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Montag, 5. Mai 2014

Konzerte: CHRISTIAN STEIFFEN | 03.05.2014 | Gaststätte Bauschulte, Wietmarschen

Okay, der Bericht hier läuft zwar offiziell unter der Rubrik Konzerte, könnte aber genausogut unter "Unangekündigte Minus-Rockcity-Lokalitätsbesichtigungen im Emsland und Umgebung" firmieren. Diesmal ging es nach Wietmarschen, was ja schon knapp Grafschaft Bentheim ist - kein heiliges Land also! Ort des Geschehens war die "Gaststätte Bauschulte", oder kurz "Baus" (www.facebook.com/bauschulte), wie die Einheimischen das Etablissement nur nennen. Man ist ja maulfaul...

Da ich ja nicht unvorbereitet zu sowas hingehe, hatte ich mich natürlich vorher erkundigt was so geht in dem Laden. Und offensichtlich hängt da jedes Wochenende halb Wietmarschen ab! "Schöner als zu Haus ist nur bei BAUS!" [sic!], wie man in Wietmarschen so sagt... Unsereins fährt aber ja nicht grundlos irgendwohin, warum also nicht das Angenehme mit der Pflicht verbinden?!? Dementsprechend nahmen wir einen Auftritt des "Gott of Schlager", des "Bernsteinzimmers der guten Musik" als Anlass zur Anreise und Lokalitätsbesichtigung: Christian Steiffen (www.christiansteiffen.com) live on stage!!!

So sieht's aus bei Baus! Rustikal aber gemütlich. Wir hatten uns so circa unter der rechten Thekenlampe in Position gebracht. Das lief wie ein Länderspiel!

Da der Herr Steiffen schon im vergangenen Herbst einen furiosen Auftritt bei Baus hingelegt hatte (ich war damals leider durch Krankheit verhindert), waren die Eintrittskarten diesmal heiß begehrt und innerhalb von 1-2 Tagen ausverkauft. Glücklicherweise konnte ich vorher meinen Baus-Informanten drauf ansetzen, so dass wir drei Tickets zur Hand hatten um eine Mini-Taskforce zu bilden. Ein Mitfahrer fiel dann auch gleich dadurch aus dem Rahmen, dass er nachmittags beim letzten Heimspiel vom SVM schon gehörig dem Freibier zugesprochen hatte und dementsprechend von vornherein nicht mehr ganz taufrisch war...

Wir trafen recht zeitig zu 20 Uhr ein, um direkt die klassische Westernszene zu provozieren: Drei Leute betreten den Laden ... alle Anwesenden (extrem hohe Karohemddichte bei den Herren übrigens) drehen sich um und starren!!! Es fehlte nur noch, dass die Musik (Helene-Fischer-Hitmix von "DJ Caipi" und "DJ Flo") leiser gedreht wird und ein toter Busch durch den Raum weht, haha... Jedenfalls nutzten wir den Augenblick der Verblüffung und schnallten uns direkt an der Theke fest, wo kurzzeitig ein Platz unbeaufsichtigt war. Minus Rockcity - Wietmarschen 1:0!!!

Blieb also die Frage wie sich die Situation weiter entwickelt. Auf dem Land ist es ja oftmals so, dass sich spätestens nach dem zehnten Bier der ortsbekannte Dorfrüpel mit einem kloppen will, weil man unberechtigt in sein Revier eingedrungen ist und womöglich noch seine Rochen-Freundin scheel angesehen hat ("Hallo Fremder, ich bin Toby N. Tucker, oder kurz TNT!!!"). Aber nein, in Wietmarschen waren alle sehr freundlich. Die einzige passive Aggression die uns zuteil wurde, war, dass irgendjemand an der Theke mal pervers in unsere Richtung gefurzt hat! E-K-E-L-H-A-F-T!!! Ich bin mir nicht ganz sicher ob das wirklich uns galt, aber ganz ehrlich - wem auch immer das aus dem Arsch gekrochen ist, der sollte sich dringend untersuchen lassen! Das roch ganz klar nach Verwesung und innerer Fäulnis! Widerlich!!!

Heute steiffe Preise! Der Krombacher Dunkel Preis erwies sich leider als Schreibfehler. Der fatale Eintrag ist aber natürlich - wie konnte es anders sein - das letzte Getränk auf der Liste!!!

Eine der ersten Fragen der sehr kompetenten Thekenfrauen war dann auch gleich: "Ihr kommt nicht von hier, oder?" Woraufhin eben die Fronten abgeklärt wurden und wir fortan prompte Bedienung erfuhren! Das lob ich mir! Wir hatten auch gerade mal zwei Bier auf, als der schon erwähnte SVM-Freibier-Mitfahrer den Eintrag "Lütje Minze" auf der Karte entdeckte und - von der Fackel des Wahnsinns umleuchtet - gleich bestellen musste! "Lütje Minze" setze ich in Minus-Rockcity-Quartalsalkoholikerkreisen mal als bekannt voraus. Es wird vom Fürsten der Finsternis persönlich destilliert und viele Abende die schlimm endeten, fingen mit "Lütje Minze" an!!! Die Brisanz des Getränks wird vielleicht noch dadurch unterstrichen, dass uns hier der zweite Einheimische freundlich ansprach und nahelegte doch vorsichtig mit dem Getränk zu sein! Aber es war zu spät... Ich rechnete eigentlich damit, das wir das Zeug in Pinneken serviert bekommen, aber nein - bei Baus gibt's das in kleinen Fläschchen und eiskalt!!! Also: Das Elend eben runtergestürzt und gedacht "Nu is auch gut!" Und zack - standen zwei neue Fläschchen auf der Theke! Spende vom Wirt, Bausbernd sümmes! Ich bin mir bis jetzt noch nicht sicher ob ich das nett finden soll, oder ob er vielleicht doch die linke Hand des Teufels ist...

Der Lütje Minze verfehlte seine Wirkung jedenfalls nicht, ich fühlte mich direkt extrem angeschickert. Da Christian Steiffen aber noch auf sich warten ließ, mussten wir uns die Zeit noch irgendwie vertreiben. Der Glücksspielautomat war dankenswerterweise besetzt, sonst hätten wir sicherlich noch Haus und Hof verspielt - also blieben als Beschäftigungsoptionen nur weitere soziale Feldforschungen und Trinken. Was die Feldforschung betrifft, kann ich sagen, dass da bei Baus eindeutig ein Springfield/Shelbyville Effekt feststellbar war. Also die gleichen Archetypen/Charaktere die auch in Meppen rumlaufen, waren auch hier anzutreffen. Teilweise sogar Doppelgänger! Wir waren mittlerweile auch nicht mehr die einzigen Auswärtigen, aber irgendwie fielen wir am meisten auf, keine Ahnung warum, haha... Was das Trinken betrifft: Spätestens als der SVM-Freibier-Mitfahrer plötzlich unbedingt Havana-Club/Cola bestellen musste, befanden wir uns in der absoluten Todesspirale! Da mittlerweile ausreichend Schnaps im Spiel, die Einheimischen aber überaus freundlich und umgänglich waren, fingen wir auch irgendwie noch an uns ständig gegenseitig anzupöbeln ... alles sehr anstrengend, haha...

Zum Glück kam ab 22 Uhr noch ein bisschen Liebe ins Spiel, denn dann betrat Christian Steiffen - in Begleitung des Original Haseland Orchesters - endlich die Bühne!



Der Auftritt von Christian Steiffen war natürlich auserlesen gut! Nicht dass ich jemals ein schlechtes Konzert von dem Mann gesehen hätte, aber hier war halt fanatisches Publikum (der Auftritt im Herbst hatte wohl mächtig Eindruck hinterlassen) auf engstem Raum zusammengepfercht. Ekstase und Klaustrophobie gingen quasi Hand in Hand, der Wahnsinn nahm seinen Lauf! Direkt im ersten Song wurden die ersten Mädels angeflirtet, unter anderem ein Grüppchen Damen die permanent falsch sangen. Wurde aber mal gleich als Chor ins Lied eingebungen, zack, fertig ist die Laube! Und bei "Champagner und Kaviar" wollte eine Dorfschönheit vor mir anstatt "Schokolade und Sekt" nur "BIER"! Hach, in Wietmarschen ist die Welt noch in Ordnung...

In dem Stil gab's dann einen circa einstündigen höchst unterhaltsamen Ritt durch das Programm des Meisters. Dem auftretenden Künstler verschlug es auch noch fast die Sprache (kommt bei ihm nicht oft vor), als die ganze Kneipe noch die Wietmarscher Nationalhymne anstimmte. Hörte sich relativ beeindruckend an, aber Teglingen hat z. B. die gleiche Hymne, nur mit geänderten Ortsnamen, hehe... In der ersten Reihe hatte ich mittlerweile auch eine Putzfrau von der Arbeit erspäht - Abteilung kuriose Begegnungen in befremdlichen Situationen. Ich glaube ich wurde nachher noch ihrem Mann vorgestellt, auweia... Der Wietmarscher Bürgermeister (keine Ahnung ob er's war, sah aber sehr kompetent aus) linste auch noch durch die Eingangstür und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, bevor mit Polonaise und einer leicht anrüchigen Steiffen-Version von "Leise rieselt der Schnee" (kann man ja mal bringen, so Anfang Mai) dann ein fulminantes Konzert sein Ende nahm! Wunderbar!

Letztes Gedeck bei Baus... War klar, dass so alles in die Hose geht... ^^
Anschließend gab's noch 'n bisschen Smalltalk mit dem Meister höchstselbst. Man kennt sich ja mittlerweile, so circa jedes halbe Jahr seh zumindest ich den live... Ein Autogramm für meine Mama hab ich noch mitgenommen, Merchandise wurde links liegen gelassen (freche Preise), stattdessen wurden wieder wahnwitzige Getränkebestellungen aufgegeben. Und irgendwann ging's dann wieder in Richtung Heimat. Und da verlässt mich die Erinnerung dann auch irgendwie. Ich vermute mal, dass wir irgendwann gegen 1 Uhr im Rockpalast angekommen sein müssen. Mir ist allerdings vollkommen unverständlich wieso wir dann erst gegen 5 Uhr zuhause in der Poofe sein konnten... Beängstigend! Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Ich befand mich offensichtlich an der Palasttheke plötzlich in Hartsprit-Runden in die ich gar nicht rein wollte, die Pöbel-Tension war auch noch sehr hoch und artete fast in Kloppereien untereinander aus und an den Rest erinnere ich mich nicht mehr. Ganz schlimm!

Fazit: Für Baus vergebe ich mal 'n Daumen nach oben, da war's sehr nett! Für Christian Steiffen ebenfalls, da hatte ich aber auch nix anderes erwartet. Der Rest ... tja, Mantel des Schweigens, haha... Hier geht der Wahnsinn weiter:
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition, Alitave - JuZ "Jam"
  • 10.05.14: Punkfest #3 (u. a. Sonic Avenues, Needles//Pins etc.) - Bastard Club, Osnabrück
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival - JuZ "Jam"
  • 14.06.14: The Lion & The Wolf, Katie Malco + Support - JuZ "Jam"
  • 28.06.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula, Käfer K - JuZ "Jam"
  • 25.07.14: Rock unter Linden - Schülerwiese
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Montag, 27. Januar 2014

Konzerte: JANCEE PORNICK CASINO, CHRISTIAN STEIFFEN | 25.01.2014 | Bastard Club, Osnabrück

Turbojugend, ha ... hätte ja nie gedacht, dass es mich als Punkrock-Gralshüter(-Wannabe) mal auf ein Turbojugendtreffen verschlägt, aber am 25. Januar war's soweit! Wobei das Ganze natürlich öffentlich war, um genau zu sein der Neujahrsempfang der "Turbojugend Wüste" im Osnabrücker Bastard Club. Hehe, es juckt mir auch schon wieder in den Fingern Läster-Litaneien zur Turbojugend im Allgemeinen zu verfassen, aber ich lass es mal bleiben. Denn der Abend war sehr gelungen - soviel schon mal vorweggenommen - und eine echt coole Veranstaltung. Aaaaaaber, es sei noch mal festgehalten: die goldene Konstellation JANCEE PORNICK CASINO vs. Christian Steiffen gab es zuallererst in Meppen! Ein denkwürdiger Abend damals, knapp über ein Jahr her und HIER nachzulesen. Da könnte ich jetzt natürlich "Nachmacher" in Richtung Turbojugend Wüste schreien, aber nee ... ich hab mich einfach nur gefreut, dass ich diesen phänomenalen Doppelpack noch mal live erleben durfte - fein fein!

Nach Osnabrück reisen ist ja auch so eine Sache für mich, wurde mir doch gerade noch tags zuvor via WhatsApp mitgeteilt, dass es da Leute gibt, die mich gar nicht mögen, ja sogar kacke finden. Haha, nun denn, so ist das wenn man 1. Vorsitzender im "Klub Arrogant" ist und auch hier und da mal kundtut, was man denkt... Kommt offensichtlich nicht jeder mit klar... Wir sattelten jedenfalls trotzdem die Pferde, dachten eigentlich wir wären recht früh dran, nur um dann vor Ort festzustellen, dass wir die erste Band (SAIGOONS) schon verpasst hatten. Das JANCEE PORNICK CASINO (www.facebook.com/TheJanceePornickCasino) zauberte bereits die ersten Songs auf die Bretter, also flugs Eintrittsstempel abgeholt - ein besonders hübscher übrigens...

Exzellente Bestempelung im Bastard Club! HELLOWEEN - hab ich in meiner Jugend gerne und viel gehört. Keeper Of The Seven Keys Part 1 und 2 ftw!!!
Das Konzert stieg im Keller des Bastard Clubs und Jancee und seine beiden Russen spielten schon den "Chikatilo Boogie", also stiegen wir direkt mit Vollgas ein. Der Laden war okay gefüllt, die Laufwege zur Theke und zurück aber relativ problemlos ohne viel Gedrängel zu bewältigen. Ist ja wichtig sowas, wenn man zu solchen Veranstaltungen geht muss man gleich die Nachschubwege prüfen!!! Beck's ist in Osnabrück übrigens 20 Cent günstiger als in Meppen...

Viele bekannte emsländische Gesichter waren ebenfalls vor Ort, z. B. die Halü-Partygirlcrew, Doktor Rohdowski, der äußerst angetüterte SokratASS Radtke und mindestens die Hälfte der "Turbojugend Meppen" (also 2 Leute, haha). Dazu dann noch das "Kommando Kettenfett" aus Rheine und nach dem Konzert hab ich noch ein Mitglied des BLS-Chapter-Meppen entdeckt, der mit dem Bus aus GM-Hütte da war. Hört sich komisch an, is' aber so gewesen... ;)

Die richtige Mischung an Leuten war also vorhanden und das JANCEE PORNICK CASINO ebenfalls in guter Form. Das letzte Mal hatte ich die Band tatsächlich beim eingangs erwähnten Konzert in Meppen gesehen. Hmm, eine eiserne Regel sollte eigentlich sein, mindestens 1x im Jahr das JANCEE PORNICK CASINO anzusehen und abzufeiern - 13 Monate isses nu her, ach, ich denke das zählt noch! Vom Line-Up her hatte sich insofern was getan, als das anstatt Vladimir nun Slava an der Bass-Balalaika war. Sein Vorgänger hat ja durchaus große Fußstapfen hinterlassen (also nicht nur physisch, sondern auch musikalisch, haha), die galt es erstmal auszufüllen. Aber Slava ist ein super Mann, sowohl am Instrument (in der Zugabe zog die Band eine ziemlich unglaubliche "Ace Of Spades" Coverversion ab, in der er alleine mit der Balalaika den kpl. Saitensound besorgt hat) als auch stimmlich, bei so wichtigen Stimmungshits wie "Schwarze Seele"! Hier der audiovisuelle Beweis:


Insgesamt also wieder eine absolut gelungene Show vom JANCEE PORNICK CASINO, mit ordentlich Action, unglaublicher Gitarrenakrobatik, Publikumsausflügen und allem was dazugehört. Und während die im Dezember 2012 in Meppen noch geheadlinet hatten, hatte nun Christian Steiffen (www.christiansteiffen.de) das Regiment. Osnabrück ist ja sozusagen Heimspiel für den Burschen, der ist für die Stadt wohl sowas wie ein Original. Er macht seit Jahren das "Disco Bingo" im Grand Hotel, ist im September 2013 sogar als Bürgermeisterkandidat angetreten (und hat u. a. mehr Stimmen geholt, als der FDP-Kandidat, hihi) und "Osnabrücker des Jahres" war er irgendwann auch schon mal, glaub ich... Dementsprechend hatte er also willige Adepten vor sich, als er so um 22 Uhr rum die Bühne betrat!

Das Haseland-Orchester war leider nicht mit dabei, vielmehr trat Christian Steiffen mal wieder mit Playback auf. Hört sich doof an, aber bei so einem Vollblut-Entertainer kommt am Ende trotzdem eine super Show raus. Wir wurden auch direkt am Anfang mit "Das ist ja 'ne interessante Ecke hier!" recht freundlich gegrüßt und danach gab's natürlich kein Halten mehr. Der Typ ist echt so super, den würde ich glatt auf meiner Hochzeit spielen lassen, wenn er das nicht schon längst getan hätte, haha... Inzwischen hatte sich auch Jancee in der "interessanten Ecke" zu uns gesellt, der spielt dann übrigens auf der Silberhochzeit! Haben wir glaub ich noch per Handschlag abgemacht, kann ich aber auch nicht mehr beschwören, hehe...

Die halbe Turbojugend Nordwestdeutschlands lag sich nach wenigen Steiffen-Songs jedenfalls hart liebkosend in den Armen, sämtliche Texte wurden sicher mitgesungen und bereits nach gefühlten 4-5 Songs gab's schon eine ungeplante Polonaise über die Bühne und zurück. Zur Eskalation trug sicherlich auch das Automatik-Hemd von Herrn Steiffen bei, das öfter mal tiefe Einblicke gewährte. Die Publikumsinteraktion war auch wieder grandios, mit "Maus" und der Helga Feddersen Doppelgängerin konnte ich zwei Highlights sogar auf Video bannen:


Da küssen sich auch Männer in der ersten Reihe, hach, es war wieder traumhaft. Der Meister hatte die Meute vollkommen in seinem Bann! Neue Songs wurden auch angekündigt aber nicht gespielt, es gab die Peter Alexander Coverversion "Komm und bedien' dich bei mir", die ich vom Steiffen auch noch nie live gesehen hatte - nur "Mein bester Freund" fehlte mir zu meinem Glück, aber das soll den wunderbaren Auftritt nicht schmälern. Mit dem "Flasche Bier Marsch" fand ein wunderbarer Abend dann seinen würdigen Abschluss!

Zwischendurch gab es übrigens ab und an mal seltsame Ansagen über das Wetter - von Schnee war die Rede... Wir dachten uns ja nix Schlimmes dabei - bis wir dann nach Konzertende mal vor die Tür gingen. Da sah's dann so aus:

Wetter und so: War aber dank des Schnees schön hell draußen, so gegen 23:30 Uhr...
Ich dacht ich krieg 'n Dahlschlach! Für nordwestdeutsche Verhältnisse war das ja schon fast ein Blizzard, also schnell Bier aufgetrunken und ab nach Hause (nein, ich bin nicht gefahren). Das dauerte dann zwar doppelt so lange wie normal, aber bis auf kleinere Zwischenfälle die uns nicht maßgeblich betrafen (1x Schnee gelb machen an der Ostlandstraße, eine Autobergung kurz hinter der B68-Ausfahrt, 2x Schneepflug überholen) ging's ohne größere Rutschpartien vonstatten.

Zwischenzeitlich hatten im heimischen Meppen OUT OF PRACTISE und SOFA-ROCK den "Rock unter Linden Bandcontest" gewonnen. Glückwunsch dazu, ich denke meine Abwesenheit ist nicht großartig aufgefallen. Den Ruf des Meisters darf ich halt nicht ignorieren, hehe... So geht's konzertmäßig übrigens in Meppen weiter, denke da sieht man sich beim ein oder anderen Event:
  • 01.02.14: Attack Of The Monsters IV - JuZ "Jam"
  • 22.02.14: Poetryslam "Redeflussfahrt" (ausverkauft!) - Amisia
  • 01.03.14: Punkpalast Vol. 2 (Against Randy, Weltraum Power, Montreal) - Rockpalast
  • 08.03.14: "Akkord-Karate" mit Twee-Star, Distance Remains, Salfort - JuZ "Jam"
  • 29.03.14: Drones, Shine Bright, TMH - JuZ "Jam"
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition - JuZ "Jam"

Dienstag, 29. Oktober 2013

Review: CHRISTIAN STEIFFEN

CHRISTIAN STEIFFEN - Arbeiter der Liebe
CD | Warner | 14 Songs - 49:39 Minuten

Halleluja! Lange haben wir drauf gewartet, jetzt ist sie endlich da: Die erste Langspielplatte (was ist eigentlich mit Vinyl?!?) von Christian Steiffen! Tja, fertig war das Album wohl schon lange, aber das ist halt das Elend wenn man auf einem Majorlabel wie Warner veröffentlicht ... da bleiben solche Rohdiamanten auch mal ein paar Monate bis zur endgültigen Veröffentlichung liegen...


Dass die Scheibe geteilte Meinungen hervorrufen wird, war vorher natürlich auch schon irgendwie klar. Da ich mit meinem Review (wie immer) ziemlich spät dran bin, durfte ich u. a. schon recht unmotivierte Verrisse von INTRO und 1LIVE lesen. Pfui! Na ja, nichts ist leichter als ein unmotivierter Verriss - den könnte ich jetzt auch raushauen, da ich mir die CD (im schicken Digipak übrigens) gekauft und nicht als Promoexemplar angefordert hab. (Allzuviele Reviewvögel sind ja persönlich beleidigt wenn sie nicht alles für lau in den Arsch geblasen bekommen...) Allerdings hab ich meine Nase im Laufe der Jahre auch tief genug in irgendwelcher Musikkritikerschmierfinkenscheiße gehabt, um mich heutzutage bewusst aus diesem Hamsterrad rauszuhalten. Und ich bin ganz froh nicht zum verbitterten saturierten pseudointellektuellen Honorarschreiber geworden zu sein. Denn Musik ist eine Sache die ich liebe, da hab ich keinen Bock mich mit Veröffentlichungen auseinanderzusetzen, auf die ich ja eigentlich gar keine Lust habe... Und Stichwort Liebe: Das ist womöglich genau das Gefühl, was die armen Wichte in den INTRO- und 1LIVE-Redaktionen nicht mehr empfinden können, um die Größe dieses Steiffen-Epos zu erfassen! Ha!

Uh, jetzt trägt er aber dick auf, mag jetzt manch einer denken... Aber auch ich bin geläutert, wurde sozusagen vom Saulus zum Paulus, was Christian Steiffen angeht. Ich verstehe durchaus, wenn man ihn am Anfang womöglich scheiße findet ... bei mir sah das Ganze anfangs ähnlich aus:

Eines Tages quatschte mein Kumpel Jogi mich an, ob ich nicht ein Konzert in Meppen machen wollte: "Mit meinem Nachbarn aus Osnabrück, der macht so Schlager..." Ich dachte nur "Watt willst du? Schlager?!?" und ignorierte das erstmal. Als gestandener Punkrocker will man ja keine Schandflecke auf seine angeranzte Lederjacke kommen lassen. Irgendwann hab ich dann auch das Steiffen-Video zu "Ich fühl' mich Disco" gesehen und war verwirrt... Aber spätestens als ich mir dann den Clip zu "Ich hab die ganze Nacht von mir geträumt" zu Gemüte geführt hatte, platzte der Knoten allmählich... Fritten ins Eisfach, sag ich nur!


Danach hab ich noch so ca. 3 Wochen gebraucht, bis ich auch das Wortspiel im Künstlernamen gecheckt hab. Als ich aus dem Lachen wieder raus war, hatte Jogi dann bereits das Heft selbst in die Hand genommen und für den 15.12.2012 ein Konzert von Christian Steiffen gemeinsam mit dem JANCEE PORNICK CASINO in Meppen gebucht. Und im Nachhinein muss man sagen: Legendärer Abend (HIER nachzulesen)! Der Laden war proppenvoll, Jancee hat während seines Auftritts gekotzt, Christian nicht, im Gegenteil - er war ein wahrer Sonnenschein! Wer sonst bringt als "unbekannte Vorband" eine ganze Dorfjugend dazu voller Inbrunst dazu lauthals "Sexualverkehr" zu singen?!? Das kann nur einer! Und das war dann auch der Augenblick in dem ich bedingungsloser Fan wurde! Wir (gestandene Männer!) waren sogar nach dem Auftritt fast so weit pubertierende Dinge zu tun, wie z. B. eine "Steiffenjugend Meppen" zu gründen. Herrlich!!!



Aber ich schwafel wieder rum, kommen wir also jetzt zum Album. Ein Blumenstrauß von 14 Songs ist drauf. Rein musikalisch gibt es perfekt arrangierte Schlagermusik. Erwartet also keinen Schrott! Das Original Haseland Orchester unter der Leitung von Dr. Martin Haseland hat da einen perfekten musikalischen Unterbau geschaffen, der sich neben Schlager auch aus allerlei anderen Genres bedient, z. B. Disco/Funk ("Ich fühl' mich Disco"), Gospel (man achte auf die Chöre in "Mein bester Freund") und und und... Singen kann der Christian übrigens auch ganz gut, sogar ein leichter Howie Carpendale Slang ist mitunter zu erahnen ("Ein Leben lang"). Und Reinhard Mey ... na ja, das werdet ihr schon selber rausfinden wenn ihr die Platte anhört ... ich will ja nicht zuviel verraten. ;) Mit Liedern wie "Eine Flasche Bier", "Wie gut, dass ich hier bin" oder "Sexualverkehr" geben sich hier die Hits jedenfalls die sprichwörtliche Klinke in die Hand! Die Krönung ist "Ich habe Haschisch probiert", das daherkommt wie eine Mischung aus FAITH NO MORE's "Schützenfest" und "Feel Good Hit Of The Summer" von den QUEENS OF THE STONEAGE.

Am Haschisch-Songtitel lässt sich dann auch schon direkt die textliche Marschrichtung ablesen. Verpackt in diese unvergleichlich schmalzige Schlagerlyrik wird da nämlich meist nach wenigen Zeilen der Schwarzhumor-Hammer rausgeholt. Das Humorniveau variiert dabei naturgemäß irgendwo zwischen subtil bis zotig, schweinisch oder gar derbe. Vielleicht sitzen nicht alle Gags so hundertprozentig, aber auch nach mehrmaligem Hören könnte ich mich bei einigen Liedern immer noch einnässen vor Lachen! Ich gebe zu, wenn das Ganze nicht von diesem ludenhaften Halbweltschönling Christian Steiffen gesungen würde, wäre es vielleicht irgendwie nur halb so witzig. Aber der Mann zieht das mit Look und Attitüde so überzeugend durch, dass auf "Arbeiter der Liebe" einfach das Gesamtbild stimmt! Hier passt alles perfekt zusammen, wie Arsch auf Eimer sozusagen! Und man ertappt sich übrigens ständig dabei, wie man die Lieder unbewusst vor sich hinsingt: im Supermarkt, auf der Arbeit, am Kaffeetisch bei Muttern ... da kann so ein sanft dahingehauchtes "Se-xu-al-verkeeeeheeeer, sha na na na" durchaus mal für Erheiterung oder andere Dinge sorgen...

Es gibt natürlich auch viele Leute die diesen Humor gar nicht ganz durchschauen, auch das durfte ich schon mal erleben. Da waren dem Herrn Steiffen bei einem Auftritt einige Leute (Fraktion Ü60-Spaßbremse) ausgesetzt, die diese Kombination aus perfekter Schlagermusik und schwarzhumorig/anzüglichen Texten überhaupt nicht wechseln konnten. Und obwohl er Songs wie "Haschisch" und das Lied über seinen Kumpel Jesus schon bewusst ausließ, sah ich auf einigen Gesichtern das Lächeln wahrhaftig gefrieren, haha... (Und das ist übrigens nicht bei meinem letzten Besuch in den Redaktionen von INTRO bzw. 1LIVE passiert, hehe...)

Zum Album möchte ich also abschließend festhalten: Es ist ein Hit! Und wer sich gerne mit etwas abseitigem Humor beschäftigt, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. This is Entertainment und ihr wisst hiermit was euch erwartet! Alle anderen können sich meinetwegen weiter "Supertalent" in der Glotze geben oder auf die Suche nach der nächsten künstlerisch wertvollen psychedelisch-atonalen Avantgarde-Indiecombo begeben, viel Spaß dabei!

Die Quintessenz bei Christian Steiffen ist halt: Das Ganze ist auf seine eigene Art und Weise gut gemacht! Ob man das jetzt toll findet oder nicht... Und da steht auch weitaus mehr dahinter, als dass es nur ein Gag-Schnellschuss wäre. Hinter der Kunstfigur Christian Steiffen (nein, er heißt leider nicht wirklich so) steckt ja auch ein echter Typ! Also "Typ" im Sinne von "Original" (Ende 2012 wurde er sogar zum "Osnabrücker Original" gewählt). Im Zeitraffer zusammengefasst, hat das Ganze angefangen, als ein gewisser Reverend Hardy Hardon seinen Schabernack auf dem Katholikentag 2008 in Osnabrück trieb und dort die Christenheit auf die Schippe nahm. Und danach entwickelte das Ganze eine gewisse Eigendynamik. Wobei Christian Steiffen seinen - nennen wir es mal "Rock-Roots" - auch immer treu geblieben ist. Man denke z. B. an die DAMPFMASCHINE-Connections, mit denen er auch schon auf der Osnabrücker Maiwoche auf der Bühne stand. Und guckt mal wer da bei Minute 1:25 hinter der Theke steht... ;)


Auch das Original Haseland Orchester hat seine Wurzeln ja bei einer Band mit knüppelhart satirischem Hintergrund, die wegen Songs über Onkel Ditmeyer und Steffi Graf schon Kontakt mit der deutschen Justiz und diversen Gerichtssaalbänken hatte. Und ebenfalls legendär dürfte jetzt schon Christian Steiffen's Oberbürgermeisterkandidatur in Osnabrück im September 2013 sein, wobei er sogar den Kandidaten der FDP ausgestochen hat... Und neulich hat er sogar noch auf einem Punkrockfestival gespielt! Also Christian Steiffen jetzt, nicht der Kandidat der FDP. Und ein Kinofilm mit ihm ist jüngst auch noch gestartet (er spielt - wie kann es anders sein - sich selbst). Über Herrn Steiffen gibt's also schon so einiges zu erzählen (ich hab bestimmt noch ein paar Sachen vergessen) und die "Arbeiter der Liebe" CD ist eine mehr als gelungene Debütscheibe um die Steiffen-Legende zu untermauern.

Was die Zukunft angeht... Die Gefahr liegt natürlich auf der Hand: Wo wird Christian Steiffen landen? Mit Grausen denkt man an Gestalten wie Mambo Kurt ... irgendwann mal ganz witzig gewesen, aber mittlerweile auf Hartmetallfestivals und -kreuzfahrten gestrandet, wo er den Kasper vor bierseligen Metaldumpfmuffen machen darf, die von sich selbst denken sie hätten voll den crazy Humor... Oder - ähnlich schlimm - als Zwischendurch-Gag vor irgendwelchen Versicherungskaufleuten, Jungliberalen und ähnlichen Langweilern in Denim-Kutten auf der nächsten Turbojugendparty? Oder zwischen Mallorca-Zombies wie Mickie Krause oder Jürgen Drews am Balneario?!? Oder gar Provinz-Schützenfestzelte?!? Und was ist eigentlich aus Dieter-Thomas Kuhn und Guildo Horn geworden? Und ... na ja, seien wir ehrlich ... wenn man bei einem Majorlabel veröffentlicht, muss man evtl. auch mal Dinge machen, die vielleicht nicht ganz so cool sind... Bravo-Foto-Lovestory fänd' ich aber durchaus passend!

Ich wünsche Christian Steiffen jedenfalls alles Gute. Der Mann ist durch und durch Entertainer und ein mit allen Wassern gewaschener Charmeur noch dazu. Ich für meinen Teil genieße momentan die Zeit, in der er (noch) Geheimtipp ist...Wenn in einem halben Jahr nur noch Dullies auf den Konzerten sein sollten warte ich halt geduldig auf seine Reinkarnation als MOTORSTEIFFEN!!!

Dienstag, 18. Dezember 2012

Konzerte: Christian Steiffen vs. JANCEE PORNICK CASINO (15.12.2012 - JuZ Meppen)

Mannoman, ich nehme ja ungern ein Fazit vorweg, aber zu Steiffen vs. Pornick kann ich im Nachhinein nur sagen: Ein denkwürdiger Abend!!! Als hätte ich's geahnt, war ich den ganzen Tag über schon total nervös und musste ständig auf's Klo. Der übrige Tagesablauf war selbstverständlich geprägt von versauten Wortspielen, denn wenn abends Christian Steiffen spielt, bekommen so profane Dinge wie Spritzgebäck und Tortenguss nachmittags mitunter eine ganz andere Bedeutung...

Aber wie konnte es zu diesem "Clash of the Entertainment-Titans" eigentlich kommen? Zur wahnwitzigen Kombination "Schlager vs. Rock'n'Roll"? Oder wie der Emskopp so schön sagte: "Kirschlikör und Eiskalter Wodka"?!? Ich kann mich grau daran erinnern, dass Yogi (der federführende Organisator bei diesem Konzert) mir Christian Steiffen vor geraumer Zeit schon mal vorgeschlagen hatte. Da dachte ich: "Schlager? Will der mich verarschen?!?"

Heute bin ich schlauer! Denn nachdem Yogi im Sommer schon mal so nebenbei das JANCEE PORNICK CASINO für einen Dezembergig klar gemacht hatte, bewies er ein absolut goldenes Händchen als er Christian Steiffen einfach dazu packte! Chapeau! Im Vorlauf gab es bereits massig Meldungen beim JuZ, ob es auch einen VVK geben würde, was eher ungewöhnlich ist, im Vorlauf einer lockeren kleinen Meppener JuZ-Show. Man durfte also gespannt sein, was im Endeffekt tatsächlich los sein würde.

Das Konzert selbst hab ich zwar nicht geschmissen, dafür aber den Flyer gezaubert. Ein Traum in Schleiflack!
Und es kamen dann letztendlich über 100 Leute!!! Der Laden platzte aus allen Nähten, aber am 15.12. kann man sich ja schon mal in so einer gemütlich vollgepackten Butze auf besinnliche Weihnachten einstimmen. Da die Kombination der musikalischen "Acts" eher ungewöhnlich war, war die Publikumszusammensetzung auch sehr gemischt. Ich denke die Leute die wegen Steiffen da waren und die Jancee-Fans hielten sich so ziemlich die Waage. Es wurde sogar eine "Turbojugend Meppen" Jacke gesichtet, und ein nicht unerheblicher Teil des Publikums hatte schon seit nachmittags zuhause vorgeglüht ... und sich dann an der Meppener Bahnhofskaschemme zusammengerottet ... so munkelt man zumindest.

Die Zeichen standen also auf Sturm! Es stellte sich die Frage was Christian Steiffen dem entgegenzusetzen hatte, außer seiner windschnittigen Frisur und dem pornösen Oliba. Jüngst erst zum "Osnabrücker Original" gewählt, haute er schon nach 10 Sekunden den ersten VfL Osnabrück/SV Meppen Gag raus und umschmeichelte so direkt auf nonchalanteste Art und Weise das emsländische Publikum. An anderen Abenden hätte der lila-weiße Charmebolzen dafür womöglich direkt was an den Tabernakel bekommen, hier lagen ihm die Zuhörer direkt nach den ersten Tönen zu Füßen. Mit Hits wie "Arbeiter der Liebe", "Ich hab die ganze Nacht von mir geträumt", "Selbstmitleid", "Ich fühl' mich Disco" oder "Ich habe Haschisch probiert" wickelte Herr Steiffen Meppen um den sprichwörtlichen kleinen Finger.

In einer Stadt in der manchen konservativeren Einwohnern vor einigen Jahren bereits die Aufführung der "Rocky Horror Picture Show" sauer aufstieß, bot diverses Steiffen-Songmaterial natürlich einigen textlichen Zündstoff. Ich bin z. B. gespannt, was die ein oder anderen Elternteile dazu sagen werden, wenn sie ihren Nachwuchs auf dem nachfolgenden Video voller Inbrunst beim Mitsingen des Songs "Sexualverkehr" ertappen...


Ihr merkt schon, es roch nach Skandälchen und das Ganze ging schon nach kurzer Zeit straight in Richtung Sodom und Gomorrha! Christian Steiffen warf sämtlichen Damen in den ersten Reihen permanent eindeutig zweideutige Blicke zu. Da hätte ich nun allen Grund gehabt empört zu sein, da sich auch meine Frau unter den Anwesenden befand ... stattdessen tanzte ich schon nach 10 Minuten Limbo unter Steiffen's Mikroständer ... so schnell kann's gehen und ein Schelm der Böses dabei denkt! Dazu sang er dann noch darüber, dass Jesus Christus ein Kumpel von ihm war und er eigentlich 2.000 Jahre alt ist. Sah man ihm aber gar nicht an! Davon abgesehen handelten die Texte aber vom knallharten wahren Leben und sprachen so manch einem direkt aus der Seele. Als Beispiel sei hier mal der Hit "Eine Flasche Bier" angeführt. Hören und sehen sie selbst:

Ich muss sagen: Wer sich bei Minute 2:01 nicht zumindest ein bisschen verknallt hat, kann keine Liebe empfinden! Ein Höhepunkt folgte also dem anderen. Die Show entwickelte eine verblüffende Eigendynamik, z. B. entstand gegen Ende das "Meppener Echo", das den Herrn Steiffen sogar beim Singen etwas zu irritieren schien. Und ich dachte der sei mit allen Wassern gewaschen, ha ha... Er konterte diese Unwägbarkeiten aber z. B. dadurch, dass er uns in den Ansagen freimütig von seiner jüngst überstandenen Arsch-OP erzählte. Da musste ich spontan an eine andere Band denken, die im JuZ einmal ebenfalls das Thema Arsch-OPs in ihre Ansagen einbaute und mich dann später mit Mails bombardierte, damit ich die Videos lösche die ich davon gemacht hatte. Tja, Gags muss man bringen können. Steiffen kann's, andere nicht!

Krönender Abschluss war dann die Polonaise zur Marschversion von "Eine Flasche Bier", bei der einige Zuspätkommer und draußen Rauchende VOR dem Jugendzentrum förmlich von der Parade entfesselter Steiffen-Fans überrannt wurden. Das sieht man nicht alle Tage!

Was ich anschließend noch so an Gossip erfahren konnte (ohne Gewähr, versteht sich):
  • Christian Steiffen fuhr nach dem Konzert direkt weiter zu einem anderen Auftritt. Angeblich feierte eine gut betuchte Bierfabrikantin (eigentlich in Dubai wohnhaft) ihren Geburtstag. Zitat: "Na ja, die ist blond, Single und stellt Bier her ... wie kann ich da NEIN sagen?!?"
  • Der Organist Dr. Martin Haseland hat angeblich mal bei den ANGEFAHRENEN SCHULKINDERN gespielt, die ja in der Vergangenheit auch schon mit Hymnen wie "Tötet Onkel Dittmeyer" oder "I wanna make love to Steffi Graf" deutsche Konzertsäle und Amtsgerichte unsicher machten...
  • Christian Steiffen heißt in Wahrheit gar nicht Christian Steiffen, aber sein echte Name könnte ebenfalls einem deutschen Pornoproduktions-Pseudonym-Lieferanten eingefallen sein... 
So ließ Christian Steiffen also das Meppener Publikum zurück - erschöpft und bebend vor Erregung! Würde das JANCEE PORNICK CASINO das noch toppen können?!? Ich sag mal so: Es war anders als der Steiffen-Auftritt, aber mindestens genauso geil!

Jancee und seine beiden Russen sind in Meppen ja keine Unbekannten. Das erste Konzert fand 2008 im Meppener JuZ statt, damals hatte ich das noch mitorganisiert. Und damals hatte das JANCEE PORNICK CASINO das auf seiner Seite, was Christian Steiffen an diesem Samstag ausspielen konnte: den Überraschungseffekt! Damals wusste kaum jemand was ihn/sie erwartet, und dann nahm das amerikanisch/deutsche Trio den Laden schlicht und einfach auseinander! Seitdem war Jancee noch zweimal auf dem Meppener Stadtfest zu Gast und ich hab ihn noch bei anderen Gelegenheiten gesehen. Dabei haben wir viel getrunken und viel gequatscht, der Mann ist einfach ein großartiger Typ. Und halb Meppen weiß halt mittlerweile auch, was das JANCEE PORNICK CASINO für eine Bomben-Liveband ist! Blinde Hühner finden halt auch mal 'n Korn, haha...

Das sei also mal vorweggeschickt: Ich kenne und schätze sowohl die Band als auch die Typen an sich! Und deswegen feier ich die natürlich auch ab! Davon abgesehen, kann wohl niemand abstreiten, dass Jancee Warnick ein unglaublich harter Bühnenarbeiter ist und nebenbei noch ein begnadeter Entertainer mit Halbwelt-Charme und unvergleichlich guter (Surf-)Gitarrist! In Kombination mit seiner russischen Rhythmussektion (Vladimir und Alexei - ebenfalls coole Typen) ergibt sich das unvergleichliche Trio JANCEE PORNICK CASINO!

Auch wenn es schwer war nach Christian Steiffen noch einen draufzusetzen - die Show vom JANCEE PORNICK CASINO war der erwartete Knaller! Und das, obwohl Jancee selbst mit Magen/Darm-Beschwerden äußerst angeschlagen ins Rennen ging. Wer sich im folgenden Video also fragt wohin der Frontmann zwischen Minute 3 und Minute 6 verschwindet, der zähle bitte 1 und 1 zusammen...

Eine Band (die JIZZLOBBERS) hatte es im JuZ mal gebracht, in der Mitte des Sets mit dem Spielen aufzuhören um eine Rauchpause einzulegen. Aber dass ein Frontmann während eines Auftritts losrennt um erstmal rückwärts zu frühstücken hatte ich auch noch nie gesehen... Und dann kommt er wieder und spielt weiter als sei nix gewesen... Das soll erstmal einer nachmachen, haha!

Mittlerweile konnte man die Luft im JuZ schneiden, die Biervorräte neigten sich dem Ende zu und der inoffizielle Meppener Vladimir-Fanclub wurde immer betrunkener. Nichtsdestotrotz war sich die Band nicht zu schade auch immer wieder unschuldige Zuschauerinnen auf die Bühne zu entführen. Wenn der Steiffen schon so gebaggert hat, durfte sich das JANCEE PORNICK CASINO natürlich nicht lumpen lassen...

Irgendwann geht aber auch das schönste Konzert zu Ende und so wankte auch das JANCEE PORNICK CASINO nach ca. einer Stunde von der Bühne, nachdem sie absolute Vollbedienung geboten hatten. Ich denke allein von der Stimmung und den Besucherzahlen war das ein JuZ-Abend der lange Zeit nicht zu toppen sein wird! Sackstark! Wer nicht dabei war ... bla bla ... wisst ihr selber, nä?!?

Danach war noch Zeit für Smalltalk, z. B. mit Jancee über's Heiraten, Kinder kriegen und die derzeitigen Plattenpresspreise ... die wichtigen Dinge des Lebens halt. Und mit dem ehemaligen ASSPATROL-Drummer "SokratAss" über das erste mycourts-Festival im Meppener Rockpalast am 29.12.2005 ... auch so ein legendärer Abend, verdammt! Wenn ich mich richtig erinnere haben wir damals Long-Island-Icetea in Plastikwannen angerührt... Da müssten in meinem Giftschrank auch noch Fotos und Tagebucheinträge liegen, mal sehen, vielleicht stell ich das irgendwann auch noch mal online, hehe...

Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: Eigentlich folgt hier standardmäßig ein Alkoholexzess meinerseits im Rockpalast. Der blieb aber diesmal aus, da wir am nächsten Tag die bucklige Verwandtschaft zu Gast hatten. Ich war also um 1 Uhr zuhause .... zivilisierte Zeit ... trotzdem 'n Kopp wie 'n Rathaus gehabt ... na toll, da kann ich nächstes Mal genausogut wieder voll durchziehen.

Über sonstige Eskapaden müsst ihr aber diesmal andere Leute befragen. Angeblich soll noch wieder von einigen die Bahnhofskaschemme angesteuert worden sein, aber ... ich weiß von nix, ich war brav zuhause ... Hände auf der Bettdecke!