
Einer der Anwesenden konnte Kunststücke mit seinem Pillermann machen, wollte die aber nicht vorführen (obwohl ich ihm dafür mehrmals meine Sonnenbrille angeboten hab)
Ich wurde damit konfrontiert, dass ich vor gefühlten 15 Jahren auf einer Autofahrt (von der ich nichts mehr weiß) über die BACKYARD BABIES abgelästert hab ... ganz schön gutes Gedächtnis haben diese Harener... :D
Das Harener Rathaus hat eine integrierte Kneipe...
Die Frage kam auf, warum die Gitarristen bei Indiebands die Beine immer so zusammenkneifen, während "echte" Rocker auf der Bühne eher 'n ordentlichen Grätschschritt machen. Konnte nicht abschließend geklärt werden. Wer Tipps hat: Bitte Bescheid sagen!
Der Untertitel zum Minus-Rockcity-Blog wird demnächst: "Ist ja eigentlich nicht meine Musik, aber..."
Es waren geile Bärte am Start, ich verleihe hiermit einfach mal dem MAMAHARA-Bassisten den Titel "Geilster Bart des Abends"!
Keiner mochte die Kümmelcracker, da musste ich die alle ganz alleine essen...
Joa, wie gesagt: Es gab erbauliche Gespräche in Hülle und Fülle mit den verschiedensten Leuten (der ein oder andere fiel gelegentlich mal vom Sofa, aber egal). Da auch einige der Leute anwesend waren, die das "Neon Fields Festival" mitorganisieren, konnte man da auch schon ein paar Sachen erfahren. Also ich "leake" mal einfach: Das wird am 14./15.08. an einer schönen Location in Haren starten und der Musikfokus wird auf Indie/Elektro liegen. Wird bestimmt schön, auch wenn's eigentlich nicht meine Musik ist, haha... Okay, das waren jetzt nicht die Mörder-Infos, aber Details sollen die Jungs und Mädels bald mal selbst verraten... Und ansonsten haben die Harener auch noch andere Sachen vor, auf die man sich freuen kann, Bötchen fahren und so. Wird gut! :)
Irgendwann brach die Reisegruppe Meppen dann aber in Richtung Heimat auf und selbst die Taxifahrt war noch todwitzig, auch wenn die Taxifahrerin trotz Wahnsinns-Charmeoffensive von mir die Uhr nicht abstellen wollte. In Meppen war dann alles voller Bullenwannen (wegen der schon erwähnten 96-Fans), aber wir trieselten in den Palast wo alles friedlich war und nicht mehr viel Interessantes passierte ... glaub ich zumindest ... reichte auch! ;)
Noch mal dickstes Dankeschön an die Harener Organisatoren und besten Gruß von dieser Stelle! Auf bald! Hier noch mein Fahrplan für die nächsten Wochen, vielleicht sieht man sich ja ... geht mehr auf Konzerte!!! (wer weitere Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!):
25.04.2015: RüRo-Indoor Festival (u. a. Kensington, Razz, Bollmer etc...) - Saal Kamp, Meppen: Facebook-Event
Andre Lux - Drakula gegen Dracula Taschenbuch | Engelsdorfer Verlag | Januar 2015 | 179 Seiten | www.drakulagegendracula.de | ISBN-10: 3957445248 / ISBN-13: 978-3957445247
Es wird mal wieder Zeit für ein Buchreview auf dem Minus Rockcity Meppen Blog ... diesmal aber nichts über das Emsland bzw. von emsländischen Autoren! Nein, diesmal was von einem alten Bekannten von mir. 1A Vetternwirtschaft also, haha... Andre Lux kenne ich noch über sein altes Musiklabel (That Lux Good Records), wo er diverse Scheiben von
tollen DIY-Hardcorepunkbands (u. a. DERBY DOLLS, LIBERTY MADNESS und ein ganzer Schwung andere) veröffentlicht hat. Da die Leserschaft dieses Blogs sich aber wahrscheinlich hauptsächlich aus emsländischen Kleinstädtern mit minderwertigem Musikgeschmack rekrutiert, wird von euch wohl keine Sau dieses Label bzw. dort veröffentlichte Bands kennen, haha...
Andre Lux: Drakula gegen Dracula - Schönes Buch, schöner Teppich, lecker Schinkenhörnchen!
Neben seiner Aktivität als Labelbetreiber dürfte Andre dem ein oder anderen aber vielleicht durch seine "Egon Forever" Strichmännchencomics (www.facebook.com/egonforever) bekannt sein. Diese wunderbar obskur-minimalistischen Dinger stehen ja glaub ich sogar ab und an in der "Intro", also dem Gratis-Medium für emsländische Kleinstädter mit minderwertigem Musikgeschmack, haha...
Wow, nach 2 Absätzen schon 2 Haken auf der "Leserschaft-beschimpfen-Checkliste", ich klopfe mir selbst auf die Schulter! Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Andre Lux... Also: Geiler Typ, merkt ihr schon! Jetzt hat er mit "Drakula gegen Dracula" auch noch ein Buch geschrieben. Mit knapp 180 Seiten bewegt sich das Ding wohl irgendwo im Bereich Kurzroman/Novelle, liest sich also ziemlich schnell weg, selbst wenn man nicht so über die allerhöchste Aufmerksamkeitsspanne verfügt.
Der Titel "Drakula gegen Dracula" lässt es vielleicht schon erahnen: Es geht um Vampire! Puh, ich geb's zu, ich hab seit jeher einen leichten Tick für die Thematik... Seit "Twilight" muss man im Vampirgenre aber allzuoft mit pseudoromantischer Hausfrauenkacke oder "Young Adult" Grütze rechnen...
Aber Andre Lux - sein oben beschriebener Lebenslauf ließ es vielleicht schon erahnen - bewegt sich natürlich weitab solcher Klischees. Hier wird mit wirrem Humor und massig Anspielungen auf Pop- und Trashkultur nur so um sich geworfen. Da passt es ins Bild, dass sogar Uwe Boll seine Empfehlung für das Machwerk ausspricht!
Zur Handlung:
Wer den echten "Dracula" von Stoker gelesen hat, wird sich an den anfänglichen Reminiszenzen an die Reise zum Grafen erfreuen - nur dass hier kein englischer Rechtsanwaltsgehilfe per Postkutsche nach Transsylvanien reist und düstere Warnungen von kauzigen Gastwirten ignoriert, sondern ein Jungreporter im Auto durch Idaho düst um eine Art "Watch My Crib" Reportage bei einem mysteriösen reichen Kerl zu machen, ohne auf die finsteren Warnungen eines Tankwarts zu hören...
Danach... Tja, danach rotiert die Geschichte schnell in einen wahnwitzigen Strudel aus irren Wendungen, Ortswechseln (von Idaho geht's über Österreich bis in den Schwarzwald und zurück), blutigen Morden, Organhandel, komplizierten Liebesbeziehungen, schwierigen Vater-Tochter-Verhältnissen, Alltagsproblemen verfluchter Vampire, entflohenen Riesenkobras und natürlich Schinkenhörnchen!!!
Ein irrer Ritt also, teilweise wie John Sinclair auf Speed der an den Haaren in einer Splatterkomödie der Zucker-Brothers herbeigezogen wird! Wer sich darauf einlässt wird hier sicherlich seinen Spaß haben ... ich hatte ihn jedenfalls. Rein literarisch ist "Drakula gegen Dracula" natürlich kein Meisterstück, aber ich denke das war auch nicht die Intention des Ganzen. Das hier funktioniert eher wie ein 2-Minuten-Punksong: Laut, kurz, simpel, schrill und es batscht ordentlich!
Wer sich ein bisschen mit Trashkultur anfreunden kann und gerne über absurde Stories lacht, der wird mit "Drakula gegen Dracula" auf jeden Fall seinen Spaß haben. Wer zum Lachen lieber in den Keller geht, kann dort stattdessen gerne mit dem Ghoul auf dem Tablet Pornos gucken, haha...
Ach ja: "Drakula gegen Dracula" gibt’s nicht nur als Buch, sondern bei Amazon auch digital für den Kindle ... wenn euch nicht stört, dass Amazon böse ist und so…
Mal wieder eine Dienstagsshow ... der gemeine unmotivierte Meppener verbringt solche Abende ja eher auf der Couch, vor allen Dingen wenn auch noch Champions League in der Glotze läuft. Dementsprechend schwang ich mich alleine auf meinen Drahtesel in Richtung Konzert... Im "Jam" war's aber ganz okay was Besucherzahlen anging ... mir versperrten gar einige auf der Treppe vor'm Venue rumlungernde Gestalten den Zugang. Frech!
Schickes Poster mit faustdicker Lüge in der Kopfzeile! Das hab ich so nie gesagt!!! :D
Nachdem ich diese Leutchen umschifft hatte wurde erstmal durch den Laden gecheckt, 'n bisschen gelabert und die Dinge gemacht, die man so macht bevor die Musik startet (doof rumstehen, "Intro" durchblättern, Auswärtige begaffen etc.). Mit TOMORROW ST. PETER und I LOVE YOUR LIFESTYLE waren zwei schwedische Bands am Start (der ominöse "Special Guest" wurde einfach mal ausgelassen), die der gute Kim nach Meppen gelotst hatte. Laut dem schwedischen Bandinzest-Almanach sind/waren diverse anwesende Musiker auch bei TRACHIMBROD und CARELESS (und bestimmt noch einem halben Dutzend anderer Bands) aktiv, für die war Meppen also kein unbekanntes Pflaster (siehe HIER und HIER).
Vor der Show durften die Schweden noch im Ludmillenstift einchecken, weil sich die Tourfahrerin am Vortag verletzt hatte. Aber Verletzungen scheinen derzeit eh irgendwie im Trend zu liegen, später tauchte nämlich noch ein Mitglied einer Meppener Band mit cheffiger Arm-Injury auf, der wiederum von einem weiteren verletzten Lokalhelden berichtete, den ein Konzertbesuch letzten Freitag gefordert hatte. Waren natürlich allesamt schon mal "Typen der Woche" bei Minus Rockcity ... ich hab offensichtlich 'ne Ader dafür solche Talente zu erkennen! ^^ An diesem Abend konnte ich selbst aber nur mit einem Muskelkater from hell aufwarten, na ja...
Livemusik wurde auch noch gemacht, als erstes waren TOMORROW ST. PETER (www.facebook.com/TomorrowStPeter) aus Stockholm dran. Ich muss ja sagen, dass ich für mich früher mal so eine Faustregel aufgestellt habe, was Bandnamen angeht:
"Wenn der Bandname irgendsoein kryptisches englisches Satzfragment ist, dann ist die Band generell scheiße!"
Und nun ... TOMORROW ST. PETER ... puh, was sollte ich da erwarten? Wer denkt sich solche Namen aus?!? Ich sag mal so: Es war nicht unbedingt scheiße, aber doch ganz schön anstrengend! Und frickelig! Kim sagte zwar nach der Show ich soll das Wort nicht benutzen, aber ich tu's trotzdem, ha! Also ... irgendwie wie Ton gewordener Mathe-Unterricht mit fiesem Bruchrechnen oder so... Dazu passend wirkte der Frontmann auch wie ein manischer Sheldon-Cooper-Nerd-Verschnitt bei dem offenbar einiges schiefgelaufen war in Sachen Friseurbesuch und Pulloverkauf, haha...
Also: Musik die ich nicht höre, Musik die mir zu anstrengend ist, Musik über die ich jetzt noch 1-2 Absätze lang lästern könnte... Aber: Akkurat und auf den Punk gespielt, dieses ultra-komplexe Gedudel! Der "Bassist" spielte auch keinen Bass, sondern eine Bariton-Gitarre auf die Bass- und Gitarrensaiten aufgezogen waren. Verwirrend, hatte ich so auch noch nie gesehen... Und die knödelige Stimme vom Sänger erinnerte mich stellenweise irgendwie an ICEAGE, was ich ganz interessant fand, während andere Anwesende mit dem Organ so gar nichts anfangen konnten, haha...
Öfter mal was Neues, also... Das war dann aber auch irgendwann überstanden, doch es stand ja noch der nächste hochverdächtige Bandname ins Haus: I LOVE YOUR LIFESTYLE (www.facebook.com/ILoveYourLifestyle) aus Westschweden (Leute aus Göteborg, Malmö und Jönköping). Aber hier sei mal vorweg geschickt: Die waren trotz des ebenfalls verschwurbelten Namens ganz cool! ^^ Zwar auch nicht so ganz meine Mucke (Eigenbeschreibung laut Facebook "pop-emo-indie-rock"), aber ein gutes Händchen für poppiges Songwriting, ein Sänger der seinen Kram (trotz Heiserkeit) sehr gut rüberbrachte und bandintern natürlich wieder exzellentes Handwerk an den Instrumenten.
Ich hab generell immer das Gefühl, dass speziell aus Schweden Scharen unglaublich
talentierter blutjunger Musiker kommen, die dann in kleinen obskuren
Bands durch unsere Lande touren... Keine Ahnung, diese enormen musikalischen Skills müssen wohl an deren systematischer
staatlicher Musikfrühförderung liegen. Als Deutscher kann man da glatt vor Neid erblassen! Hierzulande muss man sich dann ja
nicht wundern, wenn fast nur Rumpelcombos aus Germanien kommen, haha...
Aber zurück zum Livegeschehen: I LOVE YOUR LIFESTYLE musizierten sich durch ihr Set und wurden vom anwesenden Publikum sowie den Tourkollegen von TOMORROW ST. PETER ganz gut hofiert. Ich sah aber schon, dass die Schweden vor der Bühne irgendwas ausheckten ... und eh man sich's versah flog der erste Mensch schon durch die Luft! Die anwesende Meppener Trendsportler konnten sich nun natürlich nicht lumpen lassen und plötzlich ... wie auf Knopfdruck ... Eskalation!!! Ach, was laber ich, guckt euch einfach das Video an, spätestens ab 1:50 glaubt einem das eh wieder keiner:
Wunderschöner Abriss auf'm platten Wochentag! Weil die Schweden dazu neigten sich desöfteren an die Scheinwerferhalterungen an die Decke zu hängen, hatte ich kurzzeitig zwar mal Angst von herunterfallenden Bühnenteilen erschlagen zu werden. Andererseits hätte ich dann vielleicht auch Mitglied in der eingangs mal erwähnten "coolen Meppener Verletztenriege" werden können (und hätte am nächsten Tag krankfeiern können). Aber diese von der Decke baumelnden Emokids sind ja meist so beinahe-anorektische Hänflinge mit BMI unter 20, da passiert ja nix, hehe...
Dann war's auch gut gewesen! Neben dem schönen Konzertabschluss hatte ich mir pflichtbewusst natürlich noch 'n paar Wohlfühlbier reingeschraubt und fuhr zufrieden nach Hause. Dienstagsshows: Gerne wieder! :)
Hier noch die Besonderheiten des Abends in Stichpunktform:
ein von mir eigentlich als nicht anrüchig erachteter Meppener Musiker und Grafiker konnte aus dem Stand Rechtsrocklieder vorsingen. Auch seine Konzertposter sind in letzter Zeit auffallend in reichsdeutschem schwarz-weiß-rot gehalten... Wittere ich da einen political-correctness Skandal?!? ;)
es lief anscheinend ein inoffizieller Contest unter einigen anwesenden Jugendlichen, wer sich an diesem Abend am bescheuertsten anzieht
ein Meppener Bassist nagelt sich Schallplatten an die Wand, da er keinen Plattenspieler besitzt ... Blasphemie!
Rotlicht oder Urtyp?
Hier noch mein Konzertfahrplan für die nächsten Wochen, kommense rum!!! (wer weitere Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!):
21.03.2015: Kleinstadtcomedy im Windthorst Theater Meppen: Facebook-Event
28.03.2015: BLCKWVS + Support - Rheine, Trinkhalle
Neues Jahr, neues Glück ... dementsprechend startete am vergangenen Samstag auch endlich das Konzertjahr 2015 im Meppener "Jam". Auf dem Plan stand der "Berliner Abend", mit SERGE aus (wer hätte das gedacht) Berlin als Headliner. Im letzten Jahr gab's ja schon den "Hamburger Abend", da gab es dann Fischbrötchen ... Hab ich damals verpasst. Ärgerlich! Hätte einiges für 'nen Matjes von Aale-Jenny gegeben... ;)
Leider gab's diesmal keine Berliner Spezialitäten. Döner wäre geil gewesen, oder Falafel, oder (wer hätte das gedacht) Berliner, höhö... Gab's aber leider nicht... Nun ja, egal... Als Bartträger hätte das mit der unkontrollierten Nahrungsaufnahme bei mir sowieso nur wieder zu Problemen geführt... Und wenn ich mein Barthaar bald für das Brusthaartoupet eines Meppener Nachwuchsbassisten spende, soll der darin ja keine Essensreste von mir finden, nä?!? ;)
Berliner (das Gebäck) gab's also nicht, Bier war aber da, soviel sei gesagt... Und passend zu meinem Eintreffen legten auch direkt BRUS (www.facebook.com/wearebrus) los, die ich mir unbedingt angucken wollte. Neue Band aus Lathen und Umgebung, erst der zweite offizielle Auftritt ... ich war positiv gespannt und die Erwartung wurde auch nicht enttäuscht! Die Band ist zwar minimal besetzt (nur Sänger, Gitarrist und Drummer), haute aber ordentlich auf den Putz! Das Schlagzeug hatte ordentlich Wumms, die Gitarre bratzte an den richtigen Stellen ordentlich laute Bluespunkriffs raus und am Mikro stand ein Typ der auch vernünftig singen konnte (war ja auch vorher bei STEELEYES aktiv gewesen, also kein unbeschriebenes Blatt). Schön auf's wesentliche reduzierter Blues-Garagepunk mit Rockkante! Urteil: Feiner Auftritt!
Nach der Show hab ich zwar bestimmt ein halbes Dutzend mal den Satz "Da fehlte ein Bass!" gehört, aber ich sag's noch mal: Das ist Quatsch! BRUS machen das genau richtig, so wie sie's machen! Die belegen im Emsland somit ja auch (vorerst?) eine Alleinstellungsposition, denn meines Wissens gibt es hier:
keine Band die derzeit dieses musikalische Feld beackert. (Man belehre mich aber gern eines besseren...)
keine Band die bewusst in so einer reduzierten Besetzung auftritt.
Und Bassisten werden sowieso überbewertet, hehe... ;)
Was BRUS angeht, können Leute mit limitierterem musikalischen Background die WHITE STRIPES gerne als Referenz ranziehen. Allerdings gibt's in dem weiten Feld "Garagepunk" ja massig solcher Minimalbesetzungen mit maximaler musikalischer Zerstörungskraft: JON SPENCER BLUES EXPLOSION, OBLIVIANS oder anderer alter Kram auf Crypt Records. Auch großartig sind KING KHAN & BBQ!!! Persönlich hatte ich vor ein paar Jahren ja die Australier DIGGER & THE PUSSYCATS zu Gast, die Meppen damals auch ordentlich auf links gezogen haben. In Holland gibt's in beinahe direkter Nachbarschaft Zwei- und Dreimann-Combos wie TRAUMAHELIKOPTER, die STILETTOS oder THEE SENSATIONAL SECOND COUSINS und und und... Also: Gut, dass das Emsland hier mit BRUS jetzt auch mal nachlegt... Die müssen sich jetzt nur noch die o. g. Combos intensiv reinziehen und ähnlich cool werden! ;)
Die Krux der Band wird nämlich zukünftig natürlich sein, dass diese Art von Musik mein Steckenpferd ist und ich somit immer was anzumerken/zu verbessern/zu mäkeln hab, haha... Hätte ich jetzt natürlich auch schon, aber wie gesagt: Es war erst der zweite Auftritt von BRUS und der war echt gut!
Außerdem haben die mir nach dem Auftritt eine Kiste Bier und eine Flasche Rum ausgegeben, da schreib ich dann auch was nettes, haha!!! ^^
Anschließend folgten MAMAHARA, bei denen unter anderem Mücke (ex-SWAMPHEAD, ex-EL*KE, derzeit MADSEN) mit tut... Im Netz war von denen nix zu finden, die Beschreibungen priesen sowas wie "Blues-Pop" an... Auch wenn Mücke natürlich 'n geiler Hund is erwartete ich jetzt nicht allzu viel ... Nur um dann ziemlich aus den Socken gehauen zu werden!!!
Allein die Bühnenpräsenz des Sängers war beeindruckend! Ein hünenhafter schwarzer Mann, der neben großartigem Gesang auch noch permanent diesen Preacher-Schnack draufhatte und ordentlich vom Leder zog. Ich glaube es wurde auch selten so viel im "Jam" geflucht ("... motherfuckin' bullshit...") und dabei doch so viele positive Vibes verbreitet, haha... Musikalisch war's dann tatsächlich eine Mischung aus Rock, Soul (der gute alte Soul, nicht die Grütze die man euch heute dafür verkauft), Pop, Reggae (inkl. Loblied auf grüne Nutzpflanzen) und Blues. Schwer einzuordnen, aber selbstverständlich exzellentes Songwriting und großartig gespielt!
Wenn einem gute Musik begegnet, weiß man halt, dass es gute Musik ist, auch wenn ich das nicht unbedingt ständig zu Hause hören würde! Dementsprechend war neben mir u. a. auch die gesamte Rhythmussektion von EISENKARL - also gestandene Hartmetaller - ziemlich begeistert von MAMAHARA. Nille war sogar so sehr mitgerissen, dass er noch als Kamerakind auf der Bühne aktiv werden musste, wirklich herzallerliebst... :)
Als letztes waren dann SERGE (www.facebook.com/SergeBand) an der Reihe, von denen ich - wie sich das für einen amateurhaften kleinstädtischen Wannabe-Blogger-Musikreporter gehört - aber gar nicht so viel mitbekommen hab. Mit Schlagzeuger Hubi (ebenfalls ex-SWAMPHEAD, ex-EL*KE) und der Gitarristin befand sich die Hälfte der BOLLMER-Band auf der Bühne, aber ich war wieder als Ritter der Schwafelrunde unterwegs und redete hier und da mit diesen und jenen Leuten. Rein musikalisch war mir das was ich mitbekommen hab auch ein bisschen zuuuuu Indie, zuuuuu britisch angehaucht, zuuuuu ruhig, zuuuuu verkopft... Aber gut: rein subjektiver Eindruck meinerseits. Der Rest der Anwesenden fand's gut, also alles tutti!
Sonstige Facts des Abends:
Gut gefülltes Jugendzentrum, aber trotzdem relativ angenehm, dank hohem Altersdurchschnitt.
Da ich den ganzen Tag nicht unerheblich viele Möbel bei einem Umzug geschleppt hatte ("Die Hantelbank muss noch mit!"), kämpfte ich den ganzen Abend mit aufziehendem Muskelkater.
Da es den ganzen Abend nicht unerhebliche Mengen Astra zu trinken gab (und ich einen durstigen Begleiter hatte, der eigentlich lieber Weizen trinken wollte), kämpfte ich den
ganzen Abend mit aufziehendem Kopfschmerz.
Voodoo-Girls wollten Barthaare von mir klauen... (entweder für finstere Rituale oder für das Bassisten-Brusthaartoupet, bin mir da noch unsicher)
Neue Musikrichtung erfunden: "Typen-die-morgens-10-Minuten-brauchen-um-sich-die-Hose-anzuziehen-Core"! (Danke Peter ^^)
MAMAHARA spielten angeblich später noch einen Gig beim Mexikaner, da hab ich's aber leider nicht mehr hin geschafft.
Nix los im Palast, aber es lief JUDAS PRIEST! Geil!
Eigentlich wollte ich Konzertberichte ab Anfang 2015 ja eher in Cartoonform machen, aber mir fiel nix ein... Geht schon los... ;)
Und so geht's dann weiter die nächsten Wochen, kommense rum (wer weitere Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!):
31.01.2015: ANTILLECTUAL, GRAND GRIFFON, EDGAR R., EMPIRE ME - JuZ "Jam" Meppen: Facebook-Event
31.01.2015: DUESENJAEGER, NO WEATHER TALKS - Trinkhalle Rheine: Facebook-Event