Posts mit dem Label Breaking To Ashes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Breaking To Ashes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 26. März 2014

Konzerte: Rüt'n'Rock Indoor Festival | 22.03.2014 | Saal Kamp, Meppen

Die Ära der Open Air Festivals ist für das "Rüt'n'Rock" Team (www.rüro.de) ja bekanntlich seit letztem Jahr beendet (siehe HIER). Am letzten Samstag stieg dafür das erste "Rüt'n'Rock Indoor Festival" und zwar im Meppener Saal Kamp. So ein ganz unbekanntes Terrain ist diese Indoor-Sache für das Orga-Team ja eigentlich nicht, denn die machen ja auch schon seit Jahren zu Weihnachten 'ne Nummer kleiner die "Rüt'n'Rock Christmas Gala" im Harener Saal Hagen. Von daher lief das Ganze auch diesmal wie am Schnürchen, soviel schon mal vorweg...


Da ich vorher schon unbedacht ein Foto von den Eintrittsbändchen auf Facebook gepostet hatte, hätte ich die Veranstaltung auch noch fast vorab sabotiert, sorry noch mal dafür! ;) Was den Rest angeht: Rein von der Location ist Saal Kamp ja immer so eine Sache, haben die letzten Jahre gezeigt. Da passt echt viel Volk rein, der Laden will also erstmal gefüllt werden. Und zur Seite raus ist auch etwas Raum (ich meine diese Tischnischen, ihr wisst schon), in dem sich die Leute zu sehr zerstreuen können, wenn mal nicht so viel los ist. Das war aber gut gelöst, die Nischen waren direkt abgesperrt, sodass jedermann sich direkt auf das Bühnengeschehen konzentrieren konnte, ohne irgendwelche Ecken zum Losziehen zu haben, oder anderen Ferkelkram zu treiben.

Insgesamt will ich's auch schon mal vorwegnehmen: Die Organisation war insgesamt wieder sehr gut! Auch der Sound war durchgängig gut/akzeptabel, soweit die Saal-Akustik das hergab (nur BREAKING TO ASHES hatten etwas zu kämpfen). Und die Lightshow war auch ziemlich fett, da wurde großes Geschütz aufgefahren. Zum Glück hatte ich 'ne Sonnenbrille am Mann, haha... Publikumsmäßig waren's natürlich nicht so viele Leute wie beim Open Air, aber ich denke das hat auch niemand erwartet. Ausverkauft war's auch nicht, da es noch bis zum Schluss Abendkasse gab, aber gut gefüllt! Keine Ahnung wieviele Menschen sich letztendlich versammelt hatten, die Zeitung schrieb irgendwas von 1000, ich denke da geht's hin... Sah auf jeden Fall gut aus, ohne dass man sich an allen Ecken und Ende durchkämpfen musste.

Nach dem Motto "Früher Vogel fängt den Wurm" waren wir auch schon um kurz nach 18 Uhr am Cut. Als "Belohnung" bekam man dafür zwei so Mini-Kurze einer bekannten emsländische Distillerie, die schmeckten aber ... wie sagt der Engländer? "It tastes like cancer!" Brrrrrr... Nun ja, das überstanden spielten auch schon MALLEUS (www.facebook.com/malleus.music) aus Hamburg, bzw. haben die mit Stefan Schulten ja einen Exil-Lingener am Schlagzeug. Ein außerordentlich guter Mann an den Drums mit heftigstem Wumms, will ich übrigens noch mal explizit anmerken! Schon damals als der noch bei DON & THE KNOCKNERUS spielte! Unvergessen auch sein großartiger cholerischer Ausbruch bei einem der "Haren rockt!" Konzerte, als sein Mikro mal nicht funktionierte, haha...

Aber ich schweife ab: MALLEUS gefielen mir ganz gut. Ziemlich 70ies angehauchter Rocksound mit allerlei Einflüssen von Indie bis Weißbrot-Blues. In einem Song ließen QUOTSA so sehr grüßen, dass ich schon eine Josh Homme Manifestation auf der Bühne erwartete - stattdessen gewann der eine Gitarrist mit seinem Schnurrbart aber den inoffiziellen EAGLES OF DEATH METAL Lookalike Contest. Als Opener war es der Band natürlich leider nur vergönnt noch vor einem ziemlich großen "emsländischen Halbkreis" zu spielen, da die Leute erst so nach und nach eintrudelten. Sie trugen es aber mit Fassung und ich muss sagen, dass die alleine vom Können her eigentlich weiter hinten ins Line-Up gehört hätten. Aber nu, einer muss halt anfangen... Abzüge in der B-Note für Sexyness gibt's natürlich dafür, dass der Sänger auf Socken gespielt hat! Hab ich genau gesehen! Hässliche graue Sportsocken waren das, buäh!


Es folgten BREAKING TO ASHES (www.facebook.com/BreakingToAshes), die auch vom Sound her ein ziemliches "Break" setzten, denn mit ihrem Metalcore waren die natürlich das fetteste Brett, an einem ansonsten eher Indie-lastigen Abend. Mal davon abgesehen, dass die Jungs den Slot im letzten Jahr durch den RüRo-Bandcontest gewonnen hatten, machte es aber auch sonst durchaus Sinn so einen "harten" Act ins Line-Up zu nehmen. Die Publikumsreaktionen zeigten das, da waren viele Kids die das hören wollten und die Band hat auch schon eine beachtenswerte Anhängerschaft, ohne überhaupt je mal einen Tonträger rausgebracht zu haben.

Im übrigen war es auch der erste Auftritt in komplett neuer Besetzung für BREAKING TO ASHES. Der alte Gitarrist wurde gegen zwei neue getauscht. Mir juckt's ja schon wieder in den Fingern da jetzt aus dem Nähkästchen zu plaudern, da die ganze Affäre wohl durchaus einige Seifenopern-Anekdoten bot, wie man so hörte - aber nee, ich lass es mal lieber... ;) Es fiel jedenfalls direkt von Anfang an auf, dass die neue Bandbesetzung ein ganz anderes Stageacting bot. Ich machte nachher wieder meine Witze über Ansätze von Crabcore-Moves, aber  na ja, das muss wohl so sein, haha... Cleanen Gesang und 7-Saiter-Gitarren brauch ich auch nicht zwangsläufig, aber dann komm ich aus'm Geläster hier wieder nicht raus, hehe...

Jedenfalls war bei BREAKING TO ASHES weitaus mehr Bewegung auf der Bühne als früher, dazu dann noch die immer grinsende Frohnatur Stefan am Bass und der ständig rumrennende Robert am Mikro - die Band strahlt irgendwie aus, dass sie ehrlich Bock hat, auf das was sie da macht. Und das übertrug sich auch auf's Publikum, die Stimmung war nämlich durchweg gut, Leute vor der Bühne, Emsland-Halbkreis aufgelöst, beschdens! Wie gesagt hatten die Jungs auch ihre Problemchen, allerlei Feedback hier und da und das komplette Liveset war wohl auch kurzfristig umgestellt und durch ganz neue Songs ergänzt worden. Und explosivere Bühnenabgänge sollten sie vielleicht auch noch üben. Aber ansonsten: Daumen hoch!

Im Anschluss dann die "Local Heroes" RAZZ (www.facebook.com/officialrazzmusic)! Ich hatte sie leider ewig nicht mehr live gesehen (außer ab und an im Rockpalast vor der Theke, haha), aber was für einen Quantensprung die gemacht haben, ließ sich schon daran ablesen, dass die Massen direkt nach vorne strömten und feiern wollten. Jeder kennt sie, jeder liebt sie, dutzende Auftritte im ganz Deutschland haben die Band reifen lassen und das ist auch gut so. Ich dachte angesichts der hunderten von Fans mit einem Schmunzeln an meine erste RAZZ-Show im Meppener Jugendzentrum zurück, tja, so war das damals im Februar 2012, hehe...

Zwei Jahre später ließen die Burschen an diesem Abend nichts anbrennen und spielten ein rundes Set aus modernem leicht sentimentalen Indie, mit den derzeit etwas omnipräsenten Einflüssen von KINGS OF LEON und JOY DIVISION. Aber ich will nichts gesagt haben, bin RAZZ-Fan, immer gewesen! ;) Wie ich erfuhr spielen die am 04.04. noch beim "Haren rockt!", das wäre auch noch mal 'n schöner Abend geworden, bin ich mir sicher ... aber ich kann nicht, arrrrgh!

Ich hab mich auch nicht getraut ein Video zu machen, nicht dass mir da nachher wieder aus Ostfriesland mit dem Medienanwalt gedroht wird. Alles schon mal vorgekommen, haha. Aber können die RAZZ-Boys ja nix für. Trotzdem müsst ihr jetzt mal mit diesem schröddeligen Handybildchen in waberndem Grün Vorlieb nehmen, hehe...


Erkennen kann man nicht viel, das Pikante ist aber, dass man die Frau mit der roten Vans-Mütze in der Bildmitte sehen kann, glaube ich... Kennt ihr nich? Egal, ich weiß auch nicht wie sie heißt! Wer da war hat sie aber bestimmt bemerkt, sie hat sogar die Securities angebaggert, haha... Der Dame möchte ich auf diesem Wege noch mal zum Titel "Abgefahrenste Feierbraut" (aka Fetenvollste) gratulieren, gemeinsam mit ihrer Freundin mit der komischen Dutt- oder Zopffrisur, oder was auch immer das sein sollte. Egal, es löste sich haartechnisch sowieso im Laufe des Abends in Wohlgefallen auf, haha... Die Dutt-Dame wurde glaube ich bei Olli Schulz später peinlicherweise noch von der Bühne komplementiert, als sie versuchte mit dem Meister Swing zu tanzen, er sie aber wohl gar nicht nach oben gebeten hatte, autsch...

Wo ich hier sowieso schon wieder in Klatsch und Tratsch abdrifte, mal eben die nebensächlichen Informationen des Abends in Kurzform:
  • Bei den Thekenfrauen fiel mir die extrem hohe Tätowierdichte auf! Was war da los? Wurden extra Tattoomodels eingeflogen? Die arbeiten doch bestimmt nicht bei Kamp im regulären Schankbetrieb?!?
  • In dem Zusammenhang auch dicke Props an die Thekenfrau die mir immer 1,- Euro zuviel rausgegeben hat! Lag's an meinem sexy Augenaufschlag oder konnte sie nur nicht so gut kopfrechnen? Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren...
  • Stichwort "sexy": Ich hab anscheinend die inoffizielle Wahl zum "Bart des Abends" gewonnen. Zumindest bestätigte mir das ein junger Herr im Vorraum, während ein ebenfalls bärtiger junger Mann sichtlich enttäuscht neben ihm stand.
  • Bart-Nachteil: die MC Fitti Vergleiche werden immer schlimmer (ich musste sogar Fotos mit Schaulustigen machen)...
  • Bart-Vorteil: Nette wildfremde Menschen ließen mich von ihrer Pommes Mayo mitessen. Und die Thekenfrauen waren natürlich auf meiner Seite, siehe oben...
  • Band-Gossip: Gespräch mit dem SWAMPHEAD-Sänger Chris gehabt - ja, das Album kommt noch! Ist ja auch erst seit 2 oder 3 Jahren fertig eingespielt und angekündigt. Um die Sache interessant zu halten, hat man sich jetzt nur entschlossen alle alten Mixe einzustampfen und noch mal neu mit Mischen anzufangen. Weil's so schön war... irgendwie so, haha ... bin gespannt auf das Endergebnis. Wahrscheinlich spiel ich dann schon in einer ZZ TOP Coverband... ;)
Weiter ging's aber mit Musik, als nächstes kamen KMPFSPRT (www.facebook.com/kmpfsprt). Eigentlich musikalisch 'ne sichere Nummer bei mir, so grob in diese Richtung TURBOSTAAT, MUFF POTTER etc. tendierend... Wobei, MUFF POTTER ... ach, lassen wir das! ^^ Na ja, manchmal muss man zweimal hingucken, so auch bei KMPFSPRT (Vokale weglassen ist ja schon so ein zeitgenössisches Alarmsignal). Was mir nämlich enorm auf den Sack ging war dieses ständige bemühte Posen der Band. Man kennt das ja von allerlei unsäglichen Post-HC-Frisurenbands, also Bass am Gurt einmal komplett um den Körper schwingen, crazy Gitarren-pointing, all diese Neo-Stadionrockscheiße die keiner braucht ... hatten KMPFSPRT auch drauf ... leider! Die Mucke ging bei mir eigentlich ganz gut rein, wenn ich die Augen zumachte war's also zu ertragen. Dann kam aber noch der Monster-Fauxpas mit einer "Ich will hier vorne 'n Circlepit sehen!" Ansage - aua aua aua... Also hmm, Fremdschämfaktor für mich relativ hoch, Mucke soweit okay. Die Band hätte sich mir vielleicht sympathischer machen können, wenn die noch ein paar Anekdoten vom FIRE IN THE ATTIC Konzert vor Jahren in Meppen erzählt hätten (Zitat von damals: "Ich find eure Band viel geiler als FITA!" "Ey du Arsch, das hab ich genau gehört!" - Protagonisten sind dem Verfasser bekannt), oder 'n paar Modelgeschichten aus Japan... Nun denn, so war es also wie es war und als Punkrocker von alterm Schrot und Korn muss ich solche Missstände halt ansprechen, hehe... Immerhin war ich netter als Punkrocködnis, wa?!?

Der Abend schritt weiter voran, der Grad meiner Angeschickertheit auch. Vielleicht dachte ich deshalb, dass die nachfolgenden BAKKUSHAN (www.facebook.com/BAKKUSHAN) aus Schweden stammen?!? Wie überrascht war ich doch, als die plötzlich Deutsch sangen!!! Nun ja, der Leser merkt schon: An mir war die Band bisher vollkommen vorbeigegangen. Scheinen aber recht angesagt zu sein, wenn ich die Publikumsreaktionen beurteile. Die Leute stürmten nämlich wie wild nach vorne und gingen steil. Die Combo befeuerte die Stimmung mit ihrem leicht mainstreamigen Abgeh-Indierock, breitbeinigen Rockposen und allem was so dazugehört. Insgesamt okaye Sache, schon zig mal schlechter gehört, tat keinem weh, rauschte an mir aber auch etwas vorbei. Allerdings war das auch meine nicht so ganz hochkonzentrierte Abendphase, ich lief planlos durch die Gegend, Finger steckten in meiner Nase die da nicht hingehörten, ich fing an Männern ihre Gürtel zu entwenden - was halt an so einem Abend alles so manchmal passiert...


So hab ich dann auch bestimmt das erste Drittel des OLLI SCHULZ & BAND (www.facebook.com/MeinOlliSchulz) Auftritts verpasst/verlabert, weil ich irgendwo mit netten Leuten rumsaß und mich unterhielt. Auch Olli Schulz ist übrigens so eine Person/ein Musiker der irgendwie komplett an mir vorübergegangen ist. Als er noch mit dem Hund Marie unterwegs war, hab ich mich schlicht und einfach für andere Sachen/Musik interessiert. Die neugewonnene Popularität durch "Circus Halligalli" hat mich auch wenig tangiert, weil ich die Sendung einfach kacke finde. Und auf Klugscheißer-Messageboards wurde mir außerdem eingeflüstert, dass Herr Schulz eine ganz schöne Nervensäge ist...

Kann ich so aber nicht bestätigen, denn als ich mich letztlich doch Richtung Bühne bequemte war's ganz angenehm. Der Typ sabbelt halt viel, aber er ist ja durchaus eloquent bzw. hat seinen eigenen Charme. Da nimmt man ihm sogar kleine Lästerein nicht übel... Semi-legendär ja auch sein Rant zu den BÖHSEN ONKELZ, mit der Thematik muss man sich im Emsland ja auch immer wieder (kürzlich noch) rumschlagen und Schulzens ihren Olli hat damals eigentlich viele Aspekte sehr gut abgedeckt, hehe... Aus seinen Entertainerqualitäten resultiert dann wohl auch seine Popularität, denn musikalisch ist sein Werk natürlich auch nicht soooooo umwerfend, so simpler Schunkel-Indie-Gitarrenpop halt... Aber alles in allem ganz nett, man konnte sich noch gut dabei unterhalten und als Headliner 'ne okaye Sache...

Nach meinem Empfinden hat Olli Schulz auch ganz schön lange gespielt, so dass wir danach erstmal raus mussten um zu essen, ich hatte Schmacht. Ich entschied mich spontan für Currywurst EURO 2,30. Eigentlich schmeckte die auch ganz gut, aber ab Sonntagabend wurde ich durch enorme Magenprobleme umgegrätscht, ich hoffe das hatte nicht hier seinen Ursprung! Gruß aber auch noch mal an die Pommesbudenfrauen, die waren gut drauf. Immer fein weiter frittieren girls, never stop! :)

Ich weiß nicht ob es an der Wurst oder der frischen Luft lag, nach dem Nach-Draußen-Trip war ich jedenfalls äußerst ermattet. Als wir wieder reinkamen war Gerd Dirty (www.facebook.com/gerddirtyofficial) mit der Elektro-Aftershowparty schon am Gange, aber bei mir war die Luft irgendwie raus. Nun gut, Druckbetankung lief ja auch schon seit 18 Uhr... Da gerade eine Fahrgelegenheit zur Hand war, hab ich mich noch schnell offiziell bei RiotOnTheRocks-Markus (www.facebook.com/RiotOnTheRocks) abgemeldet, der noch vor der Bühne rumlümmelte um später Gerd Dirty zu beerben, während die Leute noch mal gehörig am Rad drehten.

Wie verließen jedenfalls die Lokalität, beim Rausgehen stellten wir aber noch mal mit Entsetzen fest, dass wir vergessen hatten die Cocktailbar zu besuchen .... neeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin! So ein Ärger!!! Na ja, nächstes Mal dann wieder, denn ich denke es wird ein nächstes Mal geben. Der Abend hat Spaß gemacht, von mir gibt's 'ne Bestwertung!

Da unser Taxi nicht am Rockpalast hielt bleibt euch eine Beschreibung eines weiteren Debakels dort für diesmal erspart. Demnächst geht's dann hier weiter:

  • 29.03.14: Drones, Shine Bright, TMH - JuZ "Jam"
  • 04.04.14: Haren rockt! #11 (u. a. Razz, Almeeva etc.) - Jugendzentrum Haren
  • 10.04.14: Mahlstrom & Careless - JuZ "Jam"
  • 25.04.14: Die Bullen, Fresse, Chaos & Sandale, Out Of Practise - JuZ "Jam"
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition - JuZ "Jam"
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival - JuZ "Jam"
  • 30.05.14: Rock unter Linden - Schülerwiese 
  • 28.06.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula + TBA - JuZ "Jam"
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Montag, 18. Februar 2013

Konzerte: SCIENCE OF SLEEP, HATE EMBRACED, BREAKING TO ASHES, SONIC SKIES | 15.02.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Rockfebruar 2013 im Meppener "Jam" - letzte Runde! Diesmal stand die Releasparty zur neuen EP von HATE EMBRACED an, das hieß also: GEBALLER!!!

HATE EMBRACED aus Sögel waren und sind ja diejenige Band, die sich schon seit einiger Zeit mit der "Attack Of The Monsters/Hellraiserfest" Konzertreihe für die lokale Metalszene engagiert, dementsprechend zähle ich dieses Konzert auch mal zu der Reihe. Diese Konzertreihe ist seit Bestehen sehr beliebt, es kommen immer massig Leute, und man muss auch mal sagen, dass HATE EMBRACED für das Engagement (Mitorganisation und Mitausrichtung, Ranholen befreundeter auswärtiger Bands etc.) wirklich der größte Respekt gebührt. So muss aktive Zusammenarbeit zwischen einer umtriebigen Band und öffentlichen lokalen Konzertorten aussehen!

Dementsprechend fatal war natürlich die Hiobsbotschaft vor dem Konzert: Der HATE EMBRACED Sänger war krank, und zwar so heftig, dass ein Auftritt nicht möglich war!!! Und das bei der eigenen Releaseparty... Das sind natürlich die Katastrophenmeldungen, die einen Veranstalter im Tagesverlauf vor der Show am Abend in den Wahnsinn treiben!!! Was also tun? Und da muss ich sagen, dass die Verantwortlichen auf die Schnelle noch mal eine klasse Lösung angesichts der scheiß Situation gefunden haben - auf die Schnelle wurden BREAKING TO ASHES als Ersatz angefragt, die auch direkt Zeit hatten. Und HATE EMBRACED studierten ein Mini-Set mit neuen Songs und Gastsängern ein, so dass sie wenigstens für ein paar Stücke auf die Bühne konnten. Hut ab dafür, dass das so kurzfristig organisiert wurde!!!

Ich selber war erstmal zum Kassendienst eingeteilt, wo uns nicht langweilig wurde, da der Arbeitsplatz mit interessanten Gimmicks ausgestattet war, wie z. B. einer Orakelkugel, einem tanzenden Plüschhund und einem Sportartikelkatalog (und Bier). Mein Kassenarbeitskollege suchte in dem Sportartikelkatalog natürlich sofort nach Busen, fand aber keine. Stattdessen deckten wir einen Seepferdchen-Aufnäher-Skandal sondergleichen auf!!! Die konnte man da nämlich bestellen, ohne irgendeinen Nachweis erbringen zu müssen! Wenn ich daran denke wie ich mich damals für mein Seepferdchen anstrengen musste, skandalös! Ich wäre fast ertrunken beim Ringtauchen im Kinderbecken. Zu Bronze hat's danach auch nicht mehr gereicht, tja...

Anonymer Besucher lässt sich - lässig an den Getränkeautomaten gelehnt - die Zukunft von der Orakelkugel vorhersagen.

Wir hatten also durchaus Spaß - der Nachteil beim Kassendienst ist aber natürlich, dass man nur sehr wenig von den Bands mitbekommt, die dann spielen. Dementsprechend hab ich z. B. SONIC SKIES aus Hameln komplett verpasst. Von denen waren aber einige Anwesende sehr begeistert - sogar die, die sonst gar nicht so sehr auf Metalcore stehen. Nun ja, SONIC SKIES boten gelegentlichen Einsatz von Synthie/Klavier, soviel konnte ich hören, demnach soll's wohl gut gewesen sein.

Danach spielten die bereits erwähnten BREAKING TO ASHES ihren kurzfristigen "Aushilfsauftritt". Zu der Band hab ich hier schon viel geschrieben und ihr findet auch mehrere Videos auf dem YouTube-Kanal von Minus Rockcity, dementsprechend spar ich mir jetzt die großen Worte. Der Auftritt hörte sich vom Kassenbereich aus wie immer prima an und ich schätze BREAKING TO ASHES deklarieren das "Jam" bald zu ihrem zweiten Wohnzimmer, haha... Debütauftritt da gespielt, vor zwei Wochen beim Bandcontest noch auf der gleichen Bühne gestanden, zwischendurch auch noch beim "Rock am Dock" gezockt ... Meppen ist offensichtlich ein gutes Pflaster für die Band!

Zwischenzeitlich nahm der Schabernack am Kassentisch immer mehr Überhand. Dem tanzenden Plüschhund wurde so lange am Schwanz gedreht (der diente offensichtlich zum Aufziehen), bis der ungelogen eine halbe Stunde lang da auf dem Tisch rumtanzte und Purzelbäume schlug. Ich konnte sogar beinahe Lippensynchronität zu den im Hintergrund ballernden BREAKING TO ASHES feststellen. Muss man wahrscheinlich gesehen haben um's lustig zu finden, war aber witzig... Besser als der Duracel-Hase und vielleicht auch doppelt so nervig. Mich wunderte es dann auch nicht, dass der arme Wauzi plötzlich aufgeknöpft war, als ich das nächste Mal vom Bierholen kam...

Suicide-Dog! Oder war es doch MORD?!?!?
Irgendwie traute uns danach keiner mehr die Verantwortung für einen weiteren Kassendienst zu, bzw. wurden wir auch von einer Plüschtieraktivisten des Vorraums verwiesen, hehe... Was dann soviel hieß, dass ich auch mal Bands gucken konnte. HATE EMBRACED waren mit ihrem Mini-Set dran und zogen sich dabei gut aus der Affäre. Zuerst war Robert von BREAKING TO ASHES am Mikro, danach der SONIC SKIES Sänger und am Ende dann noch eine richtig Partycrew auf der Bühne, inklusive einem kleinen Typen, der komplett in ein Hägar-Ganzkörperkostüm gewandet war, dabei schwitzte wie ein Stier und kurz vor'm Hitzekollaps zu stehen schien. Lustig, vor allen Dingen wenn ich so bedenke, dass ich bei einem anderen "Attack Of The Monsters" Konzert auch schon mal einen Schlagzeuger gesehen hab, der komplett als Krokodil verkleidet war, haha... Wie dem auch sei, hier ein Video von HATE EMBRACED mit Robert von BTA als Ersatz-Frontmann:


Als Headliner traten als letztes dann SCIENCE OF SLEEP aus Braunschweig an. Rein optisch gewannen die schon mal den "Ohrtunnel-Award" des Abends. Und auch musikalisch war mir die Band zuvor schon als "der totale Abriss" angepriesen worden! Allein beim Drumcheck machte ich schon große Augen. Nicht dass ich selber Schlagzeug spielen könnte und nicht, dass die anderen Bands an dem Abend in irgendeiner Form technisch schwach gewesen wären. Aber als der SCIENCE OF SLEEP Trommler da anfing zu zaubern ... mein lieber Scholli! Präzise wie eine Todes-Nähmaschine. Und der Rest der Band stand ihm in nichts nach, das legte die Präzisions-Latte noch mal ein ganzes Stück nach oben. Der eine Gitarrist startete die Show übrigens auch gleich damit, dass er einmal herzhaft in hohem Bogen ins Publikum rotzte. Als Punkrocker ist mir so eine Art der Publikumskommunikation ja sehr sympathisch, da ist meistens gleich die richtige Spannung in der Luft. Er hat allerdings Glück gehabt, dass er mich nicht getroffen hat, denn ich spuck dann auch gerne mal zurück, haha... Aber mal abgesehen von solchen Speicheleien: Cooler Auftritt, heftiges Brett und wie auch schon bei HATE EMBRACED waren durchaus auch einige bewegungsfreudige Jung-Deathcoreler anwesend, die für allerlei Rumgezappel in der engen Bude sorgten. Beim Video mitschneiden hab ich zufälligerweise auch noch einen brandneuen (noch unbenannten) Song aufgenommen, also hier einmal exklusives Geballer von SCIENCE OF SLEEP für euch:


Insgesamt mal wieder ein richtig guter Metal-Abend! Trotz vieler Zusagen auf Facebook wurde zwar mein Besucherrekord vom vorhergehenden Wochenende nicht geknackt, aber das war auch nicht so schlimm. Mit 70-80 Leuten waren immer noch genügend Leute da, da darf man sich schon jetzt aufs nächste Mal freuen...

Anschließend ging's wie immer rüber in den Rockpalast, wo ich mich noch dran erinnern kann, der gesamten Besetzung von RAZZ plus so ziemlich deren gesamtem Anhang eine große Runde Russisch-Koks ausgegeben zu haben. Hoppla, da hatte ich wohl unwissentlich die Spendierhosen angezogen, haha... Weil's Freitag war bin ich im Palazzo aber auch nicht allzu alt geworden, alles easy, keine unaussprechlichen Eskapaden. Der Kater am nächsten Tag war blöderweise trotzdem nicht von schlechten Eltern, au man...

Montag, 4. Februar 2013

Konzerte: "Rock unter Linden" Bandcontest | 01.02.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Hallöchen Popöchen, wilde Woche gehabt, inklusive wüster Web-Beschimpfungen, weil ich auf der Facebook-Seite gewisse Leute gekickt habe. Boing! Na ja, eigentlich dachte ich es wäre klar ... aber ich glaube es wird mittlerweile doch wirklich mal Zeit für einen Disclaimer, der dem ein oder anderen erklärt, dass "Minus Rockcity" keineswegs eine objektive Berichterstattung verfolgt, sondern nur meine vollkommen subjektive Sicht der Dinge darstellt. Das heißt u. a. auch: Wer meint auf meinen Seiten (sei es nun Blog oder Facebook) irgendwelches mir auf den Sack gehendes Zeug abzusondern, der braucht sich nicht wundern wenn er rausfliegt. Zack! Soviel dazu ... ich glaub sowieso nicht, dass das dann letztendlich jemand liest geschweige denn beherzigt, aber ich wollt's zumindest mal gesagt haben, haha... ;)

Nach virtuellem Rumgedisse stand am 01. Februar aber auch endlich mal wieder ein Konzert an, um genau zu sein der Bandcontest zum "Rock unter Linden" Festival! Im letzten Jahr platzte das Jugendzentrum an der Königstraße - das ja jetzt übrigens neuerdings "Jam" heißt - mit über 200 Leuten fast aus allen Nähten. Diesmal war's auch noch dicke voll - mit 150 Leuten allerdings nicht ganz so panikattackenmäßig wie 2012, hehe... Trotzdem kuschlig!

Zur Erinnerung: Beim "Rock unter Linden Bandcontest" geht's um 2 Plätze auf dem - wer hätte das gedacht - "Rock unter Linden" Festival im Sommer auf der Schülerwiese. Um alle 6 antretenden Bands überhaupt vor der ungeliebten Ordnungsamts-Deadline (23 Uhr musste wie immer Schluss sein) durchzupeitschen, ging's entsprechend früh los, so dass ich schon das Meiste von THE CAVE verpasst hatte, als ich eintrudelte...

Die sechs antretenden Bands wurden vorab übrigens mittels Online-Abstimmung ausgewählt, da es natürlich noch weitaus mehr Bewerber gab. An dem Abend selbst gab es dann Stimmzettel, auf denen man ein einziges Kreuzchen für seinen Favoriten vergeben durfte. Alles total basisdemokratisch ... nun ja, wie solche Contests eigentlich laufen brauch ich wohl keinem zu erzählen. Grundsätzlich geht's darum möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwandte zum Gig zu schleppen und diese mittels scheinheiliger Versprechungen dazu zu kriegen für die eigene Band zu voten, hehe ... aber es konnte ja keiner ahnen, dass diesmal am Ende tatsächlich eine einzige Stimme den Ausschlag geben würde! Besser als Landtagswahl, hehe...

Das gesamte Line-Up war insgesamt etwas Metal-lastig. Mit BREAKING TO ASHES, SCREAM YOUR PARADOXON und HOME REARED MEAT bot gleich die Hälfte der angetretenen Bands gepflegtes bis rüdes Geballer, und im weitesten Sinne konnte man auch MARTYRIA noch dem Metal-Genre zurechnen. Die beiden anderen Bands waren THE CAVE aus Lathen und DISTANCE REMAINS aus Meppen... Hier mal was aus der Geballer-Sektion:


Ich könnte jetzt natürlich mit detaillierten Zusammenfassungen zu allen Bands langweilen, aber ich will mal versuchen mich kurz zu fassen. Wie gesagt hatte ich von THE CAVE auch schon das meiste verpasst, die hatten mit der Startposition um 19 Uhr auch etwas die Arschkarte gezogen. Ich geh dann jetzt mal einfach nach selbst ausgedachten Kategorien vor:

Musikalität/Tightness/Technik:
Yeah, "Tightness" ... ich wollte das Wort immer mal benutzen: Check! ;) Insgesamt muss ich sagen, dass aktuelle Bandcontests hier in der Umgebung schon ein ziemlich beeindruckendes musikalisches Potential bieten und die Bands insgesamt einiges auf dem Kasten haben. Rumpeliges Schülercombo-Niveau wie vor ein paar Jahren ist da eigentlich eher selten vertreten. THE CAVE kamen mir noch recht jung vor, die 2 Songs die ich gesehen hab waren aber ganz passabel. Leicht abgestunken haben MARTYRIA, ich schätze mal das war wirklich deren erster (oder einer der ersten) Auftritt(e) und das passte alles noch nicht so wirklich... Der Rest war schon auf ziemlich hohem Niveau angesiedelt, wobei die ein oder andere Band auch mal hart mit dem Sound haderte, vor allen Dingen SCREAM YOUR PARADOXON...

Eingängigkeit:
Hm, da hab ich mir ja ne komische Kategorie ausgedacht... Also "am eingängigsten" waren dem Allgemeineimpfinden nach natürlich THE CAVE und DISTANCE REMAINS, deren Sound eher in Richtung Melodycore/Neo-Poppunk ging. MARTYRIA sorgten mit so einer Art Gothic-Rock/Metal eher für Fragezeichen in den Gesichtern der meisten Anwesenden. Und bei BREAKING TO ASHES, SCREAM YOUR PARADOXON und HOME REARED MEAT wurde natürlich so richtig die Axt geschwungen, speziell bei letzteren! Inklusive Pigsqueals und allem Zip und Zap, mein lieber Scholli! Der ein oder andere hauptverantwortliche JuZ-Bedienstete schüttelte verständnislos mit dem Kopf, ich hab's genau gesehen, haha... ;) Aber um noch mal auf die "Eingängigkeit" zurückzukommen: Der Begriff ist natürlich absolut relativ, denn heutzutage ist es ja durchaus so, dass kleine Teeniemädels da vor der Bühne das derbste Deathcore-Geballer abfeiern. Die Zeiten in denen man damit die Oma erschrecken konnte sind definitiv vorbei, der Sound ist definitiv im Mainstream angekommen und "gesellschaftsfähig". Das sieht man ja auch unter anderem daran, dass viele der Musikanten aussehen wie Vorzeigeschwiegersöhne, haha...


Gimmicks/Deko/Outfit:
So, jetzt wird's interessant, denn hier legten MARTYRIA relativ früh die Latte ziemlich hoch! Denn die hatten tatsächlich so selbstgebastelte Pappmaschee-Stalagmiten auf der Bühne, in die unter anderem auch der Mikroständer eingearbeitet war! Das gab spontane 10 Punkte von mir! Außerdem hatten die auch noch so einen Strahlerkasten, mit dem der Frontmann bedrohlich von unten angestrahlt wurde. Crazy shit! Der junge Mann sah übrigens auch noch aus wie eine Mischung aus Marilyn Manson und dem jungen Ihsahn von EMPEROR. Allerdings hätte er seinem Bassisten vielleicht sagen sollen, dass ein "Duff Beer" Shirt der düsteren Grundstimmung nicht so ganz zuträglich ist... Bis zur letzten Band dachte ich, das könnte nicht getoppt werden. Dann kam allerdings die gesamte Besetzung von HOME REARED MEAT in blutverschmierter Fleischerkostümierung auf die Bühne! Touché! Der eine Gitarrist sah auch noch aus wie der junge Fenriz von DARKTHRONE (irgendwie glaubte ich an dem Abend an jeder Ecke prominente Black Metaller zu sehen, scheint mir) und der "Sänger" mit den Dreadlocks trank ständig irgendetwas aus einer Saftkaraffe, das von Farbe und Konsistenz schwer an Morgenurin (Mittelstrahl) erinnerte. Puh, ein Fest für die Augen, die Wertung geht also doch an HOME REARED MEAT. Der Rest der Bands fiel optisch nämlich eher in der Rubrik "zivilisierter Westeuropäer"... Hier ein Videozeugnis von HOME REARED MEAT:


Publikumsreaktionen/Stage-Acting/Partyfaktor:
Die besten Publikumsreaktionen würde ich rein subjektiv mal bei DISTANCE REMAINS (spielten mit dem Publikum das "Hinsetzen" Spielchen), BREAKING TO ASHES (gute Metalcore-Party) und HOME REARED MEAT verorten.

"Hinsetzen" bei DISTANCE REMAINS ... vielen Dank, endlich Platz zum Fotografieren... ;)
Den besten Partyfaktor hatten definitiv HOME REARED MEAT, die den Laden absolut auseinander nahmen und gnadenlos abgefeiert wurden: sofern auf dem engen Areal möglich wurde gemosht, geheadbangt, Circlepit und Wall of Death gestartet und insgesamt stand das ganze "Jam" hier Kopf. Selten sowas gesehen in der Location!!! HOME REARED MEAT agierten auch als Band im Gesamtbild als absolute Maschine! Jedes Bandmitglied ging auf der Bühne ab wie die Sau ... während bei ein paar anderen Bands von einigen Musikern etwas statisch agiert wurde ... was ja auch okay ist, aber so entscheidet man natürlich die Stage-Acting-Wertung nicht für sich, näch?!? ;) SCREAM YOUR PARADOXON waren in der Beziehung auch etwas ungewöhnlich anzusehen, da die nur aus Sänger, Gitarrist und Schlagzeuger bestanden. Bassisten werden maßlos überbewertet, hab ich ja schon immer gesagt! ^^
Hier dann noch mal ein Video von HOME REARED MEAT. Letzter Song des Abends, da wurde noch mal so richtig aufgedreht:


Favoritenrollen:
Vor dem Contest hätte ich gesagt, dass DISTANCE REMAINS und BREAKING TO ASHES die besten Chancen haben. Rein aus der musikalischen Sicht und nicht zuletzt auch, weil beide Bands eine ziemlich passable Fanbase in Meppen haben. Für "Auswärtige" wie THE CAVE und SCREAM YOUR PARADOXON war es da natürlich schwer, auch wenn die sich gut schlugen. Nachdem der Schlussakkord gespielt war, musste ich allerdings auch HOME REARED MEAT in den Kreis der Favoriten aufnehmen, und ... man man man ... das wurde echt knapp mit der Stimmenauszählung!

Gossip:
Wie das immer so ist an solchen Abenden, wurde nach ein paar Bier auch wieder massig dummes Zeug geredet. Um den Spannungsbogen aufrecht zu halten werf ich das hier einfach mal ein ... z. B. die Geschichte mit der Pusteblume! Die entdeckte ich nämlich auf dem Handy-Display eines Musikers der in einer der Brutalo-Bands spielte! Zuckersüß! Harte Schale, weicher Kern! Im Vertrauen wurde mir allerdings gesteckt, dass er ein Soloprojekt namens BLOWFLOWER plant ... kann aber auch sein, dass ich mir das ausgedacht habe... mal gucken was da in Zukunft noch kommt: "Blowpower mit BLOWFLOWER!!!" ;) Desweiteren wurde noch die Gründung einer Meppener "Steiffenjugend" beschlossen, im Nachklapp zum legendären Christian Steiffen Auftritt im Dezember (lesen Sie HIER mehr). Außerdem hab ich eine HOME REARED MEAT CD von einem Typen gekauft der volle Kanne nach Grinsegras roch, skandalös! Na ja, der Bandnamen CANNABIS CORPSE ist ja leider schon vergeben... Ach und übrigens: Sollte sich das da oben angehört haben, als würde ich MARTYRIA durch den Kakao ziehen wollen - dem ist definitiv nicht so! Um ehrlich zu sein waren die für einige Gäste sogar ein wenig die Lachnummer des Abends, was ich ziemlich ungerecht finde. Wie gesagt schien mir das echt deren erster Auftritt zu sein und dafür haben die das konsequent durchgezogen. Den Arsch dazu muss man erstmal in der Hose haben, Hut ab dafür! Mein ich ernst!

Tragende Teile auf dem Herrenklo im Jugendzentrum... hat überhaupt nichts mit dem Bericht hier zu tun, aber egal...
Das Ergebnis:
Sooooo, es folgte dann ja noch die Bekanntgabe der Sieger! Ich hätte nach der letzten Band ja ehrlich gesagt fast vergessen zu voten, aber mir fiel zum Glück noch rechtzeitig ein, warum ich eigentlich da war... Wenig überraschend war der klare Sieg von DISTANCE REMAINS. Da können beim "Rock unter Linden" im Backstage schon mal die Gaskartuschen bereit gelegt werden... Interessanter wurde es dann bei Platz 2 - von der Bühne aus verkündete Nachwuchs-Marktschreierin Jenny L. (in Fachkreisen nennt man sie auch "Aale-Jenny") nämlich, dass nur eine einzige Stimme den Ausschlag gegeben hatte. Nun begab es sich, dass ich zwischen dem Bassisten von BREAKING TO ASHES und einer Person stand, die vorher großartig verkündet hatte für BREAKING TO ASHES stimmen zu wollen, nun aber überall rumtrompetete er hätte "aus Mitleid" für MARTYRIA gestimmt. Oh oh, ein böser Blick ... "Das hast du nicht wirklich gemacht, oder? Wenn wir jetzt verlieren..." Ich zog schon mal sicherheitshalber den Kopf ein ... und dann das Endergebnis: Es hatten tatsächlich auf der Zielgeraden HOME REARED MEAT um eine Stimme vor BREAKING TO ASHES gewonnen!!! Deren Sänger Bert war das egal, der spielt in beiden Bands ... aber ich musste erstmal zusehen, dass ich meinen Sidekick aus der Gefahrenzone bekam ... der Bassist von BREAKING TO ASHES war das nämlich nicht mit der Pusteblume auf dem Handy-Display, der hat stattdessen ein Hulk-Bild auf seinem Facebookprofil .. gefährlicher Typ! Ich konnte aber grobes Handgemenge verhindern, nachher hatten sich wieder alle lieb! Man muss aber auch sagen, dass BREAKING TO ASHES direkt im ersten Song eine Bass-Saite gerissen ist, gemäß Reglement war das wahrscheinlich ohnehin ein Grund zur Disqualifikation, hehe... Müsste ich mal nachschlagen...


Das war's dann im Großen und Ganzen auch schon wieder. Wie immer war der Contest perfekt organisiert, generell lief das im "Jam" wieder alles wie am Schnürchen! Der Abendabschluss fand dann wie gewohnt im Rockpalast statt, wo ich noch ein offenes Ohr für Englisch sprechende Partyrussen hatte, kurzzeitig eine Dr. Sommer Ecke für unglücklich verknallte Teenies aufmachen musste und once again übelst vom Russisch-Koks umgegrätscht wurde. Na ja, der Monat ist noch jung, diesen Samstag mach ich sogar selbst ein Konzert, mit DUESENJAEGER, GRIZZLY ADAMS BAND und PROPAGANDA NETWORK. Ich bitte um zahlreiches Erscheinen, mit Eskalation ist zu rechnen: http://www.facebook.com/events/272361846220604/

Montag, 29. Oktober 2012

Konzerte: ROCK AM DOCK 2012

Seit ca. einem 3/4-Jahr hatte die "Initiative 2.0" drauf hingearbeitet, am 26.10.2012 war es dann endlich soweit: das ROCK AM DOCK Indoor-Festival ging über die Bühne! Ich war da ... und neben mir noch 'ne ganze Menge andere Leute! Jetzt stellt sich die Frage: Wollt Ihr die Kurzversion von dem Abend lesen ("War gut, auch wenn ich total latten war und mich kaum an was erinnern kann...") oder doch eher die Langversion?!?

Na ja, da so ein Festival ja nicht nur aus dem Spektakel an dem einen Abend besteht, sondern aus jeder Menge Vor- und Nacharbeit und natürlich den heutzutage üblichen Medien- und Internet-Stunts, mach ich's mal auf die lange Tour, denn ich war nicht ganz unbeteiligt. Also schnappt Euch 'ne Packung Lebkuchen und ein Getränk und lauscht gespannt meinen Ausführungen, hehe...


Zu den Hintergründen:
Nachdem bekannt war, dass im Jahr 2012 kein Meppener Stadtfest und damit auch kein "Rock vor Gericht" stattfinden würde, hatten wir uns mit der "Initiative 2.0" so unsere Gedanken gemacht, was man als Ersatz bringen könnte. Und ein Indoorfestival war da einfach das Naheliegendste ... was letztendlich dank der Kooperation mit Stadt und Sponsoren auf die alte Raiffeisenhalle am Hafen hinauslief! Da das Ganze möglichst viele Jugendliche aus Meppen und Umgebung anlocken sollte war das gesamte Event auch von vornherein als "Umsonst und drinnen" Festival konzipiert.

So weit so gut... Von den Schwierigkeiten im Vorfeld will ich hier gar nicht so sehr sprechen. Die tauchen immer auf, in welcher Form auch immer, mal weniger mal mehr... Jeder der mal in die Organisation einer größeren Veranstaltung (egal welcher Art) eingebunden war, wird wissen wovon ich spreche. Auch das ROCK AM DOCK war ein unglaublicher Riesenhaufen Arbeit, mit vielen Stolpersteinen, Problemen und bis zum letzten Augenblick Troubleshooting ohne Ende. Mir ist beispielsweise mittlerweile die Absagepolitik smarter emotionaler Punkbands mit schlauen deutschen Texten äußerst suspekt, haha...

Was man bei dem ganzen Projekt immer berücksichtigen muss: Unter der leitenden Hand der Stadtjugendpfleger Karsten und Peter wurde der ganze Haufen Arbeit wohlgemerkt von Leuten erledigt, die das alles ehrenamtlich in ihrer Freizeit machen! Für meinen Teil muss ich sagen: am Ende war ich wegen allerlei Privatstress gar nicht mehr allzu sehr in die Orga eingebunden, was mich aber in die angenehme Situation brachte die ganze Sache mit etwas mehr Distanz betrachten zu können. Denn wenn Leute etwas auf die Beine stellen und damit eine gewisse Öffentlichkeit herstellen, sind in Zeiten von Facebook und Web2.0 natürlich auch die Nörgler und Meckerer nicht weit. Wenn es eine Gewissheit gibt, dann diese!

Hausordnung: Die von meiner alten Schule musste ich öfters mal als Strafarbeit abschreiben. Würde einigen Meppener Jugendlichen sicherlich auch gut tun, um hirnlose Facebook-Fragen zu vermeiden... u gotta know da rules! ;)

Angepisstheiten rufe ich ja selbst schon mit so einem kleinen Blog wie diesem hier hervor. Vor 2 Wochen konnte ich z. B. mal wieder amüsiert auf einer Facebook-Pinnwand mitlesen, wie ein Booker und ein Bandmitglied mächtig vom Leder zogen, da denen anscheinend ein paar Zeilen hier nicht passten. Kann man machen - wunderte mich nur, dass sowas von Leuten kam die ansonsten den Anschein einer gewissen Professionalität erwecken möchten. Und es auch eine gewisse Zeit brauchte bis denen jemand steckte, dass es wohl nicht ganz so souverän ist so eine Lästerrunde auf einer einsehbaren Facebook-Pinnwand aufzuziehen. Nun gut, die interessantesten Stilblüten sind so vor dem Löschen des Eintrags noch in mein Archiv gewandert, Danke dafür - ich werd generell wohl mal eine FAQ-Seite für solche Fälle einrichten müssen... ;)

Da ging's allerdings um Musik, was ja von der Wahrnehmung her eine vollkommen subjektive Sache ist. Also etwas, was man schlecht diskutieren kann, denn Geschmäcker sind nun mal verschieden. Wenn ich etwas höre und toll finde, dann ist das so. Wenn ich etwas höre und scheiße finde, dann ist das ebenfalls so. Da diskutier ich nicht drüber!

Das einzige worüber ich diskutiere sind offensichtliche Falschaussagen meinerseits. Und da hab ich kürzlich aber mal einen ordentlichen Bock geschossen, was einen kleinen Shitstorm auf meiner Facebook-Seite verursachte. Kenner wissen Bescheid. Nach ROCK AM DOCK wurde das aber auch geklärt: Von diversen Seiten drauf hingewiesen worden, im Rockpalast direkt drauf angesprochen worden, vernünftig drüber geredet, entschuldigt und fertig! Mehr dazu am Ende des Artikels, ich möchte hier noch nicht vorgreifen.

Bzgl. ROCK AM DOCK sind aber die Stichworte schon gefallen: Nörgler, Meckerer und Facebook. Was da im Vorfeld auf der Facebook-Veranstaltungsseite abging war die absolute Realsatire. Ich weiß noch immer nicht, ob ich erschüttert bin oder mich totlachen soll, über die Medienkompetenz der Generation der 12-17jährigen in Meppen. Um mal im Jargon zu bleiben müsste ich dafür eigentlich ein "fettes dislike" verteilen, haha. Ansonsten ist es aber das Übliche für Meppen gewesen:
  • Gib den Leuten eine Gratis-Veranstaltung und sie meckern!
  • Gib ihnen eine ausgewogene Bandauswahl von Rock über Punk bis Metal ... und sie meckern!
  • Halte dich an gesetzliche Vorgaben um die Veranstaltung überhaupt durchführen zu können ... die Leute meckern!
  • Biete einen Getränkeausschank mit mehr als fairen Preisen an, bei dem aufgrund der Anwesenheit von unter 18jährigen allerdings auf Hartsprit verzichtet wird ... die Leute meckern!
Etc. pp... ich könnte jetzt endlos weitermachen. Ich war mir damals mal nicht ganz so sicher, ob ich in meinem Pamphlet "Meppener Mikrokosmos" (HIER zu lesen) nicht etwas über die Stränge geschlagen hätte ... NEIN! Der Facebook-Battle im Vorfeld von ROCK AM DOCK war mal wieder ein exzellenter Klischee-Check: Es stimmt alles! ;)

Interessanterweise fand ich zu späterer Stunde an der Wand der Raiffeisenhalle noch eine Inschrift, die den Intellekt der Meppener Jugend ziemlich auf den Punkt zu bringen schien. Lesen Sie selbst:


Haha, na ja okay... Die Erfahrung lehrt ja, dass speziell Facebook und Web2.0 gerade den minderbemittelten Real-Life-Versagern, Komplexbeladenen und sonstigen Trollen eine Stimme verleiht (warum würde ich sonst wohl diesen Blog betreiben, haha...)! Mit etwas Abstand betrachtet war's wohl mal wieder so, dass sich da wohl eher mal wieder die üblichen armen Fackeln "profilieren" wollten... Die Meppener Honkarmee! Die Veranstalter werkelten sich währenddessen in der Halle die Tage vorher den Arsch ab um alles fertig zu bekommen und hatten demnach gar keine Zeit sich um solchen www-Müll zu kümmern. Wahrscheinlich auch gut so...

Den Facebook-Nerveinträgen standen ja auch immer noch die 1.200 Veranstaltungszusagen gegenüber! Und generell ist es ja so, dass die Leute die so einer Veranstaltung positiv gegenüber stehen sich ihre Vorfreude eher weniger dadurch kaputtmachen lassen, als dass sie sich an solchen Web-Trollerein beteiligen.

Ankunft an der Halle um 18 Uhr! In der Bildmitte auf Kollisionskurs Stefan von BREAKING TO ASHES, der allmählich nervös wurde weil die Hälfte seiner Band eine halbe Stunde vorm Auftritt noch nicht da war... ;)

Als ich um 18 Uhr an der Halle ankam war schon einiges los und um es mal vorweg zu nehmen: Es waren tatsächlich 1.200 Leute da. Und sogar noch mehr! Es wurden nachweislich 1.200 Papier-Eintrittsbändchen von den Veranstaltern verteilt und ich würde sagen, dass rund um die Halle noch einige Leute mehr am Start waren, die gar nicht reingegangen sind, weil sie ihren Schülerausweis vergessen hatten oder Mami und Papi nicht als Begleitung mit dabei waren, haha... Ich hätte jedenfalls nicht mit einer solchen Zahl gerechnet! Wohl damit, dass ordentlich Leute da sind ... aber tatsächlich 1.200 Nasen?!? Hut ab!

Klar, die Leute waren nicht alle gleichzeitig anwesend und auch nicht gleichzeitig in der Halle, die übliche Fluktuation war natürlich vorhanden. Aber insgesamt war das schon eine dicke Sache! Hätte das Ganze auch nur 3,- oder 4,- Euro Eintritt gekostet, hätte ich pauschal höchstens mit 300/400 Leuten gerechnet. Da sind die "MEGA Festivals" im Saal Kamp 2006/2007 noch zu gut in Erinnerung. Aber am 26.10. gab's ja den Eintritt umsonst, da zeckte sich also der Großteil der Meppener Jugend zum alten Raiffeisenmarkt, hehe... Die ursprünglichen Erwartungen an die Zuschauerzahlen wurden also weit übertroffen!

Raiffeisenmarkt, tja... Ich hätte auch nie damit gerechnet da mal Bier zu trinken und Rockmusik zu hören. Aber die Location war ganz cool! Vielleicht war die Akustik nicht sooooo berauschend, aber vom ROCK AM DOCK Team war der ganze Laden wirklich toll an die einmaligen Gegebenheiten (der Schuppen wird ja bald abgerissen) angepasst worden. Als ich reinkam spielten auch schon TWEE-STAR, die unter der Woche einiges Pech hatten: Erst hat sich der Originaldrummer die Bänder gerissen und dann hatte der Ersatzdrummer nach nur einer Bandprobe einen Hörsturz. Oder wie ein Bekannter sagte: "Der eine hält sich für Batman und der andere kann keine laute Musik ab..." Haha, in einer Woche zwei Drummer verschlissen, da wird selbst SPINAL TAP neidisch! Der Posten als erste Band war für TWEE-STAR damit natürlich doppelt undankbar, aber da die Jungs abgeklärte Mucker sind haben sie einfach ein Akustikset gespielt und den fehlenden Drummer durch den Niedlichkeitsfaktor des Bandnachwuchses kompensiert, der munter über die Bühne tollte und auch schon einige Rockerposen drauf hatte. Well done und gute Besserung an alle lädierten Schlagwerker.

Erste Band: Prost TWEE-STAR!
BREAKING TO ASHES spielten danach erst ihren zweiten Auftritt (der erste war am 15.9. im "J@m-Center", siehe HIER), sorgten aber für die ersten richtig guten Publikumsreaktionen. Zumindest deute ich die offenen Münder einiger anwesender Eltern und dieses propellernde "Violent Dancing" der jugendlichen Zielgruppe mal so. Bei dem Hallenuntergrund war das Gehampel übrigens etwas schlüpfrig, nächster Halt gefliester Boden sag ich nur, hehe... Größter Fan des Harener Deathcore-Bretts schien übrigens der kleine Sohn von TWEE-STAR Frontmann Dennis zu sein, der auf Papas Schultern saß und das alles tierisch geil zu finden schien. Ich tippe also mal drauf, dass spätestens in 12-13 Jahren wieder eine zünftige Knüppelcombo in Twist am Start sein wird. Namensvorschläge: wie wär's mit TWIST THE KNIFE SLOWLY oder NAPALM TWIST?!? Na ja, wir haben ja noch Zeit, haha... Zurück zu BREAKING TO ASHES: Die zockten ein souveränes Set! Gitarrist Günther (ex GOING BORDERLINE) guckt zwar manchmal etwas ernst, aber wenn ich mit nur einer Gitarre für den Sound einer Deathcore-Band zu sorgen und dabei auch noch die cleanen Gesangsparts beisteuern müsste, würde ich wohl auch ziemlich bedröppelt aus der Wäsche gucken. Guter Gegenpart auf der Bühne ist allerdings Bassist Stefan, der sich jedesmal freut wie ein Honigkuchenpferd, wenn er auf der Bühne steht und abgehen kann. Guter Auftritt, es hat auch glaub ich kaum jemand mitbekommen, dass die Band den letzten Song einfach doppelt gespielt hat... ;)

Zwischendurch war ich auch mal draußen, wo sich bereits das ein oder andere Teenage Drama abspielte und in dunklen Ecken mit Sicherheit auch einiges an Heavy Petting und sonstigen Schlüpfrigkeiten. Gebrochen wurde auch ziemlich viel, mein ich alle... Richtigen Stress hab ich aber nicht mitbekommen, also keinerlei Prügeleien oder ähnliches. Klar, wenn so viele Leute auf einem Fleck versammelt sind und Alkohol im Spiel ist, geht auch mal das ein oder andere aus Versehen oder mutwillig kaputt (Stichwort Glasbruch), aber wirkliche Eskalationen hab ich am gesamten Abend nicht gesehen und das Orga-Team hatte alle Situationen immer im Griff. Selbst die zwielichtigen Schaustellervisagen, die mir direkt am Beginn des Abends aufgefallen waren, verhielten sich ruhig, hehe...

Allerdings waren mittlerweile die Stoffbändchen fürs Handgelenk nicht mehr zu haben, was einige Kiddies förmlich zur Verzweiflung zu treiben schien und am Folgetag erneute Facebook-Proteststürme hervorrief. Zum Schießen... Ich hab irgendwie nie verstanden, was so toll an diesen Bändchen ist, aber heutzutage scheinen die ja fast das sinnstiftende Element einer ganzen Generation zu sein. Seltsam, so viel Trubel nur um ein Stück Stoff...


Währenddessen ging's aber natürlich auch mit Bands weiter, als nächstes INSERT COIN aus Recklinghausen. Wenn ich richtig gezählt hab waren die auch schon 2x im JuZ "J@m-Center" und haben sich dabei immer mächtig ins Zeug gelegt. Irgendwie haben die aber immer das Pech, dass das Meppener Publikum bei denen nicht so richtig in die Puschen kommt. Okay, wann kommt es das überhaupt schon mal ... aber INSERT COIN hätten eigentlich ein Publikum verdient, das ein bisschen mehr feiert, da die Band echt alle Hebel in Bewegung setzt um die Action zu starten. An diesem Abend waren die meisten Anwesenden aber noch ein bisschen zu sehr mit Pegel ansaufen beschäftigt um vor der Bühne Party machen zu wollen. An der Band lag's nicht, guter flotter Melodycore und ein passabler Auftritt.


Ein bisschen Eisbrecherfunktion hatte auch noch der bekloppte Holländer CAPACOCHA, aber hier tauten schon ein paar mehr Leute auf. Der Bursche sollte im Emsland ja vor allen Dingen durch Auftritte beim "Inlading" und "Rüt'n'Rock" bekannt sein und zog auch in Meppen eine geile Show ab. Okay okay, ich muss den natürlich abfeiern, weil ich ihn selbst ins Line-Up gebucht hatte. Aber ich find's halt immer geil wenn etwas auf der Bühne mal ein wenig ungewöhnlicher ist und Leute zu ihrer Mucke ehrlich abgehen, ohne dafür irgendwelches Gepose abziehen zu müssen. Und das bot CAPACOCHA! Der steht alleine auf der Bühne, nur mit Laptop, Gitarre, Mikro und Orgel. Das hört sich erstmal wenig spektakulär an, bis der Vogel dann vollkommen explodiert und abgeht wie die letzte Sau!!! Ich fand's grandios, musikalisch irgendwo zwischen Electroclash, Garage und wildem Indie/Alternative, performt von einer absoluten Party-Rampensau!!! Da fällt mir dann auch noch der einzige Kritikpunkt am Aufbau in der Halle ein: der viel zu große Graben zwischen Bühne und Publikum, denn der war unnötigerweise bestimmt 3-4 Meter breit! Ich denke es wäre noch mehr abgegangen wenn der "Graben" nicht gewesen wäre, denn CAPACOCHA rennt gerne mal ins Publikum, umarmt Leute, macht sich nackig und all sowas. So musste er seine berühmt-berüchtigten Ausflüge leider auf nur einen beschränken. Aber egal, er hat trotzdem super eingeheizt!!!


Beste Voraussetzungen also für RADIO HAVANNA, denn das Publikum war jetzt warm und bewegte sich nach vorne. Flotter Punkrock/Melodycore mit deutschen Texten, ZSK ließen grüßen. Die Coverversion von DIE PRINZEN fand ich eher so na ja, ähem .... aber die Berliner sparten nicht mit kritischen und politischen Ansagen, z. B. zu  Grauzonen-Vollschrott wie FREI.WILD. Dinge die ruhig mal gesagt werden können! Leider schien der Band keiner gesteckt zu haben, dass sie sich in der Heimatstadt von GIGI UND DIE BRAUNEN STADTMUSIKANTEN befanden, deren Hauptprotagonist "Gigi" Giese immerhin ein paar Tage vorher noch vom Meppener Amtsgericht wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Dazu wäre ein Statement sicher auch passend gewesen. Aber auch so war's eine gute positive und energetische Show, bei dem das Publikum für Meppener Verhältnisse auch ganz ordentlich mitging. Pogo Pogo!!!

Danach spielten LAYMENT aus Herne, von denen ich aber irgendwie beinahe rein gar nichts mitbekommen hab, da ich im Backstage mit CAPACOCHA geredet hab. Wegen LAYMENT war ich mir vorher nicht so ganz sicher ob die ins Programm passten, aber im Nachhinein kam's mir vor als ob viele extra wegen denen da waren. Metalpublikum ist ja als sehr loyal bekannt, zur Performance kann ich aber wie gesagt nichts sagen, denn ich hab den kompletten Auftritt verquatscht. Sorry, ich schäme mich...


Zur Strafe ist mir auch irgendwas im Backstage widerfahren, was mich etwas neben die Spur gebracht hat, ähem... Tüddelig und mit Kurvenschuh lief ich zum Glück direkt in die Arme meiner Babysitterin. Mannoman, was muss ich genervt haben... Was auch die Mädels in der Frittenbude zu spüren bekamen, die meinem ungehemmten Fressflash und Redefluss ausgesetzt waren. Ich glaub ich sprach auch wieder in fremden Zungen (hautsächlich Englisch und Plattdeutsch), aber wenn ich mich richtig erinnere entsponn sich noch ein interessantes Gespräch über Vegetarier und Veganer, woraufhin die eine Frittenfrau mit den fünf Zähnen meinte: "Och, ich mach wohl ma gerne son Stück Fleisch..." Ja ja, keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen, haha... Frikadelle kann ich übrigens empfehlen, Krakauer nicht so, die lag mir noch 2 Tage quer. Meine Babysitterin hatte gute bis sehr gute Noten für Pommes Mayo und Hamburger zu vergeben.

So als Veranstaltungs-Fazit möchte ich mal sagen: Rundum gelungen! Es gab die üblichen kleinen Hürden, die souverän genommen wurden. Und im Grunde war das ROCK AM DOCK am Ende ein Event, bei dem jede/r der/die was auf sich hält anwesend war. Für viele der ganz jungen Kids war's hoffentlich auch der Startschuss um öfters mal zu Konzerten zu gehen. Ich bin gespannt wie sich das in den nächsten Monaten entwickelt, aber ROCK AM DOCK war auf jeden Fall eine Sache die rundum gelungen war und von der die Leute bestimmt auch noch eine Zeit lang reden werden!

Backstage ... hab ich mich auch ne gewisse Zeit lang aufgehalten ... und kam äußerst wunderlich von der Parade...
So, das Schlusswort war das aber noch nicht, denn ich bin ja noch die Sache mit dem Shitstorm auf der Minus Rockcity Facebook-Seite schuldig. Wie gesagt ging es da um eine Falschaussage von mir, und zwar betraf die die Ultras vom SV Meppen. Direkt nach dem ROCK AM DOCK wurde das Ganze im Rockpalast aber an der Theke geklärt, wie sich das gehört. Um es nur kurz zusammenzufassen: Durch einen unbedachten Facebook-Post hatte ich die Ultras in eine rechte Ecke gerückt. Als die Wellen der Empörung dann hochschlugen wurde mir aber ziemlich schnell bewusst, dass ich da einen ziemlichen Bock geschossen hatte, daher hab ich den Post auch offline genommen, um das nicht so stehen zu lassen, weil es ja offensichtlich falsch war.

Die Empörung war also nachvollziehbar. Im Rockpalast waren dann ein paar Ultras vor Ort (der SVM hatte am Abend 3:1 gegen Goslar gewonnen) und haben mich auch direkt angesprochen. Was ich immer gut finde, solche Sachen klär ich lieber direkt im Gespräch. Alles lief total gesittet ab, ruhiges Gespräch, kein Angeschreie, keine Drohungen, alles easy. Ich hab erklärt warum mir dieser Fauxpas unterlaufen ist, die Ultras haben mir erklärt, dass sie ernsthaft angepisst waren. Und noch mal unterstrichen, dass definitiv keiner der Meppener Ultras in irgendeinder Form rechtsradikal oder rechtsextrem ist. Finde ich gut, klare Positionierung!

Ich hab mich noch mal in aller Form für meinen Bock entschuldigt, was ich an dieser Stelle auch gerne noch mal wiederhole, für alle Ultras die da im Rockpalast nicht anwesend waren. Aber ich denke die Leute mit denen ich da geredet hab, werden das schon weitergetragen haben.

Tja, Fehler macht jeder mal, man muss sich dann auch nur entschuldigen können. Und deswegen bricht mir kein Zacken aus der Krone, also noch mal: Sorry Jungs!

So, das hatte jetzt zwar nichts mit Musik zu tun, musste aber mal gesagt werden. Mit Mucke geht's hier weiter, wir sehen uns:
  • 02.11.2012: "Dreieck Live" im Meppener Bermuda-Dreieck ... vielleicht nicht besonders relevante Musik für diesen Blog am Start, aber immer viel los und angenehm um Bekannte zu treffen...
  • 17.11.2012: DESONA Pre-Release-Party in Lingen
  • 23.11.2012: Havarii. (postpunk/Hamburg, ex-SALON HELGA) und FJØRT (hardcore/Aachen) live im JuZ Meppen
  • 24.11.2012: "20 Jahre CIVIL COURAGE" live in Lähden, mit Dritte Wahl, The Grizzly Adams Band, Asthmateufel, Never Silent, Dorfkind und Out of Practise ... das Drama: ich kann nicht! Hätte speziell die Grizzly Adams Band mal gerne (wieder) gesehen. Na ja, dann muss ich wohl selber ein Konzert mit denen klar machen... ;)

Montag, 17. September 2012

Konzerte: Wild September-weekend 2012 (Meppen => Münster => Meppen)

Letzte Woche gab's für mich ein kleines "Three in a row", was Konzerte anging. Das Spektakel möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten... :)

Donnerstag, 13.09.2012 - OUT OF PRACTISE, THE AFFECTED, ANN BERETTA (Meppen, JuZ "J@m-Center")

Los ging's mal wieder mit einem Donnerstagskonzert in Meppen. Vorher gibt's da von den Einheimischen immer die genauso dummen wie altbekannten Fragen: "Warum ist das denn auf'm Donnerstag?" Und: "Warum kostet das denn soviel?" (5,- Euro). Dazu mal ein paar Gegenfragen:
  • Warum nicht auf 'nem Donnerstag? Ich glaube ich hab den Vergleich anderswo schon mal gezogen, aber noch mal: Alleine von der Spielzeit (in Meppen darf nun mal gemäß städtischer Vorgabe nicht länger als 23 Uhr musiziert werden) her, ist so ein Konzert ja eigentlich nicht anders zu werten als ein Kinobesuch ... nur lauter!
  • Ein anderer Grund für Donnerstag: Tourplanung! ANN BERETTA kommen aus den USA und sind ihre erste Europatour gefahren. Da kommt es oft weniger auf den Wochentag an, als vielmehr darauf, ob die Location reisegünstig auf dem Weg liegt.
  • Noch ein Donnerstagsgrund: Freitags stand für ANN BERETTA Berlin an, man hätte den Gig evtl. mit Meppen tauschen können. Was würdet ihr an Stelle einer US-Band tun, wenn ihr entweder in der deutschen Provinz vor 60 Leuten oder in Berlin vor doppelt so vielen Nasen auftreten könntet?!?
  • Eintritt 5,- Euro! Was ist daran teuer? Bitte mal drüber nachdenken, dass eine Band in einer laufenden Tour Dinge wie Van-Miete, Sprit, laufende Kosten für Verpflegung und ähnliches berappen muss und wenn möglich auch die Flugtickets wieder eingespielt werden sollen. Und dass der Veranstalter auch für diverse Dinge zu sorgen hat, u. U. Anmietung einer Soundanlage etc. Letzteres braucht man im Meppener JuZ zum Glück nicht, da dort alles vor Ort ist. Also könnt ihr euch vielleicht ausrechnen, dass die Show in einer anderen Location womöglich noch "teurer" gewesen wäre. Wobei der Begriff "teuer" bei 5,- Euro auch eher lächerlich ist, wenn man bedenkt, dass die gleiche Show in Städten wie Osnabrück oder Münster mit Sicherheit 3-4 Euro mehr gekostet hätte. Und keiner der Leute die in Meppen je eine Show im JuZ gebucht hat, hat da jemals groß Gewinn mit gemacht. Das ist in 90% der Fälle immer ein Verlustgeschäft!
Das nur mal dazu, könnte man sicherlich mehr zu schreiben, reicht aber vielleicht schon als Denkanstoß. Ich war an diesem Abend auch gar nicht Veranstalter, freute mich aber endlich mal wieder eine US-Band in Meppen zu sehen. Was diese blöden Fragen anging wurde das auch gar nicht sooo viel nachgefragt, aber vereinzelt kommen diese Dinger immer, da kann man die Uhr nach stellen. Was mir jedenfalls beim ersten Kassendienst auffiel, war die schwache Meppener Publikumsbeteiligung. Rausgerissen haben es an diesem Abend definitiv die Ibbenbürener, die mit THE AFFECTED mitgereist waren. 1:0 für Ibb-Town! Ach ja, den Fetenvollsten stellten die auch, von daher muss ich sagen 2:0! ;)

Das Konzert im Schnelldurchlauf: OUT OF PRACTISE hab ich mehr gehört als gesehen, da ich wie gesagt vorne an der Kasse saß. Schien aber ganz okay gewesen zu sein, aber alle Ibbenbürener waren noch draußen zum Rauchen, somit war's etwas leer vor der Bühne. Als THE AFFECTED auf die Bretter gingen kam dann deren Crew rein und feierte ganz gut. Die Band präsentierte auch gleich ihren neuen Gitarristen Buschti, der übrigens so dermaßen brandneu war, dass die noch nie vorher zusammen geprobt hatten und alles noch schnell oben im Backstage durchgehen mussten. Auf der Bühne klappte dann aber alles ganz gut und der Buschti passte sich mit herzerwärmenden Großmaul-Ansagen auch ganz gut in die Band ein. Hier gibt's ein Video:


Als Headliner kamen dann ANN BERETTA aus Richmond/Virginia. Speziell in der Fraktion der HOT WATER MUSIC oder auch GASLIGHT ANTHEM Enthusiasten ist die Band ganz dicke und speziell auch in Ibbenbüren, denn jeder der aus dem Kaff anwesend war freute sich ein zweites Loch in den Popo, als die Amis endlich anfingen. Die Band gibt's eigentlich auch schon ziemlich lange, da das böse Musikbusiness denen aber oft arg fies mitgespielt hat, haben die es erst jetzt nach Europa geschafft. Der Auftritt war sehr cool, alles aus einem Guss, man merkt bei den meisten Amibands schon einen Klassenunterschied zu deutschen Bands! Ich war nach einer Minute Riesenfan von dem Bassisten, der eine geile Basslinie nach der anderen rauswuppte! Coole Sau! Es wurde sich also gefreut, mitgesungen und gefeiert und später hab ich auch am Merch-Stand noch zugeschlagen, was bei mir immer ein Zeichen ist, dass ich eine Band super fand. Allerdings auch Spottpreise: ein Shirt und eine Vinyl-LP für nen Zwanni, da kann man nicht meckern! Hier noch ein Livezeugnis:


Also insgesamt ein runder Abend und das Aufstehen zur Arbeit fiel mir am nächsten Tag um 6 Uhr auch nicht sooooo schwer, trotz ein paar Bierchen... Es sei aber noch mal gesagt: Wenn ihr gerne internationale Bands aus USA oder sonstwo in Meppen haben wollt, dann geht das oft nur an Wochentagen. Die Gründe hab ich ja oben erläutert. Das solltet ihr im Hinterkopf behalten, wenn ihr beim nächsten Mal wieder das heimische Sofa dem schummrigen Konzertraum vorzieht... Von nix kommt nix! Am 03.10. habt ihr wieder eine Chance, dann spielen die BLACKLIST ROYALS aus Nashville... Zwei von denen haben bei ANN BERETTA mitgespielt, die kennen sich jetzt also aus in Meppen! ;)

Freitag, 14.09.2012 - MISS CHAIN & THE BROKEN HEELS, MARK SULTAN, REIGNING SOUND (Münster, Gleis 22)

Für Freitag und Samstag stellte sich nur kurz die Frage, ob ich da zum Altstadtfest nach Lingen fahre. Da dort aber für mich irgendwie nichts Gescheites auf dem Line-Up-Plan stand, verplante ich das Wochenende anders. Und am Freitag kam der Meister nach Münster! Greg Cartwright! Pflichtbesuch! Allerdings, hm, ich befürchte den kennt auch wieder kein Meppener ... also: Greg Cartwright ist einer der besten Songwriter die es derzeit so im Spannungsfeld Garage, Soul, Blues, Folk, Punkrock gibt! Kurz vorher schrieb mir auf Facebook sogar noch Stef Murphy von THE MIGHTY STEF aus Irland (haben 2010 in Meppen gespielt), ob ich denn bei dem Konzert wäre und er selber nicht könnte, weil er einen Auftritt bei Hannover spielt und sich so ärgert, und ich Greg C. gefälligst die Füße küssen sollte, haha... Und das von einem Mann den ich selbst für einen ziemlich knorken Musiker halte!

Das "Gleis 22" war auch recht gut gefüllt, aber der Altersschnitt lag schätzungsweise irgendwo bei Ende 20/Anfang 30. Na ja, jüngere Leute verschwenden ja generell ihren Enthusiasmus damit irgendwelche schnieken Hipster-Combos abzufeiern, die in 3 Jahren keine Sau mehr kennt. Da kann Greg C. nicht mithalten, der watschelte nämlich unrasiert und im schäbigen Karohemd durch den Club... Dafür macht er aber auch schon seit ca. 20 Jahren unsterblich gute Musik! Zuerst mit den OBLIVIANS, jetzt mit REIGNING SOUND! Und an den Kram wird man sich auch noch in 20 Jahren erinnern, da wette ich drauf! Das soll sich jetzt gar nicht allzu enthusiastisch anhören, da waren sicherlich einige heftigere Fanboys am Start. Aber der Mann ist einfach sehr sehr gut, da beißt die Maus keinen Faden ab!


Das Publikum war also etwas gesetzter, wodurch ich die Atmosphäre als sehr entspannt empfand. Zudem waren da noch zig lange nicht gesehene Bekannte und auch eine Handvoll noch nie getroffener Leute. Ich war also quasi ständig am "socializen" als dann MISS CHAIN & THE BROKEN HEELS aus Italien anfingen. Die mag ich eigentlich auch sehr gerne mit ihrem fluffigen Powerpop/Punkrock, aber an dem Abend zündete das nicht 100prozentig. Schlecht war's auch nicht, aber irgendwas stimmte nicht, oft war 'ne Gitarre verstimmt und nervös waren sie glaub ich bis zum Anschlag, denn die gehörten selbst auch zu der heftigen Fanboy/Fangirl-Fraktion. Mark Sultan aka BBQ gefiel mir danach besser, von dem bin ich ein großer Fanboy. Der beste One-Man-Band Typ der Welt, mit absolut großartiger Stimme gesegnet, die mich immer an großartige DooWop-Sachen aus den 50ern erinnert. Er wirkte den ganzen Abend leicht brummelig und ließ das auf der Bühne dann auch ordentlich raus. Da wurde heftig Dampf gemacht und auf der Gitarre geschreddert was das Zeug hielt, ohne dabei aber zu sehr ins Trashige abzudriften. Bestens!

Danach kamen dann die heiß erwarteten REIGNING SOUND, die locker flockig einen Hit nach dem anderen aus der Hüfte schossen. Die Leute starteten die erwartete Abfeierei, ich blieb auch ein paar Lieder lang vorne und amüsierte mich, ging dann aber im letzten Drittel weiter nach hinten und guckte mir die Sache mit ein bisschen mehr Ruhe an. Spricht meiner Meinung nach auch für eine Band, wenn man die sowohl direkt vor der Bühne im Tanzmob, als auch von den "hinteren Rängen" genießen kann. Alle waren glücklich, Miss Chain durfte auch noch einen Song mitsingen und nach noch ein paar Dutzend Smalltalks und vielleicht 1-2 Bier zuviel zuckelten wir wieder in die Heimat.


Samstag, 15.09.2012 - BREAKING TO ASHES (Meppen, JuZ "J@m-Center")

Am nächsten Tag stand dann musikalisch etwas komplett anderes auf dem Plan, nämlich das "Attack Of The Monsters III" im Meppener JuZ. Da ich aber bekanntlich musikalisch multipel veranlagt bin, hab ich kein Problem damit mir einen Tag nach einem REIGNING SOUND Konzert ein MORBID ANGEL Shirt überzuziehen und zu einem Death Metal Konzert zu gehen. Zudem war ich auch mal wieder zum ersten Kassendienst eingeteilt, der auch grandios gut wurde!

Ich hatte mir nämlich schon um 16 Uhr bei einem anderen Anlass diverse Bierchen reingezwitschert und war entsprechend "gut drauf", als ich mit Ziege hinter'm Kassentisch Platz nahm. Ziege ist übrigens der Spitzname von meinem Kumpel, nicht etwa ein Opfertier zu rituellen Schlachtung auf der Bühne! Nicht dass hier Missverständnisse auftreten, es ging da ganz gesittet zu!

Tja, Ziege und ich waren also ziemlich in Höchstform, so dass ich nachher der Meinung war, dass wir Eintritt für unseren Kassendienst hätten nehmen sollen! Womöglich kamen wir auch rüber wie zwei debile Idioten mit Alkoholproblem, aber ich hatte schon genug getrunken um meine Selbstwahrnehmung ausreichend zu verschieben, haha... Der beliebteste Gag war jedenfalls der "Ohrstöpsel-Pfand", da dort ein Sack mit Gratis-Oropax rumlag. Bei einige Gästen hörte man es beinahe laut im Hirnkasten rattern, als die über meine Ansage: "5,- Euro Pfand auf Ohrstöpsel und nachher bitte sauber wiederbringen" nachdachten. Tja, sowas und noch allerlei anderen Schabernack haben wir da getrieben. Beliebt war auch der "Unter 16" Stempel, mit dem man dann angeblich kein Bier trinken durfte, hehe... Da erntete ich auch einige verwirrte Blicke... Schönen Gruß auch noch an den jungen Mann, dem ich einen Stempel auf den Arsch geben durfte. Bei einem Mädel sollte ich angeblich noch auf dem Allerwertesten unterschreiben, aber irgendwie ist da nix mehr draus geworden...

Musik gab's da aber natürlich auch, und zwar BREAKING TO ASHES, eine neue Band aus der Harener Gegend, u. a. mit Beteiligung von ehemaligen GOING BORDERLINE Leuten. Allererster Auftritt, und das war gleich ein richtig guter! Interessant ist, dass die mit nur einer Gitarre spielen, aber trotzdem einen ziemlich fetten Sound hinbekommen! Allerdings ist der Gitarrenmann dadurch so beschäftigt, dass er relativ unbeweglich blieb. Und die cleanen Gesangsparts musste er auch noch singen, der hatte also gut zu tun. Folglich verschob sich die Klischee-Action-Verteilung (Gitarrist = Poser, Bassist = furzcool auf einem Fleck stehend) innerhalb der Band in die entgegengesetze Richtung, da der Aktions- und Wirbelradius des Bassisten weitaus größer war als der des Gitarristen. Soweit zum Optischen... Ich denke mal am Ende waren die meisten Anwesenden restlos von der Gesamtperformance der Combo überzeugt, jedenfalls werte ich dieses kuriose "Violent Dancing" Gehampel mal als zeitgenössischen Beweis der Zuneigung. Gelungene Premiere! Ende Oktober sind die Burschen noch mal beim "Rock am Dock" Festival in Meppen zu bewundern.


Tja, danach spielten dann noch HATE EMBRACED und KALYPSO, die ich aber beide verpasste. HATE EMBRACED hab ich schon öfter gesehen, aber KALYPSO hätte ich mir gern mal angeschaut. Ziege und ich mussten aber gesellschaftliche Verpflichtungen wahrnehmen: Kilbern auf'm Dorf! Also von der Death Metal Vorhölle ins schönste Dorfidyll mit FLIPPERS-Soundtrack! Leider durfte ich dort niemandem den Arsch stempeln, aber die ganze Blase vom Metalkonzert hab ich nach der Kilberei noch im Rockpalast wiedergetroffen. Und da ... tja ... das Übliche: Totaleskalation, 5 Uhr zuhause, Filmriss... Ein Träumchen!