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Mittwoch, 10. September 2014

Kleinstadtfest etc. (COOBY, AGAINST RANDY, EISENKARL u. a.) | 05./06.08.2013 | Stadtfest, Meppen

Mit dem Meppener Stadtfest 2014 stand mal wieder ein dicker Brocken an, in Sachen innenstädtischem "Umsonst und Draußen" Musikzinnober. Im Zentrum stand dabei natürlich wieder das "Kleinstadtfest" (www.facebook.com/Kleinstadtfest), organisiert vom Meppener Jugendzentrum bzw. den "Kleinstadtkindern" (www.facebook.com/kleinstadtkind). Unter dem Banner "Kleinstadtfest" stieg das Ganze jetzt ja bereits zum zweiten Mal, auch wenn die Crew rund um's Jugendzentrum in den Jahren davor natürlich auch bereits eine Bühne auf dem Stadtfest bespaßt hatte. Nur hieß das damals noch "Rock vor Gericht", auch wenn's witzigerweise nie am Amtsgericht stattfand, wie es ursprünglich mal vorgesehen war, haha...

In diesem Jahr war's interessant, dass es mit der Bühne an der MEP zumindest am Freitag unabhängig vom "Kleinstadtfest" eine weitere offizielle Stadtfestbühne mit Rockmusik gab. Das Angebot wurde also noch mal erweitert, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass sich da gegenseitig das Wasser abgegraben wurde. Gut so! Allerdings wäre es vielleicht günstiger gewesen, wenn das Hip-Hop-Programm beim "Kleinstadtfest" parallel zum Rockprogramm bei der MEP gelaufen wäre, dann hätte man das Genre-Publikum wahrscheinlich optimaler verteilen können. Aber egal... War gut so wie's gelaufen ist, kann man aber im nächsten Jahr evtl. 'n bisschen geplanter absprechen...


Nicht unwichtig bei so einem Outdoor-Event: Das Wetter spielte mit! Exzellente Spätsommertage, wunderbar! Kleine Missgeschicke wie ein Hilfeanruf auf meinem Handy am späten Freitagnachmittag (eine Band hatte spontan abgesagt, wo kriegt man fix Ersatz her?) konnten da auch nicht mehr schocken. Das Kleinstadtfest-Orgateam hat das aber gut improvisiert und als ich letztendlich beim Püntker's Patt aufschlug schnallten sich COOBY (www.facebook.com/coobymusik ) aus Haselünne gerade die Stromgitarren um.

Die Band war ja eine Zeit lang nicht aktiv, weil der Sänger eine ganze Weile im Amiland war. Nun isser wieder da und ließ erstmal die wichtige Frage aufkommen: Was ist das da auf seinem Kopf??? Eine Pudelmütze oder ein Stirnband mit Dutt-Frisur??? Ich tippte auf letzteres und lag richtig ... leider gab's nix zu gewinnen, außer den Fame (wie immer). Aber zurück zur Band: Das Set von COOBY war relativ kurz, da die Band auch leicht umbesetzt ist und noch nicht endlos Zeit zum Proben hatte. Aber insgesamt gefiel's mir wieder ganz gut. Melancholischer HiHat-Indiepop mit den derzeit so angesagten JOY DIVISION Einflüssen, da kann man ja momentan nicht viel mit falsch machen, das wissen ja auch RAZZ, HURRICANE DEAN und Konsorten...


Danach enterte der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gels die Bühne, der auch alles "total geil" (O-Ton) fand. Kurze knackige Respektsbekundung, kein endloses Blabla, kam gut an. Keine Ahnung ob die Info schon so publik war oder ob Gels Gerd sich verplappert hat ... aber wer genau hingehört hat wird bemerkt haben, dass er mal kurz vom Jugendzentrumsneubau "An der Bleiche" sprach. Dementsprechend scheint der neue Standort jetzt auch klar zu sein, denn es stand ja auch mal Püntker's Patt zur Diskussion...

Gels Gerd klatschte dann fix mit den sweeten Dudes von AGAINST RANDY (www.facebook.com/AgainstRandy ) ab, die mir am Bierstand vorher schon unglaubliche Showeinlagen für den ersten Song ankündigten. Keiner wollte verraten was passiert, sie verabschiedeten sich mit einem diffusen "Entweder das wird total geil oder das geht voll in die Hose" gen Bühne... Letztendlich wurden aber nur ein oder zwei Feuerwerksraketen abgeschossen, also nix wildes, quasi so "halbgeil", haha... In Sachen Feuerwerk hab ich da in meiner Konzertbesuchskarriere weitaus wildere Dinge gesehen. Sogar schon mal wie sich jemand angezündet hat (er trug allerdings Asbestanzug dabei)... Das AGAINST RANDY Feuerwerk ging übrigens auch unter Berücksichtigung höchster Sicherheitsvorkehrungen vonstatten ... das wäre ja auch was gewesen wenn da direkt nach dem stellvertretenden Bürgermeister durch Rakete im Baum der ganze Püntker's Patt niedergebrannt wird, wuah...


Die AGAINST RANDY Burschen rockten ihren Kram jedenfalls souverän zur vollsten Zufriedenheit ihrer zahlreich anwesenden Anhängerschaft runter. Ich musste kurz vor Ende des Auftritts aber rüber zur MEP, denn da spielten die BRAIN LICKERS (www.facebook.com/brainlickers) schon ihre ersten Songs. Wie erwartet wieder ein ziemliches Brett und Frontmann Marc singt nicht nur über "Ballantine" sondern hatte wohl auch schon wieder einige in Flüssigform vorm Auftritt verhaftet. Es wurde jedenfalls wieder gut gepöbelt, hehe...

Ich bin der Band ja auch durch andere Sachen verbunden, z. B. hatten wir in den Wochen vorher gemeinsam noch den dicken Merchangriff zusammen vorbereitet, mit Shirts, Stickern und Buttons. Und kurz vorm Auftritt kam auch noch genau pünktlich deren erste CD aus dem Presswerk. Beste Voraussetzungen also ... und sie haben es wieder hingekriegt während des gesamten Auftritts nicht einmal drauf hinzuweisen!!! Mannoman, Profis bei der Arbeit... Als PR-Beauftragter kann man da irgendwann nur wahnsinnig werden, haha... Na ja, zumindest wurde das Publikum noch durch eine unglaubliche SCORPIONS-style Todespyramide auf der Bühne entschädigt.


Und ähnlich wie AGAINST RANDY hatten auch die BRAIN LICKERS pyrotechnisches Material im Gepäck. Ursprünglich war eigentlich geplant so steilgeile kleine Goldregen an die Gitarrenhälse zu basteln und im letzten Song abzubrennen. Da die Größe der letztendlich bestellten Dinger für das zuständige Bandmitglied auf den Bildchen im Internet-Feuerwerk-Fachhandel aber wohl nicht ganz zu erkennen war, kamen schließlich exorbitant große Riesenfackeln mit der Post, mit denen man im Kriegsfall wahrscheinlich irgendwelche Feldflugplatz-Landebahnen beleuchtet oder in Südamerika Fußballstadien niederbrennt. Ich sag ja: Profis bei der Arbeit! Zwei von den Monsterfackeln wurden jedenfalls im letzten Song an den Drumsockel geklebt und angezündet. Brenndauer ca. 15 Minuten, die Band war also fertig und hatte schon fast das ganze Equipment auf der Bühne abgebaut und die Dinger kokelten immer noch, haha... File under "Brandheißer Auftritt" aka "Von der Fackel des Wahnsinns umleuchtet"!!!

Danach zack zack zurück zur Kleinstadtfestbühne, wo mittlerweile THE SKY WE SCRAPE (www.facebook.com/theskywescrape) aus Chicago spielten. Die waren auch sehr gut (die gewohnte melodische Emopunkschiene à la HOT WATER MUSIC und Konsorten) und sehr sympathisch rüber kamen sie auch. Allerdings muss ich hier mal sagen, dass die durchaus mehr Publikum verdient gehabt hätten, denn nach AGAINST RANDY hatte sich doch einiges an Volk verflüchtigt... Also weiß Gott keine Katastrophe, aber wenn da nach den local heros 'ne gute Band aus Übersee antritt kann man ruhig mal da bleiben und auch die ordentlich supporten, finde ich. Den Amis war's aber egal, die spielten sich engagiert durch ihren Auftritt und amüsierten sich köstlich über ein Huhn, das ihnen mehrmals Schnaps auf die Bühne brachte. Wozu Junggesellenabschiede nicht so alles gut sein können (im Video ca. ab Minute 1:10 auch im Bild zu sehen) ... ;)


Anschließend wieder zurück zur MEP-Bühne, wo EISENKARL (www.facebook.com/Eisenkarlmusic ) mit ihrer Metal-/Hardrock-Covershow loslegten. Und das war ... laut!!! Junge Junge, die haben einem da echt den Schmalz aus den Ohren geblasen! Wenn mich da jemand angesprochen hat und ich nur verständnislos geguckt hab: Sorry! Lautstärke! Zu der Band brauch ich ja auch nicht mehr viel schreiben, seit jener verhängnisvollen Nacht in deren Headquarter im Dezember 2012 stand hier ja schon genug über die.

Seit damals haben sich aber durchaus ein paar Sachen verändert. Zuerst mal der Popularitätsgrad, denn EISENKARL ziehen mittlerweile echt Leute. Der Platz war vor der Bühne war jedenfalls voll mit Leuten die die sehen wollten - von Normalos über zahlreiche Moppedclubrocker und old school Death Metaller mit original MORBID ANGEL Tourshirts von 1993 bis zu so Premiumtypen wie mir, haha... Was sich noch verändert hat ist das technische Level der Band, denn die werden auch spielerisch immer besser! Beim alten geblieben ist leider, dass die nach wie vor nur einen SLAYER-Song im Programm haben... Das muss anders werden!!! Und statt furzlangweiliger Grungestücke sollten sie mal lieber 2-3 amtliche Ballernummern rauswuppen, "Wolverine Blues" von ENTOMBED oder so... Aber gut, ich bin wahrscheinlich auch der falsche Setlistenberater, sonst würde man am Ende sicherlich nur flüchtende Menschen sehen, haha... Und die Hausfrau mittleren Alters von nebenan soll sich da ja auch amüsieren, nä...

Gegen Ende brachen jedenfalls wieder alle Dämme, man sah sogar einen Stagediver auf's Pflaster schlagen und all sowas... Ich glaub EISENKARL haben auch tatsächlich fast 2 Stunden gespielt, so dass ich mich direkt nach Schlusspfiff wieder flugs zur Kleinstadtfestbühne aufmachte ... nur um SERGE (www.facebook.com/SergeBand) dort schon abbauen zu sehen. Argh! SERGE ist eine von Huberts Bands, der ja von EL*KE und SWAMPHEAD bekannt sein dürfte. Na ja, Hubert hab ich dann noch vor der Bühne getroffen, kurz nett geschnackt, wenigstens etwas... Bester Mann!

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass an der Kleinstadtfest-Riverstage unten an der Emsspitze noch die Leude vom E/pi/zentrum (www.facebook.com/epizentrummusic) 'ne Elektroparty am Gange hatten, wo ich aber irgendwie nur mal ganz kurz zum Gucken langgeschneit bin. Generell war es auch ein bisschen schwierig während der beiden Stadtfesttage alles mitzubekommen was man gerne sehen wollte, weil halt viel geboten wurde. Aber allein das weitreichende Angebot ist ja schon mal 'ne geile Sache...

Anschließend wurde dann wie üblich in den Rockpalast rübergetingelt, wo auch noch interessante und uninteressante Sachen passierten. Bester an mich gerichteteter Spruch des Abends: "Du bist mir hier noch nie aufgefallen, bist du öfters hier?" Haha, oh man... Falls mir noch jemand bzgl. meines Knies weiterhelfen kann, wäre ich demjenigen sehr verbunden. Irgendjemand muss nämlich dagegen getreten haben, oder ich hab versucht die BRAIN LICKERS Todespyramide nachzustellen, oder irgendsowas in der Art... Ich dachte am nächsten Tag das ganze Bein fällt ab, aua aua...

***

Der Samstag startete für mich/uns dann etwas später, weil ... ja, weil wir noch auf der Suche nach Reggie Ledoux waren... Und die Zeit ist bekanntlich ein flacher Kreis! Haha, Nerdscheiße...

Auf dem Weg in die Stadt hielten wir kurz beim Mexikaner an, wo SERGE an diesem Abend noch akustisch spielten. Aber da war mir ehrlich gesagt etwas zu viel Familienatmosphäre, daher haben wir praktisch nur mal kurz über den Zaun gelinst und sind dann weiter zum Kleinstadtfest am Püntker's Patt gelatscht.

Dort angekommen hatten wir soeben die ARGIES (Argies-Facebook-Page) verpasst, weil der offizielle Kleinstadtfestflyer mit falschen Startzeiten gespickt war... Profis bei der Arbeit und so, hatten wir ja schon mal hier, grrrrr... Stattdessen ging auf der Hauptbühne gerade die Hip-Hop-Session los, dreimal Sprechgesang in Folge. Die Rocksäue unter den Lesern werden sich jetzt vielleicht fragen: "Warum ist der Typ nicht abgehauen, der hat sich doch wohl nicht den ganzen Rapkram da angetan?!?" Doch hab ich! Und es ist ja nicht so, dass ich absolut keinen Hip Hop höre, auch wenn's jetzt nicht unbedingt meine präferierte Musikrichtung ist. Mit gesteigertem Angeschickertheitsgrad ergaben sich da mit einem alten Buddy jedenfalls noch interessante Gespräche über 36 Chambers und Return to the 36 Chambers (the dirty version). So mancher Sprechgesang-Experte hätte zwar wahrscheinlich ordentlich mit den Grills geknirscht wenn er unser unprofessionelles Gelaber gehört hätte, aber wir hatten Spaß, haha...


Aber zurück zur Musik: Als erstes machte sich GReeeN (www.facebook.com/greeenmusic ) mit drei "E" startklar - entspannter und auch leicht entrückt wirkender junger Mann (Rückschlussziehungen zu seinem Künstlernamen überlasse ich mal anderen, hehe) der ganz guten eingängigen Sound mit Pop-Appeal machte. DJ Jochen war zwar der heimliche Star und ich hab auch bis zum Ende nicht rausgefunden welch wunderliches Gebräu sich da tatsächlich in den Wasserflaschen auf der Bühne befand, aber ich fühlte mich gut unterhalten.

Nächster im Bunde war ARCHITEKT (www.facebook.com/ArchitektMCZuhaelter) zu dem ich - wie sich das für so einen schlecht recherchierten Dünschiss-Blog gehört - vorher nur gehört hatte, dass er auch als "MC Zuhälter" unterwegs ist. Gefährliches Halbwissen und so, deshalb 'ne ziemliche Asi-Nummer erwartet... War aber gar nicht so schlimm. Als er dann die Zuhälter-Nummer brachte erklärte er das mit Ironie, Zwinkerzwinker etc... Eine mir bekannte neben mir stehende weibliche Person äußerte nichtsdestotrotz den Wunsch ihn für sein Bitch-Gelaber mit einer am Boden liegenden leeren 0,5l Flasche Becks rektal vergewaltigen zu wollen, haha... Dazu kam es jedoch nicht, aber yo, ihr merkt schon: Stimmung war gut! ^^

Zum Abschluss kam dann noch SPAX (www.facebook.com/SPAX.FY ), bei dem ich schon die ganze Zeit überlege ob ich hier irgendeinen Flachwitz mit Schrauben einbaue... Nee, ich lass es lieber... Der Bursche rappt jedenfalls wohl schon ewig und drei Tage (ich kenn mich da ja nicht aus, Dünschiss-Blogger und so, you know) und er legte gleich nach dem ersten oder zweiten Track mal eine Freestyle D-e-m-o-n-s-t-r-a-t-i-o-n hin, dass der ein oder andere nur noch mit den Ohren schlackerte! Da hüpfte er einfach mit Mikro ins Publikum und haute aus dem Stegreif eine Zeile nach der anderen raus. Das war schon gut, sogar meine Mütze wurde mit zwei Zeilen bedacht, das hat sie sehr gefreut!

Das Ding bei SPAX war dann aber, dass er zwischen den Tracks auch so viel gesabbelt hat, das mir das ein bisschen too much wurde. Da wir eh noch zu einer anderen Bühne wollten sahen wir den Auftritt also nicht ganz bis zum Ende an. Aber war gut! Drei Hip-Hop-Acts am Stück, kam ich okayestens drauf klar. Und worauf ich noch mal explizit hinweisen möchte: Was den Publikumssupport angeht war die Hip-Hop-Fraktion glasklar vorne! Da formierte sich nicht wie bei den meisten Rockshows der berühmt-berüchtigte emsländische Halbkreis vor der Bühne. Nee, die gingen alle direkt nach vorne und haben zu jedem Act gleichermaßen gut gefeiert. Hut ab, gute Einstellung!

Kleinstadtfest Riverstage: Der verwackelte und überbelichtete Beweis - Ich war da! ;)

Irgendwie hat's mich auch an diesem Abend nur 2-3 mal ganz kurz an die Riverstage verschlagen, dementsprechend kann ich zu den Bands da nix sagen. Aber da traf man auch noch auf Bekannte die noch nie bei so einem Püntkers-Patt-Event der Kleinstadtkinder waren und ziemlich baff guckten, wie geil das Ganze dort aufgemacht war. Es gab ja auch noch 'ne Menge mehr Drumherum, schade nur dass das Fanprojekt vom SVM mit ihrem coolen Elektrobullen etwas in der Finsternis saß...

Aber weiter im Text: Was das Gesabbel zwischen den Songs anging kamen wir an der anderen Bühne quasi vom Regen in die Traufe, denn dort quasselte Hermann Lammers Meyer mindestens genauso viel (aber anderes) crazy Zeug wie SPAX, haha... Experten wissen jetzt schon wohin es mich verschlagen hatte: zu den EMSLAND HILLBILLIES (www.emslandhillbillies.de)!!! Datt nenn isch mal Kontrastprogramm, wa?!? Aber die Combo wollte ich unbedingt mal sehen, man muss ja auch mal seinen Enkeln was erzählen können.


Um ehrlich zu sein war der Marktplatz leider schon bedenklich leer als wir ankamen. Das hatte schon fast was von "Deprimierendes Emsland", wie man auf dem Video auch vielleicht sieht, haha... Aber bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Das war gut! Und witzig! Wir machten einfach mal das beste aus den Gegebenheiten, setzten uns in die erste Reihe (Stuhlreihe, 20 Meter von der Bühne entfernt) und lauschten ein bisschen Country und Western (sie hatten beides!)... Und zwischendrin immer der Schnack von Hermann Lammers Meyer, der gerne auch mal seine Mitmusikanten veräppelte und sich zum Abschluss noch selbst zum "König der schlechten Gags" ernannte. Ich hab mich ordentlich beömmelt...

Es gesellte sich dann auch noch mein Country-/Western-Intimus zu mir (gestern noch rechts unten in der Todespyramide, heute auf dem Vinyl-Formstuhl in der ersten Reihe) und erzählte mir, dass die EMSLAND HILLBILLIES ja gut und gerne auch mal ordentlich auf's Gaspedal treten könnten. Wenn sie wollten! Hatten sie aber gar nicht nötig, ging auch so... Während sich noch ein älteres Pärchen tanzend über den Stadtbrunnen schob, waren wir nach einer Weile so selig, dass wir fast noch Huttausch gemacht hätten, das heißt ich wäre fast an einen Premium-Cowboyhut gekommen, nur um erschüttert festzustellen was manche 2-Meter-Menschen doch für kleine Köpfe haben. Hutgröße 57, nee nee, das passt nicht auf meinen Quadratschädel.

Nebenbei bemerkt, fällt mir auf, dass ich im heutigen Blogbericht ziemlich oft "Premium" sage. Sorry, manchmal ist der Wortschatz halt beschränkt. Um das mal abzuschließen: Ein Premiumtyp war auch noch da, ein bumsvoller Herr mit geiler "Emsland Cowboy" Jacke! Hätte ich gerne gehabt, das Kleidungsstück, aber ich hatte nix zum tauschen (meine Mütze wollte er nicht). Außerdem war er weit jenseits jeglicher Geschäftsfähigkeit, trug Cowboystiefel Marke "Kurvenschuh", hatte einen Standradius von ca. 5 Metern und maulte sich letztendlich auch lang auf dem Marktplatz ... und bevor ich ihm da irgendein Erbstück abschwatze... Stattdessen lümmelte ich mich wieder auf meinen Stuhl und betrieb als TRIO-Fan noch ein bisschen innere Einkehr im Gedenken an Kralle Krawinkel, der ja auch mal bei den EMSLAND HILLBILLIES gespielt hat. RIP Kralle!

Also: zwar ein bisschen Wehmut dabei, aber insgesamt ein sehr amüsanter Abschluss des Livemusikparts, auch wenn die HILLBILLIES mit "Knocking On Heaven's Door" ausgerechnet als letztes Stück noch einen kleinen Stinker spielten. Da hätte was besseres kommen können! Aber egal...

Zum Abschluss stand wieder der Rockpalast-Standardbesuch an. Wobei alles in allem Samstag nicht mein stärkster Tag war. Ich möchte hier auch noch mal ausdrücklich allen davon abraten Schmerztabletten mit Bier runterzuspülen, das hat meist keinen besonders guten Effekt auf den Gesamtzustand... Dementsprechend musste ich mich irgendwann ziemlich ramponiert nach Hause schleppen. Wird langsam vielleicht echt Zeit fürs saturierte Quitten...

Fazit:
Zwei echt tolle Tage was das angebotene Programm angeht. Wenn man sich für Dinge (insbesondere Musik) interessiert und da nicht nur zum Saufen und rumhuren hingeht, dann waren das wie schon gesagt fast zuviele Sachen um alles sehen zu können. Und das mache sich bitte jeder mal bewusst: In diesem ach so langweiligen Provinzstädtchen bekommt man das Ganze an einem Wochenende quasi auf dem Silbertablett gratis serviert!

Feiert das hart ab! So geht's weiter in Minus Rockcity und Umgebung:
  • 19.09.2014: Rock am Pferdemarkt - Lingen
  • ACHTUNG ABGESAGT => 03.10.2014: Big Balls Cowgirl (Record Release), Steeldrive - JuZ "Jam" Meppen
  • 14.11.2014: Giants, Drones, The Affected, Distance Remains - JuZ "Jam" Meppen
  • 27.12.2014: Christmas Metal Meeting (Eisenkarl + tba) - Rockpalast, Meppen

Montag, 22. Juli 2013

Konzerte: SPORT, COOBY, WAVES, AMERICAN RAPEWOLF | 19.07.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Wer schon mal Konzerte gemacht hat, der weiß, dass Publikumsresonanz auch manchmal wetterabhängig ist. Da gibt es zum einen zu schlechtes Wetter (Orkan, Hochwasser, Schneeverwehungen etc.), aber auch zu gutes Wetter. Wenn's also so schön und warm ist, dass die Leute lieber zuhause grillen oder auf der Sonnenliege oder Hängematte rumschimmeln, ist das gar nicht mal soooo toll. Das traf am 19. Juli auch im JuZ "Jam" zu. Das Wetter war wundervoll, was aber leider die Zuschauerzahlen überschaubar hielt. Außerdem stieg ja auch noch das Testspiel zwischen Ajax Amsterdam und Werder Bremen im Stadion, was wohl so allerlei Randalevolk zur Anreise verleitet hatte. Als ich jedenfalls behände mit meinem Drahtesel an der Emsbrücke in Richtung Volksbank/Hubbrücke düsen wollte, wurde ich von behelmten und mit Schlagstock bewaffneten Polizeieinheiten freundlich davon abgehalten, da die da gerade ein paar Randalehonks eingekesselt hatten. Über ein paar Umwege gelangte ich dann aber doch noch zum JuZ...

Okay, speziell SPORT hätten ein größeres Publikum verdient gehabt, denn was die da später abgezogen haben war echt aller Ehren wert! Aber ich will mal nicht vorgreifen, später mehr dazu! Und das mit den Publikumszahlen möchte ich auch nicht falsch verstanden wissen: Es war alles okay, hätte aber mehr sein können! So ist es richtig ausgedrückt, würde ich sagen. Allerdings hatte die Wärme im JuZ natürlich wieder den netten Effekt, dass man nach einer Minute im Konzertraum direkt von einem nicht unerheblichen sommerlichen Schweißfilm überzogen war. Demnächst verkaufe ich da Antitranspiranz-Mittelchen aus'm Bauchladen, haha...

Erste Band des Abends waren AMERICAN RAPEWOLF. Bester Bandname muss ich sagen, obwohl mir im Vorfeld gesteckt wurde, dass noch ein kontroverserer Name im Gespräch war, hehe... Wie dem auch sei: Als Trio traten die an, unter anderem mit Kim von ALDO RAINE an Gitarre/Gesang und Domi von EISENKARL am Schlagzeug. Keine Ahnung ob es Absicht war, aber die bauten ihre Verstärker einfach vor der Bühne auf und spielten ebenerdig, sehr clever, das überbrückte gleich mal etwas die Distanz zum Publikum. Ist ja immer so eine Sache in Meppen - die Band steht auf der Bühne und die eher reservierten Nordwestdeutschen orientieren sich meist zielsicher in die am weitesten entfernten Ecken des Konzertraums... Äh ja, zurück zu AMERICAN RAPEWOLF: Im Vorfeld wurde mir "ein ausgefeiltes 8min set" (Zitat) angekündigt, was dann auch zeitlich ziemlich exakt eingehalten wurde.


Zwar leicht verstimmt, aber Verstärker direkt auf 11 gedreht (so laut, dass man den "Gesang" kaum noch hörte) und dann bekamen wir da ordentlich was um die Ohren geföhnt!!! Fand ich schon ganz geil, selten was kompromissloseres von einer Meppener Band gehört! Ziemlich heftiger psychotischer Noisecore, oder was auch immer. Mit Kim hatte ich in den Tagen vorher hin und wieder mal über Bands wie ALPINIST oder JUNGBLUTH gesprochen, das konnte ich da jetzt ansatzweise durchaus raushören, aber im Grunde genommen war das doch schon 'ne ganz eigene Kiste. Okay, Kim fummelt immer noch zu oft an seinen Effektpedalen rum, anstatt mal 2-3 Songs richtig schmeerig mitten ins Gesicht durchzuwuppen wie TRAGEDY oder FROM ASHES RISE. Aber so'n bisschen Runtergemache muss ich hier schreiben, guter Ton und so, hehe... Mal gucken was da noch kommt, ich glaube die planen tatsächlich auch noch ein Demotape rauszubringen, Magnetband und so... Da bin ich mal gespannt, genauso wie auf die erste ALDO RAINE Vinylplatte, die tatsächlich schon gepresst ist, aber noch irgendwo am Zoll festhängt...

Anschließend machten WAVES (www.facebook.com/wavespunk) aus Osnabrück als Zweierbesetzung weiter im Programm. Eigentlich sind die zu viert, aber an diesem Freitag gab's zu zweit eine abgespeckte Akustikversion, nur mit Stimme und Gitarre. Das war natürlich das absolute Kontrastprogramm zu AMERICAN RAPEWOLF, aber auch sehr cool! Emotionale melodische Songs, erinnerte natürlich an so Sachen wie Chuck Ragan, bzw. mich persönlich auch an DIVIDED HEAVEN aka Jeff Berman, der ja auch schon mal in Meppen zu Gast war, siehe hier.


Dritte Band waren COOBY (www.facebook.com/coobymusik) aus Haselünne. "Three in a row" würde ich da sagen, denn die hab ich an diesem Abend nach dem "School's out Festival" in Sögel und dem "Rockpalast-Benefiz" in Haselünne am dritten Wochenende in Folge gesehen. Von daher brauche ich hier auch gar nicht viele Worte verlieren: Nach wie vor eine echt gute junge Indierockband mit Pop-Appeal. Lohnt sich immer, sehe und höre ich mir immer gerne an! Direkt am Anfang haben sie wohl einen neuen Song gespielt, den hab ich leider verpasst, da ich noch vorne an der Kasse rumflitzte. Na ja, da ergibt sich bestimmt bald noch mal anderswo eine Möglichkeit dem neuen Stück zu lauschen...

COOBY beim Soundcheck: Haselünner Sunnyboys! ;)
Wie eingangs erwähnt: Es war ein echt warmer Sommerabend, dementsprechend wurde das Ganze auch immer chilliger. Draußen skatete ein Trüppchen vor'm JuZ auf der Straße rum. Ein paar andere Leute ließen es sich draußen unter'm Pavillon auf der Sitzgruppe gutgehen. Mir wurde an der Kasse sogar noch ein Mini-Akustikständchen gebracht. Also alles sehr easy... Allerdings natürlich mit der Gefahr, dass sich kaum noch jemand um die Bands kümmert. Aber was dann bei SPORT aus Lyon (www.facebook.com/sportlyon) abging widerlegte echt alle meine Befürchtungen! Ich hatte eigentlich auch vor Witze über den seltsamen Bandnamen zu machen, aber mir fällt grad nichts ein, ich hoffe das seht ihr mir nach... Aber das mit dem Namen scheint tatsächlich ein Konzept bei denen zu sein, die haben z. B. ein Album, bei dem die Songtitel ausschließlich aus Städtenamen und Jahreszahlen von Olympiaaustragungsorten bestehen. Kurios! Wie Athleten sahen die Typen aber nicht aus, eher wie die üblichen tätowierten bärtigen Waldschrate, hehe...

Von vornherein war es natürlich wieder schön eine internationale Band dazuhaben. Ich kann mich auch grad gar nicht dran erinnern, ob schon mal Franzosen da waren. Dem einen versuchten wir noch vor'm Auftritt auf dem Klo ein paar plattdeutsche Grußworte einzutrichtern, aber er erwies sich leider nicht als sehr lernfähig. Aber egal, SPORT brannten danach eine Hammershow ab! Was aber nicht zuletzt auch am Meppener Publikum lag, das bedingungslos abging. Da zeigte sich extrem, wie 7-8 Leute die richtig Bock haben den Unterschied machen können!!! Hut ab dafür, ich denke die betreffenden Delinquenten wissen, wer gemeint ist. Der Partymaschinen-Award geht an euch!

Rein musikalisch war alles was ich mir von SPORT vorher angehört hatte jetzt nicht so wirklich mein Ding. Für meinen Geschmack etwas zu vertrackter/verspielter Indie-Emo-Punkrock. Aber wenn man dann in so einem kleinen Konzertraum mit Backofentemperatur und hemmungslos abfeiernden Leuten steht, ist natürlich alles egal! Da wurde mit ins Mikro gegröhlt (weil die Gitarrenfraktion auch hier natürlich vor der Bühne stand), versehentlich auf Fußschalter gesprungen, getanzt, gepogt, der eine Gitarrenmann umgebombt, kurze Crowdsurf-Einlage vom Frontmann ... ein Träumchen! Selbst der Fotograf der Meppener Tagespost schien bei seinen Bemühungen um ein gutes Bild einmal fast unter die Räder der Partymaschinerie zu geraten, haha... Danger! Danger! Also ganz ehrlich, sowas wie diesen Auftritt sieht man nicht alle Tage, da stimmte alles! Die Band hatte Bock, die Leute hatten Bock, alles total chaotisch, aber nahezu perfekt! Einzig die Beleuchtung hätte besser sein können, denn so sieht man auf meinem Video fast gar nichts von dem Spektakel vor der Bühne. Daher der gute Rat: nächstes Mal selber vorbeikommen und Bock mitbringen! ;)


Rundum gelungener Abend also. Für mich leider mit ein paar Abstrichen, da ich schon die ganze Woche und den ganzen Tag eher unfit war und mal wieder mit diversen körperlichen Mälessen zu kämpfen hatte. Kommt alle paar Wochen/Monate mal vor, immer wieder nervig, aber kann man nichts machen. Die Bands haben wohl noch ordentlich im Palast gezaubert, ich hab mich aber direkt vom JuZ nach Hause verzogen und an keinen Schandtaten mehr beteiligt. Brav, nä?!?

Nächste Action dann: Der REDEFLUSS-Poetry-Slam am 27.7. am Püntker's Patt an der Emsspitze!
Da sollte jeder aufkreuzen, das war im letzten Jahr sehr cool, siehe HIER. Zum Facebook-Event geht's HIER. Persönliches Pech für mich: Ich kann da leider nicht aufschlagen, verwandtschaftliche Pflichten... Freue mich aber auf anschließende Augenzeugenberichte... ^^

Montag, 15. Juli 2013

Konzerte: "Benefiz Open-Air Haselünne Rockpalast/Step-Up" | 12/13. Juli 2013 | Step-Up, Haselünne

So, das Rockpalast-Benefiz ist überstanden. Der ganze Vorlauf machte ein bisschen den Eindruck als ob das ganze Prozedere ein bisschen planlos war, aber im Endeffekt war's 'ne ganz lustige Veranstaltung. Freitags kamen wir so gegen halb neun an und hatten SOFA ROCK (www.facebook.com/stefanherbers) direkt verpasst. Na ja, schade, nächstes Mal... Zu dem Zeitpunkt war der Platz auch noch ziemlich leer, der "emsländische Halbkreis" hatte noch enorme Ausmaße, also erstmal annen Stehtisch gekettet und ein paar Bier getrunken.

Musikalisch untermalt wurde das Ganze als nächstes von PROJECT X (www.facebook.com/project.x.dieband.official), ähnlich wie SOFA ROCK auch eine Akustikband, die allerlei Rock- und Pop-Klassiker spielt. Günther von BREAKING TO ASHES bzw. ex-GOING BORDERLINE bedient da einen Sechssaiter und singt auch. Okaye Sache, auch wenn mich das jetzt nicht total aus den Socken haute. Die Band tat sich aber auch selbst keinen Gefallen mit ihren Ansagen! Schon die ersten Sprüche und Flachwitze vom Schlagzeuger ließen den Fremdschamfaktor extrem in die Höhe schießen. Mannoman, wenn sowieso man nur Schrott zu erzählen hat, dann zwischen den Songs einfach mal die Klappe halten. Sorry, muss ich so deutlich sagen!

Anschließend kamen COOBY (www.facebook.com/coobymusik), die ihren zweiten Bassisten nicht dabei hatten, so dass deren Gitarrist Domi ein bisschen mehr zu tun hatte, der musste nämlich die fehlenden Basslinien mitspielen. Klappte ganz gut, hier und da mal etwas schräg, aber alles vollkommen okay. Eine Woche vorher hatten wir COOBY noch in Sögel gesehen, daher sollte ja bekannt sein, dass ich die ganz gut finde. Nachher auch noch nett mit dem Gitarristen geredet, nächstes Jahr sollen dann auch wohl Aufnahmen veröffentlicht werden. Sehr schön, weitermachen! Die werden hier auf dem Blog sowieso Dauergast: letzte Woche Sögel, freitags in Haselünne und am 19. Juli schon wieder in Meppen. "Tour de Emsland" oder was sagt man da?

Mittlerweile füllte sich auch der Platz, da der nicht unerhebliche EISENKARL-Tourtross so nach und nach eintrudelte. Die sind ja bekannt wie bunte Hunde und dementsprechend viel Volk haben die auch immer im Schlepptau. Vielleicht wurden die aber alle nur von dem Backfischgeruch angelockt, denn der ganze Platz roch irgendwie nach Backfisch, obwohl gar keiner verkauft wurde. Mysteriös! Ich hatte auf jeden Fall tierisch Schmacht auf Fisch, aber nicht mal ein Räucheraal war in Sicht. Blöd!

Kampfmaschinen tanken Konjak: Gedeck ftw! Benefiz-Saufen für den Weltfrieden, oi!

Zwischenzeitlich gab's auch Komplikationen in der Getränkeversorgung, denn mir schmeckte die Plastikbecherbierplörre nicht mehr. Ja, mir wurde langsam sogar richtig schlecht! Ging gar nicht! Alternativen mussten her, da lohnt es sich dann auch mal sich mit dem Trinkverhalten der Einheimischen zu beschäftigen. Ein Friseusentisch holte sich nämlich clevererweise 'n Konjak-Gedeck, also ein Buddel "Alte Liebe" plus zwei Flaschen Cola. Haben wir dann auch gemacht, von da an ging's mit meiner Zivilisiertheit selbstverständlich steil bergab...

Ich musste allerdings auch aktiv meine Augen lähmen, denn einige Fans von CIVIL COURAGE (www.facebook.com/civilcourageofficial) fielen durch fiese Maurerdekolletés auf. Puh, der schlimmst anzusehende aus der Maurerbande setzte sich dann auch noch auf eine Bank in unser direktes Sichtfeld und hielt uns seinen Allerwertesten von da aus genau entgegen - schön war das nicht! Augenkrebs galore! Derweil absolvierten CIVIL COURAGE ihren Auftritt und versuchten den emsländischen Halbkreis durch Verteiltung von Dosenbier aufzulösen. Nicht die schlechteste Idee, aber auch hier war das Ansagengelaber teilweise nicht mehr feierlich, so dass einige Leute sofort wieder wegrannten... Na ja, zu CIVIL COURAGE weiß ich nie so genau was ich schreiben soll. Die gibt's schon ewig, die sind in ihrer Ecke auch extrem engagiert (z. B. mit dem Benefizkonzert für den herzkranken Jungen neulich in Lähden) - davor Hut ab, aber musikalisch kann ich der Band halt überhaupt nichts abgewinnen. Es ist wie's ist, dementsprechend kümmerten wir uns während des Auftritts an unserem Tisch hauptsächlich um den Cuxhaven-Konjak... Der war dann auch ziemlich schnell auf, Profis bei der Arbeit, zweites Gedeck musste her!

Das Gesöff schlug zumindest bei mir auch hart an, so dass bei EISENKARL (www.facebook.com/Eisenkarlmusic) langsam alle Dämme brachen. Puh, meine Fresse, ich glaub ich war noch daran beteiligt irgendwelche Leute durch die Luft zu werfen und den zweiten Gitarristen Domi (nicht verwandt oder verschwägert mit dem COOBY-Domi, soweit ich weiß) von der Bühne zu zerren, als er eine kleine Gesangseinlage gab. Klappte leider nicht, Domi's Ausrede: "Ey sorry, mein Kabel war zu kurz!" Also alles wieder sehr turbulent und schmeerich, hehe... Falls ich zu irgendjemandem ruppig war: Entschuldigung! Krönung war dann endlich das SLAYER "South Of Heaven" Cover in der Zugabe! Das fehlte vorher definitiv im Programm, keine Ahnung warum die Eisenkerle nicht ausschließlich SLAYER spielen, die sollten mehr auf mich hören! Den Song hab ich dann jedenfalls noch mitgeschnitten, ich glaube an der Kameraführung kann man auch ganz gut meinen Betrunkenheitsgrad ablesen, hehe...


Also schöne Eskalation da in Haselünne. Die dann im Palast noch weiterging, denn wir düsten nach EISENKARL auch ziemlich direkt nach Meppen. Resultat des Abends: beinahe Kopfbedeckung verloren, Ohrring weg, mit Muttis auf'm Dancefloor gewesen, der übliche mittelschwere Filmriss... War also ganz gut der Abend! :)

Am Samstag reisten wir 'n bisschen später an, so dass wir AGAINST RANDY (www.facebook.com/AgainstRandy) schon verpasst hatten. Durfte ich mir auf Höhe des Jägermeister-Standes auch direkt 'n Anranzer für Anhören, aber nu, war keine böse Absicht. Viel los war auch noch nicht, an der Theke ließen wir diesmal Konjak Konjak sein und hielten uns besser an Bier. Dabei wurde auch noch die Geschichte mit dem Backfischgeruch aufgeklärt. Wir hatten nämlich einen Ostseefahrer in unserer Runde, dessen Fürze nach mehrwöchigem Fischbrötchengenuss mittlerweile dieses markante Backfischaroma verbreiten. Sachen gibt's ... Backfisch, dingeling!

PROPAGANDA NETWORK (www.facebook.com/propagandanetwork) bauten derweil ihren Kram auf, stellten sich als KETTENÖL aus Emsdetten vor und rumpelten sich danach durch ihr Set. Keine Ahnung ob's Absicht war, dass alles etwas schludrig wirkte, laut anschließender Eigenaussage der Band hatten die sich nämlich geschworen niemals in Haselünne zu spielen. Den Benefiz-Auftritt hatten sie aber George dann wohl auf'm Breiten versprochen, in Unkenntnis der Tatsache, dass das Ganze ausgerechnet beim "Schlepp ab/Step Up" stattfindet. Wie das Leben so spielt, hehe... Mit PROPAGANDA NETWORK wollten sie auch nie im Meppener JuZ spielen, auch da hab ich sie letzten Februar zu bekommen. Und mit dem Nebenprojekt KILLERKANTHOLZ auch nicht und auch das wird noch passieren. Was aber natürlich alles nur meinem unnachahmlichen Charme zu verdanken ist, hehe...

Samstag in Haselünne: Es wurde zwar noch besser, aber die Zuschauerzahlen blieben überschaubar...
Danach hatte Meppen dann ein kleines Heimspiel, denn mit TMH (www.facebook.com/TeenageMutantHeroes) und DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) kamen zwei Meppener Bands die auch allerlei Anhang mitgebracht hatten und ja sowieso Personalüberschneidungen im Line-Up haben. Okay, eigentlich nur eine, aber Mitglieder beider Bands hüpften während der Auftritte der jeweils anderen auch schon mal gerne mit auf der Bühne rum. Während TMH immer wieder alleine durch ihre agile Bühnenpräsenz punkten und dadurch durchaus schon ein gewisses Mitreißpotential haben, bin ich manchmal doch etwas verwundert, dass die sich textlich irgendwie noch auf so 'nem 15-jährigen-Level bewegen. Na ja, scheint der Band aber noch ordentlich Spaß zu machen und es hält wahrscheinlich jung... Ich erwähne das auch nur, weil ich mich später noch mit einem Musiknazi rumtrieb, der über jede Band was abzukotzen hatte und speziell darauf bei TMH rumhackte, hehe... Und NEIN, es handelt sich bei dieser Person NICHT um irgendein Alter Ego von mir! ;) Es gibt tatsächlich Leute die engstirniger sind als ich! Freitag hatte ich schon so einen Spezi im Zwiegespräch, der Samstag war auch nicht von Pappe...

DISTANCE REMAINS waren danach natürlich auch absolut nichts für den Muckeadolf, da wurde wieder ordentlich vom Leder gezogen. Ich für meinen Teil muss sagen, dass die Band auch nicht so 100pro meins ist, sie aber den Stimmungslevel zumindest recht hoch hielten. Mittlerweile beschäftigte ich mich aber auch mehr mit Nebensächlichkeiten, denn es schien als ob sich auf dem Platz eine merkwürdige Mischung aus Rockpalastgängern und Step-Up-Klientel bildete.


Krönung des Abends waren jedenfalls ein korpulenterer junger Herr im Karohemd und seine etwas minderjährig wirkende blonde Hot-Pants tragende Begleitung. Neben diesen Merkmalen war die auch noch äußerst dünn und offensichtlich aus Gummi oder mit Kugelgelenk in der Körpermitte ausgestattet. Die beiden fingen nämlich an sehr exaltiert zu tanzen (so eine Art Hardcore-Discofox, oder so) und das schmale Mädel wurde von Cop Dickie einigemale dermaßen heftig durch die Gegend gewirbelt, dass ich Angst hatte, sie würde in der Mitte durchbrechen. Passierte aber nicht, denn wie gesagt: Entweder Gummi oder Kugelgelenk, irgendwas war bei der Perle anatomisch nicht normal! Das Ganze wurde dann auch immer wilder, ich hatte noch starke Befürchtungen, dass da in aller Öffentlichkeit der "Internationale Mumu-Griff" ausgepackt wird. Aber das blieb uns zum Glück erspart...

Sorgen machte mir auch eine sehr große Frau, die sehr sehr betrunken war und sich nur noch stolpernd fortbewegte. Die schien aber irgendwie 'nen Schutzengel zu haben, ich konnte keine schwereren Stürze beobachten. Bevor ich mir noch mehr Sorgen machen musste ging ich erstmal auf's Klo, wo plötzlich George neben mir auftauchte, Rockpalast-Cheffe höchstselbst! "Hey, was machst du denn hier?" fragt er mich da ganz locker am Pissoir... Cooler Typ, ich musste lachen! Danach begab er sich auch schnurstracks auf die Showbühne, denn er wollte ja auch noch einen für die Gemeinde schmettern.

In dem Fall gab George Gambier vollkommen solo, also die Backgroundmusik aus der Konserve und George sang ohne Band dazu. Die Musik finde ich persönlich ja etwas ulkig, aber Singen kann der Mann, da macht ihm keiner was vor. Damit er da oben auf der Bühne nicht ganz alleine war, tanzten ihn auch später noch zwei Girls aus dem Publikum hart an, sehr amüsant...

Der Chef bei der Arbeit: George Gambier live in Haselünne!
Direkt nach dem Auftritt sind wir dann auch wieder rüber nach Meppen in den Rockpalast, wo's noch 'ne ganz nette Aftershowparty gab, von der ich nicht mehr alles weiß, ähem... Fazit: Eingangs hatte ich ja schon erwähnt, dass Prozedere rund um das Benefiz ein bisschen planlos fand. Viele wird sicherlich verwundert haben, dass das Ganze beim Step-Up stattfand, wofür sich für viele Meppener eben schon die Problematik der Anreise ergab. Und viele Haselünner können wahrscheinlich mit der Rockpalast-Klientel nix anfangen. Dementsprechend war an beiden Tagen halt auch nicht so viel los. Der Freitag war dabei etwas besser als der Samstag, aber insgesamt weiß ich nicht ob das Festival aus Benefiz-Gesichtspunkten jetzt großartig was gebracht hat... Na ja, ich weiß auch nicht wie man's hätte besser machen sollen - in Meppen dafür einen Platz zu finden und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen ist ja auch meist mehr als kompliziert... Also sei's drum, ich hatte meinen Spaß und damit lassen wir's mal gut sein.

Bis zum nächsten Mal in Meppen:
Freitag 19. Juli | Juz "Jam", Königstraße 8 | SPORT (Lyon/Frankreich), WAVES (Osna), COOBY (HaLü) und noch was (tba)...

Montag, 8. Juli 2013

Konzerte: "School's out Festival" | 05.07.2013 | Packhalle, Sögel

In Sögel war ich in der letzten Zeit nicht allzu oft, von daher war das "School's out Festival" mal wieder eine gute Gelegenheit. Früher gab's da als JuZ den alten Bahnhof, wo auch diverse Konzerte stattfanden. Irgendwann wurde die Bude aber dichtgemacht und heute ist das Sögeler JuZ in der Alten Post bzw. der alten Packhalle ansässig, was alles irgendwie ein zusammengehöriger Komplex ist, wie wir feststellten, als wir nach 'n bisschen Rumkurverei durch Sögel-Central ankamen...

Ein Hauptgrund für den Besuch war für mich auch, mal die Örtlichkeit zu checken. Der alte Bahnhof hatte damals gelinde gesagt etwas "höhlenartiges", also war ich mal gespannt welchen Eindruck der neue Schuppen macht. Und da muss ich echt sagen: Hut ab! Da konnte man schon neidisch werden! Da ich meine Konzerte ja immer im Meppener JuZ mache, ziehe ich da immer so meine Parallelen - und auch wenn wir in Meppen echt schon gute Bedingungen haben, setzte das Ding in Sögel da noch mal ordentlich einen drauf!

Das ganze Gebäude ist offensichtlich grundsaniert und sieht aus wie aus dem Ei gepellt. Auf den Toiletten hätte man allen Ernstes essen können! Alles picobello sauber, alles neu, es blitzte und blinkte förmlich an allen Ecken. Der Konzertraum war dann auch noch mal eine Klasse für sich. Schöne Bühne mit rotem Vorhang, in Sachen PA und Beschallung exzellentes Material, dazu offensichtlich eine komplette Backline, inkl. eigenem Packhallen-Schlagzeug, so dass Bands hier wie es schien eigentlich kaum mehr mitzubringen brauchen, als Verbrauchsmaterial (Snare, Hi-Hat etc.) und Verstärker-Topteile. Unglaublich gute Ausstattung. Dazu noch prima Beleuchtung und der Raum selbst war auch ganz freundlich. Größer als Meppen, ich würde mal sagen wenn der Meppener JuZ-Raum maximal 100 Leute fasst, passen in Sögel gut und gerne 150 Leute rein (die dann auch alle was sehen können, während die Raumaufteilung in Meppen bei ausverkauftem Haus ja mitunter etwas ungünstig ist). Dazu im Vorraum eine Theke und im Raum selbst auch noch mal.

HOME REARED MEAT in Aktion auf top ausgestatteter Bühne...
Dazu dann noch ein engagierter Jugendpfleger, der Ahnung von der Technik hatte. Ich hab's leider versäumt ihn nachher noch anzuquatschen, aber ich glaube das war der Bassist von THE MORTIS und ich meine er war damals auch schon mit dem "Emsland Rockdepartment" aktiv, als wir in Meppen noch mit der mycourts-Konzertgruppe zugange waren... Nun ja, die Zeichen standen also günstig für einen feinen Konzertabend. Was es im Endeffekt auch war, allerdings unter gewissen Vorbehalten, denn irgendwie war der ganze Abend etwas "pannenbehaftet", sag ich mal...

Als wir mit unserer Meppener Reisegruppe reinkamen spielten schon AGAINST RANDY (www.facebook.com/AgainstRandy), die zu dem Zeitpunkt wohl auch schon einige Gitarrensaiten durchgebraten hatten, also auch schon etwas "Technikpech" hatten. In den Songs die wir gesehen hatten zockten die sich aber souverän durch ihren eingängigen Alternative-Punkrock. Gute Band!


Danach meine heimlichen Lieblinge HOME REARED MEAT (www.facebook.com/homerearedmeat), die ein gewaltiges Brett nachlegten. Ich finde die mischen ganz gut oldschool Death Metal mit new school Deathcore, bis hin zu Grindcore-Einschlägen mit geisteskranken Pigsqueal-Vocals. Crazy Typen und auch auf der Bühne sehr agil mit zwei Sängern, permanent moshendem Gitarristen und blutigem Bühnenoutfit. Cooler Auftritt, aber auch hier schlug der Technikteufel zu, denn erst tat der Bass nicht und dann war zum Ende hin eine Gitarre durchgenudelt und auf die Schnelle machte es wohl keinen Sinn auf dem runtergestimmten Hobel die Saiten zu wechseln. Dementsprechend wurden die letzten Songs gecancelt, sehr schade...

Danach kamen die Haselünner COOBY (www.facebook.com/coobymusik), die ja bekanntlich noch mal einen ganz anderen Sound machen, nämlich diesen sentimentalen JOY DIVISION-inspirierten Indierock. Ich hatte die in Meppen schon mal gesehen und fand die ganz gut. Ganz interessant ist ja auch, dass die mit zwei Bassgitarren spielen. Und da war natürlich gleich im ersten Song der Wurm drin, weil die irgendwie komplett verstimmt waren. Als dann alles passte ging dem Mann an den sechs Saiten der Gitarrengurt flöten, so dass er erstmal im Sitzen weiterspielen musste. Wie verhext! Die Burschen nahmen's aber lässig und spielten danach ein gutes Set. Ich find die echt gut, auch wenn eine gewisse Nähe zum Sound von RAZZ vielleicht nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Hört sich aber alles noch ausreichend eigenständig an, mal gucken was von COOBY in Zukunft noch kommt.


Als nächstes waren SHARON TATE aus Aurich (www.facebook.com/sharontatehc) dran, deren Sound als Mischung aus Hardcore, Stonerrock und Thrash angekündigt war. Okay, Sharon T. war 'n fesches Mädel, aber bei "Hardcore" bin ich ja immer etwas kritisch, denn Hardcore ist ja nicht immer gleich Hardcore und auf diesen Muckibuden-Prollsound steh ich ja überhaupt nicht. Im Fall von SHARON TATE gab's aber nicht zu meckern, das war ein ziemlich kompromissloses Brett, mit einem Sänger, der den Halbkreis vor der Bühne durch permanentes Hin- und Hergerenne ganz gut ausfüllte. Auch die Stonerrock/Thrash-Einflüsse waren ziemlich signifikant, da der Gitarrist tatsächlich einen relativ einzigartigen Sound hinzauberte, mit allerlei Rumgetrete auf seinem WahWah-Pedal. Mir fallen da jetzt kaum Vergleiche zu ein, was ganz gut für die Originalität der Band spricht. WICCANS vielleicht, aber sonst... Bei SHARON TATE schlug der Pannenteufel dann am Schlagzeug zu, weil in jedem zweiten Song ein Beckenständer vom Podest fiel und dabei meistens noch effektiv und schlagkräftig ein Rollup-Banner der Band umkugelte. Sachen gibt's...

Von LEE JAY COP (www.facebook.com/LeeJayCop) aus Oldenburg haben wir dann nur noch 2-3 Songs gesehen, weil die sich auch ziemlich viel Zeit beim Aufbauen ließen. Der Eindruck war aber ganz gut: Rock/Alternative, technisch sehr gut gespielt, mit einem starken Sänger. Wir sind dann aber abgereist, da auch sämtliche Biervorräte im Sögeler JuZ mittlerweile ausverkauft waren. Dementsprechend hab ich keine Ahnung welche Pannen sich hier noch ereignet haben, hehe... ;)

Fazit: Insgesamt fand ich's gut in Sögel. Das JuZ ist ziemlich cool und ich war schon beeindruckt von der Ausstattung. Dass sich die Pannen wie ein Runninggag durch den Abend zogen war jetzt irgendwie etwas kurios, aber in dem Sinne konnte da ja niemand was dafür. Manchmal ist halt der Wurm drin, also abhaken... Das Line-Up fand ich auch okay, alle Bands waren auf ihre Art und Weise gut, auch wenn die Musikstile sich teilweise enorm unterschieden. Aber auch das fand ich interessant, so war für jeden was dabei, das soll ja auch der Sinn sein bei solchen Mini-Indoor-Festivals.

Was aber natürlich auffiel (ich redete oben ja schon mal vom "Halbkreis vor der Bühne") war die eher dürftige Besucherzahl. Wenn ich zwischenzeitlich mal so durchzählte, waren während der Sets nicht mehr als 20-30 Leute anwesend. Was natürlich etwas ungünstig ist, bei einem Raum in den ca. 150 Leute reinpassen. Im kleineren 100er-Raum in Meppen verteilt sich das dann doch etwas besser, da fällt es nicht soooo sehr auf, wenn mal weniger los ist. Wobei man natürlich von vornherein davon ausgehen kann, dass so eine Location in Sögel weitaus schwieriger zu füllen ist als in Meppen. Sögel hat nun mal nur ca. 7.000 Einwohner, Meppen stattdessen ca. 35.000. Und selbst wir müssen uns bei jedem Konzert in Meppen von neuem extrem ins Zeug legen, das sind ja leider alles keine Selbstläufer. So hat man dann auch in Sögel eher so die "üblichen Verdächtigen" gesehen, sprich die Leute von HATE EMBRACED etc... Wobei das auch wieder so ein warmer Tag war, das ist ja leider nie gut für Indoor-Konzerte. Ich schätze halb Sögel saß im Sommerdress in irgendwelchen Gärten am Grill...

Etwas verwundert hat mich dann aber doch, dass trotz der schmalen Besucherzahlen schon vor zwölf kein Bier mehr da war. Würde das bei einem von meinen Konzerten in Meppen passieren wären da wahrscheinlich schon um 21 Uhr tumultartige Zustände ausgebrochen, haha... Irgendwie sagt man meinen Konzerten ja nach, dass da immer außerordentlich leistungsfähiges Biertrinkerpublikum am Start ist, ich weiß auch nicht, hehe... So eine Fehlkalkulation wäre da natürlich der SuperGAU! Kann natürlich auch sein, dass unsere Meppen-Fahrgemeinschaft für 50% des Bierkonsums im JuZ Sögel verantwortlich war, die Experten sind sich da noch uneinig... Zudem war das Sögeler Hauptbier Bitburger, eins der schlimmsten Biere der westlichen Hemisphäre! Zumindest hab ich davon jedesmal einen Kopp wie ein Rathaus und meine bessere Hälfte hat sogar eine wirklich besorgniserregende Allergie gegen das Gebräu! Erschreckend! Keine Ahnung was die da in Bitburg machen, ob die vor'm Abfüllen extra noch mal in den Tank pinkeln, man weiß es nicht... Preis pro Bier war mit 2,- Euro auch 50 Cent teurer als im Meppener JuZ...

Schlusswort also: Tolles JuZ da in Sögel, mit engagierten Menschen. Gute Bands und breites musikalisches Repertoire an diesem Festivalabend. Blöd aber schon fast wieder lustig war die kleine Pannenserie. Schade war der etwas mangelnde Zuschauerzuspruch. Ich hoffe die Kids in Sögel merken bald, was die da für eine Perle in der Ortsmitte haben! Insgesamt aber ein positiver Abend, ich denke wenn mal wieder was ist und es sich terminlich gerade anbietet kommen wir gerne wieder rum.

Sonntag, 14. April 2013

Konzerte: COOBY, AGAINST RANDY, HI! SPENCER | 13.04.2013 | JuZ "Jam", Meppen

So eine Art "Newcomer-Abend" gab es am 13.04. im Meppener JuZ, weil dort die Haselünner COOBY ihren zweiten und die Meppener AGAINST RANDY ihren allerersten Auftritt hatten. Ich war relativ zeitig vor Ort, da war's drinnen noch relativ leer, während draußen bereits Dutzende Kiddies munter Fremdalkohol in sich reinschütteten...

Irgendwann ging's dann aber los, und es war recht schnell abzusehen, dass der Laden an dem Abend richtig voll werden würde. Auf meinem Weg zum Mischpult und zurück musste ich jedenfalls immer ganz schön drängeln, sorry an alle denen ich dabei die Füße plattgetreten hab, haha... COOBY betraten als erstes die Bühne und spielten einen ziemlich überzeugenden Auftritt. Musikalisch war's diese momentan recht angesagte Art von Indierock, irgendwo in der Tradition von JOY DIVISION (als Urväter) gemischt mit BLOC PARTY und Konsorten. Hier im weiteren Umkreis sind HURRICANE DEAN und RAZZ (von deren Besetzung übrigens auch einige Leutchen im JuZ rumflitzten) ja zwei Vertreter, die das Terrain äußerst erfolgreich beackern. Und ich wüsste nicht, was dagegen spräche wenn COOBY mit dem Sound jetzt auch durchstarten. Absolut top gespielter Auftritt und das Quartett kam auch ziemlich sympathisch rüber, was aber wahrscheinlich am Frontmann lag, der permanent grinste wie ein Honigkuchenpferd. Na ja, er hatte ja auch allen Grund sich zu freuen: gut abgeliefert und das Publikum ging hervorragend mit. Bemerkenswert bei COOBY ist übrigens, dass die zwei Bassgitarren im Line-Up haben - sieht man auch nicht alle Tage und die Band wusste das gut im Sound umzusetzen. Daumen hoch!


Danach der Debütauftritt von AGAINST RANDY - von einigen unübersehbar sehnlichst erwartet, denn was da an Anhang da war, war ziemlich beeindruckend. Na ja, irgendwo war's auch schon fast ein bisschen nervig, ich fühlte mich manchmal beinahe wie bei einem Boygroup-Konzert, haha... Dementsprechend blieben natürlich auch Szenen zum Schmunzeln nicht aus, wie z. B. das kreischende Mädel, dass nachher jedem der es wissen wollte (oder auch nicht) mitteilte "Ich hab den Drumstick gefangen, ich hab den Drumstick gefangen..." Okay, das Publikum hatten AGAINST RANDY (u. a. mit ex-BACK TO BASEMENT Beteiligung) also schon mal auf ihrer Seite, musikalisch war's auch eine runde Sache. Ich ordne das mal grob in diese Neo-Punkrock/Melodycore Ecke ein, die mich eigentlich wenig vom Hocker haut und von der ich wenig Ahnung hab. Na ja, das ist dann ja irgendwo mein Problem, allerdings fallen mir deswegen momentan auch wenige Sound-Referenzen ein. Auf lokaler Ebene würde ich die musikalisch mal leicht in die Nähe von DISTANCE REMAINS rücken, mal gucken wann da die ersten Groupie-Verteilungskämpfe ausbrechen, haha. Und auch wenn's nicht so 100pro meine Mucke ist: Den Auftritt konnte man sich gut geben und AGAINST RANDY haben beim Heimspiel auch ziemlich abgeräumt. Also: Nix zu meckern!


Den musikalischen Schlusspunkt des Abends setzten dann HI! SPENCER aus Hagen (am Teutoburger Wald), bei denen ich mir bis jetzt immer noch nicht ganz sicher bin, was ich von denen halten soll... Wie soll ich sagen... Fünf Typen im Schwiegersohn-/Klassenstreberlook spielen fluffigen deutschsprachigen Indiepop... Dürfte klar sein, dass jemand wie ich da nicht unbedingt steil drauf geht, schließlich steh ich eher auf so Sachen wie letzten Monat NOBUNNY, das enfant terrible des internationalen Garage-Bubblegum-Punkrocks, der im weiteren Tourverlauf unter anderem vor mindestens eine polnische Bühne gekackt hat und auch mal wieder eine drogenbedingte Nahtoderfahrung hatte. Mit Freuden erinnere ich mich auch an den Moment, als ich 2009 das erste Deutschlandkonzert von NOBUNNY in Meppen veranstaltet hab und mich das Häschen circa zwei Minuten vor dem Auftritt nach einem Eimer fragte, denn er würde ja manchmal während des Auftritts kotzen müssen. Tja, das erklär in dem Moment mal dem leicht angespannten Stadtjugendpfleger... Aber zurück zum Thema: Das sind halt die Sachen die ich bei Konzerten liebe - kaputte Typen, unerwartete Situationen und ein Hauch Rock'n'Roll-Danger! Und das boten HI! SPENCER definitiv nicht! Stattdessen taten die einige Dinge, die im Buch "Guidelines for bands to be cool as fuck" definitiv auf der Verbotsliste stehen:
  • Sage nie: "Wo sind die Hände? Ich will eure Hände sehen!"
  • Sage nie: "Ihr seid das geilste Publikum das wir je hatten!"
  • Mach nie von der Bühne aus Fotos vom Publikum und sage dabei: "Und jetzt mal alle so richtig ausrasten!"
  • Verlose nie etwas während einer Show, es sei denn es handelt sich um die anale Jungfräulichkeit des Bassisten oder Drummers...
Selten eine so extravagant gestaltete Setlist wie die von HI! SPENCER gesehen ... Der geile Teppich gehört mir, aber: Was hat der neue Papst da zu suchen? Mit Fanta und Butterkeks, junge Christen unterwegs!?!? Und wer ist der Typ unten rechts? Doch wohl nicht Philipp Burger?!? Fragen über Fragen...
Tja, all diese oben aufgeführten Dinge haben HI! SPENCER getan! Verlost wurde übrigens eine Mikrowelle und das ist jetzt kein Witz!!! Ich meine ... okay, kann man machen. Aber solches Gebaren bin ich halt eher von Schützenfestbands gewohnt. Kann auch sein, das HI! SPENCER auf einer anderen Ironieebene arbeiten und ich das alles nur total falsch verstanden habe. Blödheit ist bei mir nämlich definitiv nicht auszuschließen und speziell unter Alkoholeinfluss sogar sehr wahrscheinlich, hehe... Sind die sich z. B. der homoerotischen Zweideutigkeit einer Textzeile wie "Ich hätt' so gern einen Teil von dir in mir..." bewusst?!? Oder ist das sogar beabsichtigt? Fänd ich sogar absolut cool, ich hör gerne mal Gay-Rock/Punk/HC, so Sachen wie PANSY DIVISON oder LIMP WRIST. Oder diese ganzen schwulen HC-Punk-Fakebands wie BLACK FAG oder GAYRILLA BISCUITS ... aber bei HI! SPENCER musste ich doch schmunzeln, als diese Zeile gesungen wurde, hehe... Hier ist übrigens der dazugehörige Song:


Okay, das hört sich da oben jetzt vielleicht ein bisschen fies an. Zusammenfassend kann man sagen, das HI! SPENCER fitte Musiker sind, der Frontmann hat eine gute Stimme - die Band war also keinesfalls schlecht, aber mir war das Ganze definitiv viel zu seicht! Da konnte auch das LOVE A Shirt vom Gitarristen nichts mehr rausreißen. Auf der Suche nach musikalischen Vergleichen warf ich an der Theke mal ein JUPITER JONES meets PUR in die Runde. Das sorgte zwar für einige Lacher, aber widersprochen hat auch keiner... Also so ein poppiger "netter" Konsens-Sound, mit dem man dann auf den Bandcontests in der Region spielt (und davon haben HI! SPENCER glaub ich tatsächlich welche gewonnen). Ich musste mir also ein paar mal ein wenig auf die Lippe beißen, aber insgesamt war die Stimmung im "Jam" auch bei HI! SPENCER sehr gut, da die ebenfalls gefühlte drölfzig fanatische Anhänger dabei hatten, die voller Inbrungst mitsangen und tanzten. Partyfaktor also 1A!

Bei soviel Publikumsbandanhang deutete sich natürlich schon an: Mein Besucherrekord vom DUESENJAEGER-Konzert im Februar war geknackt. Insgesamt waren 136 zahlende Gäste im JuZ! Hut ab dafür, mal wieder ein Beweis, dass es immer besser wird in Meppen, was geile Livemusik angeht! Da es relativ bald im "Jam" mit internationaler Beteiligung schon wieder weitergeht, sei an dieser Stelle noch mal ausdrücklichst auf das Konzert von SMOKE OR FIRE (aus den US of A) zusammen mit ASTPAI, PAVEMENT POETRY und TRUNKS hingewiesen. Fat Wreck Chords und so... ;) Hier geht's zum Facebook-Event! Teilnehmen und teilen, pleeze!

Meine eigenen Schandtaten hielten sich an diesem Abend übrigens in Grenzen. An der Theke hab ich mit John nur beschlossen eine Zwei-Mann-Band namens MIKROPENIS zu gründen. Die mag dann keiner, weil wir beide so ätzende Typen sind. Aber das öffnet uns dann Tür und Tor, damit wir nicht so nett sein müssen wie HI! SPENCER und stattdessen hemmungslos das Publikum und uns gegenseitig bepöbeln können. Und mit Flaschen und Fäkalien werfen und GG Allin und die DWARVES covern und so... Der emsländische Rock muss nämlich schmääriger und gefährlicher werden, hehe...

Ansonsten führte der übliche Weg nach dem Konzert natürlich in den Palast, wo ich aber nicht viel mehr gemacht hab als faul an der Theke zu sitzen - man hat ja mittlerweile das Alter für sowas ... kann mich nicht dran erinnern da noch was Schlimmes getan zu haben, man überzeuge mich ansonsten vom Gegenteil. Das einzig schockierende war nur, dass mein Cousin reinkam und WASSER bestellt hat! Unglaublich, mir ist vor Schreck fast der Russisch-Koks aus der Hand gefallen. Bucklige Verwandtschaft, unmöglich sowas... ^^