Montag, 25. März 2013

Konzerte: RADIO HAVANNA, KOTZREIZ, TMH | 23.03.2013 | Rockpalast, Meppen

"Punkpalast Volume 1" - Lange erwartet, am 23. März war's dann endlich soweit! Bis auf die Tatsache das ich den steilen Flyer gemacht hab (bei dem sich einige Meppener Lokalitäten weigerten den aufzuhängen - ich weiß schon warum Minus Rockcity Meppen so heißt wie es heißt, hehe) war ich allerdings kaum in die Organisation eingebunden. Denn mit Rockpalastkonzerten ist das ja immer so ne Sache... Da fragen einen ja immer zig Leute: "Warum machste denn kein Konzert im Palast? Ist doch viel cooler als im Jugendzentrum!"


Ja ja, mag sein, der Laden hat einen unschlagbaren Ruf, keine Frage. Konzerte sind da aber vor allen Dingen mit drei Sachen verbunden: Stress, Stress und Stress! Das hat sich auch an diesem Abend gezeigt (obwohl letztendlich alles prima gelaufen ist, so viel schon mal vorweg) - wie immer muss man im Palast die Bühne erstmal aufbauen. Das ist noch eher das kleinere Übel. Dann muss da aber eine gesamte Anlage/PA aufgestellt werden! Und in diesem Fall auch noch Licht. Und der ganze Rotz muss dann nachher auch wieder in Rekordzeit abgebaut werden, damit die Tanzfäche für den "Tagesbetrieb" offen ist. Ganz zu schweigen davon, dass man auch erstmal die Leute in den Laden bekommen muss. Wenn da nur 50 Nasen stehen sieht's nämlich auch gleich mal ziemlich trostlos aus. Uuuuund natürlich, dass (und das scheinen die meisten immer noch nicht zu verstehen) von auswärts angereiste Bands eben auch Spritkohle und Gage bekommen und die PA und der Mischer im Fall der Fälle natürlich ebenfalls zu nicht unerheblichen Beträgen angemietet sind. Auch da sollte sich jeder mal bewusst sein, dass der Eintrittspreis von 5,- Euro wirklich spottbillig war und das anderswo (Osnabrück, Münster etc.) mit Sicherheit doppelt so teuer gewesen wäre. Und dazu kommt natürlich noch das übliche Rumgeärgere mit dem Ordnungsamt, den Nachbarn, bla bla bla...

Was den Rockpalast betrifft: Nicht ausgeschlossen, dass ich da auch mal was mache. Aber momentan fühl ich mich mit den "kleineren" Bands die ich so buche im Jugendzentrum besser aufgehoben. Das gesamte Jugendzentrum-Team half allerdings auch beim "Punkpalast" mit, ohne die hätte das definitiv alles nicht so gut geklappt wie es letztendlich über die Bühne ging. Jugendarbeit wie sie sein soll, Hut ab! Und Hut ab auch vor John und Swedish, die das Ganze als Hauptorganisatoren so durchgezogen haben.

Stress hatte ich schon erwähnt, oder? Der brach nämlich auch vor dem Konzert noch aus. Wir hatten uns da eigentlich von der JuZ-Konzertgruppe um 19 Uhr verabredet um noch 1-2 Sachen zu klären, was aber natürlich auch nicht klappte - Soundcheckstress, der eigentlich schon längst gelaufen sein sollte. Haute aber nicht hin, da irgendein Spezi im Bandvan die Entertainmentanlage hat laufen lassen, die Karre keinen Saft mehr hatte und das Auftauchen der Bands sich deshalb eher unpünktlich gestaltete. Profis bei der Arbeit, haha... Besprechung fiel also aus, ich konzentrierte mich schon mal aufs Biertrinken... Arschkalt war's übrigens in dem Laden, was sich auch den ganzen Abend über nicht bessern sollte - wollte da jemand Heizkosten sparen?!?

Nun wurd's aber ernst! Der Konzertstart war ja pünktlich für 20 Uhr angesetzt (Stichwort Ordnungsamt) und zu 20 Uhr waren dann auch tatsächlich schon 100 Leute da! Es ging also gut los. Bis zum Ende wurden das natürlich noch mehr, die Angaben pendeln irgendwo zwischen 200 und 300 Gästen. Keine Ahnung, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Um 23 Uhr war jedenfalls das Astra ausverkauft und natürlich war alles voll mit Punkern, wobei aber alles relativ gesittet vonstatten ging. Klar, es wurde desöfteren mal auf die Bühne gerotzt und manche Punkerbräute fallen auch einfach mal aus unersichtlichem Grund einfach um, aber egal... Meine persönlichen Favoriten waren jedenfalls das kleine Punkergirl mit dem "Auch Weiber können saufen" Shirt (also das Shirt jetzt, weniger das Mädel) und der Jungpunk der Fan von meinem HAMMERHEAD Shirt zu sein schien und mir diverse Male ein sinnliches "Ich sauf allein" ins Ohr hauchte...

Wo war ich? Ach ja, 20 Uhr, erste Band! Das waren TMH aka TEENAGE MUTANT HEROS vom Blutacker, äh, aus Esterfeld. Die boten mir im Vorfeld der Show noch an als Nummerngirl mit auf die Bühne zu kommen, um ein Schild mit deren Bandnamen über die Bühne zu tragen. Hm, ich musste leider ablehnen, hab bei diesen eisigen Temperaturen noch nicht an meiner Bikinifigur gearbeitet. Sorry, vielleicht nächstes Mal... Der optische Faktor war damit für TMH natürlich am Arsch, aber ansonsten war's ein ganz netter Auftritt. Ein bisschen zu viel Gequassel vielleicht zwischen den Songs, aber Frontmann Peterle legte sich sehr ins Zeug, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er nach einem Publikumsausflug etwas außer Atem war, hehe... Hier mal ein kurzes Stück Esterfeld-Punkrock:

Danaaaaaach dann aber der heimliche Headliner: KOTZREIZ aus Berlin! Die glänzten schon vor'm Auftritt mit dem Spruch "Soundcheck? Brauchen wir nicht!" und putzten stattdessen im Sprinter eine Flasche Pfeffie weg. Daumen hoch! Zu der Band muss ich sagen, dass meine Berliner Garagepunkbekanntschaften (alles Zugezogene, versteht sich) vorab schon gewisse Ressentiments gegen die Combo verbreiteten und auch im Rockpalast Vorurteile zu herrschen schienen. Jedenfalls dem Gespräch nach zu urteilen, das meine holde Gattin links hinterm Pogopit mitgehört hat:

Typ: "Das ist gar kein richtiger Punk, das ist Studentenpunk."
Mädel: "Warum das denn?"
Typ: "Das erkennt man schon an den Texten, die sind so überkandidiert!"

Äääh ja, was sagt man da? [Sic!] sagt man da glaube ich, haha.... Nehmen wir uns also nun viereinhalb Minuten Zeit und lauschen den literarisch und musikalisch hochwertigen akademischen Ergüssen dieser drei feschen Berliner Universitätsanwärter:


Also ich für meinen Teil kann sagen: KOTZREIZ fand ich geil! Stumpf, aber nicht blöd, ordentlich Wumms, Drummer hatte ein LOVE A Shirt an und der spielt ja auch noch bei ... haha, lassen wir das! ;) Bescheuert war, dass die kein Vinyl dabei hatten. Ich hätte 'ne Platte gekauft! Egal! Hier noch zwei Hits und Fresse halten, oi!


"Offizieller" Headliner waren danach RADIO HAVANNA, die den meisten Meppenern ja noch im Gedächtnis sein dürften vom "Rock am Dock" im Herbst. Da hatten die ja bereits einen sehr guten Auftritt hingelegt und die Sache mit dem jetzigen Auftritt im Rockpalast kam bei diversen hochprozentigen Getränken im Bermuda-Dreieck zustande, direkt in der feuchtfröhlichen Nacht nach dem "Rock am Dock". Gute Sache das, auch wenn ich ein wenig wuselig wurde und vom RADIO HAVANNA Auftritt gar nicht so viel mitbekommen habe. Die machten ihre Sache aber ganz gut, brachten auch ein paar nötige Statements und coverten OPERATION IVY:


Was war sonst noch? Ach ja, Abteilung "nötige Statements": vorab war angekündigt worden, dass Leute mit FREI.WILD Shirts nicht reingelassen werden. Nachher stand aber doch einer am Kicker, aber ich glaube das war schon als die Bands längst fertig waren. Ich find diese ganzen Diskussionen und Shitstorms ja eher drollig, aber Deppen sterben halt nicht aus. Und ich glaube der Vogel durfte sich auch jede Menge netter Kommentare anhören. Selbsterniedriegung gehört bei diesem Menschenschlag wohl irgendwie dazu, haha...

Damit hätten wir den musikalischen Teil soweit abgehandelt, denke ich. Selbstverständlich sind noch ein paar mehr Sachen passiert. Pfeffie war ja schon erwähnt worden, den gab's im Angebot für 1,- Euro ... fatalerweise entwickelte ich mit den Zeit einen wahren Pfeffie-Jieper ... und hatte auch noch gewaltig die Spendierhosen an ... und irgendwann versuchte der Schlagzeuger einer gewissen Band noch eine homoerotische Beziehung zu mir aufzubauen, in deren Verlauf (nicht von mir) Dinge gesagt wurden wie "Ich bin ja eher der dominante Part", "Homoparadies Esterfeld" und angeblich soll meiner Gattin noch ein Dreier angeboten worden sein. Puh, bevor sich noch mehr Abgründe auftaten zerrte mich aber eine blonde Frau mit kurzen Haaren auf die Tanzfläche und dann setzte dankbarerweise der Filmriss ein ... puh, Glück gehabt ... hoffe ich zumindest ... bin nämlich am nächsten Tag mit Sorgenfalten im Gehirn aufgewacht ... falls ich jemandem blöd gekommen bin bitte ich provisorisch um Entschuldigung ... es sei denn es handelt sich um den Typen mit dem FREI.WILD Pulli, hehe ... was ich noch weiß ist, dass ich auf dem Nachhauseweg fast erforen bin bei eiskaltem Wind, brrrrrr...

Schade war, dass wir für den Sonntag erst vorhatten mit KOTZREIZ einen Reitausflug bzw. eine Planwagenfahrt zu machen. Hat leider alles nicht geklappt. Dafür war KOTZREIZ-Tom in der Nacht noch Bullenschluck trinken und hat das erste Mal in seinem Leben gekegelt. Und das hab ich mir nicht ausgedacht, das stimmt wirklich! Hm, vielleicht sollten wir einfach mit denen Boßeln gehen wenn die noch mal wiederkommen?!? Ne Überlegung wär's wert... Denn das war ja offiziell "Punkpalast Volume 1" - ich bin gespannt auf Volume 2! :)

Montag, 18. Februar 2013

Konzerte: SCIENCE OF SLEEP, HATE EMBRACED, BREAKING TO ASHES, SONIC SKIES | 15.02.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Rockfebruar 2013 im Meppener "Jam" - letzte Runde! Diesmal stand die Releasparty zur neuen EP von HATE EMBRACED an, das hieß also: GEBALLER!!!

HATE EMBRACED aus Sögel waren und sind ja diejenige Band, die sich schon seit einiger Zeit mit der "Attack Of The Monsters/Hellraiserfest" Konzertreihe für die lokale Metalszene engagiert, dementsprechend zähle ich dieses Konzert auch mal zu der Reihe. Diese Konzertreihe ist seit Bestehen sehr beliebt, es kommen immer massig Leute, und man muss auch mal sagen, dass HATE EMBRACED für das Engagement (Mitorganisation und Mitausrichtung, Ranholen befreundeter auswärtiger Bands etc.) wirklich der größte Respekt gebührt. So muss aktive Zusammenarbeit zwischen einer umtriebigen Band und öffentlichen lokalen Konzertorten aussehen!

Dementsprechend fatal war natürlich die Hiobsbotschaft vor dem Konzert: Der HATE EMBRACED Sänger war krank, und zwar so heftig, dass ein Auftritt nicht möglich war!!! Und das bei der eigenen Releaseparty... Das sind natürlich die Katastrophenmeldungen, die einen Veranstalter im Tagesverlauf vor der Show am Abend in den Wahnsinn treiben!!! Was also tun? Und da muss ich sagen, dass die Verantwortlichen auf die Schnelle noch mal eine klasse Lösung angesichts der scheiß Situation gefunden haben - auf die Schnelle wurden BREAKING TO ASHES als Ersatz angefragt, die auch direkt Zeit hatten. Und HATE EMBRACED studierten ein Mini-Set mit neuen Songs und Gastsängern ein, so dass sie wenigstens für ein paar Stücke auf die Bühne konnten. Hut ab dafür, dass das so kurzfristig organisiert wurde!!!

Ich selber war erstmal zum Kassendienst eingeteilt, wo uns nicht langweilig wurde, da der Arbeitsplatz mit interessanten Gimmicks ausgestattet war, wie z. B. einer Orakelkugel, einem tanzenden Plüschhund und einem Sportartikelkatalog (und Bier). Mein Kassenarbeitskollege suchte in dem Sportartikelkatalog natürlich sofort nach Busen, fand aber keine. Stattdessen deckten wir einen Seepferdchen-Aufnäher-Skandal sondergleichen auf!!! Die konnte man da nämlich bestellen, ohne irgendeinen Nachweis erbringen zu müssen! Wenn ich daran denke wie ich mich damals für mein Seepferdchen anstrengen musste, skandalös! Ich wäre fast ertrunken beim Ringtauchen im Kinderbecken. Zu Bronze hat's danach auch nicht mehr gereicht, tja...

Anonymer Besucher lässt sich - lässig an den Getränkeautomaten gelehnt - die Zukunft von der Orakelkugel vorhersagen.

Wir hatten also durchaus Spaß - der Nachteil beim Kassendienst ist aber natürlich, dass man nur sehr wenig von den Bands mitbekommt, die dann spielen. Dementsprechend hab ich z. B. SONIC SKIES aus Hameln komplett verpasst. Von denen waren aber einige Anwesende sehr begeistert - sogar die, die sonst gar nicht so sehr auf Metalcore stehen. Nun ja, SONIC SKIES boten gelegentlichen Einsatz von Synthie/Klavier, soviel konnte ich hören, demnach soll's wohl gut gewesen sein.

Danach spielten die bereits erwähnten BREAKING TO ASHES ihren kurzfristigen "Aushilfsauftritt". Zu der Band hab ich hier schon viel geschrieben und ihr findet auch mehrere Videos auf dem YouTube-Kanal von Minus Rockcity, dementsprechend spar ich mir jetzt die großen Worte. Der Auftritt hörte sich vom Kassenbereich aus wie immer prima an und ich schätze BREAKING TO ASHES deklarieren das "Jam" bald zu ihrem zweiten Wohnzimmer, haha... Debütauftritt da gespielt, vor zwei Wochen beim Bandcontest noch auf der gleichen Bühne gestanden, zwischendurch auch noch beim "Rock am Dock" gezockt ... Meppen ist offensichtlich ein gutes Pflaster für die Band!

Zwischenzeitlich nahm der Schabernack am Kassentisch immer mehr Überhand. Dem tanzenden Plüschhund wurde so lange am Schwanz gedreht (der diente offensichtlich zum Aufziehen), bis der ungelogen eine halbe Stunde lang da auf dem Tisch rumtanzte und Purzelbäume schlug. Ich konnte sogar beinahe Lippensynchronität zu den im Hintergrund ballernden BREAKING TO ASHES feststellen. Muss man wahrscheinlich gesehen haben um's lustig zu finden, war aber witzig... Besser als der Duracel-Hase und vielleicht auch doppelt so nervig. Mich wunderte es dann auch nicht, dass der arme Wauzi plötzlich aufgeknöpft war, als ich das nächste Mal vom Bierholen kam...

Suicide-Dog! Oder war es doch MORD?!?!?
Irgendwie traute uns danach keiner mehr die Verantwortung für einen weiteren Kassendienst zu, bzw. wurden wir auch von einer Plüschtieraktivisten des Vorraums verwiesen, hehe... Was dann soviel hieß, dass ich auch mal Bands gucken konnte. HATE EMBRACED waren mit ihrem Mini-Set dran und zogen sich dabei gut aus der Affäre. Zuerst war Robert von BREAKING TO ASHES am Mikro, danach der SONIC SKIES Sänger und am Ende dann noch eine richtig Partycrew auf der Bühne, inklusive einem kleinen Typen, der komplett in ein Hägar-Ganzkörperkostüm gewandet war, dabei schwitzte wie ein Stier und kurz vor'm Hitzekollaps zu stehen schien. Lustig, vor allen Dingen wenn ich so bedenke, dass ich bei einem anderen "Attack Of The Monsters" Konzert auch schon mal einen Schlagzeuger gesehen hab, der komplett als Krokodil verkleidet war, haha... Wie dem auch sei, hier ein Video von HATE EMBRACED mit Robert von BTA als Ersatz-Frontmann:


Als Headliner traten als letztes dann SCIENCE OF SLEEP aus Braunschweig an. Rein optisch gewannen die schon mal den "Ohrtunnel-Award" des Abends. Und auch musikalisch war mir die Band zuvor schon als "der totale Abriss" angepriesen worden! Allein beim Drumcheck machte ich schon große Augen. Nicht dass ich selber Schlagzeug spielen könnte und nicht, dass die anderen Bands an dem Abend in irgendeiner Form technisch schwach gewesen wären. Aber als der SCIENCE OF SLEEP Trommler da anfing zu zaubern ... mein lieber Scholli! Präzise wie eine Todes-Nähmaschine. Und der Rest der Band stand ihm in nichts nach, das legte die Präzisions-Latte noch mal ein ganzes Stück nach oben. Der eine Gitarrist startete die Show übrigens auch gleich damit, dass er einmal herzhaft in hohem Bogen ins Publikum rotzte. Als Punkrocker ist mir so eine Art der Publikumskommunikation ja sehr sympathisch, da ist meistens gleich die richtige Spannung in der Luft. Er hat allerdings Glück gehabt, dass er mich nicht getroffen hat, denn ich spuck dann auch gerne mal zurück, haha... Aber mal abgesehen von solchen Speicheleien: Cooler Auftritt, heftiges Brett und wie auch schon bei HATE EMBRACED waren durchaus auch einige bewegungsfreudige Jung-Deathcoreler anwesend, die für allerlei Rumgezappel in der engen Bude sorgten. Beim Video mitschneiden hab ich zufälligerweise auch noch einen brandneuen (noch unbenannten) Song aufgenommen, also hier einmal exklusives Geballer von SCIENCE OF SLEEP für euch:


Insgesamt mal wieder ein richtig guter Metal-Abend! Trotz vieler Zusagen auf Facebook wurde zwar mein Besucherrekord vom vorhergehenden Wochenende nicht geknackt, aber das war auch nicht so schlimm. Mit 70-80 Leuten waren immer noch genügend Leute da, da darf man sich schon jetzt aufs nächste Mal freuen...

Anschließend ging's wie immer rüber in den Rockpalast, wo ich mich noch dran erinnern kann, der gesamten Besetzung von RAZZ plus so ziemlich deren gesamtem Anhang eine große Runde Russisch-Koks ausgegeben zu haben. Hoppla, da hatte ich wohl unwissentlich die Spendierhosen angezogen, haha... Weil's Freitag war bin ich im Palazzo aber auch nicht allzu alt geworden, alles easy, keine unaussprechlichen Eskapaden. Der Kater am nächsten Tag war blöderweise trotzdem nicht von schlechten Eltern, au man...

Montag, 11. Februar 2013

Konzerte: DUESENJAEGER, GRIZZLY ADAMS BAND, PROPAGANDA NETWORK | 09.02.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Der Meppener "Rock'n'Roll-Februar" im "Jam" ging letzten Samstag in die zweite Runde! Nach dem "RuL-Bandcontest" am 01.02. (siehe HIER), standen diesmal DUESENJAEGER, GRIZZLY ADAMS BAND und PROPAGANDA NETWORK auf dem Plan, bevor es dann am 15.02. mit der Metal-Show von HATE EMBRACED und Konsorten weitergeht... Meine Fresse, was für ein Monat!

Und das DUESEN-Konzert bot dann auch gleich einiges: Besucherrekord, Biernot, Punkerscheiße und alles was ein interessanter Konzertabend so braucht! Die für mich persönliche Besonderheit bei dieser Show war natürlich, dass ich den Hut aufhatte - sprich: Ich war der Hauptorganisator! Und ich hab ja schon so einige Konzerte selbst veranstaltet, aber dieser Abend war für mich echt noch mal etwas besonderes!


Mit DUESENJAEGER verhält es sich nämlich so, dass die einerseits eine meiner absoluten Lieblingsbands sind - andererseits kenne ich die Leute aber auch persönlich ganz gut. Dementsprechend haben wir wirklich seit Jahren schon drüber geredet, mal ein Konzert in Meppen zu machen. Irgendwie wurde das aber nie was, das Ganze wurde für mich schon zu so einer Art Running-Gag. Ich meine, die Band hatte sich zwischenzeitlich sogar aufgelöst!!! Nach der Reunion traute ich mich so langsam schon gar nicht mehr zu fragen, bis Torben (der hübsche Blonde an der Gitarre) vor ein paar Wochen dann von sich aus ankam und fragte was denn im Februar möglich wäre. Mir fiel da vor Freude erstmal fast ein Ei aus der Hose, ich hab mir aber nix anmerken lassen ... man muss da als Showorganisator ja immer cool und abgeklärt rüberkommen, ähem... Aber ganz ehrlich: Alleine weil es DUESENJAEGER waren die da anreisten, war das für mich einer der wichtigsten Konzertabende in meinem bisherigen Booking-Lebenslauf!

Nun denn, gesagt getan! Der 09. Februar stand fest, einzige Bedingung war: Die GRIZZLY ADAMS BAND soll mit dabei sein! Wer die Bands nicht so genau kennt und sich jetzt fragt: "Warum gerade die? Die liegen doch muckemäßig mit ihrem Garagepunk eigentlich ganz woanders?!?" ... dem sei kurz die Münsteraner/Osnabrücker Bandinzucht nähergebracht. Die GRIZZLY ADAMS BAND gibt es schon länger als DUESENJAEGER. In einer Frühbesetzung war da auch DUESENJAEGER-Sänger/Bassist Tobi Neumann dabei. Und immer noch an der Gitarre ist das 6-Saiten-Monster Jan, der wiederum mit dem Herrn Neumann nach der GRIZZLY ADAMS BAND noch DUESENJAEGER ins Leben rief. So, alle ordentlich verwirrt? Also in Kurzform: Die DUESEN und die GRIZZLYS sind dicke Buddies und teilen sich einen steilgeilen Gitarristen!

Im Vorfeld versuchte ich zusammen mit Yogi noch den Megacoup zu landen und CAPTAIN PLANET als Co-Headliner zu verpflichten. Hat aber leider nicht geklappt ... na ja, rückblickend betrachtet vielleicht auch ganz gut, denn ich bin mir nicht sicher ob das JuZ "Jam" sonst nicht den totalen Abriss erlebt hätte, haha... Ich denke mit PROPAGANDA NETWORK hatten wir letztendlich aber einen adäquaten lokalen Rüpelpunk-Support, hehe...

Arbeitsgruppe "Mal eben Flyer wegbringen"... hard at work!

Wie immer hatte ich vorab absolut keinen Schimmer was wohl los sein würde. Generell ist mir das auch nicht so wichtig, weil das Konzert für mich - wie gesagt - eher persönliche Bedeutung hatte. Ich hätte mich da auch alleine vor die Bühne gestellt und die Bands abgefeiert, scheißegal, haha!!! Allerdings lief die Werbung vorab ehrlich gesagt sehr gut. Wir standen z. B. mehrmals in der Zeitung drin, also von dieser Stelle noch mal herzlichen Dank für diesen unerwarteten Support. Allerdings ist eine Werbemaßnahme am Abend vorher auch etwas entgleist, denn das "mal eben kurz Flyer wegbringen" im Rockpalast artete etwas aus, so dass ich am Konzerttag mit einem Kopp wie'n Rathaus aufwachte, oh man...

So ein Konzerttag an sich ist dann immer recht trubelig. Nachmittags hatten wir beim Einkaufen in der Kaufland-Tiefgarage schon fast die Autotür eines unschuldigen Kleinwagenbesitzers abgefahren (ich bin nicht gefahren, ich hab nur den Einkaufswagen geschoben). Und außerdem hatte ich das Konzert auch noch als Releaseparty für mein Fanzine deklariert, so dass ich da auch noch Plattenkisten mit hinschleppen musste und nebenher also noch kaufmännisch tätig war. Ach ja, ich mach übrigens ein Fanzine, falls das jemand noch nicht weiß. Das heißt "CRKO Fanzine", ist voll mit Bands die keine Sau kennt, total unverständlich weil alles auf Englisch geschrieben ist und auch noch teuer wie Gift, weil eine Vinyl-Single beiliegt. Wen's trotzdem interessiert: Kann man kaufen, hier geht's zur neuen Ausgabe => CRKO Fanzine #3/4!

Okay, damit hätten wir den Werbeblock auch durchgezogen, dann kann's ja jetzt weitergehen mit Musik! Bevor die Show starten konnte, mussten wir natürlich erstmal die Bandreihenfolge klären. Der gute Jan musste ja wie schon erwähnt bei zwei Combos ran, und da der Knabe nicht mehr der Jüngste ist, mussten natürlich Vorkehrungen getroffen werden, damit der Gute uns da nicht aus den Latschen kippt. In kompletter Todesverachtung wollte er dann aber das Set der GRIZZLY ADAMS BAND und das von DUESENJAEGER direkt hintereinander spielen ... "wenn ich 'ne Pause dazwischen hab fahr ich zu sehr runter, das ist nicht gut!" Harte Sau! PROPAGANDA NETWORK mussten demnach als erste Band ran.


Bei sich stetig steigerndem Zuschauereinlauf fingen die Jungs dann an, bzw. trödelten erstmal ziemlich rum, weil zuerst der Drummer verschwunden war und dann irgendein Verstärker nicht tat, oder so ... na herzlichen Glückwunsch, wir starteten also gleich mit einigem zeitlichen Verzug. Dazu kam, dass Sänger Klaus zwischen den Songs eher von der redseligen Sorte war und da ohne Punkt und Komma wirres Zeug redete, von Vaterland, national befreiten Zonen, Coversongs und Primzahlen. Dabei verwickelte er sich einige Male irgendwie in seinem imaginären roten Faden ... na ja, hätte man aber vielleicht 1-2 Songs mehr für spielen können... Ansonsten gab's von PROPAGANDA NETWORK ein ziemlich fettes Deutsch-Politpunk-Brett! Ich hatte die bis vor 1-2 Jahren fatalerweise eine ganze Zeit lang eher so in der Rumpelpunk-Schublade, was aber definitiv nicht richtig ist! Vielen Emsländern ist ja gar nicht bewusst, dass die eine der wenigen regionalen Bands sind, die überhaupt ziemlich regelmäßig überregional mit Gigs unterwegs sind. Also: Feines Set, guter Start, aber die Zeit rannte...


Danach ging's dann husch husch und die GRIZZLY ADAMS BAND trat an! Im Gegensatz zu der unendlichen Geschichte mit DUESENJAEGER hab ich mit denen übrigens schon mehrere Shows gemacht. Eine z. B. im "C'est La Vie" in Haselünne und ein anderes semi-legendäres Open Air als so halb Beteiligter Band-Akquisiteur im tiefsten Wald in Bückelte. Der "Bückelte Bash"!!! Noch heute raunt man sich in der nordwestdeutschen Punkrockszene hinter vorgehaltener Hand legendäre Geschichten über diese zwei Tage zu, haha... Mit Vossi steht bei den GRIZZLYS übrigens die geballte emsländische Handwerksführungskraft hinter'm Mikro. Also wenn uns da im JuZ die Heizung ausgefallen wäre: Kein Problem! Vossi hätte die direkt repariert! Oder wahrscheinlich gleich eine viel geilere nagelneue eingebaut, juchu! Die Heizung fiel aber nicht aus, stattdessen kamen immer mehr Leute! Mittlerweile gingen die Besucherzahlen steil auf die 100 zu, was in dem kleinen Konzertraum im JuZ ja gleich mal doppelt und dreifach gemütlich ist...


Die GRIZZLY ADAMS BAND sorgte dann noch mal für steigende Temperaturen in der Butze. Erstklassiger Drauflos-und-Vorwärts-Garage-Punkrock im Stile der guten alten NEW BOMB TURKS oder LAZY COWGIRLS. Musik wie sie heutzutage leider viel zu selten gespielt wird. Und was ich beim Soundcheck schon im Verdacht hatte bestätigte sich bei der Show: Sie spielten neue Songs!!! G-e-i-l!!! Nach der Show war sogar die Rede von einer neuen Single oder ähnlichem. Auf jeden Fall soll da was kommen! Ich bin begeistert! Auf der Bühne in Meppen gaben die GRIZZLYS dann auch alles und zockten (ich glaube) 17 Songs durch. Bei "Smell Of Desperation" durfte sogar Herr Neumann ans Mikro, das sieht man auch nicht alle Tage! Das Publikum war verzückt und die Zeit vor der eigentlich üblichen Ordnungsamts-Deadline von 23 Uhr wurde immer knapper...

Inzwischen wurde auch die Platzsituation immer beengter. Sardinendosen-Modus! Als ich vorne an der Kasse auf's Menschen-Tachometer guckte, dachte ich mich tritt 'n Pferd: 107 zahlende Gäste!!! Dazu noch Bands, Anhang und Crew! Es war also mehr als voll! Und nebenbei ist das meines Wissens nach auch der neue JuZ-Zuschauerrekord für ein Konzert mit Einzelbands (Bandcontests mal außen vor gelassen). Im Konzertbericht zu Christian Steiffen und dem JANCEE PORNICK CASINO (siehe HIER) hatte ich noch vermutet, dass die Besucherzahl von knapp 100 so schnell nicht getoppt werden könnte. Aber am 09.02. waren definitiv noch ein paar Nasen mehr da! Und von woher die alle gekommen waren: fast die komplette Riester HC-Punk-Dorfprominenz, bezaubernde Haselünner-Girls die extra für die Show exzessive Karnevalsorgien flöten ließen, das Linderner Teestubenteam, die Gebrüder Loth von KÄFER K und und und... Insgesamt so eine Art kleines Klassentreffen mit den Leuten aus der Umgebung 100+ km, die ich alle paar Monate auf den einschlägigen Konzerten treffe. Wunderbar! Keine Ahnung wie viel mir aus meinen Plattenkisten gezockt wurde, weil ich da nicht immer einen Blick drauf haben konnte, aber egal, das war's beinahe schon wieder wert...

Mittlerweile wünschte zumindest ich mir an der Zwischentür, zwischen Flur und Konzertraum auch ein automatisches Laufband, da dort irgendwie jeder stehenblieb und es immer nur mit enormem Gedrängel möglich war diesen Engpass zu durchqueren. Also wenn ich da jemanden aus Versehen unsittlich berührt hab, oder auf die Füße getreten bin: Sorry! Dazu kam noch, dass PROPAGANDA NETWORK Sänger Klaus genau in diesem Bereich in ein heiteres Streitgespräch mit einem enorm aufgebrachten Mann mit GODFLESH T-Shirt geriet, das alleine wegen der Lautstärke einige Schaulustige anlockte. Hätte ich gerne mitgeschnitten, war witzig... "DU LABERST NUR SCHEISSE!!!" Es klingelt mir heute noch in den Ohren, haha!

Bierflaschen mit Apfelringen dekoriert: Wer macht denn sowas?

Inzwischen gab es natürlich auch wieder höchste Biernot. Ein JuZ-Notfallteam musste los und den halben REWE leerkaufen, damit die zahlreichen durstigen Kehlen Nachschub bekamen. Im Backstage liefen auch ständig Leute rum die da nichts verloren hatten und dem "Sex, Drugs, Rock'n'Roll" Lifestyle fröhnten. Hmm, da wurden wohl PROPAGANDA NETWORK dem zwielichtigen Chaotenruf gerecht, der ihnen vorauseilte, hehe... Ich glaube die Personen die da allerlei Schindluder trieben gehörten zu deren Anhang. Aber keine Panik, die Gesichter hab ich mir gemerkt, datt gibt noch nachträglich was an den Tabernakel, wenn keiner mehr damit rechnet! Unter anderem wurde das ach so knappe Bier mit Apfelringen dekoriert. Tse tse... Na ja, wenn man sonst nix zu tun hat...


Also noch mal zusammengefasst: der Laden platze aus allen Nähten, Bier war so gut wie alle, die Zeit bis zum regulären Konzertende war extrem knapp ... und DUESENJAEGER hatten noch gar nicht gespielt! Na, das konnte ja heiter werden! Wurde es auch: im positivsten Sinne! Die DUESEN jagten durch ein großartiges Hit-Set aus allen Phasen der Band, alte und neue Songs gaben sich die Klinke in die Hand - und auch wenn das von einer gewissen Person vehement geforderte "Schrikdraad" nicht gespielt wurde und z. B. mein persönlicher Favorit "Trüffel" nicht auf der Setlist war, lieferten die Osnabrücker trotzdem eine grandiose Show ab. Gänsehaut! Wie gesagt, der Abend bedeutete mir einiges, dementsprechend war ich sowas von bliede, das glaubt man gar nicht!




Auch Jan an der Gitarre zeigte trotz Doppelbelastung keinerlei Ermüdungserscheinungen. Ich muss noch mal sagen, dass der Mann echt einer der unglaublichsten und energetischsten Punk-Gitarristen ist die ich kenne. Wie der mit seinem Instrument abgeht: Unglaublich! Große Verbeugung! Die gesamte Band lief aber geschlossen zur Höchstform auf. Und irgendwie war auch meine Uhr kaputt, denn die spielten immer weiter, aber mir war gar nicht bewusst geworden, dass wir die Deadline schon längst überschritten hatten. Na ja, wie sagte ein weiser Mann mal: "Wenn die Cops kommen noch 10 Minuten!" Dementsprechend spielten DUESENJAEGER die gesamten 18 Songs von der Setlist durch, inklusive aller Zugaben! Wenn das hier einer der Nachbarn liest: Es musste sein und das war es wert! You can't stop the ROCK!


Nach dem Schlusspfiff um 23:30 Uhr waren alle baff aber glücklich! Ich glaube besonders mir hätte man das Grinsen gar nicht aus dem Gesicht schlagen können! Und entgegen dem ursprünglichen DUESEN-Plan direkt nach dem Konzert die Heimreise anzutreten, entschied sich die gesamte Bagage dann doch um und es ging noch geschlossen in den Rockpalast. Da schockierte speziell Torben mich mit Schnaps-Cola Konsum. Ja ja, da kommen die hippen Osnabrücker einmal in die Provinz und übernehmen hier gleich die lokalen Trinkbräuche der Dorfjugend! Sogar die Orange beim Russisch-Koks ließ er weg. Shocking - scheiß auf Vitamin C! Insgesamt schien die komplette Reisegruppe bei George jedenfalls eine Menge Spass zu haben. Ich persönlich traf noch auf die total auf Abzappeln eingestellten Boys von RAZZ ... wenn ich das gewusst hätte, dann hätten die auch gleich mitspielen können im JuZ. Gute Jungs, aber wahrscheinlich hätte uns die Polizei dann tatsächlich den Stecker rausgezogen, haha...

Wie dem auch sei... Meine Leistungskurve tendierte gegen 3 Uhr steil nach unten, so dass ich mit meiner holden Gattin den Nachhauseweg durch ein wildes Schneegestöber antrat. Die ganze Blase an DUESEN/GRIZZLYS und NETWORK-Leuten war da in verschiedenen Grüppchen noch äußerst aktiv an Theke und Tanzfläche. Und ich glaub irgendeine gute Osnabrücker Fee rief mir noch hinterher: "Das machen wir nächstes Jahr wieder!"
Gerne doch!!! :)

Montag, 4. Februar 2013

Konzerte: "Rock unter Linden" Bandcontest | 01.02.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Hallöchen Popöchen, wilde Woche gehabt, inklusive wüster Web-Beschimpfungen, weil ich auf der Facebook-Seite gewisse Leute gekickt habe. Boing! Na ja, eigentlich dachte ich es wäre klar ... aber ich glaube es wird mittlerweile doch wirklich mal Zeit für einen Disclaimer, der dem ein oder anderen erklärt, dass "Minus Rockcity" keineswegs eine objektive Berichterstattung verfolgt, sondern nur meine vollkommen subjektive Sicht der Dinge darstellt. Das heißt u. a. auch: Wer meint auf meinen Seiten (sei es nun Blog oder Facebook) irgendwelches mir auf den Sack gehendes Zeug abzusondern, der braucht sich nicht wundern wenn er rausfliegt. Zack! Soviel dazu ... ich glaub sowieso nicht, dass das dann letztendlich jemand liest geschweige denn beherzigt, aber ich wollt's zumindest mal gesagt haben, haha... ;)

Nach virtuellem Rumgedisse stand am 01. Februar aber auch endlich mal wieder ein Konzert an, um genau zu sein der Bandcontest zum "Rock unter Linden" Festival! Im letzten Jahr platzte das Jugendzentrum an der Königstraße - das ja jetzt übrigens neuerdings "Jam" heißt - mit über 200 Leuten fast aus allen Nähten. Diesmal war's auch noch dicke voll - mit 150 Leuten allerdings nicht ganz so panikattackenmäßig wie 2012, hehe... Trotzdem kuschlig!

Zur Erinnerung: Beim "Rock unter Linden Bandcontest" geht's um 2 Plätze auf dem - wer hätte das gedacht - "Rock unter Linden" Festival im Sommer auf der Schülerwiese. Um alle 6 antretenden Bands überhaupt vor der ungeliebten Ordnungsamts-Deadline (23 Uhr musste wie immer Schluss sein) durchzupeitschen, ging's entsprechend früh los, so dass ich schon das Meiste von THE CAVE verpasst hatte, als ich eintrudelte...

Die sechs antretenden Bands wurden vorab übrigens mittels Online-Abstimmung ausgewählt, da es natürlich noch weitaus mehr Bewerber gab. An dem Abend selbst gab es dann Stimmzettel, auf denen man ein einziges Kreuzchen für seinen Favoriten vergeben durfte. Alles total basisdemokratisch ... nun ja, wie solche Contests eigentlich laufen brauch ich wohl keinem zu erzählen. Grundsätzlich geht's darum möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwandte zum Gig zu schleppen und diese mittels scheinheiliger Versprechungen dazu zu kriegen für die eigene Band zu voten, hehe ... aber es konnte ja keiner ahnen, dass diesmal am Ende tatsächlich eine einzige Stimme den Ausschlag geben würde! Besser als Landtagswahl, hehe...

Das gesamte Line-Up war insgesamt etwas Metal-lastig. Mit BREAKING TO ASHES, SCREAM YOUR PARADOXON und HOME REARED MEAT bot gleich die Hälfte der angetretenen Bands gepflegtes bis rüdes Geballer, und im weitesten Sinne konnte man auch MARTYRIA noch dem Metal-Genre zurechnen. Die beiden anderen Bands waren THE CAVE aus Lathen und DISTANCE REMAINS aus Meppen... Hier mal was aus der Geballer-Sektion:


Ich könnte jetzt natürlich mit detaillierten Zusammenfassungen zu allen Bands langweilen, aber ich will mal versuchen mich kurz zu fassen. Wie gesagt hatte ich von THE CAVE auch schon das meiste verpasst, die hatten mit der Startposition um 19 Uhr auch etwas die Arschkarte gezogen. Ich geh dann jetzt mal einfach nach selbst ausgedachten Kategorien vor:

Musikalität/Tightness/Technik:
Yeah, "Tightness" ... ich wollte das Wort immer mal benutzen: Check! ;) Insgesamt muss ich sagen, dass aktuelle Bandcontests hier in der Umgebung schon ein ziemlich beeindruckendes musikalisches Potential bieten und die Bands insgesamt einiges auf dem Kasten haben. Rumpeliges Schülercombo-Niveau wie vor ein paar Jahren ist da eigentlich eher selten vertreten. THE CAVE kamen mir noch recht jung vor, die 2 Songs die ich gesehen hab waren aber ganz passabel. Leicht abgestunken haben MARTYRIA, ich schätze mal das war wirklich deren erster (oder einer der ersten) Auftritt(e) und das passte alles noch nicht so wirklich... Der Rest war schon auf ziemlich hohem Niveau angesiedelt, wobei die ein oder andere Band auch mal hart mit dem Sound haderte, vor allen Dingen SCREAM YOUR PARADOXON...

Eingängigkeit:
Hm, da hab ich mir ja ne komische Kategorie ausgedacht... Also "am eingängigsten" waren dem Allgemeineimpfinden nach natürlich THE CAVE und DISTANCE REMAINS, deren Sound eher in Richtung Melodycore/Neo-Poppunk ging. MARTYRIA sorgten mit so einer Art Gothic-Rock/Metal eher für Fragezeichen in den Gesichtern der meisten Anwesenden. Und bei BREAKING TO ASHES, SCREAM YOUR PARADOXON und HOME REARED MEAT wurde natürlich so richtig die Axt geschwungen, speziell bei letzteren! Inklusive Pigsqueals und allem Zip und Zap, mein lieber Scholli! Der ein oder andere hauptverantwortliche JuZ-Bedienstete schüttelte verständnislos mit dem Kopf, ich hab's genau gesehen, haha... ;) Aber um noch mal auf die "Eingängigkeit" zurückzukommen: Der Begriff ist natürlich absolut relativ, denn heutzutage ist es ja durchaus so, dass kleine Teeniemädels da vor der Bühne das derbste Deathcore-Geballer abfeiern. Die Zeiten in denen man damit die Oma erschrecken konnte sind definitiv vorbei, der Sound ist definitiv im Mainstream angekommen und "gesellschaftsfähig". Das sieht man ja auch unter anderem daran, dass viele der Musikanten aussehen wie Vorzeigeschwiegersöhne, haha...


Gimmicks/Deko/Outfit:
So, jetzt wird's interessant, denn hier legten MARTYRIA relativ früh die Latte ziemlich hoch! Denn die hatten tatsächlich so selbstgebastelte Pappmaschee-Stalagmiten auf der Bühne, in die unter anderem auch der Mikroständer eingearbeitet war! Das gab spontane 10 Punkte von mir! Außerdem hatten die auch noch so einen Strahlerkasten, mit dem der Frontmann bedrohlich von unten angestrahlt wurde. Crazy shit! Der junge Mann sah übrigens auch noch aus wie eine Mischung aus Marilyn Manson und dem jungen Ihsahn von EMPEROR. Allerdings hätte er seinem Bassisten vielleicht sagen sollen, dass ein "Duff Beer" Shirt der düsteren Grundstimmung nicht so ganz zuträglich ist... Bis zur letzten Band dachte ich, das könnte nicht getoppt werden. Dann kam allerdings die gesamte Besetzung von HOME REARED MEAT in blutverschmierter Fleischerkostümierung auf die Bühne! Touché! Der eine Gitarrist sah auch noch aus wie der junge Fenriz von DARKTHRONE (irgendwie glaubte ich an dem Abend an jeder Ecke prominente Black Metaller zu sehen, scheint mir) und der "Sänger" mit den Dreadlocks trank ständig irgendetwas aus einer Saftkaraffe, das von Farbe und Konsistenz schwer an Morgenurin (Mittelstrahl) erinnerte. Puh, ein Fest für die Augen, die Wertung geht also doch an HOME REARED MEAT. Der Rest der Bands fiel optisch nämlich eher in der Rubrik "zivilisierter Westeuropäer"... Hier ein Videozeugnis von HOME REARED MEAT:


Publikumsreaktionen/Stage-Acting/Partyfaktor:
Die besten Publikumsreaktionen würde ich rein subjektiv mal bei DISTANCE REMAINS (spielten mit dem Publikum das "Hinsetzen" Spielchen), BREAKING TO ASHES (gute Metalcore-Party) und HOME REARED MEAT verorten.

"Hinsetzen" bei DISTANCE REMAINS ... vielen Dank, endlich Platz zum Fotografieren... ;)
Den besten Partyfaktor hatten definitiv HOME REARED MEAT, die den Laden absolut auseinander nahmen und gnadenlos abgefeiert wurden: sofern auf dem engen Areal möglich wurde gemosht, geheadbangt, Circlepit und Wall of Death gestartet und insgesamt stand das ganze "Jam" hier Kopf. Selten sowas gesehen in der Location!!! HOME REARED MEAT agierten auch als Band im Gesamtbild als absolute Maschine! Jedes Bandmitglied ging auf der Bühne ab wie die Sau ... während bei ein paar anderen Bands von einigen Musikern etwas statisch agiert wurde ... was ja auch okay ist, aber so entscheidet man natürlich die Stage-Acting-Wertung nicht für sich, näch?!? ;) SCREAM YOUR PARADOXON waren in der Beziehung auch etwas ungewöhnlich anzusehen, da die nur aus Sänger, Gitarrist und Schlagzeuger bestanden. Bassisten werden maßlos überbewertet, hab ich ja schon immer gesagt! ^^
Hier dann noch mal ein Video von HOME REARED MEAT. Letzter Song des Abends, da wurde noch mal so richtig aufgedreht:


Favoritenrollen:
Vor dem Contest hätte ich gesagt, dass DISTANCE REMAINS und BREAKING TO ASHES die besten Chancen haben. Rein aus der musikalischen Sicht und nicht zuletzt auch, weil beide Bands eine ziemlich passable Fanbase in Meppen haben. Für "Auswärtige" wie THE CAVE und SCREAM YOUR PARADOXON war es da natürlich schwer, auch wenn die sich gut schlugen. Nachdem der Schlussakkord gespielt war, musste ich allerdings auch HOME REARED MEAT in den Kreis der Favoriten aufnehmen, und ... man man man ... das wurde echt knapp mit der Stimmenauszählung!

Gossip:
Wie das immer so ist an solchen Abenden, wurde nach ein paar Bier auch wieder massig dummes Zeug geredet. Um den Spannungsbogen aufrecht zu halten werf ich das hier einfach mal ein ... z. B. die Geschichte mit der Pusteblume! Die entdeckte ich nämlich auf dem Handy-Display eines Musikers der in einer der Brutalo-Bands spielte! Zuckersüß! Harte Schale, weicher Kern! Im Vertrauen wurde mir allerdings gesteckt, dass er ein Soloprojekt namens BLOWFLOWER plant ... kann aber auch sein, dass ich mir das ausgedacht habe... mal gucken was da in Zukunft noch kommt: "Blowpower mit BLOWFLOWER!!!" ;) Desweiteren wurde noch die Gründung einer Meppener "Steiffenjugend" beschlossen, im Nachklapp zum legendären Christian Steiffen Auftritt im Dezember (lesen Sie HIER mehr). Außerdem hab ich eine HOME REARED MEAT CD von einem Typen gekauft der volle Kanne nach Grinsegras roch, skandalös! Na ja, der Bandnamen CANNABIS CORPSE ist ja leider schon vergeben... Ach und übrigens: Sollte sich das da oben angehört haben, als würde ich MARTYRIA durch den Kakao ziehen wollen - dem ist definitiv nicht so! Um ehrlich zu sein waren die für einige Gäste sogar ein wenig die Lachnummer des Abends, was ich ziemlich ungerecht finde. Wie gesagt schien mir das echt deren erster Auftritt zu sein und dafür haben die das konsequent durchgezogen. Den Arsch dazu muss man erstmal in der Hose haben, Hut ab dafür! Mein ich ernst!

Tragende Teile auf dem Herrenklo im Jugendzentrum... hat überhaupt nichts mit dem Bericht hier zu tun, aber egal...
Das Ergebnis:
Sooooo, es folgte dann ja noch die Bekanntgabe der Sieger! Ich hätte nach der letzten Band ja ehrlich gesagt fast vergessen zu voten, aber mir fiel zum Glück noch rechtzeitig ein, warum ich eigentlich da war... Wenig überraschend war der klare Sieg von DISTANCE REMAINS. Da können beim "Rock unter Linden" im Backstage schon mal die Gaskartuschen bereit gelegt werden... Interessanter wurde es dann bei Platz 2 - von der Bühne aus verkündete Nachwuchs-Marktschreierin Jenny L. (in Fachkreisen nennt man sie auch "Aale-Jenny") nämlich, dass nur eine einzige Stimme den Ausschlag gegeben hatte. Nun begab es sich, dass ich zwischen dem Bassisten von BREAKING TO ASHES und einer Person stand, die vorher großartig verkündet hatte für BREAKING TO ASHES stimmen zu wollen, nun aber überall rumtrompetete er hätte "aus Mitleid" für MARTYRIA gestimmt. Oh oh, ein böser Blick ... "Das hast du nicht wirklich gemacht, oder? Wenn wir jetzt verlieren..." Ich zog schon mal sicherheitshalber den Kopf ein ... und dann das Endergebnis: Es hatten tatsächlich auf der Zielgeraden HOME REARED MEAT um eine Stimme vor BREAKING TO ASHES gewonnen!!! Deren Sänger Bert war das egal, der spielt in beiden Bands ... aber ich musste erstmal zusehen, dass ich meinen Sidekick aus der Gefahrenzone bekam ... der Bassist von BREAKING TO ASHES war das nämlich nicht mit der Pusteblume auf dem Handy-Display, der hat stattdessen ein Hulk-Bild auf seinem Facebookprofil .. gefährlicher Typ! Ich konnte aber grobes Handgemenge verhindern, nachher hatten sich wieder alle lieb! Man muss aber auch sagen, dass BREAKING TO ASHES direkt im ersten Song eine Bass-Saite gerissen ist, gemäß Reglement war das wahrscheinlich ohnehin ein Grund zur Disqualifikation, hehe... Müsste ich mal nachschlagen...


Das war's dann im Großen und Ganzen auch schon wieder. Wie immer war der Contest perfekt organisiert, generell lief das im "Jam" wieder alles wie am Schnürchen! Der Abendabschluss fand dann wie gewohnt im Rockpalast statt, wo ich noch ein offenes Ohr für Englisch sprechende Partyrussen hatte, kurzzeitig eine Dr. Sommer Ecke für unglücklich verknallte Teenies aufmachen musste und once again übelst vom Russisch-Koks umgegrätscht wurde. Na ja, der Monat ist noch jung, diesen Samstag mach ich sogar selbst ein Konzert, mit DUESENJAEGER, GRIZZLY ADAMS BAND und PROPAGANDA NETWORK. Ich bitte um zahlreiches Erscheinen, mit Eskalation ist zu rechnen: http://www.facebook.com/events/272361846220604/

Samstag, 5. Januar 2013

PROBERAUMCHECK: Meppen/Liebigstraße (EISENKARL)

Am 28.12.2012 stand das "Christmas Metal Meeting 2012" auf dem Programm, von daher ist dieser Proberaumcheck diesmal eigentlich eine Mischung mit einem Konzertreview, denn die einladende Band EISENKARL hatte an diesem Abend ihren ersten öffentlichen Auftritt. Da wurde dann einfach die Not zur Tugend gemacht und gleich eine dicke Party rausgehauen ... mit "Zwanni = all in", samt Essen und Getränken in allen Farben und Formen...

Zu der Einladung kam ich auch irgendwie wie die Jungfrau zum Kinde, sprich: Aus der Band kannte ich eigentlich keinen persönlich. Aber das großspurige "Minus Rockcity" Gelaber scheint wohl doch Aufmerksamkeit zu erregen, so dass bei mir eine Einladung reinflatterte. Danke noch mal dafür!

Die Party fand bei EISENKARL-Drummer Raini zuhause statt, in der Liebigstraße in Nödike. Und da der Mann einige Ahnung von Tischlerei und Innenausbau hat, war und ist der dortige Proberaum auch so ziemlich das feudalste, was ich je in diesem Bereich gesehen hab!!! Im Grunde genommen war das ein unglaublich gut eingerichteter Partyraum, mit Theke, Stehtischen, Lichtanlage, Laptop und an der Wand montierten Flachbildschirmen (zum Playlist checken), Beamer, Spiegelwänden und natürlich fetter PA! Wahnsinn!!!

Ich war so baff, dass ich glatt vergessen hab Fotos zu machen ... allerdings hatte die Band sich im Herbst schon mal spaßeshalber bei "Rocksmith" (ihr wisst schon: dieses Videospiel - so ähnlich wie "Guitar Hero" nur mit echten Gitarren) beworben, da gab es einen Besuch während deren Proberaum-Promotour zu gewinnen ... den EISENKARL natürlich prompt abgesahnt hatten. Hier mal ein Foto von damals, auf dem im Hintergrund schon mal der Thekenbereich etc. zu sehen sind.

EISENKARL vs. Rocksmith: Exzellent cooler Proberaum mit gutaussehenden Menschen drin...
Fazit zum EISENKARL-Proberaum: So was hab ich noch nie gesehen! Da könnte ich mich den ganzen Tag rumlümmeln, das Ding ist echt nicht zu toppen! An dem Abend wäre es für mich aber auch schwer gewesen Fotos zu machen, da natürlich alles schön schummrig war... Insider munkelten, dass in diversen abgesperrten Bereichen auch noch ein Kostümverleih versteckt wäre, dem konnte ich aber leider nicht mehr auf den Grund gehen...

Kommen wir aber jetzt zum Abend selber: EISENKARL-Drummer Raini ist ein Mann mit Prinzipien und eine davon lautet: "Nach vier Bier kann ich nicht mehr spielen, also geht's früh los mit Livemusik!" Ich strampelte mich auf dem Fahrrad dann auch zum Beinahe-Herztod um rechtzeitig da zu sein. Und neben mir war auch ein ganzer Schwung Leute pünktlich vor Ort. Ich würde mal schätzen, dass bis zum Ende bestimmt 70-90 Personen da waren. Alle bunt gemischt, so ca. von 18 bis 50 Jahren, hauptsächlich aus dem Meppener "Metal-Mucker-Milieu". Da trieb sich so einiges an Volk rum, was früher bei VOMITORY, MORTAL FEAR, LOW DIVE, SAMPLAX und wie sie alle hießen mitgezockt hatte... Und ich hatte gerade so ziemlich mein erstes Bier gegriffen, da legten EISENKARL auch schon los...


Wie man sieht und hört ist das eine METALLICA-Coverversion, denn falls ich es noch nicht erwähnt hatte: EISENKARL sind eine Coverband! Vorher dachte ich "Na ja, Coverband ... finde ich das gut?!?" Für diesen Abend kann ich sagen: Passte! Hat definitiv Spaß gemacht, auch weil das Party-Drumherum sehr angenehm war. Weil ich ja ein Fuchs bin, hab ich die komplette Setlist einfach für die Allgemeinheit abgeschrieben
  • Intro: March Of The S.O.D.  - STORMTROOPERS OF DEATH
  • Killing In The Name Of - RAGE AGAINST THE MACHINE
  • Seek & Destroy - METALLICA
  • Dirty Deeds - AC/DC
  • The Trooper - IRON MAIDEN
  • Walk - PANTERA
  • For Whom The Bell Tolls - METALLICA
  • Alive - PEARL JAM
  • Symphony Of Destruction - MEGADETH
  • Cowboys From Hell - PANTERA
  • Mother - DANZIG
  • Fade To Black - METALLICA
  • Enter Sandman - METALLICA (Zugabe)
  • Orgasmatron - MOTÖRHEAD / SEPULTURA-Version (Zugabe)
Man könnte jetzt drüber streiten, ob da z. B. was von SLAYER fehlt, aber ich glaub die Jungs sind da eh was am planen dran und haben noch diverse Songs in der Hinterhand. Auch von PEARL JAM bin ich nicht so'n Fan, aber in der Mitte des Sets bot "Alive" die hervorragende Möglichkeit kurz pissen zu gehen und Bier nachzuholen, ohne die wichtigen Sachen zu verpassen, haha... Nach anderthalb Songs gab's übrigens direkt 'nen Stromausfall, da dann wohl doch zu viel Elektrogedöns am Stromkreis hing. Zum Glück waren aber zahlreiche fachkundige Handwerker vor Ort, die das Ganze schnell behoben. So ein "Zwei-linke-Hände-Mann" wie ich, ist in solchen Situationen ja total aufgeschmissen... Bis zum Ende lief dann alles reibungslos, hier noch mal der letzte Song, inklusive crazy Spiegeleffekten (ich war da schon leicht angetütert):


Das Lustige an EISENKARL ist übrigens, dass bei denen mit Drummer Raini und Gitarrist "Atomic Dominik" Vater und Sohn auf der Bühne stehen. Und deren Schwager bzw. Onkel Cheesy versorgte mich in der ersten Reihe netterweise auch immer mit Bier. Sehr vorbildlich! Auch gut dabei war ex-MORTAL FEAR/jetzt DIESEL HOOKER Gitarrist Buckel, der irgendwie von jedem der Schwippschwager oder sowas ist und ständig vor der Bühne rumflitzte und sich freute wie ein 14jähriger der gerade seinen ersten Zehnerträger gekauft hat. Super Typ, bin Fan!

Allgemein kann ich über die Partygäste auch nur Positives sagen - ich kannte da wie gesagt höchstens eine Handvoll Leute, aber man konnte sich generell überall dazustellen oder -setzen ohne schräg angeguckt zu werden. Das ist ja 'ne Sache, die ich von den meisten Stieseln nicht behaupten kann, die sich immer so zum "Szene-Schaulaufen" auf den einschlägigen Punkrock-, Hardcore- und vor allen Dingen Indie-/Alternative-Shows treffen. Das ist ja meistens ein Jahrmarkt der Eitelkeiten ... und dann geht man mal auf 'ne Metalparty in der Nachbarschaft und da sind nur entspannte Leute! Daumen hoch! Einziger Minuspunkt: Da wurde GERAUCHT, das war nicht mehr feierlich. Also kein Grinsegras oder sowas, aber ca. 90 Prozent der Leute legte sich nur permanent einen Lungentorpedo nach dem anderen auf den Zahn. Ich schätze die Reemtsmas dieser Welt machen auf solchen Meppener Metalpartys die Hälfte ihres Jahresumsatzes, denn nach zwei Stunden fühlte ich mich als Nichtraucher wie ein Räucheraal, mannoman...

Nach der Liveaction gab's dann noch feinsten Hartmetall in amtlicher Lautstärke von Konserve und dazu ... tata ... eine Diashow auf einer großen Leinwand! Und was da an Knüllern auf den Markt kam passte auf keine Kuhhaut! Viele Anwesende waren ja seit ca. Mitte der 80er Metal-mäßig unterwegs, dementsprechend gab es da dann geilste Outfits mit Spandexhosen, VoKuHiLas, Oberlippenflaum, Tennissocken und XXXL-oldschool-Basketballtretern zu sehen. Wieder keine Fotos gemacht, arrrgh... Anscheinend gab es in Meppen sogar mal eine "KREATOR-Army", die nicht ins Glas spuckte ... und ich hab nach dieser Diashow nach wie vor das starke Verlangen mir einen Patronengürtel zuzulegen! Das wird das Kleidungsstück 2013, ich schwör! Ein Foto konnte ich dann doch noch auftreiben:

Durchschnittliche Meppener Wohnstube Mitte der 80er, bevölkert von jungen, gutaussehenden, aufstrebenden Metal-interessierten Vorzeige-Schwiegersöhnen... MOTÖRHEAD und METALLICA schienen ziemlich angesagt zu sein...
Mittlerweile ging's hart auf Mitternacht zu und ich befand mich da also in einem Schlaraffenland aus Heißwürstchen, Frikadellen, Kartoffelsalat, Bier, Bacardi, Jack Daniels, Osborne ... und konnte weder was essen und ab einem bestimmten Zeitpunkt auch nichts mehr trinken. Tolle Wolle! Ich hatte schon die ganzen Tage vorher leichte bis mittelschwere Problemchen gehabt, die schlugen nun voll durch - so geht's leider manchmal Leuten die keine Galle mehr haben ... ich musste mich von meiner vor 3 Jahren trennen. Ergo: Party auf dem Höhepunkt - und ich schwang mich unter übelsten Schmerzen auf meinen Drahtesel und krückte nach Hause. Echt ätzend! Ich hoffe es gibt noch mal eine Neuauflage der EISENKARL-Party, wo ich dann fitter bin...

Andererseits sollen da noch schlimme Exzesse mit Alkohol, Eddings und Panzerband passiert sein, insofern vielleicht doch ganz gut, dass ich zu Hause in Sicherheit war, hehe...

Wer jedenfalls mal eine coole Party mit Metalschwerpunkt feiern will, dem kann ich EISENKARL nur empfehlen. Die bringen übrigens allen Kram selbst mit: Anlage, Licht etc... Und bei Bedarf machen die auch gleich ein ganzes Metal-DJ-Set für die Aftershowparty. Die Generalprobe am 28.12. war auf jeden Fall eine coole Sache. Hier gibt's mehr Infos: www.eisenkarl.info

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