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Montag, 31. März 2014

Konzerte: DRONES (UK), SHINE BRIGHT, TMH | 29.03.2014 | JuZ "Jam", Meppen

Nachdem er den "Punkpalast Vol. 2" Anfang des Monats (siehe HIER) mitorganisiert hatte, hat der liebe Gütz seine Aktivität mit dem DRONES-Konzert diesmal ins Jugendzentrum verlegt. Dass die Briten ein ziemlicher Geheimtipp sind, kündigte sich bei mir schon dadurch an, dass sich mit Phil von THE AFFECTED ein auswärtiger Übernachtungsgast ankündigte, der Bombenfan von der Combo ist. Als ich den Vogel am Bahnhof abholte hatte der auch schon direkt so einen zwielichtigen Milieukunden im Schlepptau der ihn im Zug angelabert hatte - den mussten wir also erstmal abhängen, ging also gleich gut los, haha... ^^ Danach Sachen abladen bei mir in der Bude, zwei Bierchen plus Havanna Club zum warm werden und dann per pedes zum JuZ.

Toller Flyer, hab ich gemacht ;) www.facebook.com/bangboomBOMBE

Als wir ankamen spielten schon "Esterfeld's finest" TMH (www.facebook.com/TeenageMutantHeroes). Über die hab ich ja schon genug geschrieben hier auf dem Blog - man kennt und schätzt sich und der Auftritt war auch ganz ordentlich. Insgesamt schien mir die Band sehr eingespielt - wurde da etwa heimlich geprobt?!? Hatten auch (einen?) neue(n) Song(s) an Bord, den ich aber eher so "geht so" fand. Egal! Und eine neue 2-Song-EP hatten sie im Gepäck, die ich auch noch erworben aber selbstverständlich noch nicht angehört hab, denn der Tonträger ist noch irgendwo in den Innentaschen-Untiefen meiner Punkerkutte verschollen... Wird nachgeholt!

Beim TMH-Auftritt fielen übrigens direkt ein paar junge Burschen in der ersten Reihe auf, die ziemlich gut drauf waren. Wie sich rausstellte war das der der Tourtross der DRONES, die hatten ein paar großbritannische Kumpels im Schlepptau. Und der Grund warum die so gut drauf waren ... TMH hatten die vor der Show direkt mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut gemacht und ein Flunkyball-Turnier gegen die gespielt! Das hatten die Tommies natürlich haushoch verloren, aber nun waren die natürlich schon entsprechend angestrahlt und Riesenfans dieser emsländischen Traditionssportart. "We love Flunkyball!" - den Spruch durften wir uns noch öfters anhören an dem Abend, haha...


Die nächsten auf der Bühne waren SHINE BRIGHT (www.facebook.com/ShineBrightHC ) aus Oldenburg. Sänger und Bassist machten sich gleich vor der Bühne breit und drehten da so ihre Kreise. In Meppen hat das dann ja irgendwie oft den Effekt, dass das Publikum ganz erschrocken Abstand hält... Na ja, was soll's... Die Oldenburger spielten jedenfalls eine sehr agile Show. Muckemäßig war's nicht ganz so meins. Man sagte mir man nenne das heutzutage "Modern Hardcore", genauso wie es jetzt ja auch "Modern Punkrock" gäbe ... aha, soso... dann ist das wohl so, hehe...

An der Theke fragte mich noch jemand (noch verbohrterer Musik-Elitist als ich), warum diese ganzen "modernen" Bands denn in ihren Liedern immer so sehr ihren Weltschmerz breittreten und das Ganze dann auch noch durch so vertrackte abgehackte Songstrukturen unterstreichen müssen. Ich konnte es ihm nicht beantworten. Ich glaube wir haben uns dann noch oldschool zum BLACK FLAG hören verabredet, haha... (die "Damaged", nicht die neue!!!) Wie dem auch sei - ich glaube das hört sich hier schon wieder alles viel zu negativ an, haha... Was SHINE BRIGHT betrifft - vielleicht nicht so ganz meins, den Gesang fand ich auch nicht so pralle, aber insgesamt auch nicht schlecht. Is ja manchmal so, alles okay, weitermachen! ;)


Danach war's dann Zeit für die DRONES (www.facebook.com/dronesuk )! Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich die Band vorher nicht wirklich kannte und ein Konzert dann oft so angehe, dass ich mir die auch absichtlich nicht vorab anhöre, um mich dann am Konzertabend ein bisschen überraschen zu lassen und frei zu sein von irgendwelchen Erwartungshaltungen. Nun konnte man bei den DRONES ja schon davon ausgehen, dass das 'ne gute Nummer wird, denn wenn Phil Affected anreist und man vor'm Jugendzentrum auch noch MünsteranerInnen trifft, die extra wegen der Band rumgekommen sind, waren ja schon einige positive Indikatoren vorhanden. Und was die vier Briten dann auf der Bühne abgebrannt haben, hat wirklich alle Vorschusslorbeeren gerechtfertigt! Wahnsinn! Bombenauftritt!

Natürlich hatten die den Vorteil ihrer mitgebrachten Punkrockreisegruppe, die (aufgestachelt von Flunkyball-Doping) von Anfang an mächtig Alarm machte. Einer hatte sogar eine Helmkamera dabei, die im Laufe der Action auch mehrmals den Besitzer wechselte. Und die Meppener Ureinwohner machten auch direkt mit! Da wurde gepogt, dass es eine wahre Wonne war! Menschen flogen durch die Gegend, rissen sich gegenseitig zu Boden, lagen sich in den Armen. Großartig! Ehrlich, da war lange nicht mehr so viel Alarm im Jugendzentrum. Das ging schon in Richtung der SPORT-Show im letzten Jahr (siehe HIER), wo auch kollektiv alle austickten. Vom Action-Faktor werte ich das DRONES-Konzert jetzt mal definitiv in den Top 5 aller jemals stattgefundenen JuZ-Konzerte. Vielleicht sogar Top 3! Irre!

Die Band hatte auch unglaublich Bock. Vier blutjunge Typen, der Sänger bekam sogar mehrmals (bedingt durch umherfliegende Leute) das Mikro ins Gesicht/auf die Kauleiste, was ja bekanntlich zu den wirklich unangenehmen Dingen des Bühnendaseins gehört. Da hab ich schon Bands gesehen, die dann die Show unter- bzw. sogar abgebrochen haben. Ihm war's egal, er hat einfach weitergemacht. Hut ab! Musikmäßig war alles bestens, die Band erinnerte mich schon extrem stark an ANTI FLAG, aber mit so einem schnellen, kraftvollen, schnörkellosen Punkrock konnten die DRONES an diesem Abend nur gewinnen! Ich hatte schon die Befürchtung, dass sich irgendjemand noch was tut, weil das Publikum immer wilder wurde, aber mit der Zugabe war dann ohne größere Blessuren Schluss und alle waren glücklich. Exzellent! Hammergute Band und hammergute Show! Im Suff haben die DRONES wohl noch versprochen auf der nächsten Tour wiederzukommen. Ich bin gespannt! :)


Danach fiel mir mal auf, dass wir mittlerweile ein ganz gutes Trüppchen an ordentlichen Leute beisammen hatten: 1A Premiumleute sozusagen! Mit der ganzen Rock'n'Roll-Elite-Bagage ging es dann gesammelt rüber in den Rockpalast, wo der Abend sackstark fortgesetzt wurde. An was ich mich noch erinnern kann ist, dass auf der Tanzfläche von halbnackten Männern (viel Behaarung, viele Tattoos) noch deutsch-irischer T-Shirt-Tausch vollzogen wurde, Nille war müde vom Boßeln und mochte kein Bier mehr und ich bin fatalerweise noch in einen Junggesellinnenabschied geraten. Den Brautschleier hatte ich wohl auch noch auf dem Kopf, na ja, die Dame war mir bekannt, da kann man das ja mal machen, haha... Auch kursierten Geschichten über ein Käsebonbon, das offensichtlich den Weg in die Münder mehrerer Männer fand... Buäh! Der Merchboy von den DRONES nahm sich währenddessen mal eine kurze Auszeit, Abteilung "Wozu die Palasttoilette alles gut sein kann":

Der Kapitän der Flunkyball-Junioren-Nationalmannschaft UK lässt sich das alles noch mal durch den Kopf gehen. Ich hoffe daheim auf der Insel haben sie ihn erstmal in Hygiene-Quarantäne genommen und ordentlich desinfiziert. Knallharter Typ

Kurz vor Abreise musste ich leider noch kurz ausflippen, weil wieder ein geistiger Tiefflieger meinte im Palast im ULTIMA THULE Pulli rumlaufen zu müssen. Scheint glaub ich so ein neuer Trend bei der vermeintlichen deutschen Herrenrasse zu werden: Schaulaufen im Palast mit eindeutigen Shirts bzw. manchmal auch nicht direkt auf Anhieb erkennbaren Grauzonen-/Rechts-Shirts, 'n bisschen Abspacken vor Ort, geile Selfie-Fotos im Laden machen und sich am nächsten Tag wahrscheinlich mit den Kameraden auf Facebook einen drauf abwedeln. Applaus Applaus! An besagtem Abend tauschten wir jedenfalls kurz verbal einige Nettigkeiten aus, worauf der betroffene Delinquent sich auch zeitnah aus dem Laden raustrollte. Draußen pöbelte der Bund Deutscher Mädel dann auch noch 'n bisschen rum, insgesamt aber ziemlich peinliche Vorstellung... An alle Palastgänger sei noch mal gesagt: Haltet Euren Laden sauber! Rechtes Provo-Volk und nationalistische Kackscheiße hat da nichts zu suchen!

Der gute Phil hatte mittlerweile sogar eine nächtliche Mitfahrgelegenheit nach Münster aufgetan, so dass ich da auch gar nicht mehr babysitten musste. Vielleicht auch besser so, ich war ohnehin nicht mehr ganz geschäftsfähig, haha... Keine Ahnung wann der Abend endetet, die Zeitumstellung hat mich wieder restlos verwirrt...  Insgesamt toller Tag, mit tollem Konzert und cooler Aftershowparty. Gruß und Kuss an alle die dabei waren, hat sehr viel Spaß gemacht! So geht's weiter, wir sehen uns irgendwo:
  • 04.04.14: Haren rockt! #11 (u. a. Razz, Almeeva etc.) - Jugendzentrum Haren 
  • 04.04.14: Dreieck-Live, Meppen - Bermuda-Dreieck
  • 10.04.14: Mahlstrom & Careless - JuZ "Jam"
  • 25.04.14: Die Bullen, Fresse, Chaos & Sandale, Out Of Practise - JuZ "Jam"
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition - JuZ "Jam"
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival - JuZ "Jam"
  • 30.05.14: Rock unter Linden - Schülerwiese 
  • 28.06.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula + TBA - JuZ "Jam"
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Montag, 15. Juli 2013

Konzerte: "Benefiz Open-Air Haselünne Rockpalast/Step-Up" | 12/13. Juli 2013 | Step-Up, Haselünne

So, das Rockpalast-Benefiz ist überstanden. Der ganze Vorlauf machte ein bisschen den Eindruck als ob das ganze Prozedere ein bisschen planlos war, aber im Endeffekt war's 'ne ganz lustige Veranstaltung. Freitags kamen wir so gegen halb neun an und hatten SOFA ROCK (www.facebook.com/stefanherbers) direkt verpasst. Na ja, schade, nächstes Mal... Zu dem Zeitpunkt war der Platz auch noch ziemlich leer, der "emsländische Halbkreis" hatte noch enorme Ausmaße, also erstmal annen Stehtisch gekettet und ein paar Bier getrunken.

Musikalisch untermalt wurde das Ganze als nächstes von PROJECT X (www.facebook.com/project.x.dieband.official), ähnlich wie SOFA ROCK auch eine Akustikband, die allerlei Rock- und Pop-Klassiker spielt. Günther von BREAKING TO ASHES bzw. ex-GOING BORDERLINE bedient da einen Sechssaiter und singt auch. Okaye Sache, auch wenn mich das jetzt nicht total aus den Socken haute. Die Band tat sich aber auch selbst keinen Gefallen mit ihren Ansagen! Schon die ersten Sprüche und Flachwitze vom Schlagzeuger ließen den Fremdschamfaktor extrem in die Höhe schießen. Mannoman, wenn sowieso man nur Schrott zu erzählen hat, dann zwischen den Songs einfach mal die Klappe halten. Sorry, muss ich so deutlich sagen!

Anschließend kamen COOBY (www.facebook.com/coobymusik), die ihren zweiten Bassisten nicht dabei hatten, so dass deren Gitarrist Domi ein bisschen mehr zu tun hatte, der musste nämlich die fehlenden Basslinien mitspielen. Klappte ganz gut, hier und da mal etwas schräg, aber alles vollkommen okay. Eine Woche vorher hatten wir COOBY noch in Sögel gesehen, daher sollte ja bekannt sein, dass ich die ganz gut finde. Nachher auch noch nett mit dem Gitarristen geredet, nächstes Jahr sollen dann auch wohl Aufnahmen veröffentlicht werden. Sehr schön, weitermachen! Die werden hier auf dem Blog sowieso Dauergast: letzte Woche Sögel, freitags in Haselünne und am 19. Juli schon wieder in Meppen. "Tour de Emsland" oder was sagt man da?

Mittlerweile füllte sich auch der Platz, da der nicht unerhebliche EISENKARL-Tourtross so nach und nach eintrudelte. Die sind ja bekannt wie bunte Hunde und dementsprechend viel Volk haben die auch immer im Schlepptau. Vielleicht wurden die aber alle nur von dem Backfischgeruch angelockt, denn der ganze Platz roch irgendwie nach Backfisch, obwohl gar keiner verkauft wurde. Mysteriös! Ich hatte auf jeden Fall tierisch Schmacht auf Fisch, aber nicht mal ein Räucheraal war in Sicht. Blöd!

Kampfmaschinen tanken Konjak: Gedeck ftw! Benefiz-Saufen für den Weltfrieden, oi!

Zwischenzeitlich gab's auch Komplikationen in der Getränkeversorgung, denn mir schmeckte die Plastikbecherbierplörre nicht mehr. Ja, mir wurde langsam sogar richtig schlecht! Ging gar nicht! Alternativen mussten her, da lohnt es sich dann auch mal sich mit dem Trinkverhalten der Einheimischen zu beschäftigen. Ein Friseusentisch holte sich nämlich clevererweise 'n Konjak-Gedeck, also ein Buddel "Alte Liebe" plus zwei Flaschen Cola. Haben wir dann auch gemacht, von da an ging's mit meiner Zivilisiertheit selbstverständlich steil bergab...

Ich musste allerdings auch aktiv meine Augen lähmen, denn einige Fans von CIVIL COURAGE (www.facebook.com/civilcourageofficial) fielen durch fiese Maurerdekolletés auf. Puh, der schlimmst anzusehende aus der Maurerbande setzte sich dann auch noch auf eine Bank in unser direktes Sichtfeld und hielt uns seinen Allerwertesten von da aus genau entgegen - schön war das nicht! Augenkrebs galore! Derweil absolvierten CIVIL COURAGE ihren Auftritt und versuchten den emsländischen Halbkreis durch Verteiltung von Dosenbier aufzulösen. Nicht die schlechteste Idee, aber auch hier war das Ansagengelaber teilweise nicht mehr feierlich, so dass einige Leute sofort wieder wegrannten... Na ja, zu CIVIL COURAGE weiß ich nie so genau was ich schreiben soll. Die gibt's schon ewig, die sind in ihrer Ecke auch extrem engagiert (z. B. mit dem Benefizkonzert für den herzkranken Jungen neulich in Lähden) - davor Hut ab, aber musikalisch kann ich der Band halt überhaupt nichts abgewinnen. Es ist wie's ist, dementsprechend kümmerten wir uns während des Auftritts an unserem Tisch hauptsächlich um den Cuxhaven-Konjak... Der war dann auch ziemlich schnell auf, Profis bei der Arbeit, zweites Gedeck musste her!

Das Gesöff schlug zumindest bei mir auch hart an, so dass bei EISENKARL (www.facebook.com/Eisenkarlmusic) langsam alle Dämme brachen. Puh, meine Fresse, ich glaub ich war noch daran beteiligt irgendwelche Leute durch die Luft zu werfen und den zweiten Gitarristen Domi (nicht verwandt oder verschwägert mit dem COOBY-Domi, soweit ich weiß) von der Bühne zu zerren, als er eine kleine Gesangseinlage gab. Klappte leider nicht, Domi's Ausrede: "Ey sorry, mein Kabel war zu kurz!" Also alles wieder sehr turbulent und schmeerich, hehe... Falls ich zu irgendjemandem ruppig war: Entschuldigung! Krönung war dann endlich das SLAYER "South Of Heaven" Cover in der Zugabe! Das fehlte vorher definitiv im Programm, keine Ahnung warum die Eisenkerle nicht ausschließlich SLAYER spielen, die sollten mehr auf mich hören! Den Song hab ich dann jedenfalls noch mitgeschnitten, ich glaube an der Kameraführung kann man auch ganz gut meinen Betrunkenheitsgrad ablesen, hehe...


Also schöne Eskalation da in Haselünne. Die dann im Palast noch weiterging, denn wir düsten nach EISENKARL auch ziemlich direkt nach Meppen. Resultat des Abends: beinahe Kopfbedeckung verloren, Ohrring weg, mit Muttis auf'm Dancefloor gewesen, der übliche mittelschwere Filmriss... War also ganz gut der Abend! :)

Am Samstag reisten wir 'n bisschen später an, so dass wir AGAINST RANDY (www.facebook.com/AgainstRandy) schon verpasst hatten. Durfte ich mir auf Höhe des Jägermeister-Standes auch direkt 'n Anranzer für Anhören, aber nu, war keine böse Absicht. Viel los war auch noch nicht, an der Theke ließen wir diesmal Konjak Konjak sein und hielten uns besser an Bier. Dabei wurde auch noch die Geschichte mit dem Backfischgeruch aufgeklärt. Wir hatten nämlich einen Ostseefahrer in unserer Runde, dessen Fürze nach mehrwöchigem Fischbrötchengenuss mittlerweile dieses markante Backfischaroma verbreiten. Sachen gibt's ... Backfisch, dingeling!

PROPAGANDA NETWORK (www.facebook.com/propagandanetwork) bauten derweil ihren Kram auf, stellten sich als KETTENÖL aus Emsdetten vor und rumpelten sich danach durch ihr Set. Keine Ahnung ob's Absicht war, dass alles etwas schludrig wirkte, laut anschließender Eigenaussage der Band hatten die sich nämlich geschworen niemals in Haselünne zu spielen. Den Benefiz-Auftritt hatten sie aber George dann wohl auf'm Breiten versprochen, in Unkenntnis der Tatsache, dass das Ganze ausgerechnet beim "Schlepp ab/Step Up" stattfindet. Wie das Leben so spielt, hehe... Mit PROPAGANDA NETWORK wollten sie auch nie im Meppener JuZ spielen, auch da hab ich sie letzten Februar zu bekommen. Und mit dem Nebenprojekt KILLERKANTHOLZ auch nicht und auch das wird noch passieren. Was aber natürlich alles nur meinem unnachahmlichen Charme zu verdanken ist, hehe...

Samstag in Haselünne: Es wurde zwar noch besser, aber die Zuschauerzahlen blieben überschaubar...
Danach hatte Meppen dann ein kleines Heimspiel, denn mit TMH (www.facebook.com/TeenageMutantHeroes) und DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) kamen zwei Meppener Bands die auch allerlei Anhang mitgebracht hatten und ja sowieso Personalüberschneidungen im Line-Up haben. Okay, eigentlich nur eine, aber Mitglieder beider Bands hüpften während der Auftritte der jeweils anderen auch schon mal gerne mit auf der Bühne rum. Während TMH immer wieder alleine durch ihre agile Bühnenpräsenz punkten und dadurch durchaus schon ein gewisses Mitreißpotential haben, bin ich manchmal doch etwas verwundert, dass die sich textlich irgendwie noch auf so 'nem 15-jährigen-Level bewegen. Na ja, scheint der Band aber noch ordentlich Spaß zu machen und es hält wahrscheinlich jung... Ich erwähne das auch nur, weil ich mich später noch mit einem Musiknazi rumtrieb, der über jede Band was abzukotzen hatte und speziell darauf bei TMH rumhackte, hehe... Und NEIN, es handelt sich bei dieser Person NICHT um irgendein Alter Ego von mir! ;) Es gibt tatsächlich Leute die engstirniger sind als ich! Freitag hatte ich schon so einen Spezi im Zwiegespräch, der Samstag war auch nicht von Pappe...

DISTANCE REMAINS waren danach natürlich auch absolut nichts für den Muckeadolf, da wurde wieder ordentlich vom Leder gezogen. Ich für meinen Teil muss sagen, dass die Band auch nicht so 100pro meins ist, sie aber den Stimmungslevel zumindest recht hoch hielten. Mittlerweile beschäftigte ich mich aber auch mehr mit Nebensächlichkeiten, denn es schien als ob sich auf dem Platz eine merkwürdige Mischung aus Rockpalastgängern und Step-Up-Klientel bildete.


Krönung des Abends waren jedenfalls ein korpulenterer junger Herr im Karohemd und seine etwas minderjährig wirkende blonde Hot-Pants tragende Begleitung. Neben diesen Merkmalen war die auch noch äußerst dünn und offensichtlich aus Gummi oder mit Kugelgelenk in der Körpermitte ausgestattet. Die beiden fingen nämlich an sehr exaltiert zu tanzen (so eine Art Hardcore-Discofox, oder so) und das schmale Mädel wurde von Cop Dickie einigemale dermaßen heftig durch die Gegend gewirbelt, dass ich Angst hatte, sie würde in der Mitte durchbrechen. Passierte aber nicht, denn wie gesagt: Entweder Gummi oder Kugelgelenk, irgendwas war bei der Perle anatomisch nicht normal! Das Ganze wurde dann auch immer wilder, ich hatte noch starke Befürchtungen, dass da in aller Öffentlichkeit der "Internationale Mumu-Griff" ausgepackt wird. Aber das blieb uns zum Glück erspart...

Sorgen machte mir auch eine sehr große Frau, die sehr sehr betrunken war und sich nur noch stolpernd fortbewegte. Die schien aber irgendwie 'nen Schutzengel zu haben, ich konnte keine schwereren Stürze beobachten. Bevor ich mir noch mehr Sorgen machen musste ging ich erstmal auf's Klo, wo plötzlich George neben mir auftauchte, Rockpalast-Cheffe höchstselbst! "Hey, was machst du denn hier?" fragt er mich da ganz locker am Pissoir... Cooler Typ, ich musste lachen! Danach begab er sich auch schnurstracks auf die Showbühne, denn er wollte ja auch noch einen für die Gemeinde schmettern.

In dem Fall gab George Gambier vollkommen solo, also die Backgroundmusik aus der Konserve und George sang ohne Band dazu. Die Musik finde ich persönlich ja etwas ulkig, aber Singen kann der Mann, da macht ihm keiner was vor. Damit er da oben auf der Bühne nicht ganz alleine war, tanzten ihn auch später noch zwei Girls aus dem Publikum hart an, sehr amüsant...

Der Chef bei der Arbeit: George Gambier live in Haselünne!
Direkt nach dem Auftritt sind wir dann auch wieder rüber nach Meppen in den Rockpalast, wo's noch 'ne ganz nette Aftershowparty gab, von der ich nicht mehr alles weiß, ähem... Fazit: Eingangs hatte ich ja schon erwähnt, dass Prozedere rund um das Benefiz ein bisschen planlos fand. Viele wird sicherlich verwundert haben, dass das Ganze beim Step-Up stattfand, wofür sich für viele Meppener eben schon die Problematik der Anreise ergab. Und viele Haselünner können wahrscheinlich mit der Rockpalast-Klientel nix anfangen. Dementsprechend war an beiden Tagen halt auch nicht so viel los. Der Freitag war dabei etwas besser als der Samstag, aber insgesamt weiß ich nicht ob das Festival aus Benefiz-Gesichtspunkten jetzt großartig was gebracht hat... Na ja, ich weiß auch nicht wie man's hätte besser machen sollen - in Meppen dafür einen Platz zu finden und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen ist ja auch meist mehr als kompliziert... Also sei's drum, ich hatte meinen Spaß und damit lassen wir's mal gut sein.

Bis zum nächsten Mal in Meppen:
Freitag 19. Juli | Juz "Jam", Königstraße 8 | SPORT (Lyon/Frankreich), WAVES (Osna), COOBY (HaLü) und noch was (tba)...

Mittwoch, 15. Mai 2013

Konzerte: PERDITION, THE AFFECTED, TMH | 11.05.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Letzten Samstag Bartalarm mit den Texanern von PERDITION im Jugendzentrum! Sehr geile Sache, aber ich will nicht vorgreifen, da in den Tagen davor auch noch andere Sachen anlagen. Am 03.05. spielten z. B. KNALLFROSCH ELEKTRO im JuZ ... dooferweise hatte ich da eigentlich keine Zeit, befand mich gegen 22 Uhr aber doch in der JuZ-Nachbarschaft um kurz für 2-3 Songs und 'n Bier reinzugucken. Was soll ich sagen: Sackstarke Band! Volle Rock-Besetzung plus ein Sample-/Elektrosoundmensch und zwei Sänger, Shouter, MCs oder wieauchimmer man das heutzutage auf neudeutsch nennt... Ein Video hab ich noch gemacht, das sehr ihr hier:


Leider war die Zuschauerresonanz mehr als bescheiden. Die Band hätte definitiv eine größere Menge Leute verdient gehabt. Die Nasen die da waren haben aber das Beste draus gemacht und hart gefeiert. Keine Ahnung woran's lag - okay, die Werbung war nach meinem Empfinden vorher z. B. relativ dürftig. Soweit ich weiß gab's weder Flyer noch Plakate und alles sollte über Facebook/Web laufen. Ist in diesem Fall dann wohl offensichtlich stark nach hinten losgegangen, schade...

Am Donnerstag, den 09.05., flitzte dann noch eine kleine Reisegruppe zu LOVE A nach Osna in die "Kleine Freiheit". Na ja, eigentlich spielten da auch noch HERRENMAGAZIN, von denen ich aber nur ein oder zwei Songs gesehen hab, um den Rest draußen zu verlabern ... haha, kommt vor - hatte auch keinen Eintritt bezahlt, von daher... LOVE A finde ich natürlich nach wie vor super, deren Sänger JörKK war auch Grund des Festlaberns draußen, da hat er Lollis verschenkt und Mammuthaar- oder Büffelgraswodka oder sowas ausgegeben, ich weiß es nicht mehr.

Interessant war auch, dass der Sänger von KOETER als Merchmann mit war und wir noch die Anekdote des schrecklichsten Konzerts ausgraben konnten, das er je mit seiner vorherigen Band gegeben hat. NEIN NEIN NEIN waren das und das Konzert war mit VOM SEGELN und einer ganz schlimmen Deutschpunkschülercombo im JuZ in Papenburg. Ich war als Zuschauer da, er stand auf der Bühne - Kurzfassung: Der VOM SEGELN Sänger packte während seines Auftritts seinen Pillermann aus und rieb den an den Köpfen der vorne auf dem Bühnenrand sitzenden Oettinger-Ranzpunks. Vorausgegangen waren natürlich diverse Provokationen und blöde Sprüche, aber die Aktion trug natürlich nicht unbedingt zur Deeskalation bei, hehe... Die Stimmung war also dementsprechend geladen, was dann in diversen Facepalm-Situationen und Beinahe-Kloppereien auf der Bühne bei NEIN NEIN NEIN endete. Haha, goldene Zeiten! Ich hatte da damals auch einen Konzertbericht zu geschrieben, befürchte aber, dass der im Zuge meines PC-Supergaus in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist. Na ja, sei's drum... Wenn ich den noch mal finde wird der nachgereicht...

Am nächsten Tag gab's für wenige Eingeweihte in den eigenen vier Wänden dann noch den lange geplanten "Hintenhoch-Abend" - neben medizinisch hochwertigem Kräuterschnapps gab's da u. a. diverse DVD-Ausflügen in die Musikhistorie. Immer wieder gerne genommen bei solchen Anlässen: RAMONES live 1978 bei Radio Bremen, die OiRO-Kneipentour (ein unterhaltsames Musterbeispiel langsamer Eskalation) und "Hated" von und mit GG Allin (wollte ich eigentlich als Rausschmeißer benutzen, irgendwie sind die meisten aber doch sitzen geblieben, nur einer hat versucht über den Balkon zu türmen). Irgendwas haben wir noch geguckt, keine Ahnung was, ab ca. 0 Uhr setzt alles ein wenig aus. THE CRAMPS live im Irrenhaus fehlte eigentlich noch, aber nu ... nächstes Mal! Tja, schee war's, am nächsten Tag war ich wie von Zauberhand von allen vorherigen körperlichen Leiden und Mälessen befreit und fit wie 'n Turnschuh. Nur nachts noch in den Palast zu fahren hätte ich mir sparen können. Erstens weiß ich da kaum noch was von, zweitens soll mein erster Satz gewesen sein: "Woll'n wir wieder abhauen?"


Samstag abend dann endlich: Beardcore-Time mit PERDITION! Das Flyermotiv dazu hatte ich gezaubert, was die Band auch ganz knorke fand, ist ja immer schön sowas zu hören. Nur gab's auch in diesem Fall wieder keine gedruckten Flyer und nur eine Handvoll selbstgedruckter A3-Plakate. Bedauerlich! Und auch hier waren weniger Leute als man wohl hätte erreichen können, wenn die Werbung auf allen Kanälen gestimmt hätte. Aber na ja, das JuZ war ganz passabel gefüllt, an diesem Abend also nicht soooo schlimm. Freundliche Leute übrigens, auch 'ne ganze Handvoll Auswärtiger, die mich immer ganz freundlich auf dem Herrenklo grüßten, keine Ahnung wie ich das zu deuten hab...

Erste Band waren die Blutackerboys von TMH, die irgendwie voll unter Strom standen, oder dem Einfluss von Sahnegas. Auf jeden Fall hüpften die wild auf der Bühne rum, verloren andauernd ihre Gitarrengurte und fabrizierten sogar einen Kabelbruch. Wunderschön anzusehen, hier der Beweis:


Danach dann THE AFFECTED aus Ibbenbüren, die ja auch ein kleines Meppen-Abo haben. Waren glaube ich zum dritten Mal da, das erste Mal war vor ziemlich genau einem Jahr, als ich die geholt hatte. Damals geschahen noch diverse Russisch-Koks-Exzesse im Rockpalast, woraufhin diesmal großspurig angekündigt wurde, dass die ganze Blase bei mir pennen soll um nach dem Konzert noch ordentlich zaubern zu können. Tja, letztendlich sagten dann aber alle: "Mimimi, wir wollen doch lieber nach Hause, mimi..." Nun denn, die ganze Bude zuhause klebte sowieso noch vom verschütteten Hintenhoch vom Vorabend, passte also ganz gut, sonst hätte ich die Schmarotzer da am Sonntag eh nicht vom Boden kratzen können, hehe...

Da THE AFFECTED in Meppen alte Bekannte sind, kam der schmissige Ibbtown-Punkrock wie immer gut an. Zu erwähnen wäre, dass alle drei Bandmitglieder schon den ganzen Abend auf Krawall gebürstet waren und sich ständig gegenseitig kabbelten, was letztendlich auf der Bühne darin endete, dass Bassist Dennis dem Drummer Phil während des Auftritts "aus Versehen" in den Mund spuckte. Ach herrlich, das sind doch die herzerwärmenden Dinge, die ich auf einer Bühne sehen will. Hier im Video eingefangen, ca. bei Minute 1:55!


Den krönenden Abschluss des Abends bereiteten dann schließlich PERDITION aus Fort Worth/Texas am letzten Tag ihrer Europatournee! Was soll ich sagen: Die Bandfotos waren nicht gephotoshopped, die hatten wirklich so lange Bärte! Speziell was der Frontmann und der Drummer da im Gesicht trugen war schon aller Ehren wert! Entgegen aller Vermutungen waren sie aber weder Amisch noch Taliban, ich glaube die finden das einfach nur so cool. Ich hatte für den Abend extra drei Wochen Gesichtsbehaarung stehen lassen, aber nee, da konnte ich nicht mithalten! Und der zweite Gitarrist hatte auch noch wunderschöne Korkenzieherlocken, herrlich, man konnte glatt neidisch werden. Rein optisch also: Texas - Meppen 1:0!

Ansonsten glänzten PERDITION auch mit Songtiteln wie "I don't get drunk, I get awesome" und dem witzigen Video zu "Gatorade Punch". Musikalisch limitierten die sich aber glücklicherweise nicht auf eindimensionalen Funpunk - das war eine wirklich starke Mischung aus knackigem Punkrock, durchaus poppig und eingängig, aber auch gern mit folkigen Elementen wie bekannt von HOT WATER MUSIC und allen entsprechenden Epigonen. Dazu dann noch wirklich guter kraftvoller Gesang und - ich wage es mal zu behaupten - einer kleinen Vorliebe für 80ies-Metal/Hardrock, die immer mal wieder in ein paar harmonisierten Gitarrenlinien anklang. Wirklich prima! Und wenn eine Amiband auf die Bühne kommt - man muss es ja fast sagen - hebt sich das Level der Professionalität immer noch mal ein Stück. Auf den Punkt aufeinander eingespielt hauten die Texaner da also eine Show raus die sich gewaschen hatte! Bestens!


Da anschließend noch etwas Luft war, fläzten wir noch ein bisschen im JuZ rum und wurden Zeuge einer ungeahnten Solo-Einlage eines TMH-Mitglieds - muss man gesehen haben, es brachen beinahe alle Dämme, haha! Da konnte ich auch mit einem Nasenflötensolo nicht gegen anstinken... Dann aber schnell rüber in den Palast, wobei mir einfällt, dass ich noch gar nicht auf die Bierpreiserhöhung in dem Schuppen eingegangen bin. Erübrigte sich an diesem Abend aber ohnehin, weil ich direkt mit brennendem Schnapps ins Rennen ging, oh man... Da kann ja nix vernünftiges bei rauskommen...

Nach kurzer Zeit trafen auch die Texaner ein, die eigentlich nachts noch zum Flughafen wollten, aber offensichtlich Bock auf Druckbetankung hatten. Nebenbei bemerkt alles sehr nette Typen, von denen jeder auf die Frage, wer denn die arme Sau wäre, die nachts noch den Fahrer zum Flughafen machen müsste, antwortete: "I dunno, I'm not the driver! Cheers!" Sprach's und nippte an einem hochprozentigen Getränk seiner Wahl... Like a boss! Und wie immer wenn Amis in der Stadt sind und Meppener die ersten 10-12 Bier aufhaben, kam es natürlich noch zu den üblichen amüsanten Szenen: Englischrodeo galore, Absinthwetten, Bartabkaufanfragen und und und...

In der Stadt waren nachher übrigens auch viele verschiedene Mitglieder diverser lokaler Bands unterwegs, die auch auf dem "Rock unter Linden" spielen werden. Da ich mal wieder investigativ unterwegs war, wurde mir gesteckt, dass eine Band auf dem Festival eine Aktion plant, für die (O-Ton) "alle Bands und alle Besucher uns hassen werden!" Na da bin ich ja mal gespannt ...  aber jetzt kommt's: Wie ich bei genauerer Prüfung meines Terminkalenders feststellen musste, werde ich wahrscheinlich gar nicht beim RuL auflaufen können!!! Oder erst so spät, wenn gar keine Band mehr spielt!!! So ein Scheiß! Dementsprechend angepisst pegelte ich mich dann im Palast unsinnigerweise noch mehr zu als ohnehin schon. Keine Ahnung was noch war, nur dass ich zu Fuss nach Hause getrieselt bin und es auch noch geregnet hat... Kacke, aber im Moment klebt mir das Pech auch in fast allen Lebensbereichen an den Hacken, wie verhext isses...

Na ja, bis demnächst in diesem Theater. Bitte RuL-Skandale für mich mitschneiden, bin dann anderweitig verhindert... :(

Montag, 25. März 2013

Konzerte: RADIO HAVANNA, KOTZREIZ, TMH | 23.03.2013 | Rockpalast, Meppen

"Punkpalast Volume 1" - Lange erwartet, am 23. März war's dann endlich soweit! Bis auf die Tatsache das ich den steilen Flyer gemacht hab (bei dem sich einige Meppener Lokalitäten weigerten den aufzuhängen - ich weiß schon warum Minus Rockcity Meppen so heißt wie es heißt, hehe) war ich allerdings kaum in die Organisation eingebunden. Denn mit Rockpalastkonzerten ist das ja immer so ne Sache... Da fragen einen ja immer zig Leute: "Warum machste denn kein Konzert im Palast? Ist doch viel cooler als im Jugendzentrum!"


Ja ja, mag sein, der Laden hat einen unschlagbaren Ruf, keine Frage. Konzerte sind da aber vor allen Dingen mit drei Sachen verbunden: Stress, Stress und Stress! Das hat sich auch an diesem Abend gezeigt (obwohl letztendlich alles prima gelaufen ist, so viel schon mal vorweg) - wie immer muss man im Palast die Bühne erstmal aufbauen. Das ist noch eher das kleinere Übel. Dann muss da aber eine gesamte Anlage/PA aufgestellt werden! Und in diesem Fall auch noch Licht. Und der ganze Rotz muss dann nachher auch wieder in Rekordzeit abgebaut werden, damit die Tanzfäche für den "Tagesbetrieb" offen ist. Ganz zu schweigen davon, dass man auch erstmal die Leute in den Laden bekommen muss. Wenn da nur 50 Nasen stehen sieht's nämlich auch gleich mal ziemlich trostlos aus. Uuuuund natürlich, dass (und das scheinen die meisten immer noch nicht zu verstehen) von auswärts angereiste Bands eben auch Spritkohle und Gage bekommen und die PA und der Mischer im Fall der Fälle natürlich ebenfalls zu nicht unerheblichen Beträgen angemietet sind. Auch da sollte sich jeder mal bewusst sein, dass der Eintrittspreis von 5,- Euro wirklich spottbillig war und das anderswo (Osnabrück, Münster etc.) mit Sicherheit doppelt so teuer gewesen wäre. Und dazu kommt natürlich noch das übliche Rumgeärgere mit dem Ordnungsamt, den Nachbarn, bla bla bla...

Was den Rockpalast betrifft: Nicht ausgeschlossen, dass ich da auch mal was mache. Aber momentan fühl ich mich mit den "kleineren" Bands die ich so buche im Jugendzentrum besser aufgehoben. Das gesamte Jugendzentrum-Team half allerdings auch beim "Punkpalast" mit, ohne die hätte das definitiv alles nicht so gut geklappt wie es letztendlich über die Bühne ging. Jugendarbeit wie sie sein soll, Hut ab! Und Hut ab auch vor John und Swedish, die das Ganze als Hauptorganisatoren so durchgezogen haben.

Stress hatte ich schon erwähnt, oder? Der brach nämlich auch vor dem Konzert noch aus. Wir hatten uns da eigentlich von der JuZ-Konzertgruppe um 19 Uhr verabredet um noch 1-2 Sachen zu klären, was aber natürlich auch nicht klappte - Soundcheckstress, der eigentlich schon längst gelaufen sein sollte. Haute aber nicht hin, da irgendein Spezi im Bandvan die Entertainmentanlage hat laufen lassen, die Karre keinen Saft mehr hatte und das Auftauchen der Bands sich deshalb eher unpünktlich gestaltete. Profis bei der Arbeit, haha... Besprechung fiel also aus, ich konzentrierte mich schon mal aufs Biertrinken... Arschkalt war's übrigens in dem Laden, was sich auch den ganzen Abend über nicht bessern sollte - wollte da jemand Heizkosten sparen?!?

Nun wurd's aber ernst! Der Konzertstart war ja pünktlich für 20 Uhr angesetzt (Stichwort Ordnungsamt) und zu 20 Uhr waren dann auch tatsächlich schon 100 Leute da! Es ging also gut los. Bis zum Ende wurden das natürlich noch mehr, die Angaben pendeln irgendwo zwischen 200 und 300 Gästen. Keine Ahnung, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Um 23 Uhr war jedenfalls das Astra ausverkauft und natürlich war alles voll mit Punkern, wobei aber alles relativ gesittet vonstatten ging. Klar, es wurde desöfteren mal auf die Bühne gerotzt und manche Punkerbräute fallen auch einfach mal aus unersichtlichem Grund einfach um, aber egal... Meine persönlichen Favoriten waren jedenfalls das kleine Punkergirl mit dem "Auch Weiber können saufen" Shirt (also das Shirt jetzt, weniger das Mädel) und der Jungpunk der Fan von meinem HAMMERHEAD Shirt zu sein schien und mir diverse Male ein sinnliches "Ich sauf allein" ins Ohr hauchte...

Wo war ich? Ach ja, 20 Uhr, erste Band! Das waren TMH aka TEENAGE MUTANT HEROS vom Blutacker, äh, aus Esterfeld. Die boten mir im Vorfeld der Show noch an als Nummerngirl mit auf die Bühne zu kommen, um ein Schild mit deren Bandnamen über die Bühne zu tragen. Hm, ich musste leider ablehnen, hab bei diesen eisigen Temperaturen noch nicht an meiner Bikinifigur gearbeitet. Sorry, vielleicht nächstes Mal... Der optische Faktor war damit für TMH natürlich am Arsch, aber ansonsten war's ein ganz netter Auftritt. Ein bisschen zu viel Gequassel vielleicht zwischen den Songs, aber Frontmann Peterle legte sich sehr ins Zeug, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er nach einem Publikumsausflug etwas außer Atem war, hehe... Hier mal ein kurzes Stück Esterfeld-Punkrock:

Danaaaaaach dann aber der heimliche Headliner: KOTZREIZ aus Berlin! Die glänzten schon vor'm Auftritt mit dem Spruch "Soundcheck? Brauchen wir nicht!" und putzten stattdessen im Sprinter eine Flasche Pfeffie weg. Daumen hoch! Zu der Band muss ich sagen, dass meine Berliner Garagepunkbekanntschaften (alles Zugezogene, versteht sich) vorab schon gewisse Ressentiments gegen die Combo verbreiteten und auch im Rockpalast Vorurteile zu herrschen schienen. Jedenfalls dem Gespräch nach zu urteilen, das meine holde Gattin links hinterm Pogopit mitgehört hat:

Typ: "Das ist gar kein richtiger Punk, das ist Studentenpunk."
Mädel: "Warum das denn?"
Typ: "Das erkennt man schon an den Texten, die sind so überkandidiert!"

Äääh ja, was sagt man da? [Sic!] sagt man da glaube ich, haha.... Nehmen wir uns also nun viereinhalb Minuten Zeit und lauschen den literarisch und musikalisch hochwertigen akademischen Ergüssen dieser drei feschen Berliner Universitätsanwärter:


Also ich für meinen Teil kann sagen: KOTZREIZ fand ich geil! Stumpf, aber nicht blöd, ordentlich Wumms, Drummer hatte ein LOVE A Shirt an und der spielt ja auch noch bei ... haha, lassen wir das! ;) Bescheuert war, dass die kein Vinyl dabei hatten. Ich hätte 'ne Platte gekauft! Egal! Hier noch zwei Hits und Fresse halten, oi!


"Offizieller" Headliner waren danach RADIO HAVANNA, die den meisten Meppenern ja noch im Gedächtnis sein dürften vom "Rock am Dock" im Herbst. Da hatten die ja bereits einen sehr guten Auftritt hingelegt und die Sache mit dem jetzigen Auftritt im Rockpalast kam bei diversen hochprozentigen Getränken im Bermuda-Dreieck zustande, direkt in der feuchtfröhlichen Nacht nach dem "Rock am Dock". Gute Sache das, auch wenn ich ein wenig wuselig wurde und vom RADIO HAVANNA Auftritt gar nicht so viel mitbekommen habe. Die machten ihre Sache aber ganz gut, brachten auch ein paar nötige Statements und coverten OPERATION IVY:


Was war sonst noch? Ach ja, Abteilung "nötige Statements": vorab war angekündigt worden, dass Leute mit FREI.WILD Shirts nicht reingelassen werden. Nachher stand aber doch einer am Kicker, aber ich glaube das war schon als die Bands längst fertig waren. Ich find diese ganzen Diskussionen und Shitstorms ja eher drollig, aber Deppen sterben halt nicht aus. Und ich glaube der Vogel durfte sich auch jede Menge netter Kommentare anhören. Selbsterniedriegung gehört bei diesem Menschenschlag wohl irgendwie dazu, haha...

Damit hätten wir den musikalischen Teil soweit abgehandelt, denke ich. Selbstverständlich sind noch ein paar mehr Sachen passiert. Pfeffie war ja schon erwähnt worden, den gab's im Angebot für 1,- Euro ... fatalerweise entwickelte ich mit den Zeit einen wahren Pfeffie-Jieper ... und hatte auch noch gewaltig die Spendierhosen an ... und irgendwann versuchte der Schlagzeuger einer gewissen Band noch eine homoerotische Beziehung zu mir aufzubauen, in deren Verlauf (nicht von mir) Dinge gesagt wurden wie "Ich bin ja eher der dominante Part", "Homoparadies Esterfeld" und angeblich soll meiner Gattin noch ein Dreier angeboten worden sein. Puh, bevor sich noch mehr Abgründe auftaten zerrte mich aber eine blonde Frau mit kurzen Haaren auf die Tanzfläche und dann setzte dankbarerweise der Filmriss ein ... puh, Glück gehabt ... hoffe ich zumindest ... bin nämlich am nächsten Tag mit Sorgenfalten im Gehirn aufgewacht ... falls ich jemandem blöd gekommen bin bitte ich provisorisch um Entschuldigung ... es sei denn es handelt sich um den Typen mit dem FREI.WILD Pulli, hehe ... was ich noch weiß ist, dass ich auf dem Nachhauseweg fast erforen bin bei eiskaltem Wind, brrrrrr...

Schade war, dass wir für den Sonntag erst vorhatten mit KOTZREIZ einen Reitausflug bzw. eine Planwagenfahrt zu machen. Hat leider alles nicht geklappt. Dafür war KOTZREIZ-Tom in der Nacht noch Bullenschluck trinken und hat das erste Mal in seinem Leben gekegelt. Und das hab ich mir nicht ausgedacht, das stimmt wirklich! Hm, vielleicht sollten wir einfach mit denen Boßeln gehen wenn die noch mal wiederkommen?!? Ne Überlegung wär's wert... Denn das war ja offiziell "Punkpalast Volume 1" - ich bin gespannt auf Volume 2! :)

Dienstag, 11. September 2012

Konzerte: 30 Jahre Rockpalast Meppen - Jubiläumsfestival

Lange war es erwartet worden, am 07. und 08.09.2012 ging es dann endlich über die Bühne: Das Festival zum 30-Jahre-Jubiläum vom Rockpalast Meppen. Ich denke mal, dass so ziemlich jede/r der/die zur Zielgruppe dieses Blogs gehört da schon mal mindestens einmal ein versumpftes Wochenende hingelegt hat, sofern er/sie nicht sowieso schon zur erweiterten Inventarliste des Ladens gehört. Und dass der Rockpalast dieser Tage seinen 30. Geburtstag feiern konnte war ja auch nicht immer so ganz sicher, denn permanente Schließungsgerüchte gehören ja zu dem Laden, wie die Pfütze ab 1 Uhr auf dem Boden der Herrentoilette. Man erinnere sich nur an die Farce, die da vor wenigen Monaten abging...

Die große Sause konnte also steigen und dafür waren gleich mal 2 Tage Open-Air angesetzt, coole Sache! Da könnte ein Rock'n'Roll-Traninigslager nicht schaden, dachte ich so bei mir, weswegen wir uns schon mal am Donnerstag (06.09.) ins Gleis 22 in Münster begaben. Da spielten DIGGER & THE PUSSYCATS aus Australien, mit denen ich am 16. November 2009 auch schon mal ein Konzert im Meppener Jugendzentrum gemacht hatte. Das war ein Montag, also standen damals eigentlich alle Zeichen auf scheiß Besucherzahlen ... war aber nicht so! Es war gut was los und so einige Meppener kriegten danach vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Denn DIGGER & THE PUSSYCATS sind nur 2 Typen, einer mit Gitarre, der andere mit Minimal-Standschlagzeug (1x Snare, 1x Stand-Tom, 1x Becken), beide singen. Und in der Formation bliesen die so ziemlich alles an die Wand, was jemals eine "komplette" Bandbesetzung in Meppen auf eine Bühne gebracht hatte! Die Meppener Tagespost titelte daraufhin ein paar Tage später mit "Australischer Musiker zerlegt seine Gitarre", da muss ich heute noch schmunzeln, das stimmte nämlich gar nicht. Frontmann Sam war nur leicht erregt darüber, dass ihm eine Saite gerissen war und warf sein Instrument daher etwas impulsiv von sich. Ich hab den Trümmer aufgesammelt und dann selbst hinter der Bühne eine neue Saite aufgezogen, alles noch voll funktionstüchtig! Aber Sam machte schon mit seinem Ersatzhobel weiter. Den kompletten Bericht von damals findet man auch noch HIER.

Konzertplakat zum DIGGER & THE PUSSYCATS Gig 2009. Hab ich damals auch selbst gezeichnet. Merke: Wenn Dir nichts Vernünftiges einfällt, dann verbrate einfach die naheliegendsten Klischees die Dir zum Heimatland der Musiker in den Sinn kommen... ;)
Nun ja, man könnte jetzt meinen diese australischen Randalebrüder hätten danach erstmal meine Wohnung zerlegt, aber weit gefehlt. Sam und Andy sind so ziemlich die sympathischten und pflegeleichtesten Typen der Welt, wir saßen noch die ganze Nacht bei ein paar Bierchen am Wohnzimmertisch, bevor ich die beiden am nächsten Vormittag schweren Herzens in die weite wilde Rock'n'Roll-Welt entließ. Allerdings sind wir eigentlich permanent in Kontakt geblieben und Andy hat sogar noch einen sehr coolen und witzigen "European Tourfood-Guide" für mein CRKO Fanzine geschrieben. Den kann man HIER nachlesen, auf Seite 70-72. Macht euch schlau über "Lunch at Flunch" und "Grünkohl, the green jewel of the earth..." ;)

Im Frühjahr 2012 war ich dann tatsächlich schon mit Marco - der die ganze Organisation für das Rockpalast-Festival machte - am überlegen, ob DIGGER & THE PUSSYCATS nicht auch dort spielen sollten, da schon feststand, dass die in dem Zeitraum touren. Letztendlich klappte das aber nicht, da beim Rockpalast auch eher Lokalbands mit direktem Bezug zum Laden spielen sollten. Gute Idee, von daher nicht schlimm, dass die Australier nicht dabei waren. Wir nahmen also das Konzert in Münster mit, was auch gleichzeitig den Tourneestart markierte. Erfreulicherweise durfte ich mit meinem kleinen Plattenlabel die beiden neuen Vinylsingles von DIGGER & THE PUSSYCATS mit rausbringen, also war das zeitgleich auch die Record-Release-Party! Wer Interesse an den Singles hat kann die übrigens HIER im Stream anhören und HIER kaufen... Verschiedene Vinylfarben, aller Schnick und Schnack... So, aber jetzt Werbemodus off... ;)

Als wir ankamen spielten THE SENSATIONAL SECOND COUSINS aus ... nanu ... Klazienaveen in Holland. Direkt hinter der Grenze also, haha, da hätte man auch zusammen fahren können. Ebenfalls ein Duo, aber eher in die klassische Rockabilly-Richtung, feine Sache. Dann war Zittern angesagt, denn DIGGER & THE PUSSYCATS waren noch gar nicht da! "Flugverspätung" ging durch den Ticker, aber um 22 Uhr ging die Tür auf und Sam und Andy standen auf der Matte, nachdem Sam (der seit Sommer in Europa lebt) im Alarmstart den armen Andy aus Schiphol abgeholt hat, wo der nach einer 36-Stunden-Odyssee (Melbourne, Indonesien, London etc.) endlich gelandet war. Und dann ging's direkt auf die Bühne und die beiden haben alles niedergerockt, und das obwohl sie seit 8 Monaten nicht mehr zusammen gespielt hatten. Hut ab! Andy kroch nachher aber auch wirklich auf seinem Zahnfleisch von der Bühne, der arme Kerl. Nachher haben wir aber beinahe noch ausgehandelt, dass die beiden nächstes Jahr auf meiner Hochzeitsparty spielen, haha... Mal gucken ob das klappt, geil wär's... (... kleine Anmerkung noch: Soeben erreichte mich die Meldung, dass den beiden Australiern in Berlin das Hotel unter'm Arsch weggebrannt ist! Zum Glück kein Personenschaden. Heiße Typen!)





So, nachdem sich der ein oder andere wahrscheinlich schon gefragt hat "Wann schreibt der Depp jetzt endlich was zur Rockpalast-Sause" ... keine Panik, jetzt geht's los!!! Dabei möchte ich mal von vornherein auf einen der wichtigsten Faktoren des Festivals hinweisen: Es herrschte tolles Wetter!!! Zwei wunderbare Spätsommerabende, da konnte von vornherein eigentlich fast gar nichts schief gehen! Ich hatte mir auch vorgenommen an jedem Abend früh da zu sein, das ging allerdings am Freitag in die Hose, so dass ich ALITAVE verpasste. Schade, aber die Jungs hab ich auch schon oft gesehen und selbst bestimmt schon ein halbes Dutzend Konzerte mit denen gemacht. Feine Burschen!

Dann folgte mit JAMMIN' JOHNNY & THE DISKOFUCKERS direkt die erste Überraschung des Wochenendes. Der Name sagte mir auf den Plakaten gar nichts und irgend jemand sagte vorher, die würden so eine Art "Party-Ska" spielen. Hmm... nicht die besten Voraussetzungen für mich, denn mit Ska kann man mich jagen. Auf der Bühne stand dann ein Typ mit Akustikgitarre, eine Bläsersektion und ein Typ der die Percussion auf einem Cajón machte. Und ich muss sagen, das Ganze war relativ geil, da das eher auf gutes Entertainment (okay, manchmal auch etwas zu viel Klamauk) angelegt war und auch starke Züge von Straßenmusik hatte, als die Musiker anfingen durch's Publikum zu rennen. Eine sehr gute Aktion, denn zu dem Zeitpunkt herrschte vor der Bühne noch der "emsländische Halbkreis" vor. Na ja, dieses geflügelte Wort sollte an beiden Abenden aber noch öfter die Runde machen, man kennt das ja... Später stand der Frontmann der Combo (also wahrscheinlich Jammin' Johnny höchstselbst) dann noch neben mir, als wir gemeinsam ein Gebüsch bewässerten. Einer der Trompeter ist wohl Meppener, er selbst kommt aus der Gegend um Hamburg und mit ihrer Band sind die in echter Straßenmusiker-Manier auch fleißig am rumreisen, unter anderem war auch kurz die Rede von Australien. Da könnten die ja evtl. mal mit DIGGER & THE PUSSYCATS Hotels niederbrennen, hehe...

Etwa zur gleichen Zeit liefen mir auch die Jungs von BIG TENNIS über den Weg, die auch alle alte Kumpels sind. Unfassbare Aktion: Deren Drummer Bo hatte einen Kuchen für mich gebacken! Da meine ehemalige Freundin und ich seit einem Monat ein frischgebackener Ehepaar sind, hatte der für uns einen frischgebackenen Kuchen mitgebracht! Unfassbar, ich war den Rest des Abends baff! Und der war noch warm und schmeckte großartig. Allerdings ist es für 2 Leute ein bisschen schwierig sich da in kurzer Zeit einen ganzen Kuchen reinzuverputzen, dementsprechend brachte ich den erstmal unter die Leute. Falls sich da also jemand über den komischen Vogel gewundert hat, der Kuchen verteilt hat ... das war ich!

Kuchen gab's! Aber leider keinen Kaffee, daher musste Bier herhalten, yummy :) DANKE BO!!!
Während der ganzen Zeit spielten natürlich auch Bands, um genau zu sein SEARCHING FOR SAM (die mir seit jeher - wie generell viele Harener Bands - viel zu schwermütig sind/waren) und FOOLS FROM STACK (gut, wie immer). Den Abschluss bildeten dann BIG TENNIS aus Lingen, da bin ich natürlich befangen, denn der Schlagzeuger hat mir halt diesen unfassbar guten Kuchen gebacken. Glaubt mir jetzt noch einer, dass ich die für die Band mit dem besten Pop-Songwriting und dem besten Sänger halte, die in den letzten Jahren dem Emsland entsprungen ist?!? Das riecht nach Bestechung! Na ja, ist ja auch egal, es sind halt auch einfach nur steile Typen! Gut ins Line-Up fügte sich übrigens auch deren neuer Bassist Philipp ein, der aber als Lingener Urgestein (u. a. ex-FATSO & THE RIGHTMAKERS) kein Unbekannter sein dürfte.



Während des gesamten Abends war natürlich großes Hallo angesagt, da massig Bekannte da waren, auch "länger nicht mehr Dagewesene". Also Smalltalk an allen Ecken und Enden, alles sehr angenehm. Nur war es nachher etwas schwierig in den Rockpalast selbst zu kommen, da war es leicht chaotisch am Einlass. Dementsprechend hab ich es mir dann nicht mehr angetan mich in der Schlange anzustellen, sondern hab noch eine Frikadelle auf die Hand genommen und bin mit meiner Liebsten nach Hause gestiefelt...

... was sich auch als weise Entscheidung herausstellen sollte, denn so war ich am nächsten Tag relativ fit und auch zeitig am Platz. TMH spielten zwar schon, aber das meiste vom Set bekam ich noch mit. Diese Band wollte ich auch sehen, da ich mit Sänger Peter bei der "Initiative 2.0" schon diverse Konzertprojekte mir durchgezogen hatte, mir seine Band aber immer ein Mysterium geblieben ist. Wenn nämlich mal die Chance bestand, dass TMH Support spielen sollten kamen immer dubiose Absagegründe, à la "Das geht nicht, da sind wir im Zeltlager" oder sowas, hehe... Der Auftritt beim Palast war aber ganz passabel, Melodycore mit englischen und deutschen Texten. Wobei ich von den deutschen Texten aber kein Wort verstanden hab, ich hoffe die haben keinen Quatsch gesungen. Ansonsten: Wenn kein Zeltlager ist seid ihr engagiert! ;D

Nach OUT OF PRACTISE (waren okay, werden mir aber mittlerweile zu schwülstig), TWEE-STAR (spielerisch mit am besten, litten aber auch etwas unter dem emsländischen Halbkreis) und BIG BALLS COWGIRL (von denen hab ich nicht viel mitbekommen, weil ich so eine "Rumlauf-Phase" hatte und im Rockpalast selber schon den ersten Russisch-Koks runterstürzen musste) kam dann (über eine kleine Solo-Einlage einer mir bekannten Person breite ich mal den Mantel des Schweigens) der Meister selbst: George Gambier, aka "Lord Cammy", der Chef vom Rockpalast. Bei den letzten Jubiläen war es ja schon Tradition, dass er immer noch ein paar Songs gesungen hat, diesmal also auch. Allerdings hatte er keine Backingband, sondern hat zu Musik aus der Konserve gesungen. Hm, wirkte ein bisschen komisch, aber okay ... hätte man dafür nicht KALTMIETE engagieren können?!? Wäre cool gewesen, aber ich weiß gar nicht ob es die noch gibt. Die Homepage existiert jedenfalls noch, da findet man auch alte "Lord Cammy" Songs: www.kaltmiete.de


Das Video hier ist übrigens der zweite Song den George gesungen hat, Gänsehautfeeling war schon dabei, wenn man sieht wie viele Leute da waren und jubelten. Danach begab ich mich allerdings direkt in den Palast, denn ... steinigt mich, aber ... ich bin nicht so ein Riesenfan von George's Kalypso-Pop, haha... Nicht böse gemeint, aber ich musste mich schon mal an der Theke festketten bevor sich da wieder Menschenmassen am Eingang drängelten. Es folgte dann auch mal wieder die Totaleskalation, denn so schlau wie ich am Vortag mit meiner frühen Abreise gewesen war, so dumm war ich am Samstag, als der Russisch-Koks in Strömen floss und sich mein Verstand allmählich gen Nirvana verabschiedete... Ja ja, das kennt man ja wieder, daher schreib ich jetzt auch mal nicht groß drüber, geschweige denn, dass ich noch was wüsste, haha...

Als Fazit kann ich eigentlich nur sagen: Absolut gelungene Veranstaltung! Prima Wetter, tolle und friedliche Stimmung auf dem Platz und im Laden (auch wenn ich draußen wieder ein paar braun angehauchte Honks rumlaufen sah) und jede Menge lange nicht gesehener Bekannter. Unter anderem auch aus alten Bands! Dennis von TWEE-STAR erinnerte sich z. B. bei einer Ansage noch an die ersten Palastauftritte mit seiner alten Band SAMPLAX, während vor der Bühne seine alten Mitmusikanten ihre Bierbäuche spazieren führten, hehe. Einen alten MORTAL FEAR Gitarristen sah ich leider nur von weitem, als er einen Bierstand belagerte (die teilweise mit den alten Thekenleuten besetzt waren, auch cool). Auf dem Platz hab ich noch mit Chrissy von den BATTLEDYKES geredet, der mit Timo von den BACKWOOD CREATURES vor 5 Jahren noch in der Palast-Jubiläumsband TEAM ZERO gespielt hat, damals mit dem Hit "Twentyfive years of Rockpalast". Timo war übrigens diesmal der Bühnentechniker und hat reihenweise auftretende Bandmitglieder verarscht, à la "Wie? Du willst ein Mikro? Kannst du denn überhaupt singen?" Wir standen dahinter und lachten uns ins Fäustchen, haha...

Ja, so war es also, das 30-Jahre-Rockpalast-Jubiläum. Eine schöne Sache war's und ich bin ganz froh, dass ich mit dem Entwurf des Jubiläums-Shirts auch ein bisschen selbst mit beteiligt war. Sollte jetzt ein großes Schlusswort folgen? Oder noch zeilenlange George-Beweihräucherung? Nee, das lass ich mal lieber... Nur kurz: Hut ab, dass George das so lange durchgehalten hat, trotz der massiven Schwierigkeiten! Bei allem Respekt vor dieser Leistung bin ich aber nicht so ein großer Anhänger dieser George-Ikonisierung, wie sie gerne von diversen Leuten betrieben wird. Der alte Mann ist ein guter Typ und ein Meppener Original, keine Frage! Aber wer z. B. schon mal eine Party mit ihm abgerechnet hat, der weiß, dass er da - mal ganz unromantisch gesagt - auch "nur" ein Geschäft führt. Und ich finde auch, dass mehr Potential in dem Laden steckt(e). Da hätte man in den letzten Jahren mehr machen können, als das standardmäßige endgültige Abschießen ab 2-3 Uhr nachts. Schade, dass da Möglichkeiten verschenkt wurden... Na ja, egal, ich bin gespannt wie viele Jahre George den Laden noch führen kann und wie es weitergeht. Gerüchte gibt es ja genug... 35 Jahre Rockpalast? Ich hoffe es, warten wir mal ab...