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Dienstag, 29. Dezember 2015

Konzerte: Weihnachts-Triple-Feature (Jancee/Jam, Wohnzimmerkonzert/Haren, Metal Meeting/Rockpalast) | 19. - 26.12.2015 | Meppen/Haren

So, das war das Konzertjahr 2015 in Meppen und Umgebung, zumindest für mich... Und die letzten drei Shows waren noch mal ordentliche Knaller. Zwar wäre ich am 18. Dezember fast noch im brennenden Wrack eines Taxibusses gestorben, weil ein nicht näher genannter Jemand bei Tempo 110 km/h die Schiebetür aufriss und anscheinend Vietnam-Helikopter-Bordschütze spielen wollte, aber ich blieb der Welt noch mal erhalten. Abenteuer Firmenweihnachtsfeier, man man man...

Wunderschöner Flyer, oder? Foto und Layout von meinereiner ;) www.facebook.com/bangboomBOMBE
So konnte ich dann also am Samstag, 19. Dezember, doch noch die heiligen Hallen des "Jam" betreten um dort BRUS und dem JANCEE PORNICK CASINO zu lauschen. Und ohne die genauen Besucherzahlen zu kennen würde ich mal sagen: Ausverkauft! Die Jam-Butze wurde also endlich mal wieder zur Sardinenbüchse, da schwitzt man sich doch gerne die Seele aus dem Leib, haha...

Den ersten Temperaturanstieg verursachten die Burschis von BRUS (www.facebook.com/wearebrus/) mit ihrem minimalistischen harten Garage-Blues-Rock. Geile knackige Riffs, stimmgewaltiger Sänger, ordentlich bumsende Drums - I like it! Dürfte aber mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass ich die gut finde, hehe... Die üblichen Nörgler ("Da fehlt halt 'n Bass" blabla) waren zwar auch da, BRUS waren aber definitiv ein passender Anheizer. Wenn ich nörgeln wollte könnte ich mein übliches "kürzere Songs", "weniger Livepausen/kürzere Ansagen" oder "weniger Rock-Klischees in den Lyrics" anbringen, aber auf mich hört ja sowieso keiner, haha. BRUS machen das auch schon gut so, wie sie es machen!


Anschließend dann nach 3-jähriger Abstinenz die Rückkehr des famosen JANCEE PORNICK CASINOS (www.janceewarnick.com) nach Minus-Rockcity-Meppen! Wenn ich richtig gezählt hab waren der gute Jancee und seine beiden russischen Mitstreiter nun schon zum fünften Mal in Meppen und es war jedes Mal (auch diesmal, das nehm ich schon mal vorweg!) ein Fest. Lustigerweise war beim letzten Mal sogar Christian Steiffen im Vorprogramm (siehe HIER), als ihn noch kaum einer kannte. Verrückt! Diesmal hatten ja wie gesagt BRUS schon gut angeheizt und wem noch nicht heiß genug war der ließ sich halt von Cheesy freiwillig oder unfreiwillig Glühwein in den Nacken/den Ausschnitt/die Schuhe gießen. Jaaaaa, es war wieder sehr gesellig... ^^

Alle waren also gut drauf, nur dem Drummer schien 'ne Laus über die Leber gelaufen zu sein. Allerlei Leute die ihm auf seinem Weg zur Bühne im Weg standen wurden angepampt, dann gab's noch leichte Ausraster als beim Soundcheck was nicht stimmte. Na ja... Zum Glück bildet Sympathiebolzen Jancee da das ausgleichende Gegengewicht. Als es dann mit der Show los ging war aber auch alles wieder in Ordnung und als Drum-Wunderkind darf man vielleicht auch ab und an mal in Kleinstadt-JZs die Diva raushängen lassen, haha... Jancee hat für solche Fälle wahrscheinlich immer 'n Notfall-Snickers dabei... ^^


Wunderkinder sind übrigens alle drei vom JANCEE PORNICK CASINO: neben der schon erwähnten Schlagzeug-Wunderkind-Diva natürlich noch Gitarren-Wunderkind Jancee und nicht zu vergessen der überaus talentierte Bassist. War zwar schade, dass er seine Bass-Balalaika diesmal nicht dabei hatte, aber was er auf seinem handelsüblichen 4-Saiter abzog war absolut zum Staunen. Hat sogar ein Saite durchgeballert, die dann ratzfatz live auf der Bühne gewechselt wurde während der Rest der Band einfach weiterspielte.

Profis bei der Arbeit also, die das "Jam" bis zum Ende der Show wieder absolut auf den Kopf stellten. Und das obwohl mal lässig solche Evergreens wie "Schwarze Seele" nicht gespielt wurden. Trotzdem: Absolute Vollbedienung, schweißnasse Körper, klingelnde Ohren! Danke JANCEE PORNICK CASINO! Immer gerne wieder, nächstes Mal hoffentlich mit Eintrag ins goldene Buch der Stadt Meppen, yeah!

Der weitere Weg führte mich dann nebst Mitstreitern noch in die Bahnhofsklause, wo es erschreckend voll war. Und als wir dann noch mit 15-20 Leuten reinkamen war's richtig gemütlich. Wunderbar! Also direkt an der Theke festgeschnallt, fein geschnackt und Leute beguckt. Wie ich leider erst am nächsten Tag erfuhr, saß wohl unweit von mir an der Theke "Sexy Gerd". Tja, leider nicht mit geredet, vielleicht nächstes Mal... Ein anwesender Meppener Nachwuchsmusiker brachte sich fast noch um 2 Monatslöhne, als er "die Glocke läutete"... War also wieder ganz witzig alles. Rockpalast war danach glaub ich auch nice, aber ich weiß das auch irgendwie nicht mehr so genau... Feiner Abend!

Am Dienstag, 22. Dezember, ging's dann weiter mit dem "Wohnzimmerkonzert" in Haren. Lockeres Akustikkonzert unter der Woche, organisiert vom Verein "Klangkultur Emsland e.V." (Facebook-Page), die auch im weitesten Sinne mit den Leuten vom "Neon Fields Festival" zusammenhängen, glaube ich... Sah also nach einer gemütlichen Sache aus, der Eintritt war frei (bzw. gegen Spende), mit 40-60 Gästen wurde gerechnet und das Harener Jugendzentrum war wohnlich mit Sofas, Sesseln und Sitzsäcken ausgestattet.

Dumm nur, wenn dann schon um 19:30 Uhr 110 Leute vor der Tür stehen, haha... Als wir um 19:45 Uhr aufschlugen war der Laden schon gerappelt voll. Was natürlich an den großzügig aufgestellten Sitzmöbeln lag, die sich bei dem Besucheransturm als Platzkiller erwiesen. Wäre es ein reines Stehkonzert gewesen, wäre alles noch im Rahmen gewesen, aber so war's natürlich zu eng.

Womit ich aber auch nichts Schlechtes über die Orga sagen möchte, im Gegenteil! Eigentlich sollte man ja auch froh sein wenn Besuchererwartungen mal dermaßen übertroffen werden. Sonst lief da auch alles blitzsauber, prompte Bedienung, schneller Biernachschub, leckere Weihnachtsplätzchen, alles tutti! Den Harenern machste nix vor, bei denen wuppt das! :) Sogar als ich mal ein Bier fallen ließ wurde mir gleich nonchalant ein Wischer in die Hand gedrückt und ich durfte das selbst aufwischen, haha...

Was die musikalischen Darbietungen angeht, muss ich aber sagen, dass ich die ersten zwei Acts lang wegen der Enge im Konzertraum (es war kaum möglich weiter als 2-3 Meter in den Raum vorzudringen ohne Leute zu schuppen) lieber im Vorraum geblieben bin, wo auch alle naselang Bekannte an einem vorbeiliefen, Smalltalk etc... So hab ich entsprechend Benedikt Becker von THE BRIGHT NIGHTS (www.facebook.com/thebrightnightsofficial) und Chris Brooks & Lupin (www.facebook.com/chrisbrookssound) verpasst, bis auf recht angenehme akustische Indie-Soundfetzen, die aus dem Konzertraum ab und an zu meinem Ohr vordrangen. Sorry dafür, muss wohl gut gewesen sein...

Danach gelang es mir im Konzertraum mit einem Pfeiler zu verschmelzen und so unauffällig die Show von MÜCKLAS anzuschauen. Wer sind MÜCKLAS mag sich da manch einer fragen... Das sind Haren-Urgestein Mücke (MADSEN, SWAMPHEAD, ex-EL*KE etc.) gemeinsam mit Niklas von RAZZ. Die beiden hatten extra für den Abend 6-7 Coverversionen (NINE INCH NAILS/Johnny Cash, PIXIES, FOO FIGHTERS, Michael Jackson usw.) eingeprobt und für 1-2 RAZZ-Songs kamen dann auch noch Christian und Steffen von RAZZ mit auf die Bühne. Feine Sache, allerdings war es recht schwierig dort Videos zu machen, da die Beleuchtung eher weihnachtlich schummrig war. Hier trotzdem mal ein kleiner RAZZ-Hit:


Im Anschluss dann FREE MAN, bei denen sich es auch um keine Unbekannten handelt. Im Grunde sind das nämlich die ehemaligen MAMAHARA, die ich hier auch schon 2-3mal abgefeiert habe. Nach Umbesetzungen in der Rhyhmussektion hat sich die Band umbenannt, spielt aber im Grunde immer noch die gleichen Songs. Wunderbare Mucke irgendwo schwer kategorisierbar zwischen Rock, Soul, Reggae, Pop und wasweißich, garniert mit großartiger Stimme und Ansagen. Dabei kommen dann großartige Songs raus, wie z. B. "The Joker" oder mein Lieblingsstück "I Like It". Und das schreibt wohlgemerkt einer, der den ganzen Tag über zuhause Powerviolence gehört hat, haha... Großes Kino!

Beim Wohnzimmerabend kam's mir zwar irgendwie vor, als würden FREE MAN die Songs zeitlich mit so allerlei Gejamme etwas zu sehr auswalzen, wo ich's persönlich doch eher kurz und knackig mag. Kann aber auch ein subjektiver Eindruck nach meinem Powerviolence-Nachmittag gewesen sein, da liegen die Songlängen ja eher zwischen 22 und 45 Sekunden, haha... Hier jedenfalls noch mein Hit des Abends, danke FREE MAN!


Wegen Vorweihnachtsstress begab sich unsere Reisegruppe danach zeitig nach Hause. Ein feiner gemütlicher Abend mit vielen Leuten war's, danke Haren!

Den Jahresabschluss bildete dann am 2. Weihnachtstag das "Christmas Metal Meeting" (www.facebook.com/cmmmeppen) im Meppener Rockpalast. Bei dem Event sollte ja mittlerweile bekannt sein, dass der Laden recht schnell voll wird und das nicht, weil dort überall wegen der Gemütlichkeit Sofas stehen, haha... Da mein Schätzken und ich das Goldene Eintrittsband hatten, betraten wir den Laden aber schon um 19:15 Uhr durch den Hintereingang. Mit dem Biernachschub klappte das da noch nicht ganz so gut und ein Typ (ich glaube der spätere DJ) hat uns 1-2mal angefurzt, aber zumindest konnten wir uns schon mal einen brandungsgeschützten Platz im Thekenknick sichern, wo ich mich auch direkt mit einer Handschelle am Tresen fixierte.

Es war nämlich wirklich faszinierend: Man sah wie der Rockpalast minütlich voller wurde! Vor'm Laden standen die Leute wohl bis zur Straße. Und irgendwann um 20 nach acht war dann wohl tatsächlich bereits "sold out"! Unglaublich! Drei Shows in diesem Bericht, alle drei Shows quasi ausverkauft! Da frag ich mich wo die Leute den Rest des Jahres sind... Na ja...

Noch 'n wunderschöner Flyer, oder? Zeichnung und Layout wieder von meinereiner ;) www.facebook.com/bangboomBOMBE/
Die Organisatoren des Abends waren wie immer Meppen's finest EISENKARL (www.facebook.com/Eisenkarlmusic), die entsprechend um 21 Uhr rum direkt vor voller Hütte antreten durften. Nille trug einen wunderschönen Weihnachtspulli auf den ich ganz schön neidisch war, das gesamte Set war etwas gestrafft und auf die flotten Metalklassiker reduziert (kein Grunge-Kram), ein paar neue Coversongs waren dabei (z. B. CLAWFINGER) und die Meute hat's gefeiert... Persönlich hab ich vom Auftritt aber das meiste nicht gesehen, da ich wie schon erwähnt an der Theke festgeschnallt war, sorry...

Da war's aber auch ganz witzig: Nachdem ich nach dem Jancee-Konzert in der Bahnhofsklause ja schon fast neben "Sexy Gerd" saß (s. o.), wurde ich diesmal drauf hingewiesen, dass "Gülle Gerd" anwesend war. Die beiden sind offensichtlich nicht verwandt oder verschwägert, aber auch "Gülle Gerd" scheint ein crazy Typ zu sein. So kam beispielsweise die Geschichte auf den Markt, wie "Gülle-Gerd" und sein Kumpel mal auf einem KASSIERER-Konzert waren. Zuerst hat ein Bekannter aus Bawinkel da in einen Eimer gekotzt, in den KASSIERER-Sänger Wölli Wendland später noch reingekackt hat. Vom Konzert weiß keiner mehr was, am nächsten Morgen ist der Kumpel von "Gülle Gerd" jedenfalls bei irgendwelchen Sanitätern aufgewacht und hat bei "Gülle Gerd" auf'm Handy angerufen. Da ging allerdings nicht "Gülle Gerd" ran, nein, es meldete sich die Polizei! Hat sich dann aber alles geklärt, abends wurde er wieder laufen gelassen, haha...

Tja, gaude Story, ich weiß ja nicht was ihr immer so auf euren Langweiler-Konzerten erlebt... EISENKARL waren dann jedenfalls irgendwann fertig und FRANK BLACKFIRE (www.facebook.com/frankblackfire66) betrat die Bühne! Durchaus möglich, dass einige Leser dieses Blogs zu der Zeit als der mit SODOM und KREATOR Thrash-Metal-Geschichte geschrieben hat noch Quark waren oder höchstens Benjamin Blümchen oder die KELLY FAMILY gehört haben. Der Mann ist jedenfalls wieder da und hat in Meppen 'ne ganz geile Show abgezogen!

Zwischendurch hatte ich den Herrn Blackfire nur mal in der (sehr zu empfehlenden) SODOM-Doku "Lords Of Depravity" gesehen, wo er eher den Eindruck "bekiffter Althippie" machte. Auf der Rockpalast-Bühne feuerte er mit seinen beiden Mitstreitern (furzcooler Bassist und mega-talentierter junger Drummer) aber aus allen Rohren. Ein echt cooles Thrash-Set aus neuen Songs vom FRANK BLACKFIRE Album "Back On Fire" und alten Klassikern, von denen mir z. B. SODOM's "Remember The Fallen" oder dieser KREATOR-Track im Gedächtnis geblieben sind (und ja, ich hatte mich mittlerweile von der Theke abgeschnallt und war in der ersten Reihe):

Am Ende durfte EISENKARL-Frontmann Leo auch noch mit auf die Bühne, Kinderträume wurden wahr, haha... Feine Show, wie generell der ganze Abend mal wieder beim "Christmas Metal Meeting". Stilecht durfte ich den Laden auch noch blutend verlassen, geil, Rock'n'Roll-Danger!!!

Bedauerlich nur, dass ich hier gerade während des Schreibens die Nachricht von MOTÖRHEAD-Lemmy's Ableben bekam. RIP alter Rocker! Wobei wir hier auch wohl "nur" vom physischen Ableben sprechen, der Typ bleibt unsterblich! Allein zwei der heute hier behandelten Bands (nämlich das JANCEE PORNICK CASINO und EISENKARL) haben seine Songs bei den oben ausgeführten Shows live gecovert, das bleibt für immer!

In 2016 werden wir in Lemmy's göttlichen Auftrag das Jahr rocken! Also schmeißt eure Liste mit guten Vorsätzen ins Altpapier und kauft euch 'n Karton Whisky, zack zack! :)

So geht's weiter in den nächsten Wochen ... Wer sonstige Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!:
  • 16.01.2016: "Puke-Fest" Punkrockfestival - Café Sputnik, Münster: Facebook-Event
  • 30.01.2016: Big Tennis + Bahira - Koschinski, Lingen: Facebook-Event
  • 30.01.2016: P.R.O.B.L.E.M.S. + Frank Love - Trinkhalle, Rheine: Facebook-Event
  • 12.02.2016: Benefizgedöns mit The Boar + Civil Courage + tba - Saal Kamp, Meppen
  • 19.02.2016: Nionde Plagån + Tengil - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 20.02.2016: Redefluss Poetry-Slam - Amisia, Meppen
  • 04.03.2016: Kleinstadt-Comedy Vol. 2 - Windthorst-Theater, Meppen: Facebook-Event
  • 11.03.2016: I Love Your Lifestyle + Playlounge - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 18.03.2016: Idle Class + tba - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 23.04.2016: Christian Steiffen - Alter Schlachthof, Lingen: Facebook-Event 
  • 10.-11.06.2016: Neon Fields Festival - Mersmühle, Haren: Facebook-Event
  • 24.-25.06.2016: Abifestival Lingen: Facebook-Event
  • 29.-30.07.2016: Kleinstadtfest Meppen

Mittwoch, 29. April 2015

Konzerte: "Rüt'n'Rock-Festival" mit KENSINGTON, RAZZ, BOLLMER, FLUTLICHT | 25.04.2015 | Meppen - Saal Kamp

Das "Rüt'n'Rock-Festival" lag mal wieder an und ich hatte keine Lust Videos mitzuschneiden und wieder einen 10.000-Zeichen-Bericht zu schreiben, den dann sowieso nur 5 Leute lesen, haha... Dementsprechend gibt's hier mal wieder einen kleinen Konzertcomic: 4 Bands, 4 Bilder, völlig subjektiv und unter Auslassung von dutzenden wichtiger Details... ;)

Bevor aber ein falscher Eindruck entsteht (manch einer sagt mir nach mein Kram würde immer so negativ rüberkommen): Das "RüRo" war wie immer ein feines Event, top organisiert, alles tutti! Gerne wieder im nächsten Jahr! :)


So geht's weiter in den nächsten Wochen ... geht mehr auf Konzerte!!! (wer weitere Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!):
  • 30.04.2015: Mamahara - Taverna Meppen (Taverna-Abschiedsparty): Facebook-Event
  • 07.05.2015: Kulturabend - Thema "Junge Asylbewerber in Meppen" - JuZ "Jam" Meppen: Facebook-Event
  • 15.05.2015: Ocean Of Plague, Hate Embraced, Home Reared Meat, Controversial - JuZ "Jam" Meppen
  • 30.05.2015: Local heroes 2015 Vorentscheid Emsland (mit: Alitave, Brus, A Place To Fall) - JuZ "Jam" Meppen: Facebook-Event
  • 05.06.2014: ИO///sé + Support - Rheine, Trinkhalle
  • 11.07.2015: Redefluss Poetry-Slam - Püntker's Patt, Meppen
  • 17. bis 19.07.2015: Abifestival Lingen
  • 14. bis 15.08.2015: Neon Fields Festival - Haren: Facebook-Festivalpage
  • 28. bis 30.08.2015: Kleinstadtfest Meppen: Facebook-Event

Mittwoch, 26. März 2014

Konzerte: Rüt'n'Rock Indoor Festival | 22.03.2014 | Saal Kamp, Meppen

Die Ära der Open Air Festivals ist für das "Rüt'n'Rock" Team (www.rüro.de) ja bekanntlich seit letztem Jahr beendet (siehe HIER). Am letzten Samstag stieg dafür das erste "Rüt'n'Rock Indoor Festival" und zwar im Meppener Saal Kamp. So ein ganz unbekanntes Terrain ist diese Indoor-Sache für das Orga-Team ja eigentlich nicht, denn die machen ja auch schon seit Jahren zu Weihnachten 'ne Nummer kleiner die "Rüt'n'Rock Christmas Gala" im Harener Saal Hagen. Von daher lief das Ganze auch diesmal wie am Schnürchen, soviel schon mal vorweg...


Da ich vorher schon unbedacht ein Foto von den Eintrittsbändchen auf Facebook gepostet hatte, hätte ich die Veranstaltung auch noch fast vorab sabotiert, sorry noch mal dafür! ;) Was den Rest angeht: Rein von der Location ist Saal Kamp ja immer so eine Sache, haben die letzten Jahre gezeigt. Da passt echt viel Volk rein, der Laden will also erstmal gefüllt werden. Und zur Seite raus ist auch etwas Raum (ich meine diese Tischnischen, ihr wisst schon), in dem sich die Leute zu sehr zerstreuen können, wenn mal nicht so viel los ist. Das war aber gut gelöst, die Nischen waren direkt abgesperrt, sodass jedermann sich direkt auf das Bühnengeschehen konzentrieren konnte, ohne irgendwelche Ecken zum Losziehen zu haben, oder anderen Ferkelkram zu treiben.

Insgesamt will ich's auch schon mal vorwegnehmen: Die Organisation war insgesamt wieder sehr gut! Auch der Sound war durchgängig gut/akzeptabel, soweit die Saal-Akustik das hergab (nur BREAKING TO ASHES hatten etwas zu kämpfen). Und die Lightshow war auch ziemlich fett, da wurde großes Geschütz aufgefahren. Zum Glück hatte ich 'ne Sonnenbrille am Mann, haha... Publikumsmäßig waren's natürlich nicht so viele Leute wie beim Open Air, aber ich denke das hat auch niemand erwartet. Ausverkauft war's auch nicht, da es noch bis zum Schluss Abendkasse gab, aber gut gefüllt! Keine Ahnung wieviele Menschen sich letztendlich versammelt hatten, die Zeitung schrieb irgendwas von 1000, ich denke da geht's hin... Sah auf jeden Fall gut aus, ohne dass man sich an allen Ecken und Ende durchkämpfen musste.

Nach dem Motto "Früher Vogel fängt den Wurm" waren wir auch schon um kurz nach 18 Uhr am Cut. Als "Belohnung" bekam man dafür zwei so Mini-Kurze einer bekannten emsländische Distillerie, die schmeckten aber ... wie sagt der Engländer? "It tastes like cancer!" Brrrrrr... Nun ja, das überstanden spielten auch schon MALLEUS (www.facebook.com/malleus.music) aus Hamburg, bzw. haben die mit Stefan Schulten ja einen Exil-Lingener am Schlagzeug. Ein außerordentlich guter Mann an den Drums mit heftigstem Wumms, will ich übrigens noch mal explizit anmerken! Schon damals als der noch bei DON & THE KNOCKNERUS spielte! Unvergessen auch sein großartiger cholerischer Ausbruch bei einem der "Haren rockt!" Konzerte, als sein Mikro mal nicht funktionierte, haha...

Aber ich schweife ab: MALLEUS gefielen mir ganz gut. Ziemlich 70ies angehauchter Rocksound mit allerlei Einflüssen von Indie bis Weißbrot-Blues. In einem Song ließen QUOTSA so sehr grüßen, dass ich schon eine Josh Homme Manifestation auf der Bühne erwartete - stattdessen gewann der eine Gitarrist mit seinem Schnurrbart aber den inoffiziellen EAGLES OF DEATH METAL Lookalike Contest. Als Opener war es der Band natürlich leider nur vergönnt noch vor einem ziemlich großen "emsländischen Halbkreis" zu spielen, da die Leute erst so nach und nach eintrudelten. Sie trugen es aber mit Fassung und ich muss sagen, dass die alleine vom Können her eigentlich weiter hinten ins Line-Up gehört hätten. Aber nu, einer muss halt anfangen... Abzüge in der B-Note für Sexyness gibt's natürlich dafür, dass der Sänger auf Socken gespielt hat! Hab ich genau gesehen! Hässliche graue Sportsocken waren das, buäh!


Es folgten BREAKING TO ASHES (www.facebook.com/BreakingToAshes), die auch vom Sound her ein ziemliches "Break" setzten, denn mit ihrem Metalcore waren die natürlich das fetteste Brett, an einem ansonsten eher Indie-lastigen Abend. Mal davon abgesehen, dass die Jungs den Slot im letzten Jahr durch den RüRo-Bandcontest gewonnen hatten, machte es aber auch sonst durchaus Sinn so einen "harten" Act ins Line-Up zu nehmen. Die Publikumsreaktionen zeigten das, da waren viele Kids die das hören wollten und die Band hat auch schon eine beachtenswerte Anhängerschaft, ohne überhaupt je mal einen Tonträger rausgebracht zu haben.

Im übrigen war es auch der erste Auftritt in komplett neuer Besetzung für BREAKING TO ASHES. Der alte Gitarrist wurde gegen zwei neue getauscht. Mir juckt's ja schon wieder in den Fingern da jetzt aus dem Nähkästchen zu plaudern, da die ganze Affäre wohl durchaus einige Seifenopern-Anekdoten bot, wie man so hörte - aber nee, ich lass es mal lieber... ;) Es fiel jedenfalls direkt von Anfang an auf, dass die neue Bandbesetzung ein ganz anderes Stageacting bot. Ich machte nachher wieder meine Witze über Ansätze von Crabcore-Moves, aber  na ja, das muss wohl so sein, haha... Cleanen Gesang und 7-Saiter-Gitarren brauch ich auch nicht zwangsläufig, aber dann komm ich aus'm Geläster hier wieder nicht raus, hehe...

Jedenfalls war bei BREAKING TO ASHES weitaus mehr Bewegung auf der Bühne als früher, dazu dann noch die immer grinsende Frohnatur Stefan am Bass und der ständig rumrennende Robert am Mikro - die Band strahlt irgendwie aus, dass sie ehrlich Bock hat, auf das was sie da macht. Und das übertrug sich auch auf's Publikum, die Stimmung war nämlich durchweg gut, Leute vor der Bühne, Emsland-Halbkreis aufgelöst, beschdens! Wie gesagt hatten die Jungs auch ihre Problemchen, allerlei Feedback hier und da und das komplette Liveset war wohl auch kurzfristig umgestellt und durch ganz neue Songs ergänzt worden. Und explosivere Bühnenabgänge sollten sie vielleicht auch noch üben. Aber ansonsten: Daumen hoch!

Im Anschluss dann die "Local Heroes" RAZZ (www.facebook.com/officialrazzmusic)! Ich hatte sie leider ewig nicht mehr live gesehen (außer ab und an im Rockpalast vor der Theke, haha), aber was für einen Quantensprung die gemacht haben, ließ sich schon daran ablesen, dass die Massen direkt nach vorne strömten und feiern wollten. Jeder kennt sie, jeder liebt sie, dutzende Auftritte im ganz Deutschland haben die Band reifen lassen und das ist auch gut so. Ich dachte angesichts der hunderten von Fans mit einem Schmunzeln an meine erste RAZZ-Show im Meppener Jugendzentrum zurück, tja, so war das damals im Februar 2012, hehe...

Zwei Jahre später ließen die Burschen an diesem Abend nichts anbrennen und spielten ein rundes Set aus modernem leicht sentimentalen Indie, mit den derzeit etwas omnipräsenten Einflüssen von KINGS OF LEON und JOY DIVISION. Aber ich will nichts gesagt haben, bin RAZZ-Fan, immer gewesen! ;) Wie ich erfuhr spielen die am 04.04. noch beim "Haren rockt!", das wäre auch noch mal 'n schöner Abend geworden, bin ich mir sicher ... aber ich kann nicht, arrrrgh!

Ich hab mich auch nicht getraut ein Video zu machen, nicht dass mir da nachher wieder aus Ostfriesland mit dem Medienanwalt gedroht wird. Alles schon mal vorgekommen, haha. Aber können die RAZZ-Boys ja nix für. Trotzdem müsst ihr jetzt mal mit diesem schröddeligen Handybildchen in waberndem Grün Vorlieb nehmen, hehe...


Erkennen kann man nicht viel, das Pikante ist aber, dass man die Frau mit der roten Vans-Mütze in der Bildmitte sehen kann, glaube ich... Kennt ihr nich? Egal, ich weiß auch nicht wie sie heißt! Wer da war hat sie aber bestimmt bemerkt, sie hat sogar die Securities angebaggert, haha... Der Dame möchte ich auf diesem Wege noch mal zum Titel "Abgefahrenste Feierbraut" (aka Fetenvollste) gratulieren, gemeinsam mit ihrer Freundin mit der komischen Dutt- oder Zopffrisur, oder was auch immer das sein sollte. Egal, es löste sich haartechnisch sowieso im Laufe des Abends in Wohlgefallen auf, haha... Die Dutt-Dame wurde glaube ich bei Olli Schulz später peinlicherweise noch von der Bühne komplementiert, als sie versuchte mit dem Meister Swing zu tanzen, er sie aber wohl gar nicht nach oben gebeten hatte, autsch...

Wo ich hier sowieso schon wieder in Klatsch und Tratsch abdrifte, mal eben die nebensächlichen Informationen des Abends in Kurzform:
  • Bei den Thekenfrauen fiel mir die extrem hohe Tätowierdichte auf! Was war da los? Wurden extra Tattoomodels eingeflogen? Die arbeiten doch bestimmt nicht bei Kamp im regulären Schankbetrieb?!?
  • In dem Zusammenhang auch dicke Props an die Thekenfrau die mir immer 1,- Euro zuviel rausgegeben hat! Lag's an meinem sexy Augenaufschlag oder konnte sie nur nicht so gut kopfrechnen? Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren...
  • Stichwort "sexy": Ich hab anscheinend die inoffizielle Wahl zum "Bart des Abends" gewonnen. Zumindest bestätigte mir das ein junger Herr im Vorraum, während ein ebenfalls bärtiger junger Mann sichtlich enttäuscht neben ihm stand.
  • Bart-Nachteil: die MC Fitti Vergleiche werden immer schlimmer (ich musste sogar Fotos mit Schaulustigen machen)...
  • Bart-Vorteil: Nette wildfremde Menschen ließen mich von ihrer Pommes Mayo mitessen. Und die Thekenfrauen waren natürlich auf meiner Seite, siehe oben...
  • Band-Gossip: Gespräch mit dem SWAMPHEAD-Sänger Chris gehabt - ja, das Album kommt noch! Ist ja auch erst seit 2 oder 3 Jahren fertig eingespielt und angekündigt. Um die Sache interessant zu halten, hat man sich jetzt nur entschlossen alle alten Mixe einzustampfen und noch mal neu mit Mischen anzufangen. Weil's so schön war... irgendwie so, haha ... bin gespannt auf das Endergebnis. Wahrscheinlich spiel ich dann schon in einer ZZ TOP Coverband... ;)
Weiter ging's aber mit Musik, als nächstes kamen KMPFSPRT (www.facebook.com/kmpfsprt). Eigentlich musikalisch 'ne sichere Nummer bei mir, so grob in diese Richtung TURBOSTAAT, MUFF POTTER etc. tendierend... Wobei, MUFF POTTER ... ach, lassen wir das! ^^ Na ja, manchmal muss man zweimal hingucken, so auch bei KMPFSPRT (Vokale weglassen ist ja schon so ein zeitgenössisches Alarmsignal). Was mir nämlich enorm auf den Sack ging war dieses ständige bemühte Posen der Band. Man kennt das ja von allerlei unsäglichen Post-HC-Frisurenbands, also Bass am Gurt einmal komplett um den Körper schwingen, crazy Gitarren-pointing, all diese Neo-Stadionrockscheiße die keiner braucht ... hatten KMPFSPRT auch drauf ... leider! Die Mucke ging bei mir eigentlich ganz gut rein, wenn ich die Augen zumachte war's also zu ertragen. Dann kam aber noch der Monster-Fauxpas mit einer "Ich will hier vorne 'n Circlepit sehen!" Ansage - aua aua aua... Also hmm, Fremdschämfaktor für mich relativ hoch, Mucke soweit okay. Die Band hätte sich mir vielleicht sympathischer machen können, wenn die noch ein paar Anekdoten vom FIRE IN THE ATTIC Konzert vor Jahren in Meppen erzählt hätten (Zitat von damals: "Ich find eure Band viel geiler als FITA!" "Ey du Arsch, das hab ich genau gehört!" - Protagonisten sind dem Verfasser bekannt), oder 'n paar Modelgeschichten aus Japan... Nun denn, so war es also wie es war und als Punkrocker von alterm Schrot und Korn muss ich solche Missstände halt ansprechen, hehe... Immerhin war ich netter als Punkrocködnis, wa?!?

Der Abend schritt weiter voran, der Grad meiner Angeschickertheit auch. Vielleicht dachte ich deshalb, dass die nachfolgenden BAKKUSHAN (www.facebook.com/BAKKUSHAN) aus Schweden stammen?!? Wie überrascht war ich doch, als die plötzlich Deutsch sangen!!! Nun ja, der Leser merkt schon: An mir war die Band bisher vollkommen vorbeigegangen. Scheinen aber recht angesagt zu sein, wenn ich die Publikumsreaktionen beurteile. Die Leute stürmten nämlich wie wild nach vorne und gingen steil. Die Combo befeuerte die Stimmung mit ihrem leicht mainstreamigen Abgeh-Indierock, breitbeinigen Rockposen und allem was so dazugehört. Insgesamt okaye Sache, schon zig mal schlechter gehört, tat keinem weh, rauschte an mir aber auch etwas vorbei. Allerdings war das auch meine nicht so ganz hochkonzentrierte Abendphase, ich lief planlos durch die Gegend, Finger steckten in meiner Nase die da nicht hingehörten, ich fing an Männern ihre Gürtel zu entwenden - was halt an so einem Abend alles so manchmal passiert...


So hab ich dann auch bestimmt das erste Drittel des OLLI SCHULZ & BAND (www.facebook.com/MeinOlliSchulz) Auftritts verpasst/verlabert, weil ich irgendwo mit netten Leuten rumsaß und mich unterhielt. Auch Olli Schulz ist übrigens so eine Person/ein Musiker der irgendwie komplett an mir vorübergegangen ist. Als er noch mit dem Hund Marie unterwegs war, hab ich mich schlicht und einfach für andere Sachen/Musik interessiert. Die neugewonnene Popularität durch "Circus Halligalli" hat mich auch wenig tangiert, weil ich die Sendung einfach kacke finde. Und auf Klugscheißer-Messageboards wurde mir außerdem eingeflüstert, dass Herr Schulz eine ganz schöne Nervensäge ist...

Kann ich so aber nicht bestätigen, denn als ich mich letztlich doch Richtung Bühne bequemte war's ganz angenehm. Der Typ sabbelt halt viel, aber er ist ja durchaus eloquent bzw. hat seinen eigenen Charme. Da nimmt man ihm sogar kleine Lästerein nicht übel... Semi-legendär ja auch sein Rant zu den BÖHSEN ONKELZ, mit der Thematik muss man sich im Emsland ja auch immer wieder (kürzlich noch) rumschlagen und Schulzens ihren Olli hat damals eigentlich viele Aspekte sehr gut abgedeckt, hehe... Aus seinen Entertainerqualitäten resultiert dann wohl auch seine Popularität, denn musikalisch ist sein Werk natürlich auch nicht soooooo umwerfend, so simpler Schunkel-Indie-Gitarrenpop halt... Aber alles in allem ganz nett, man konnte sich noch gut dabei unterhalten und als Headliner 'ne okaye Sache...

Nach meinem Empfinden hat Olli Schulz auch ganz schön lange gespielt, so dass wir danach erstmal raus mussten um zu essen, ich hatte Schmacht. Ich entschied mich spontan für Currywurst EURO 2,30. Eigentlich schmeckte die auch ganz gut, aber ab Sonntagabend wurde ich durch enorme Magenprobleme umgegrätscht, ich hoffe das hatte nicht hier seinen Ursprung! Gruß aber auch noch mal an die Pommesbudenfrauen, die waren gut drauf. Immer fein weiter frittieren girls, never stop! :)

Ich weiß nicht ob es an der Wurst oder der frischen Luft lag, nach dem Nach-Draußen-Trip war ich jedenfalls äußerst ermattet. Als wir wieder reinkamen war Gerd Dirty (www.facebook.com/gerddirtyofficial) mit der Elektro-Aftershowparty schon am Gange, aber bei mir war die Luft irgendwie raus. Nun gut, Druckbetankung lief ja auch schon seit 18 Uhr... Da gerade eine Fahrgelegenheit zur Hand war, hab ich mich noch schnell offiziell bei RiotOnTheRocks-Markus (www.facebook.com/RiotOnTheRocks) abgemeldet, der noch vor der Bühne rumlümmelte um später Gerd Dirty zu beerben, während die Leute noch mal gehörig am Rad drehten.

Wie verließen jedenfalls die Lokalität, beim Rausgehen stellten wir aber noch mal mit Entsetzen fest, dass wir vergessen hatten die Cocktailbar zu besuchen .... neeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin! So ein Ärger!!! Na ja, nächstes Mal dann wieder, denn ich denke es wird ein nächstes Mal geben. Der Abend hat Spaß gemacht, von mir gibt's 'ne Bestwertung!

Da unser Taxi nicht am Rockpalast hielt bleibt euch eine Beschreibung eines weiteren Debakels dort für diesmal erspart. Demnächst geht's dann hier weiter:

  • 29.03.14: Drones, Shine Bright, TMH - JuZ "Jam"
  • 04.04.14: Haren rockt! #11 (u. a. Razz, Almeeva etc.) - Jugendzentrum Haren
  • 10.04.14: Mahlstrom & Careless - JuZ "Jam"
  • 25.04.14: Die Bullen, Fresse, Chaos & Sandale, Out Of Practise - JuZ "Jam"
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition - JuZ "Jam"
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival - JuZ "Jam"
  • 30.05.14: Rock unter Linden - Schülerwiese 
  • 28.06.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula + TBA - JuZ "Jam"
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Konzerte: The Snips, Front Yard Dummies, Razz, Divided Heaven, Blacklist Royals (03. Oktober 2012 - JuZ "J@m-Center" Meppen)

Nachdem am 13.09. mit ANN BERETTA ja endlich mal wieder eine US-Band im Meppener "J@m-Center" zu Gast war, sollte am Tag der Deutschen Einheit mit den BLACKLIST ROYALS gleich eine zweite folgen. Kurzfristig blies sich das Konzert aber sozusagen zum transatlantischen Mega-Punkrock-Event auf, da mit DIVIDED HEAVEN (aus Los Angeles) und THE SNIPS (aus Kanada) noch zwei weitere Bands von jenseits des großen Teichs auf den Konzertzug aufsprangen. Coole Sache! Das Ganze passierte kurz vorher eher zufällig, da die beiden neuen Bands ihren letzten Europa-Tourtag hatten und gerne noch einen Auftritt mit den BLACKLIST ROYALS spielen wollten. Dementsprechend stand am Merchtisch dann ein Spendentopf für die "Extra-Bands" und um ihr Gepäck zu erleichtern hauten die Damen und Herren ihre Shirts und LPs für absolute Schnäppchenpreise raus...

Im Vorfeld war ich übrigens gar nicht so fit, aufgrund Erkältung und all solchem Scheiß. Dementsprechend war ich auch etwas lahm in der Anreise ... betrat um ca. 20:15 Uhr das JuZ ... ging in den Konzertraum ... und THE SNIPS spielten grad ihren Abschlussakkord! Arrrrgh!!! Ehrlich, sowas passiert mir höchstselten und ich hab mich ziemlich geärgert. Hätte ich mir auch denken können, dass es bei fünf Bands ein bisschen früher losgeht... Dass mir jeder Hinz und Kunz erzählte, dass THE SNIPS auch noch echt gut gewesen wären machte die Sache nicht besser... Na ja, wenigstens konnte ich noch einen Blick auf den sexy Gitarristen erhaschen, der mich mit Mormonenbart, schäbbigen Tattoos und mächtig behaarter Wampe in eine ziemlich erotische Stimmung versetzte, rrrrrrrrrrrrrr....

Der sexy Gitarrist, der SNIPS. Sorry wenn man nicht viel erkennen kann, aber vor lauter Sexyness ist mir fast die Linse geplatzt!
Hatte ich erwähnt, dass erfreulich viel los war? Bei Gigs unter der Woche und zeitgleich stattfindendem Champions-League-Spiel hat Meppen ja schon so manches Konzertdesaster erlebt, was Zuschauerzahlen angeht. Heute nicht! Okay, 5 Bands allein sind zusammengerechnet schon ein ordentlicher Schwung an Leuten. Aber mit allen zahlenden Gästen würde ich mal locker auf 70-80 Leute tippen. Sehr schön!

Weiter ging's auch mit Musik. Zunächst mal kamen die FRONT YARD DUMMIES aus Haren. Die Band hatte ich bisher bei allen Gelegenheiten (z. B. "Haren rockt!" etc.) immer verpasst, und rein optisch konnten die mit ihren Adidas-Trainingsjacken auch nicht so ganz mit dem sexy bärtigen Holzfällertypen von den SNIPS mithalten. Insgesamt war's aber okay, auch wenn der Auftritt zum Ende hin etwas an Dampf verlor und ich auch nicht verstehe warum in Haren RAGE AGAINST THE MACHINE immer noch so angesagt sind. Ein Song klang echt 1 zu 1 abgekupfert... Zudem wurde den Jungs auch etwas die Show vom Frontmann von FOOLS FROM STACK gestohlen, die zwar nicht selbst spielten, aber - dem Betrunkenheitsgrad nach zu urteilen - vom Bandboßeln (oder einer ähnlichen Saufveranstaltung) kamen und dementsprechend angetüterte Tanzeinlagen vor der Bühne vollführten. Dabei platzte dem Kameraden dann doch tatsächlich die Hose! Lacher des Abends! :D

Es folgten die Überflieger von RAZZ, die ja im Moment für emsländische Verhältnisse etwas durch die Decke gehen. Beim Aufbauen konnte man den Vögeln allerdings im Laufen die Schuhe besohlen, man man man... Der Auftritt war gut, die Leute lösten sogar den emsländischen Halbkreis auf und gingen mit ... aber ich weiß nicht, irgendwas hat mich gestört. Was genau kann ich gar nicht sagen... Irgendwie fehlte so ein bisschen das Feuer, die "jugendliche Unbeschwertheit", oder wie sagt man... Nach meinem Empfinden werden die etwas zu "arty", kopflastig, oder was auch immer... Hm, schwer zu umschreiben, denn es war ja wie gesagt alles andere als schlecht. Aber irgendwas passte für mich auch nicht so ganz. Na ja, ich kippte zu dem Zeitpunkt da auch die ersten Biere auf Acetylsalicylsäure, vielleicht lag's daran, haha... Auf der Bühne konnte ich jedenfalls eine Gretsch-Gitarre sowie Fender- und Vox-Verstärker sichten. Wenn jetzt noch ne Rickenbacker und der entsprechende Bartwuchs für fancy Schnurrbärte dazukommt, keines der Bandmitglieder ungeplant Schützenkönig in Schöninghsdorf wird und keine arg hinterlistigen Managementverträge mit windigen "Musikindustriellen" unterschrieben werden, dann werden RAZZ vielleicht in 1-2 Jahren so ein kleines "next big thing". Bleibt abzuwarten ob eher regional oder doch im größeren Umfang. Mal sehen, das Potential ist nach wie vor vorhanden... Und ich hab schon wieder vergessen eine CD von denen mitzunehmen, arrrgh...

Mit DIVIDED HEAVEN folgte danach ein Solokünstler, ein kleiner Ami namens Heaven Jeff Berman, nur ausgestattet mit Akustikgitarre und Mikro. Ähnlich kennt man das ja von Chuck Ragan, dem HOT WATER MUSIC Frontmann und DIVIDED HEAVEN war auch eine ganz coole Sache. Für mich irgendwie auch der interessanteste Auftritt an dem Abend, auch wenn der gute Jeff wirklich nur eine Handvoll Songs spielen konnte, da die Zeit knapp wurde und die BLACKLIST ROYALS ja noch ran mussten. Hier aber mal ein Video von einem Song:


Anschließend dann wie gesagt die BLACKLIST ROYALS aus Nashville/Tennesse. Wer schon beim ANN BERETTA Konzert vor 3 Wochen war wird zwei der Typen mit Sicherheit wiedererkannt haben: Der Frontmann und der Drummer waren auch bei ANN BERETTA als Tourmusiker dabei! Auch die BLACKLIST ROYALS spielten ein schmissiges Punkrock-Set im Stile von HOT WATER MUSIC oder GASLIGHT ANTHEM. Spaß hat's gemacht, auch wenn man denen beim letzten Konzert der Tour die Wochen "on the road" schon ein bisschen angemerkt hat. Ein gelungenes Set wurde dann mit dem Zugabencoversong "Bullet" abgeschlossen, bei dem ich dann auch noch mal wilde Sau spielen durfte, denn es ist doch ganz schön, dass für "moderne" Punkrockbands die Musikgeschichte doch noch mit Bands wie den MISFITS anfängt und nicht mit NOFX oder PENNYWISE (von denen einer der Typen ein ziemlich großes Armtattoo spazieren trug)... Also, am Ende waren alle bestens zufrieden, ich deckte mich noch ordentlich am Merch-Stand ein, ein hier nicht namentlich genannter Bekannter benutzte im englischen Smalltalk recht eloquent das Wort "Reinheitsgebot" und versuchte dem BLACKLIST ROYALS Frontmann noch Hut und Gitarre abzuschwatzen. Hat aber glaub ich nicht geklappt, so dass die Amis nicht nackt in ihre Tourvans steigen mussten, um die Flughäfen in Amsterdam und Frankfurt anzusteuern. Rundum cooler Abend, ich bin mir nicht sicher ob das in Meppen allein durch die Anzahl der Übersee-Bands demnächst noch zu toppen sein wird...


Montag, 27. August 2012

Konzerte: "Redefluss" am Püntker's Patt - 25. August 2012

So, das war er also, der "Redefluss" - der erste Poetry Slam von der "Inititative 2.0" und dem Meppener Jugendzentrum "J@m-Center"! Ich erinnere mich, dass die Ausrichtung eines Poetry Slams eins der ersten "Sollten wir mal machen" Projekte war, als ich mich vor ca. anderthalb Jahren bei den ersten Treffen der "Initiative 2.0" eingeklinkt hatte. Erstmal stürzten wir uns damals allerdings auf Konzerte und dann ... boing ... fand plötzlich ein anderer Poetry Slam im Musikhaus "Dausin & Hartmann" statt.

War aber gar nicht schlimm, vielmehr war an der dortigen starken Publikumsresonanz schon zu erkennen, dass sowas durchaus Sinn macht in Meppen. Und kürzlich war ja noch ein ähnliches Event im Jugendgästehaus am Helter Damm. Hatte ich erwähnt, dass ich beide verpasst hab?!? Eins aus Schusseligkeit, das andere aufgrund diverser Terminkollisionen. Ähem, Asche auf mein Haupt...

Ich sag mal gleich dazu: Auch bei der Planung vom "Redefluss" war ich eher passiv, und zwar aus dem Grund, weil ich momentan eine neue Ausgabe meines Fanzines aus dem Boden stampfe. Und das ist nicht immer ein Zuckerschlecken... Ich könnte jetzt zum großen Rundumschlag ausholen, wie schlecht sich das alles mit dem persönlichen Zeithaushalt verträgt, mit dem Berufsleben im 40-Stunden-Job, mit dem Sozialverhalten im allgemeinen und ... ach ... ich kann's auch einfach darauf beschränken, dass ich momentan halt in der "Reviewmarathon-Phase" bin, in der ich tagein tagaus zu Hause hocke und wundervolle Vinylschätzchen von unbekannten aber großartigen Bands wie THE MIDWEST BEAT (aus Wisconsin), DIN SKEVF (aus Schweden), DEUTSCHE BANKS (aus Kanada, bester Bandname), MIESHA & THE SPANKS (ebenfalls Kanada), REGAL (aus Frankreich) und zig anderer obskurer Combos anhöre, über die ich dann vielsagende englischsprachige Reviews schreibe, in denen allerhand Adjektive wie "rad", "awesome" und "fuckin' amazing" vorkommen... Und natürlich die Dutzenden Platten die einfach scheiße sind, die man sich aber trotzdem anhören muss...

So gesehen, war ich in den letzten Tagen und Wochen also auch schreiberisch tätig, auch wenn ich damit nicht beim Poetry Slam auftreten konnte und wollte. Aufgrund dieser zeitafwändigen Reviewscheiße musste aber ich den Leuten von der "Initiative 2.0" unter der Woche sogar die Moderation der ganzen Sache absagen, da ich ohnehin nicht direkt zum Startschuss der Veranstaltung da sein konnte, weil ich noch vor'm Plattenspieler hockte. Tja, ein Punkrockfanzine zu machen ist ein hartes Brot...

Gute Kulisse beim "Redefluss" am Püntker's Patt. Alles linksrum, außer die Sportler! (Foto von Melanie Silies: www.facebook.com/MSiliesFotografie)
Um kurz nach 21 Uhr war ich dann mitsamt Begleitung endlich am Püntker's Patt, wo die ganze Sache stattfand (mein Namensvorschlag "Poetry am Pennereck" wurde leider vorab von "Redefluss" ausgestochen, schade, hehe...). Der Nachmittag hatte mit mehreren Gewitterschauern noch mal für Zittern gesorgt und anscheinend war auch auf das Gelände der ein oder andere Schauer niedergegangen. Als wir ankamen hatten wir aber die Sonne im Gepäck ... ha, nein, stimmt gar nicht, es war ja schon dunkel. Aber die Wolkendecke klarte auf und es war sehr angenehm, Sternenhimmel, großer Wagen, kleiner Wagen, alle da! Stichwort Dunkelheit: In den nicht beleuchteten Bereichen war ich auch wieder äußerst nachtblind und bin wahrscheinlich wieder grußlos an 2 Millionen Bekannten vorbeigelaufen. Falls sich jemand ungerecht behandelt fühlt: Fühle Dich hiermit gegrüßt, denn ich hab leider nix gesehen... Ich muss auch dazusagen, dass ich aufgrund des Vorabends noch etwas neben mir stand, da gab's zuviel Bier, Enzianschnaps und ich hab nachher ... immer ein Zeichen für Totaleskalation ... noch nen Kerl geküsst. Puh, darüber breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens...

Ansonsten war ich aber nach den ersten Metern am Ort des Geschehens echt baff, wie viele Leute da waren! Im Planungsvorfeld war man von ca. 100-150 Leuten ausgegangen, ich würde aber mal locker auf 250 tippen, die sich erfreulicherweise vom nachmittäglichen Regen nicht hatten vertreiben lassen. Hut ab Meppen! Alle Altersklassen waren vertreten, vom Lehrer bis zum intellektuellen Hipster-Beatnik mit Lakritzbrille und 5-Tage-Bart bis hin zu "normalem" Laufpublikum, das einfach nur mal gucken wollte und sich ein Bier, einen Cocktail oder eine Grillwurst genehmigte. Direkt als wir ankamen trafen wir leider auch auf den ersten jungjugendlichen Vollhonk, der besoffen durch die Gegend fiel, aber selbst das blieb im Rahmen und war auch der einzige Vorfall dieser Art, soweit ich es mitbekommen habe.

Foto von Melanie Silies: www.facebook.com/MSiliesFotografie
So, damit ging's also für uns los mit dem Poetry Slam. Ich wusste ja gar nicht was auf mich zukam, denn wie erwähnt hatte ich die anderen Slams in Meppen leider verpasst. Der Duden sagt jedenfalls:
auf einer Bühne vor Publikum [das gleichzeitig die Jury ist] ausgetragener Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer selbst verfasste Texte vortragen
Nun ja, als beinharter Punkrocker steht man ja generell eigentlich nicht auf so Kleinkunstkram, ich war also gespannt ob ich applaudieren oder mit Flaschen werfen musste. Die Vorrunde und die erste Band FOOLS FROM STACK hatten wir ja leider schon verpasst und stiegen also direkt mit dem Halbfinale ein. Wir pflanzten uns neben ein schwer verliebtes Lesbenpärchen und harrten der Dinge die da kommen sollten. Und, was soll ich sagen?!?! Das Halbfinale bestand aus 5 "Slammern" die jeweils fünfminütige Texte vortrugen. Und davon war ich echt beeindruckt!!! Was da für ein Feuerwerk an Ideen abgebrannt wurde war schon großartig. Von ernst bis albern, von prosaisch bis lyrisch, teilweise auch mit interessanter Rhythmik vorgetragen, die teilweise sogar in Richtung Sprechgesang ging. Manchmal auch mit Publikumsinteraktion (und die Meppener machten sogar mit!!!), also da ging schon einiges...

Ich mach ja nicht nur diesen Blog, sondern beschäftige mich in meiner Freizeit ja auch in anderer Form mit dem geschriebenen Wort (wenn ich nicht gerade den ganzen Tag Plattenreviews schreiben muss), aktiv wie auch passiv. Und bei einigen Beiträgen erstarrte ich schon fast vor Ehrfurcht, wie kreativ da mit diversen Themen umgegangen wurde. Teilweise wurde das dann auch noch ohne Textblatt vorgetragen, mein Gott, ich könnte mir das gar nicht alles merken. Ich konnte mir ja nicht mal die Namen der Beteiligten merken, haha... Aber das hat auch vielleicht den Vorteil, dass ich so niemanden herausheben kann. Es waren jedenfalls neben Emsländern und Grafschaftern auch Leute aus Berlin und Halle auf der Bühne. Und für mich war kein Ausfall dabei, es war alles auf seine eigene Weise interessant und man konnte sich schnell in das Vorgetragene hineinversetzen.

So sah's von hinten aus: viele Leute, bunte Bühne, brennende Feuertonnen. (Foto von Melanie Silies: www.facebook.com/MSiliesFotografie)
Im Finale standen dann eine junge Dame aus Berlin und ein junger Herr aus Bad Bentheim, die nicht nur gegeneinander "kämpften" sondern auch ein bisschen gegen allerlei Insektengetier, das vom Bühnenlicht angezogen wurde. Dementsprechend gab's nicht nur was für die Ohren sondern auch ein paar lustige Zappeleinlagen von den Protagonisten, haha... Gewonnen hat letzendlich der Bad Bentheimer, Florian hieß er (die Namensnennung wurde auch irgendwie zum Running-Gag auf dem Platz: "Flooooorian!"), der auch echt gut war. Bei seinem letzten Text hab ich teilweise Tränen gelacht, das ging schon fast in Richtung Stand-Up-Comedy, großartig! Verdienter Sieg, auch weil seine "Kontrahentin" zwar einen guten Text vortrug, aber irgendwie etwas haspelig wirkte. Wer weiß, vielleicht war sie auch irritiert von den umherschwirrenden Motten, haha...

Zwischendurch spielten übrigens noch RAZZ, die immer noch extrem gut sind, oder vielleicht einfach nur immer besser werden. In den letzten Wochen sah's mal ganz gut aus, dass ich eine CD für die mache, das hat sich kürzlich aber leider zerschlagen. Ich hoffe die Jungs kriegen trotzdem zeitnah mal was auf Tonträger gepresst, es muss jetzt mal was unter die Leute, ich schätze dann läuft's noch besser für die. Toi toi toi!

Der Sieger Florian! Sieht ganz lieb aus, redete allerdings viel über Scheiße, Sex und anderes unflätiges Zeug... (Foto von Melanie Silies: www.facebook.com/MSiliesFotografie)
Und sonst? Dass es schön war hatte ich ja schon erzählt, aber irgendwie ist das vielleicht noch untertrieben. Das einzigartige Ambiente da am Wasser war echt toll und der Platz mit Lichterketten, Strahlern und Feuertonnen wirklich toll und liebevoll hergerichtet. Okay, nicht jede Feuertonne brannte auf Anhieb, aber das kann ich beim nächsten Mal gerne übernehmen, ich hab in meiner Kindheit ein Kokeldiplom mit "Summa cum laude" abgelegt. Aber im Fazit kann ich nur sagen: Es war großartig und hat alle Erwartungen übertroffen, was Publikumsresonanz, Atmosphäre und Stimmung angeht! Blöder Klischeespruch, aber wahr: Wer nicht dabei war hat echt was verpasst und ich hoffe das wird nächstes Jahr wiederholt! Man könnte vielleicht auch 2x im Jahr was machen, 1x Poetry Slam, 1x Musikfestival ... oder 2 Abende direkt hintereinander - ein Abend nur Musik, anderer Abend Slam mit Akustik. Ideen über Ideen! Wie auch immer, geil war's! :) Hier auch noch mal ein Video:


Am Ende war dann auch das Bier alle und - was ich eigentlich schon vorher erwartet hatte - es fielen auch noch zwei Leute ins Wasser nachdem sie unbedingt auf der Spundwand herumbalancieren mussten. Wobei der eine dem anderen eher aus Solidarität hinterhergesprungen ist und alle wieder schnell an Land waren. Das wär ja auch was gewesen, wenn ich da mit meinem Seepferdchenaufnäher noch hätte zur Rettung ausrücken müssen...

Als wir nachher noch im Palast waren, war das es dann seltsam ... als träte man in eine andere, unlockere Welt ein. Zuerst mal hielt an der Hubbrücke ein Polizeiwagen neben uns und wir wurden gefragt ob wir angerufen hätten wegen Körperverletzung. Nein, hatten wir nicht. Was aber wohl die falsche Antwort gewesen war, denn der freundliche Beamte raunzte uns irgendwie an, als würde er uns jetzt am liebsten verhaften. Im Rockpalast dann ... komische Leute, pissbesoffen und aggressiv, am Eintritt von einem Typen mit Thorshammer-Halskette abgefertigt, den ich jetzt mal vorsichtig zumindest mal der politischen Grauzone zuordne, und nachher ein offensichtlich als Fascho ersichtlicher geistiger Tiefflieger mit Reichsadler auf dem Shirt, der noch mal durch den Laden defilierte und mit seinen "unpolitischen" Metallerkumpels abklatschen durfte.

Na ja, ich hab's ja öfter schon hier geschrieben, das mir bei sowas schlecht wird und ich es erschreckend finde, dass sowas in Meppen anscheinend wieder hoffähig wird. Ich bin eigentlich dankbar, dass solche Leute bei einem Kulturangebot wie dem "Redefluss" nicht auftauchen ... irgendwie klar, dass solche Hohlköpfe und kleinen Lichter in ihrer von Hass, Intoleranz und Parolen geprägten Schrottwelt keinen Sinn für kreativen Umgang mit der eigenen Muttersprache haben. Bei Slogans wie "Todesstrafe für Kinderschänder" und Stab- und (Haken-)Kreuzreimen bei GIGI UND DIE BRAUNEN STADTMUSIKANTEN hört's da ja meist auf. Deutschland, das Land der Dichter und Denker ... erbärmlich wenn ich solche Idioten sehe. Zum Glück hat das Event am Püntker's Patt gezeigt, dass es noch ein aufgeklärtes und kulturell hochwertiges Meppen gibt!

Die mysteriöse Tropica-Spur ... leider keine fruchtige Saufeule am Ende getroffen.
Wie dem auch sei, ich hatte dann auch keine Lust mehr mich darüber aufzuregen und wir sind dann einer mysteriösen Spur aus Tropica-Flaschen nach Hause gefolgt, an deren Ende ich eigentlich eine/n sturzbesoffene/n Fruchtsektliebhaber/in zu finden hoffte, aber nicht fand... Und am nächsten Tag hörte ich wieder massig Platten und hab noch die sehr empfehlenswerte Doku "Last Days Here" über den PENTAGRAM-Sänger gesehen ... uuuuunglaublich, muss man gesehen haben!

Wir sehen uns im September bei den nächsten Sachen im Jugendzentrum an der Königstraße:
  • Donnerstag 13.09. - ANN BERETTA (Richmond VA) + THE AFFECTED (Ibbenbüren) + OUT OF PRACTISE (Meppen). Hier geht's zum Facebook-Event!
  • Samstag 15.09. - Attack Of The Monsters III: mit Breaking to Ashes (Haren), Hate Embraced (Sögel) und Kalypso (Lingen). Hier geht's zum Facebook-Event!

Mittwoch, 30. Mai 2012

Konzerte: THE AFFECTED im JuZ am 26.5.2012 (plus Veranstaltungshinweise: Juni 2012)

Mannomann, was 'ne Wärme die letzten Tage! Es riecht also quasi nach Sommerpause, daher mach ich es mir heute auch mal einfach und fasse den Konzertbericht vom letzten Samstag und die Veranstaltungshinweise für den Juni 2012 einfach mal zusammen.

Speziell was kommende Veranstaltungen angeht ist es im Juni eher dünne, aber hier in der Einleitung will ich schon mal direkt auf's Meppener "Rock unter Linden" Festival hinweisen. Das steigt direkt am 01. Juni und wird bestimmt eine feine Sause! Mehr dazu aber am Ende dieses Artikels, nach dem Konzertbericht!

***
KONZERT: THE AFFECTED, ALITAVE und OUT OF PRACTISE am 26. Mai 2012 im JuZ "J@m-Center" Meppen

Am Samstag, 26.05, war's endlich soweit: Das erste Konzert unter dem Banner "Minus Rockcity"!!! Was nicht heißen soll, dass ich noch nie Konzerte gemacht hab. Angefangen hat der ganze Kram bei mir ja schon vor ein paar Jahren mit der Konzertgruppe "mycourts" (kennt vielleicht noch der ein oder andere), danach ein paar Sachen auf eigene Faust und seit ca. anderthalb Jahren zusammen mit der "Initiative 2.0", der aktuellen Konzertgruppe im Meppener Jugendzentrum "J@m-Center".

In den letzten Jahren hat sich bei mir also eine gewisser Erfahrungsschatz angesammelt, was Konzertmacherei angeht. Neben massig Bands aus Deutschland hatte ich auch schon Australier, Kanadier, Amerikaner und Schweden zu Gast, so dass ich eigene Konzerte mittlerweile mit einer gewissen sorgenfreien Routine angehen kann. Was mir aber am 26. Mai ein bisschen Sorgen machte, war das Wetter. Ich meine ... Sommer ist was geiles, keine Frage! Aber die Erfahrung zeigt, dass sich Temperaturen um die 30° Celsius unter Umständen äußerst übel auf die Besucherzahlen bei Konzerten auswirken können.

Wer sich also gefragt hat, warum ich bei Facebook und anderswo in den Tagen davor den Sommer verflucht habe, weiß jetzt warum, haha... ;) Die Befürchtungen erwiesen sich aber als unbegründet. Auch wenn der/die ein/e oder andere vielleicht noch grillend im Garten oder am Baggersee saß, war trotzdem eine stattliche Anzahl an Leuten ins Jugendzentrum gekommen, da gab's nix zu meckern (es war auch ein ungeahnter Propaganda-Feldzug vorausgegangen)! Allerdings war es vor allen Dingen für die Bands eine schweißtreibende Angelegenheit, da sich auf der Bühne durch Scheinwerfer und heißen Rock natürlich Backofentemperaturen entwickelten! Menschen in Extremsituationen, Hut ab dafür!

ALITAVE beim Soundcheck ... noch lächeln sie, gleich schwitzen sie!
Nachdem sich alle Anwesende noch über einen ausliegenden Umfragen-Flyer amüsiert hatten, in dem die Meppener Jugend kundtun konnte was ihr in Meppen nicht passt ("Betrunkene vor Kauland", "fehlender Starbucks/Kentucky Fried Chicken und andere wichtige Dinge"), legten gegen halb 9 dann auch schon OUT OF PRACTISE los! Hier muss ich auch noch mal einwerfen, dass Konzerte aus Veranstaltersicht oft etwas trubelig sind. Man stellt sich da selten hin und guckt sich durchgehend eine Band an, sondern flitzt eigentlich ständig durch die Gegend, weil hier noch was zu tun ist, da noch einer was von einem will und draußen wieder ein Sack Reis umgefallen ist. Während OUT OF PRACTISE spielten hab ich außerdem auch noch Kassendienst mitgemacht, so dass ich von denen eigentlich kaum was gesehen hab. Allerdings zogen sie nicht nur ihr angekündigtes Akustikset (mit Piano) durch, sondern spielten auch noch einen ganzen Schwung an Songs elektrisch, da Leadgitarrist Malte (der erst nicht konnte) wider Erwarten doch vor Ort war. Feine Sache, ich sah anschließend nur zufriedene Gesichter!

Danach kamen THE AFFECTED aus Ibbenbüren auf die Bühne. Ibbenbüren kennt man ja als Heimat der DONOTS und da gab und gibt es in den letzten Jahren nach wie vor eine aktive Bandszene rund um die "Scheune", wo man als Ibbenbürener Punkrocker zu Konzerten abzappelt. AFFECTED-Frontmann Peter spielt außerdem noch bei den Streetpunkern THE VADERS, die sollten für den geneigten Musikinteressierten ja auf nationaler Ebene auch keine Unbekannten sein!

Man hätte bei THE AFFECTED evtl. mit einem dünnen Sound rechnen können, da die anstatt in der üblichen Vierer-Bandbesetzung "nur" als Trio angereist waren (der zweite Gitarrist tingelte irgendwo durch Mailand, kann man ja mal machen), aber nix da! Coole Show, ein schnörkelloses Set, erstklassiger eingängiger Punkrock, irgendwo zwischen MXPX und COPYRIGHTS! Während THE AFFECTED spielten sagte jemand neben mir schon: "Die könnten auch aus Kalifornien kommen!" Richtig, aber ich schätze in Kalifornien gibt's kein "Ibbsch", haha! Na ja, um das jetzt zu verstehen hättet ihr dort sein und aufmerksam die Ansagen verfolgen müssen, haha... Ich schätze einige Leute hätten auch gerne eine CD von den Ibbenbürenern gekauft, aber die aktuelle EP ist momentan noch im Presswerk. Schade schade, aber ich warte jetzt mal gespannt auf den fertigen Silberling! Falls den sonst noch wer haben will: Sagt Bescheid, kann ich besorgen, sobald der fertig ist! Hier zur visuellen und akustischen Untermalung noch ein AFFECTED-Livevideo vom 26. Mai:


Sozusagen als "Headliner" sorgten ALITAVE dann für den Abschluss des Konzertabends! Zur Feier des Tages hatten die Jungs nachmittags vorm Auftritt sogar geprobt, haha... Hatte sich aber gelohnt, das lief alles gut von der Hand ins Ohr! Was auch gut lief war der Schweiß, denn es wurde immer wärmer und wärmer, so dass ich manchmal Angst um Frontmann Jonas hatte, der aber bis zum Ende durchhielt.

Mir ist auch mal aufgefallen, dass ALITAVE fast bei jedem zweiten Konzert von mir mit auf der Bandliste standen. Ist aber gar nicht schlimm, gute Jungs! Diverse Anwesende forderten deswegen aber noch eine Umbenennung in EVATILA, aber ich glaub das haben die Burschen nicht mehr gemacht... ;)

Alles in allem war das mal wieder ein Konzert, bei dem alles wie am Schnürchen lief! Das soll jetzt keine Selbstbeweihräucherung sein, sondern eher ein dickes Dankeschön an die Bands und vor allen Dingen an alle aus der Konzertgruppe "Initiative 2.0"! Bei allen Konzerten in den letzten Monaten war es so, dass alle Leute nahezu perfekt zusammengearbeitet haben und das ist total super!!! Sollte das hier jemand lesen, der/die ebenfalls Bock hat in Meppen mal selber Konzerte auf die Beine zu stellen: Schließt euch mit den Leuten von der "Initiative 2.0" kurz, schaut einfach mal bei einem von den Treffen im Jugendzentrum vorbei, das ist eine tolle Sache die da läuft!

Ach ja, fast vergessen, hier noch ein Livevideo von ALITAVE:


Der Konzertabend war damit jedenfalls super gelaufen. Nach kurzer Aufräumerei und Türen abschließen konnten wir also in den "gemütlichen Teil des Abend" übergehen. Der ganze Tross bewegte sich rüber in den Rockpalast, inklusive aller Ibbenbürener mitsamt Anhang, die auch noch in gewaltiger Feierlaune waren. Sowieso waren die AFFECTED-Leutchen ziemliche Obersympathen ... Frontmann Peter kannte ich noch aus "alten Zeiten", von den ersten Bands mit denen er in Ibbenbüren gespielt hat. Mit Drummer Phil hatte ich dann im Vorfeld das ganze Konzert eingetütet, aber das erste Mal tatsächlich getroffen haben wir uns dann auch erst an dem Abend ... und uns später im Rockpalast noch gegenseitig eine Frikadelle ans Ohr gelabert, haha...

Das ist eigentlich immer das Schönste am Konzerte machen: Man bucht eine Band auf die man Bock hat und lernt die Leute an dem Abend dann kennen! Und das Coolste ist halt, wenn die Leute aus der Band dann auch auf der gleichen Wellenlänge funken und man sich super versteht. Natürlich hat man hin und wieder auch mal Nieten dabei, die sich irgendwie ganz seltsam verhalten. Aber bei mir sind das generell immer schöne Erfahrungen, bei denen man interessante neue Leute kennenlernt. Und THE AFFECTED sind bei mir nach dem Abend schon ziemlich weit oben in der Liste der "coolen Leute"... :)

Na ja, wie tut man coolen Leuten einen Gefallen? Wie gesagt: die Ibbenbürener waren in ziemlicher Feierlaune und fragten im Rockpalast direkt, was man denn da am besten trinken könnte. Zwei Minuten später hatten wir dann den ersten Russisch-Koks bei den Ohren ... den kannten sie noch nicht ... dreißig Minuten später raunten sich die anwesenden Meppener Quartalsalkoholiker zu, dass da eine Horde schwer tätowierter Auswärtiger an der Theke ungeahnte Taktzahlen beim Russisch-Koks-Verzehr an den Tag legte! Haha, alle meine Warnungen bzgl. der Nebenwirkungen dieses Getränks wurden in den Wind geschlagen unglaublich was die Jungs sich da reinschraubten! Einzig der zum Fahrer auserkorene Peter blieb eisern bei "Beck's Alkoholfrei"!

Da war schon alles zu spät: Verbrechertattos, Verbrecherringe und alle besoffen, außer Peter (obwohl der sich bemüht auch ganz schön verstrahlt auszusehen)!
Wie das dann oft so ist, küssten sich in der Folge noch erwachsene Männer im Gesicht und gestanden sich ihre Liebe. Kurzfristig war sogar ein neues Asi-Punk-Projekt namens MIT DER POMMESBUDE DURCH ÄTHIOPIEN in Planung. Ich weiß gar nicht mehr wie es dazu kam, ich glaub ich hab wieder Flachwitze erzählt... CD dann demnächst auf Nix Gut Records, haha...

Der AFFECTED-Merchandiser Tobias schuf sich im Rockpalast sogar angeblich noch ein zweites Standbein durch Rosenverkauf. Zumindest sah es auf einem am nächsten Tag aufgetauchten Foto so aus, alles sehr verwirrend, er bestreitet das noch vehement... Und ich hörte das erste Mal vom "Internationalen Dildogruß", was es alles gibt... Nach extremer Druckbetankung übergab ich die Ibbenbürener dann in die Obhut ihres Fahrers, selig grinsend torkelten sie durch's Meppener Bermudadreieck und ich hoffe ich hab mich abschließend mit einem zackigen internationalen Dildogruß verabschiedet ... ich weiß es aber irgendwie aber auch nicht mehr genau...

Das Konzert war schon gut, aber alleine wegen dem unvergleichlichen Aftershow-Debakel war's ein denkwürdiger Abend! :)

***
VERANSTALTUNGSHINWEISE: JUNI 2012

Hmmm, im Sommer liegen wahrscheinlich 1 Millionen Festivals an, aber ich muss sagen, dass mich Festivals eigentlich kaum noch interessieren, daher lasse ich die hier auch unberücksichtigt, es sei denn sie sind in der direkten Umgebung. Und ansonsten wird glaub ich schon das Sommerloch spürbar, denn so viel steht diesmal gar nicht an:

Freitag, 01.06.2012 - Rock unter Linden - Meppen, Schülerwiese
Jawoll, das "Rock unter Linden" dürfte natürlich der erste Knüller sein! Das Ganze kollidiert zwar wieder recht ungünstig mit meinen Arbeitszeiten, so dass ich da wohl erst so gegen 17/18 Uhr aufschlagen kann, aber ich denke da wird dann auch noch 'ne Menge Budenzauber sein. Auf der Bühne zu sehen: TURBOSTAAT, ADOLAR, FUCK ART LET'S DANCE!, CITY LIGHT THIEF, HURRICANE DEAN, RAZZ, HAVARII und die Abiband des Marianums.
Ich denke mal jeder Meppener weiß auch Bescheid, aber hier geht's noch mal zum Facebook-Event. Fast 3.500 Zusagen, na das kann ja was werden... ;)


Samstag, 16.06.2012 - Kinski Fest No. 1. - Lindern, Teestube
Ja ja, die Teestube in Lindern. Ich glaube ich hab schon mal drauf hingewiesen, dass da nur Bekloppte wohnen, dementsprechend machen die da im Cloppenburger Land auch hier und da mal das ein oder andere geile Konzert. Das "Kinski Fest" bündelt nun einfach mal ein paar coole Bands, und ich finde das Ganze ist sehr hinfahrenswert. Zu sehen sind da:
  • Smile And Burn
  • All Aboard!
  • The Driftwood Fairytales
  • Goodbye Fairgound
  • No Weather Talks    

Zum Facebook-Event geht's HIER und außerdem gibt's noch ne BLOG-SEITE zu dem ganzen Spektakel. Ich hoffe ich kriegs in meinen Zeitplan unter, wird bestimmt cool!


Samstag, 30.06.2012 - Unheilig etc. - Meppener Stadion
Haha, ich wusste erst nicht ob ich drauf hinweisen soll, aber *Trommelwirbel* UUUUUUNHEILIG kommen nach Meppen! Na ja, ich denke wer diesen Blog verfolgt wird wissen, dass solche Events nicht so ganz mein Bier sind. 15.000 Fans werden erwartet, soweit ich weiß kosten Tickets zwischen 40 und 60,- Euro. Mal gucken was das wird. Freier Eintritt für Kinder bis 10 und Erwachsene ab 65 Jahren. Ich schätz da komm ich nicht umsonst rein, haha... Die Zielgruppe kann ich auch nicht so ganz eingrenzen. Ist das eher so ein Familien-Spießerevent? Keine Ahnung, ich selbst kenne jedenfalls keinen der da hingeht...

Und selbst werde ich da definitiv nicht anwesend sein, da mir solche Stadionsachen echt widerstreben. Aber ich bin mal gespannt was das wird.... Top oder Flop? Das Ganze wird ja sicherlich von einer professionellen Konzertagentur abgewickelt, aber das ist ja auch wieder so ein "Ereignis" in dem sich die Stadtväter gerne sonnen und die Tagespost wieder eine kritiklose Abfeier-Doppelseite bringt. Danach kann man ja schon fast die Uhr stellen...

Wenn es nachher in die Hose geht sollte man sich seitens der Stadt aber vielleicht mal fragen, ob es nicht sinnvoller wäre, hier mal kleinere Events zu unterstützen, für die sich auch Jugendliche interessieren... Schließlich werden in Meppen bald auch junge konsumfreudige Käuferschichten gebraucht, die ihr Geld in der MEP ausgeben. Und auch die wollen am Wochenende bespaßt werden... ;)

Aber ich schweife wieder ab, wie immer, haha... Oh hoppla, und entgegen meiner geäußerten Festival-Abneigung in der Einleitung waren die Hinweise da oben jetzt ja doch alles mehr oder weniger Festivals... Nun ja, was soll's... Wie immer kann es sein, dass ich das ein oder andere vergessen hab, was aber selbstverständlich niemals böse Absicht ist. Es kann sein, dass sogar die "Initiative 2.0" noch ein Konzert macht, aber das steht noch nicht endgültig fest. Sollte das in den Juni fallen, werde ich das im Fall der Fälle kurzfristig über die Facebook-Seite von "Minus Rockcity" propagieren.

Tja, und sonst?!? Es riecht wie gesagt nach Sommerpause! Ich hab zwar noch diverse Auswärts-Konzerte auf dem Zettel, aber da hab ich jetzt grad keinen Bock die aufzuschreiben, da eh kaum jemand mitkommt. Ich glaub ich werde sogar meinen Geburtstag vor einer Bühne in Oberhausen verbringen, mal sehen... Und nicht zu vergessen: Anfang Juni werde ich mich auch noch mal komplett in Schützenfestmodus versetzen, dat mot wän! ;)

Dienstag, 17. April 2012

Konzerte: Ostern 2012 and beyond...

So, Ostern 2012 ist überstanden! Wie üblich mit dem gewohnten Raubbau am eigenen Körper und auch 'ner ganzen Menge Rock'n'Roll! Vorher war ich schon ein bisschen unterwegs gewesen, u. a. am 23.03. bei Funny van Dannen im Rosenhof/Osnabrück (dafür hab ich an dem Tag leider das "Haren rockt!" verpasst, aber nu...). Ich glaube als ich den das letzte Mal gesehen hab war es Ende der 90er, bei einem denkwürdigen warmen Abend im Münsteraner Gleis 22. Ausverkauft, keine Karte, trotzdem reingekommen, Stromausfall, alle mitgesungen (weil das Mikro ja nicht tat), reihenweise unterernährte Studenten kippten aus den Latschen, weil es wirklich brutal heiß war. Dickster Sommer, es war glaub ich die Tour zum "Uruguay" Album, hach watt war datt schön damals...

Nun also Osnabrück, und da der Herr van Dannen zwischendurch ja einige größere Bekanntheit erreicht hat und auch so dubiose Kooperationen mit uncoolen Leuten wie Campino auf seinem Kerbholz hat, befürchtete ich Schlimmes was das Publikum anging. Was sich dann auch bestätigte - eine bunte Mischung aus Intellektuellen und Pseudointellektuellen aller Schichten: Erstsemesterstudenten, Studienräte, hängengebliebene Beatniks, Hausfrauen (Lieblingslied natürlich: "Schilddrüsenunterfunktion"), Spaßmetaller (Lieblingslied natürlich: "Saufen") und so Prollfreunde, die von ihrer Lebensabschnittsgefährtin mitgeschleppt wurden (Lieblingslied wahrscheinlich: "Posex und Poesie").

Angesichts dieses Publikums war natürlich für mich Obacht geboten. Es begann dann auch mit dem Klassiker: Ich begab mich zusammen mit meinen Mitreisenden in den Zuschauerraum, suchte mir ein mittiges Plätzchen und ... ein Klopfen auf der Schulter, umgedreht, dicker grauhaariger Mann sitzt hinter mir auf Barhocker: "Äh, tschuldigung, könntest du bitte zur Seite gehen, ich seh sonst nix!"

Haha, nun gut, ich war innerlich drauf vorbereitet! Also hab ich KEINEN Streit vom Zaun gebrochen. Was soll man da auch argumentieren? Dem guten Mann fragen, warum er sich denn in einem Stehplatzbereich hinsetzt?! Wohlgemerkt im hintersten Winkel des Stehplatzbereichs! Und wie er denn da was sehen will, wen er da sitzt, wo er doch damit rechnen muss, dass vor ihm Leute stehen. Dass er, wäre das ein Punkkonzert, für so ungefragtes Rumnerven auch mal einen kommentarlosen Schlag in die Fresse riskiert?! Nee nee, ich blieb ganz ruhig und ging ein Stückchen zur Seite.

Herr van Dannen fing dann auch an, was auch sehr unterhaltsam war, ich hab mich köstlich amüsiert. Mir fiel aber bald unangenehm auf, dass ich unerfreulich weit weg von der Theke stand (da wo die Spaßmetaller und mitgebrachten Prollfreunde schon rumstanden). Als ich dann einmal Bier holen war hab ich da eine offene Einflugschneise direkt zum Verweilen genutzt, da man im Rosenhof ja selbst von hinten von der Theke gut sieht und hört, der Club ist ja anscheinend ein altes Kino oder Theater, leicht abfallend mit guter Akustik.

Funny van Dannen hielt ich auch immer für so einen total zentrierten und ausgeglichenen Typen, der halt allem im Leben was Witziges abgewinnen kann. Aber dann hat der da plötzlich so eine hängengebliebene Beatnikfraktion direkt vor der Bühne zur Sau gemacht, hallali! Wie aus heiterem Himmel, sollten die doch mal die Fresse halten. Alle machten große Augen und dicke Backen, 15 Minuten gab es auch keine freundlichen Ansagen mehr, dann waren die Wogen wieder geglättet. Ja ja, von wegen da bei Funny vor der Bühne stehen, 2 Flaschen billigen Rotwein saufen und lautstark dazwischenschwätzen... Nee nee, das war das letzte Mal.

Das Konzert war ansonsten aber gut und unterhaltsam, ich war am Ende ganz froh dagewesen zu sein, obwohl ich vorher meine Karte erst wegen terminlicher Probleme verkaufen wollte. Herr v. D. machte dann glaub ich nach so knapp 2 Stunden Schluss und hielt sich auch nicht lange mit Zugaben auf, wodurch ich auch nicht weiter den Männlichkeitsritualen eines mitgebrachten Prollfreunds schräg vor mir beiwohnen musste. Alles gut!

In Sachen Klischeeschubladenpublikum bin ich übrigens so eher einer aus der hier besungenen Klientel:


Das fand aber jetzt alles in Osnabrück statt und nicht im Emsland, oje, ich entschuldige mich vielmals. Und jetzt wollte ich aber auch noch mit einem Konzert in Oberhausen weitermachen, wie krieg ich denn jetzt da den Dreh hin?!? Na ja, Oberhausen hat momentan auch irgendwie das Problem, das ich auch immer in Meppen bemängele: fehlendes Publikum! Also eigentlich haben alle Städte dieses Problem, wenn die nicht gerade als "hip" gelten, ist mir in den letzten Jahren mal aufgefallen. Ich wage es kaum zu sagen, aber ich bin in den letzten paar Jahren wirklich zu dem Schluss gekommen, dass wir es in Meppen gar nicht sooo schlecht haben. Als Vergleichsbeispiel sei also mal das Konzert in Oberhausen genannt.

Es sollten drei Bands spielen: die BREWERS aus dem Ruhrgebeat [sic] und die beiden Schwedenbands TYRED EYES und IMPO & THE TENTS! Ich kannte die auch alle, bei den BREWERS spielt Marky Fanatico, ein leicht irrer Bekannter von uns aus Oberhausen. Und mit den Schweden war ich vorab in regen E-Mail/Facebook-Kontakt. Location war das "Druckluft", wo man vor ca. 10 Jahren noch locker mit durchschnittlich 100 zahlenden Gästen rechnen konnte, wenn nicht sogar noch mehr. Erscheint ja auch logisch, das ist das Ruhrgebiet, da wohnen viele Menschen, die durch so tolle Erfindungen wie regelmäßig verkehrende S-Bahnen und Regionalzüge auch gute Anreisemöglichkeiten haben.

Nun kamen wir (meine Freundin und ich, denn natürlich wollte mal wieder keiner mit) am Tag des Geschehens (30.3.) nach den üblichen 150 km Autobahn von Meppen aus da an, und es wurden neben uns weit gereisten Emsländern letztendlich nur 30 zahlende Gäste! An einem Freitag! Unglaublich! Die Bands waren allesamt super, aber nur 30 Leute da? Traurig! Es lag auch nicht am Veranstalter, auch den kenn ich, der Frank aus Oberhausen. Der bewirbt seine Konzerte immer ordentlich und hängt sich rein, er war selbst konsterniert. Die Schweden entpuppten sich aber als Top-Leute, die mittlerweile seit 9 Tagen in Deutschland unterwegs waren, und die sagten dasselbe: egal welcher Abend, egal welche Stadt - maximal 20-30 Gäste.

Mal ehrlich, auch wenn wir in Meppen da mit unseren Besucherzahlen mehr als zufrieden sein können (siehe die Berichte weiter unten) ... wohin soll das generell führen? In 5 Jahren nur noch gepushte Hipster-Scheißbands für 30,- Euro Eintritt in irgendwelchen Lackaffen-Clubs? Nur noch 200-300-Euro-Festivals für die konsumfreudige, gesichtslose, austauschbare Indie-Hipster-CashCow-Zielgruppe? Ach was reg ich mich auf... Die Schweden haben sich auch nicht aufgeregt. Im Gegenteil! Das Konzert entwickelte sich vielleicht gerade durch die etwas ungünstigen Umstände zu so einer Art Scheißegal-Party, bei der nachher alle auf der Bühne waren und noch ordentlich abgefeiert haben. Und was die mir nachher alles noch geschenkt haben: Platten, Buttons, Jutetaschen, Raider, Twix und sogar eine Banane! Großartige Leute! TYRED EYES und IMPO & THE TENTS are go!!!



Ein paar Tage später ging es dann endlich auf Karfreitag zu! Dabei gab's aber zunächst mal eine kleine Klippe namens "Tanzverbot" zu umschiffen... Das gilt ja - wie jeder aufrechte emsländische Katholik weiß - am Karfreitag. Allerdings riskiere ich jedes Jahr aufs Neue mein Seelenheil und einen Platz im Fegefeuer, indem ich immer wieder an der alljährlich stattfindenden "legendary K-Friday Party" teilnehme!

Am 06. April 2012 war es also wieder soweit. In einer geheimen schnuckeligen kleinen Hütte an einem geheimen Ort im Emsland richtete ein geheimes Party-Kommitee dieses äußerst geheime Event aus! Hört sich alles sehr geheimnisvoll an, was?!? Ja, so ein bisschen was hat das Ganze auch von geheimbündlerischer Zusammenkunft, à la Freimaurer, Rosenkreuzer, Tempelritter etc... Der "Karfreitags-Rock'n'Roll-Orden", haha... Aber an dem Tag haben ja auch andere soziale Gruppen ihre Zusammenkünfte. Ich hab schon von mehreren blasphemischen Vereinigungen gehört, die diesen fleischlosen Tag zu provokanten Grillveranstaltungen nutzen, bei denen hemmungslosem Fleischgenuss und Völlerei gehuldigt wird. Und vom Marktkauf-Parkplatz wurden in diesem Jahr z. B. absolute Ausnahmezustände berichtet, da dort diverse Autoclubs den "Carfreitag" zelebrierten. Aber nee, das ist mir zu uncool, Autos und so ... Grillen, okay, das sollte man bei der "legendary K-Friday Party" vielleicht auch noch einführen. Aber hauptsächlich geht's bei der K-Friday Party für mich immer um die wirklich wichtigen Dinge im Leben: schmierige Rockmusik!

Feiertage wie Karfreitag/Ostern bringen ja den angenehmen Nebeneffekt mit sich, dass da alle "Auswärtigen" wieder auftauchen, um über Ostern fein die Füße bei Muttern und Vattern unter den Tisch zu stellen. Es waren also massig Leute da, die ich monatelang nicht gesehen hatte. In musikalischen Dimensionen gesprochen zahlreiche (ex-)Mitglieder der BACKWOOD CREATURES, BATTLEDYKES, MAVERIX, GRIZZLY ADAMS BAND, FAVORATS, STARFIRE ROCKETS, AUDIOSONIX und bestimmt noch 'nem halben Dutzend anderer Kapellen. Dementsprechend wurden fleißig neueste News ausgetauscht (was in meinem fortgeschrittenen Alter meistens auf so Infos hinausläuft wie: Wer hat Nachwuchs bekommen? Wer heiratet? Wer trinkt keine Alkohol mehr? etc. pp.) und um 0:22 Uhr musste ich auf dem Weg zum Herren-Freiluft-Pissoir bereits dem ersten Haufen Erbrochenen ausweichen. Nicht von mir hinterlassen, möchte ich anmerken! Die Party lief also wie ein Länderspiel...

Der Clou in diesem Jahr war aber zum ersten Mal eine Liveband: THE GOLDEN HELMETS! Die sind ja bekanntlich mit diversen (Exil-)Emsländern besetzt und die paar Kölner/Solinger in der Band gehen mittlerweile auch als emsländische Ehrenbürger durch! Am Karfreitag spielte die Combo in der emsländischen Schnapshauptstadt den Auftakt für ihre Frankreichtour. Hä? Frankreichtour? Und dann Auftaktkonzert im Emsland? Tja, so ganz hab ich's auch nicht verstanden, aber was will man machen an so Abenden wo Logik nur eine Nebenrolle spielt?!? Eine nachvollziehbare Kombinationskette wäre vielleicht: Frankreichtour => Tour de France => die Tour de France fängt ja auch öfters mal mit "Auswärtsetappen" an, in Irland oder so... Allerdings sind die HELMETS am nächsten Tag auch gar nicht weiter nach Frankreich gefahren, sondern in die Schweiz... Kann man ja mal machen, tödlich verkatert im Osterverkehr, mein lieber Scholli, Hut ab, gut das ich nicht mit im Van saß, hehe...

Musik gemacht haben die GOLDEN HELMETS aber natürlich auch noch! Ich hab zwar händeringend versucht das Tanzverbot durchzusetzen, aber vergeblich! Nach kurzer Zeit war der Laden ordentlich am Feiern, ca. 100 Bekloppte tanzten ab und der Auftritt war das Sahnehäubchen auf einer der besten Partys 2012! Hier mal ein Video vom Budenzauber, unter anderem spielen die Burschen den Song "Run", den ich höchstselbst auf meinem Label auf stylischem Vinyl rausgebracht hab. Was ich damit sagen will: Könnt ihr kaufen, näch, und zwar HIER! ;) Ansonsten: Beste Band! Absolute Livegranate! Und alle Mitglieder im Nichtallelattenamzaunverein, allen voran Hendrik, der vollkommen irre Sänger! Die Welt braucht mehr von solchen verrückten Frontmännern, dringend!!!


Danach verlässt mich dann auch langsam die Erinnerung. Aus diversen Facebook-Einträgen von Partybesuchern konnte man am nächsten Tag ableiten, dass da zu späterer Stunden wohl noch diverse Kleidungsstücke verloren gegangen sind. Keine Ahnung was da los, vermutlich waren später alle nackt! Ich kam jedenfalls noch voll bekleidet nach Hause, bezahlte den feuchtfröhlichen Abend aber mit einem echten Championsleague-Kater. Ehrlich, das ging in Richtung Nahtoderfahrung! Die Rache des lieben Herrgotts wahrscheinlich, für mein unchristliches Tun...

Das Schlimme daran ist: als es am Ostersonntag, 08. April, schließlich weitergehen sollte, war ich immer noch t-o-t-a-l neben der Spur! An besagtem Tage stieg nämlich im Meppener Rockpalast das "Easter Rock Festival", was zeitgleich auch die CD-Release-Party von OUT OF PRACTISE war. Mit am Start sollten noch KING'S CASKET, CIVIL COURAGE und meine persönlichen Favoriten RAZZ sein. Und - ich schwöre - trotz Angeschlagenheit hab ich mich nebst Anhang wirklich beeilt, und was war?!?! Als wir reinkamen waren RAZZ gerade fertig! Verpasst!!! So ein Ärger!!! Auf den Schreck ließ ich mich erstmal auf einen Barhocker nieder, was wohl der nächste Fehler war, denn von da kam ich die nächsten 2 Stunden aufgrund meiner schlechten Tagesform kaum wieder hoch. Ein weiterer Fehler - mein Versuch die schlechte Tagesform mit Konterbier wieder glattzubügeln. Auch das ging eher nach hinten los...

Vom Hocker gerissen wurde ich allerdings auch nicht gerade von KING'S CASKET, dementsprechend konnte ich auch beruhigt sitzenbleiben. Die Band bot mir irgendwie eine ganze Menge zuviel Stilmix, da wurde neben ewig langen Instrumentenwechseln auch noch gerappt und so ... uh nee, nicht meins. Nebenbei bemerkt war der Besucherandrang - gelinde gesagt - auch noch sehr überschaubar, was ja öfter mal so ein Feiertagsproblem ist. Vor 0 Uhr treibt das Volk sich noch bei irgendwelchen Osterfeuern rum, später (nach dem Konzert) wurde es dann proppenvoll.

Auch wenn also nicht viel los war machten CIVIL COURAGE danach noch das Beste draus. Ebenfalls nicht so 100 pro meine Mucke, aber die Band brachte die Anwesenden zumindest mal in Bewegung. Mich allerdings nicht, ich vegetierte immer noch auf meinem Barhocker an der Theke rum. Ein Trauerspiel! Ich schäme mich! Mittlerweile bekam ich es auch mit den Ohren, denn CIVIL COURAGE kündigten einen Song an und ich verstand nur "Whiskeypott". Komischer Name für einen Song, dachte ich so bei mir. Wie sich rausstellte handelte es sich dann aber um "Blitzkrieg Bop". Boing! Auch soll mein Name von der Bühne gerufen worden sein und ich hab's nur so halb mitbekommen und war verwirrt... Aber was sollte ich auch machen, mein Kumpel Andy hatte nämlich großmundig verkündet an dem Abend alleine eine ganze Kiste Beck's Alkoholfrei trinken zu wollen, da kann man schon mal abgelenkt sein... Er hat's übrigens nicht geschafft... Wurst! ;)

Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich bei OUT OF PRACTISE dann doch noch meinen Arsch hochbekam. Den schleppte ich dann nach oben in die DJ-Bude, von wo aus ich mir den Auftritt mit zwei anderen Oberschlauen anguckte und nebenbei in Disco-Fachliteratur (stand nur Scheiße drin) blätterte. Und so sah das Ganze dann von oben aus:


OUT OF PRACTISE sind auch ganz fitte Burschis, nur hab ich manchmal das Gefühl, dass die ein bisschen zu viel in ihre Songs packen wollen. Als würden die musikalischen Geschmäcker in der Band etwas auseinandergehen. Ich kann mich aber auch irren... Und die Ansagen sind des öfteren brutal lang, wie in dem Video auch zu sehen ist, hehe. 1, 2, 3, 4 wuppdi muss das gehen Jungs! Weniger labern, mehr rocken! Zack zack, hopp hopp, pronto pronto! Wie dem auch sei, die Show war ganz gut, ich hab mich jedenfalls amüsiert. Der absolute Oberheuler in der Band - da war sich die Jury der schlauen Leute (John, Jim und ich) in der DJ-Bude einig - ist jedenfalls der Leadgitarrist! Unglaublicher Mann! Was der da manchmal auf seiner Klampfe abzieht, da verknoten sich mir beim Hinsehen schon die Finger!!! Erinnert mich oft stark an sowas hier, hehe:


Mittlerweile grünte ich dann auch wieder durch. Nach dem Konzert noch kurz mit den RAZZ-Jungs geredet und von OUT OF PRACTISE eine CD geschenkt bekommen. Muchas Gracias noch mal! Irgendwann werde ich auch noch mal anfangen hier auf dem Blog Kram zu reviewen. Irgendwann... Übrigens wurde mir von George auch noch auf äußerst nonchalante Weise was zugesteckt, im absoluten Drogendealer-Style, ich musste doch sehr lachen. Die Tage dazu mehr!

OUT OF PRACTISE werden ja übrigens auch noch auf meinem nächsten selbst organisierten Konzert spielen, also hinkommen da, hier ist das Facebook-Event dazu! Und mit RAZZ hab ich auch noch was vor. :)

Am folgenden Samstag, 14. April, stieg dann im Jugendzentrum "J@m-Center" wieder eine Show. Die Veranstaltungen in dem Laden sind in den letzten Monaten auch wirklich eine Bank geworden. Diesmal mit Bands, Crew und zahlenden Gästen bestimmt wieder so 80-90 Leute in dem gemütlichen Stübchen, alles super! Allerdings war ich an dem Abend mit Kassendienst dran, so dass ich von den Bands irgendwie relativ wenig mitbekommen hab, sehr schade.

Vor allen Dingen ärgert's mich bei den alten reaktivierten Hasen TWEE-STAR, von denen hätte ich gerne mehr gesehen als die paar Blicke die ich da mal durch die Tür gelauert hab. Wegen denen waren auch eine ganze Menge Leute gekommen, wie ich das so am Eintritt sondieren konnte. Coolster Typ war Tom, der Sohn von Sänger Dennis, der mit dicken Kopfhörern absoluter Chef im Vorschulalter-Moshpit war, haha... ;)

Bei FOOLS FROM STACK war's dasselbe Kreuz wie bei TWEE-STAR, auch die hab ich hauptsächlich nur durch die Tür gehört. Aber die Band liefert eigentlich immer gut ab und die haben immer auch eine Menge Leute im Schlepptau, so dass die Stimmung auch hier wohl blendend war. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich Songs von denen schon fast mitsingen kann, weil die in letzter Zeit irgendwie an jeder Pommesbude spielen...

From Pogge with love - Der Kassenprüfer meldet Vollzug: Zwischenstand = 62,8333333 zahlende Gäste!

Headliner waren schließlich vier crazy Typen aus Papenburg/Leer, deren Namen ich hier jetzt mal nicht mehr aufführe, da ich den Blog-Eintrag schon das zweite Mal nachbearbeite, seit ich den am 15.04. online gesetzt hatte. im Nachtrag weiter unten mehr dazu...

Die Jungs waren wohl schon vor ihrem Auftritt recht drollig. Der lokale Soundmann Stefan war auf jeden Fall schon ziemlich früh auf 180 bzw. auf der sprichwörtlichen Palme, weil die Herren sich erst wohl erstmal massig Zeit ließen bis sie zum Soundcheck aufschlugen und dann auch noch mit zig Sonderwünschen bei der Instrumentenabnahme glänzten. Auch wollten sie sich im Backstage wohl nicht umziehen während die Leute von TWEE-STAR noch im Raum waren, aber da hab ich vollstes Verständnis für, vor so alten schmutzigen Männern würde ich mich auch nicht nackig machen, haha...

Vor der Show gab's also schon so ein bisschen was zum Schmunzeln, der Auftritt von an sich war dann auch ganz okay. Der Sound war gut, der Aufwand hatte sich also gelohnt, auch wenn der Mischer noch gewaltig Hals hatte. Wobei ich jetzt aber auch eher vom Gitarren- und Effektsound rede, das Schlagzeug spielte nämlich ständig den gleichen offenen HiHat-Beat, kam mir so vor... Nun ja, da wir mittlerweile die Kasse dich gemacht hatten konnte ich auch ein bisschen mehr vom Auftritt sehen und hab auch einen Song mitgefilmt. Was dann am nächsten Tag noch mehr Drolligkeiten bot, da der Band der YouTube-Upload auch nicht so ganz ins Konzept passte. Später kamen dann immer mehr Mails, in denen ich aufgefordert wurde das Video offline zu nehmen. Ähm ja, ich lasse das Ganze jetzt mal unkommentiert und wünsche den Kollegen vom "Rock unter Linden" viel Spaß bei der Bandbetreuung am 01. Juni... ;)


Die Kids hatten auf jeden Fall ihren Spaß, insofern ein runder Abend mit ein paar ulkigen Nachwuchs-Rockstar-Anekdötchen, hehe...

NACHTRAG VOM 26.05.2012: Im Nachtrag vom 22.05. hatte ich bereits erwähnt, dass das Live-Video der Headliner-Band von mir zunächst von 4:22 Minuten (Version 1) auf 3:22 Minuten (Version 2) und schließlich auf 3 Sekunden gekürzt wurde. In einem interessanten Mailverkehr wurden mir seit dem 15.04. von einem Bandmitglied diverse Gründe genannt, warum das Video offline sollte. Im Grunde eine Sache über die man reden kann, aber die angeführten Gründe änderten sich irgendwie mit jeder Mail, was mir relativ Spanisch vorkam. Um meine Position klar zu machen: Da ich solche Livevideos generell als einen tragenden Bestandteil der unabhängigen Berichterstattung auf diesem Blog ansehe, hab ich das Video zunächst nur eingekürzt. Was dem Vertreter der Band aber nicht reichte, daher ist das Video nun ganz offline. Wem das Video gefallen hat (es hatte ca. 1.000 Klicks in 40 Tagen und war damit das beliebteste in meinem YouTube-Kanal), der sollte sich also DIREKT an die Band wenden und nicht an mich! Ich hätte den Mitschnitt gerne online gelassen. Auch der Bandname ist in diesem kompletten Bericht gestrichen, wer an dem Abend da war, weiß ja ohnehin Bescheid... Hintergrund für die Streichung ist kein böser Wille meinerseits, ich habe nur keine Lust mich mit irgendwelchen Medienanwälten rumschlagen zu müssen, nur weil eine öffentlich auftretende, kurz vorm Durchbruch stehende "Indie"band sich in Zeiten von Smartphones und Social-Mediaportalen wie YouTube nicht so ganz souverän im Umgang mit öffentlichen Berichterstattungen (wie es ja z. B. auf diesem Blog geschieht) zeigt... Ich wünsche der betreffenden Band jedenfalls viel Erfolg im Musikbusiness und viel Spaß im Umgang mit den dort agierenden Medien!

Keine Ahnung ob ich mich über den weiteren Abendverlauf noch auslassen soll, da dreht es sich dann um den üblichen Absturz im Palast und Sonntag war ich wieder schwerst malade... Hier mal der Versuch einer Rekonstruktion in Stichworten:
  • Abendvoraussetzung: ich war ohne meine Liebste unterwegs, was meistens nicht gut ist, da ich dann dazu neige dummes Zeug zu machen und zuviel zu trinken
  • eine Pumuckl-Frau jammerte vor'm J@m-Center rum, sie wolle "ins Limit fahren", was ich wohl irgendwie falsch in "ans Limit gehen" umgedeutet hab und trinktechnisch dann auch umgesetzt habe
  • wieder komische Leute im Rockpalast: dicke Nazi-Skinhead-Mädchen mit "Wir wissen wen wir hassen"-Jacken, steinbreiter Typ mit Frei.Wild Shirt und eine äußerst weirde Frau, die mich ständig gefragt hat ob ich Armin/Arnim sei
  • habe versucht investigativ in diesen Grauzonen-Jugendgruppen tätig zu sein um mehr herauszufinden: vergeblich! Hab bis zum Ende nicht verstanden was die weirde Frau von mir wollte, sie sprach so undeutlich und ich hab wieder nur "Whiskeypott" verstanden.
  • um bei den Grauzonen-Kids 'nen Fuß in die Tür zu bekommen hab ich alles zu mir genommen, was mir angeboten wurde. Unter anderem hab ich Zigaretten geraucht und das am nächsten Tag mit schwerem Unwohlsein teuer bezahlt!
  • Hab bis zu meiner Abreise nicht rausfinden können wer Armin/Arnim ist. Mysteriös! Irgendein Code unter rechtsoffenen Jugendlichen? Wer weiß mehr?
  • Russisch-Koks war auch im Spiel, den hab ich aber mit vernünftigen Leuten getrunken.
  • Später übliche Abreise zu Fuß nach Hause, wegen extremem Kurvenschuh bestimmt der doppelte Weg als sonst. Am nächsten Tag mit den Worten geweckt worden: "Ich hab schon gehört dass du steinbreit bist, als du die Wohnungstür aufgeschlossen hast!"
  • Mit 2,5 Atü auf dem Kessel noch Facebook-Einträge kommentiert = Nie gut!
  • Sonntag = tot! Und immer noch keine Ahnung wer Armin/Arnim ist...
Weirde Frau die mich für Armin/Arnim hielt und steinbreiter Typ mit Frei.Wild Shirt. Wollten unbedingt auf's Foto, ich glaube aber die Linse wollte springen, anders kann ich mir diese Reflexion da im Bild nicht erklären... Ich hab auch die Vermutung, dass er das Foto zum Vorwand nehmen wollte ihr unauffällig an die Hupen zu fassen. Ist aber nur so eine Theorie von mir...
Ja, so war das, und das wird auch nicht einfacher. Kommt ihr mal in mein Alter! Mal sehen was in den nächsten 2 Wochen noch so geht. Auf jeden Fall hatte ich bei meinen Veranstaltungshinweisen für April 2012 noch ein Konzert vergessen, denn am 28.04. spielen noch END OF THE ROAD, BETTA IMBELLIS und CARDILLAC COMPLEX, wieder mal im guten alten JuZ "J@m Center". Hier geht's zum Facebook-Event, ich denke man sieht sich dann da...