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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Konzerte: AFFENMESSERKAMPF, ROBINSON KRAUSE, KILLERKANTHOLZ | 28.09.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Rabummski, nach der DUESENJAEGER-Show im Februar war's mal wieder an der Zeit für eine eigene Minus-Rockcity-Show! Eine Punk-Show um genau zu sein (Definitionsblabla spar ich mir mal, vom Asselpunk bis zur intellektuellen Pseudoelite war jedenfalls jegliche Publikumscouleur vertreten), daher war das Ganze natürlich wieder mit den üblichen Unwägbarkeiten verbunden, die diese Freizeitbeschäftigung immer so interessant macht, hehe... Als erstes musste die Essensplanungen leicht umarrangiert werden, da die Reisetruppe AFFENMESSERKAMPF und ROBINSON KRAUSE aus Frankfurt durchsagte, dass entgegen der ursprünglichen Ansage nun doch 3 Veganer im Tourtross sind. Also: die Sau vorm Bolzenschussgerät weggeholt und erstmal Karotten schälen!

KILLERKANTHOLZ hatten vorher schon gesagt, dass ein Gitarrist fehlt, allerdings fiel einer der beiden Sänger auch erst 5 Minuten vor'm Auftritt aus dem Regionalexpress aus Richtung Münster. Stilecht! Um viertel vor 8 hatten wir auch schon den Cup für den Fetenvollsten zu vergeben, den Namen sage ich mal nicht, die Person ist der Redaktion aber bekannt und gehörte ganz und gar nicht zur Fraktion der Bahnhofspunks! Also: Shame on the punx!!! Mitarbeiter des Monats war vor der Show schon der KILLERKANTHOLZ Bassist, der ständig irgendwas durch die Gegend schleppte - z. B. Stehlampen - und ganz traurig war wenn er nix zum malochen hatte... Ungewöhnlich für 'ne Punkband, aber na ja...

AFFENMESSERKAMPF und ROBINSON KRAUSE blieben dann auch noch im Stau stecken und da die die komplette Backline stellen sollten, konnte also auch erstmal kein Soundcheck gemacht werden. Mal davon abgesehen, dass wir wider Erwarten sowieso keinen Mischer vor Ort hatten und sich folglich ein Grüppchen extrem gutaussehender Musikbegeisterter ums Mischpult scharte, die alle vollkommen keine Ahnung von irgendwas hatten. Zum Glück ließ ein KILLERKANTHOLZ-Mitglied dann noch technisches Fachwissen durchblitzen, allerdings musste er vorher noch auf dem Hof einen Ford Granada verschachern. Falls sich das jetzt alles etwas zusammenhanglos anhört: Ist wirklich so passiert, ich schwörs!

Bestes Backdrop, das die JuZ-Bühne je gesehen hat: KILLERKANTHOLZ - Auf die Fresse!!!
Nachdem die AFFENMESSERKRAUSE-Reisetruppe dann endlich um halb 8 eintrudelte (stilecht kollerten mir aus der Van-Tür ca. ein halbes Dutzend leere Bierflaschen entgegen) wurde ratzfatz aufgebaut (da sage noch einer Punks könnten nicht arbeiten) und nach Eintreffen des fehlenden KILLERKANTHOLZ-Sängers (der sich aus Anonymitätsgründen in seiner Heim- und Arbeitsstadt lieber mal direkt verschleierte) ging's dann auch direkt los...

Mit KILLERKANTHOLZ gab's im Vorfeld schon diverse liebevolle Kabbeleien, da ich mal fallenließ, dass ich die natürlich nicht wegen musikalischer Fähigkeiten ins Line-Up genommen hatte, sondern nur, weil ich die Namen KILLERKANTHOLZ und AFFENMESSERKAMPF mal zusammen auf einem Flyer sehen wollte. Und dann hatte ich in der Promo vor'm Konzert auch noch irgendwie den Begriff "Asi-Punk" benutzt ... woraufhin ich dann natürlich so Retourkutschen bekam wie: "Wenn wir den Auftritt gespielt haben, darfst du sowieso nie wieder Konzerte im Meppener JuZ machen", oder auch "Wir haben das letzte Mal im Januar geprobt und mit nur einer Gitarre sind wir noch viel schlechter als sonst!"

Musik lag also im doppelten Sinne in der Luft, hehe... Nach der ersten homoerotischen Szene auf der Bühne, direkt zu Beginn, zwischen den beiden Sängern, ging's dann aber steilstens zur Sache. KILLERKANTHOLZ bretterten das Set inklusive allerlei Nettigkeiten kompromisslos durch, alles super! Mir ist zwar nicht ganz so klar, ob die mitgereisten Schimmelpunks im Publikum die Ironie dieses gewollten Stumpfpunks immer so ganz begreifen, aber egal... Im Grunde genommen standen ja auch gar nicht KILLERKANTHOLZ auf der Bühne, sonder DELFINMAMA - zumindest kündigten sie sich selbst unter dem Namen an. Vielleicht war das der Grund, warum es im JuZ teilweise so penetrant fischig roch, an diesem Abend, buäh...


Als nächstes waren dann ROBINSON KRAUSE (www.facebook.com/robinsonkraaaaaause) an der Reihe. Dazu muss ich sagen, dass das Konzert eigentlich mehr über den Kontakt zu AFFENMESSERKAMPF zustande kam, und ROBINSON KRAUSE dann für mich im Vorfeld "nur" auf der Tour mit dabei waren. Und dann legten die drei Typen da ein Mörder-Set hin!!! Das Beste ist ja eigentlich immer, wenn man vorher denkt "Ja ja, okaye Band..." und nachher zu denen hingehen muss um zu gestehen wie sehr die einen umgehauen haben! Exzellent!

Dankenswerterweise machen ROBINSON KRAUSE nämlich nicht diesen vertrackten, heutzutage an jeder Straßenecke von gut situierten Middleclasskids gespielten Emopunk mit deutschen Texten, sondern die Krauses waren erfrischend straight und eingängig und dabei unglaublich smart und witzig. Nicht nur in den Songtexten, sondern auch in den Ansagen. Da quasselten die sich nämlich um Kopf und Kragen, ich hätte mich mehrmals fast eingenässt. Der Schlagzeuger redete sogar so viel, dass die Herren an den Saiteninstrumenten irgendwann eine Projektorleinwand runterließen, damit man den Drummer zumindest nicht mehr sehen musste, haha... Vielleicht haben die deswegen einen Song der "Stimmen aus dem Off" heißt, wer weiß... Musikalisch natürlich auch top, mit einem der besten Bassisten die wohl jemals auf der JuZ-Bühne standen. Und noch so ein Indiz für fortgeschrittenen Wahnsinn bei der Band, ist wohl die Tatsache, dass deren aktuellem Album ein Hörspiel mit dem unnachahmlichen Titel "Specki Diggersen: Im Bratschlauch nach Afrika" beiliegt... Selbst ich habe noch nicht gewagt das anzuhören, hehe...

Die lustigen Planlosigkeiten des Abends setzten sich übrigens noch fort, da mich etwas zu diesem Zeitpunkt die Message erreichte, dass die Bands nachts alle nach Hause fahren. Und ich hatte zuhause schon rote Teppiche ausgerollt, kuschlige Liegewiesen vorbereitet und die goldenen Wasserhähne poliert, man man man... Das schrie nach Rache und ich hoffte noch an den Running-Gag des Abends anschließen zu können und die Show von AFFENMESSERKAMPF nach zwei Stücken wegen Sexismus stoppen zu können, weil sich irgendjemand oben- oder unnerum nackisch gemacht hatte... War jedenfalls FEINE SAHNE FISCHFILET wenige Tage vorher im AJZ Bielefeld passiert und das sorgte auch im Kuhdorf Meppen für einige Erheiterung... ^^


Nackig machte sich dann beim Set von AFFENMESSERKAMPF (Affenmesserkampf-Facebookpage) leider keiner, aber zwischendurch dachte ich hier und da doch, dass es noch zum Austausch von Nettigkeiten zwischen Sänger und Publikum kommt. Passierte dann zwar nicht, aber das Spannungslevel war doch sehr hoch, hehe... Was aber auch vollkommen okay war, denn was AFFENMESSERKAMPF uns da live um die Ohren hauten ging in Sachen Geschwindigkeit und Angepisstheit schon eher in die Hardcorepunk-Richtung, also kein Kindergeburtstag, keine Luftballons und auch kein Nudelsalat... Die TACKLEBERRY-Vergangenheit einiger Musiker ließ sich an der Livepräsenz leicht ablesen, die Publikumsdistanz wurde direkt aufgehoben, da 2/5 der Band sich vor der Bühne platzierten und da kann es ja schon mal dazu kommen, dass man aneinander gerät. Bekam ich übrigens auch zu spüren, denn Sänger Hannes machte ganz gerne mal die Mikrofon-Windmühle, die mich dann plötzlich auch mal mit Schmackes in die Familienjuwelen traf. Autschi! Aber das war's wert, denn die Show walzte alles nieder!!! Und wer bei so einem Konzert nicht ein paar Schrammen oder körperliche Schmerzen davonträgt war nicht richtig dabei, basta! ^^

Also: Alle drei Bands machten ihre Sache gut bis sehr geil! Sogar KILLERKANTHOLZ hatten vorher heimlich geprobt, da wette ich drauf, haha... Vom Drumherum lief auch alles wie am Schnürchen, so rund um ein Konzert fällt ja immer viel Arbeit an, auf diesem Wege also nochmals vielen Dank an die fleißigen Helfer. Leider bekamen wir AFFENMESSERKAMPF und ROBINSON KRAUSE danach wie gesagt nicht mehr mit in den Rockpalast, obwohl es der letzte Tourtag war und alle Zeichen auf schmeerige Abschlussparty standen. Aber wenn einige aus der Band Nachwuchs zuhause haben ist es auch irgendwo verständlich, wenn man am Sonntag lieber die Kiddies sehen möchte, als einen verkaterten Herbergsvater wie mich, haha... Im Rockpalast passierten natürlich noch ein paar andere lustige Dinge, z. B. hatten einige Leute aus unerfindliche Gründen ganz viel Lippenstift an Kopfbedeckungen und im Gesicht. Und ein der Band KILLERKANTHOLZ nahestehender Gitarrist fiel desöfteren vom Barhocker. Ein Phänomen das ich am Vorabend schon bei einem steinbreiten Mädel beobachten konnte. Was geht da vor sich?

Was gibt's sonst noch zu sagen?

Na ja, vielleicht, dass ein Konzert in Minus Rockcity Meppen eventuell doch zumindest manchmal einen Minuspunkt mit sich bringt. (Deswegen heißt dieser Blog ja auch wie er heißt, da darf sich jede/r der/die sich im folgenden angesprochen fühlt an die eigene Nase packen) In diesem Falle waren das die Zuschauerzahlen. Also: leer ist es im JuZ nie, weil der Laden ja recht gemütlich ist und mit Crew und Bands ja schon immer ein ganzer Schwung Leute vor Ort ist. Wenn allerdings zu wenig zahlende Gäste kommen, macht man natürlich bei einem solchen Konzert Verlust. Da - man mag es kaum glauben - tourende Bands, nun mal Gage nehmen um ihre laufenden Kosten zu decken! Man verstehe mich nicht falsch - ich mache Shows weil ich Bock drauf hab, weil ich Lust hab die Bands die ich gut finde kennenzulernen, weil ich generell Spaß an der Sache hab. Und mir bricht auch kein Zacken aus der Krone wenn ich da am Ende mal draufzahlen muss.

Aber: Zacken hin, Krone her - zukünftige Projekte überdenke ich dann schon! Und es ist so, dass ich - bzw. auch noch andere aus der Konzertgruppe rund ums JuZ - für 2014 noch einige Sachen vorhatten. Und da sondiere ich jetzt schon, ob das dann noch Sinn macht, wenn ich da jedes Mal meine Kohle reinpumpen muss, um nachher noch die Ohren vollgejammert zu bekommen, dass 5,- Euro Eintritt ja viel zu viel wären (von vollkommen Ahnungslosen, denen gar nicht bewusst ist, dass so ein Konzert in Münster oder Osnabrück mal locker 2 bis 3 Euro teurer wäre)... Klar: Ich hab Bock die Shows zu machen. Aber unter den Umständen könnte ich die Bands auch auf meiner Veranda oder in meinem Wohnzimmer spielen lassen und nur ein paar Freunde einladen, die das dann auch zu schätzen wissen. Diesen Elitebund werde ich dann "Klub Arrogant" nennen und 95% von euch sind NICHT eingeladen, haha...

Doch ich schweife ab... Das wäre dann nämlich eigentlich auch der einzige Minuspunkt zu dem Abend. Alle Anwesenden fanden's super, soweit ich das sehen konnte. Die Bands waren bestens zufrieden und hatten Bock wiederzukommen. Ich bekam Komplimente von Seiten, von denen ich das eigentlich nicht erwartet hatte... Nur generell sollte jede/r der/die das hier liest und an alternativer (Rock-)Musikkultur in Meppen interessiert ist, sich auch mal fragen: Wo war ich an dem Abend? So viele Ommas konnten gar nicht Geburtstag haben, dass ich mich jetzt schon bei den Schimmelpunks für's Kommen bedanken muss, haha...

Und an alle Mitglieder von Lokalbands: Habt ihr Interesse an Auftrittsmöglichkeiten? Im JuZ kommt generell jeder mal "dran", da gibt es eigentlich immer mal die Möglichkeit vor überregionalen Bands aufzutreten. Und solange man den Kopf nicht zu sehr im eigenen Gesäß stecken hat kann man sich da auch nützliche Dinge abgucken, nützliche Kontakte knüpfen etc. pp. Wenn man aber nie zu den Shows geht, die sonst so im JuZ stattfinden, muss man sich:
a). ... nicht wundern, wenn irgendwann keine Shows mehr im JuZ gemacht werden und damit ein/der derzeit wichtigste Veranstaltungsort in Meppen wegfällt.
b). ... die Veranstalter im JuZ einem nicht unbedingt die Tür einrennen mit Anfragen für Supportgigs oder sonstige Shows - wer nicht präsent ist, wird eben auch nicht wahrgenommen!
Meppen ist nun mal Kleinstadt! Man kann wie jeder Nichtskönner drüber jammern und ständig davon faseln wegzuziehen. Oder man kann es annehmen und das Beste draus machen! So gut wie jede Band von auswärts ist eigentlich beeindruckt von den Möglichkeiten die wir hier haben und dass wir anderen durchaus größeren Städten einiges voraus haben. Was hier eigentlich nur fehlt ist die gegenseitige Unterstützung. Denn wenn jeder nur sein eigens Süppchen kocht, dann ... tja, merkste hoffentlich langsam selber, nä?!?

So, mal wieder einen rausgehauen, muss ja auch mal sein. Große Lust auf Rumspekuliererei um das WiesoWeshalbWarum hab ich gar nicht, aber durchaus Interesse an Meinungen! Wer mir mal schreiben will, was er/sie/es an Shows im JuZ auszusetzen hat (Bands blöd? Location blöd? Leute blöd? Selber blöd? Zu teuer? wasauchimmer...), dem/der wäre ich sehr verbunden. Mails bitte hierhin: minusrockcity@gmail.com

Oder ihr sagt mir das direkt an der Theke, hier geht's nämlich weiter:

Samstag, 12. Oktober 2013
  • ИO///Sé (Bermuda Shorts Tuck 'n Roll aus Moorpark/Simi/Portland/Oakland US)
  • NORA YEUX (H&M-Core aus Essen|Dortmund|Aachen)
  • HAVARII (Local Hero Postpunk aus HH)
  • ANDREW CREAM (Akustik Folk/Punk aus Peterborough UK)
  • TIGERYOUTH ( Schlechte-Laune-Akustikpunk aus Osnabrück)
  • LEIF MARCUSSEN (Akustik Emo/Punk aus Kiel)
Alle weiteren Infos bei Facebook: https://www.facebook.com/events/517422711659424/

+++

Freitag, 8. November 2013
  • RADIOACTIVITY (Texas - feat. MARKED MEN and BAD SPORTS members)
  • SUSPICIOUS BEASTS (Japan)
  • BRAIN LICKERS (Meppen)
Alle weiteren Infos bei Facebook: https://www.facebook.com/events/164116153780163/

Donnerstag, 22. März 2012

Konzerte: "Hellraiserfest" am 10.03.2012 im JuZ Meppen

Okay, auch schon ein paar Tage her dieses Konzert, aber nur weil ich mit dem Konzertbericht spät dran bin, heißt das nicht, dass es ein schlechter Abend war. Allerdings hing ich noch ziemlich in den Seilen als es losging, da ich tags zuvor beim "Garage Explosion" in Münster war und da doch wohl etwas zu tief ins Glas geschaut hatte. Meine Fresse, was war mir schlecht!!! Und dann wird man da in Münster auf irgendwelchen Hinterhöfen auch noch gefragt: "Ey, haste n bisschen Pep zu verkaufen?!?!" Seh ich wirklich so zwielichtig aus? Da lob ich mir doch das Emsland, da wird wenigstens (fast) nur gesoffen...

Bestes Mittel bei solchen postalkoholischen Beschwerden?
Konterbier!
Das lief dann auch wenige Minuten nach Ankunft im Jugendzentrum schon ganz gut. Neben den drei sexy Boys mit denen ich unterwegs war, waren noch eine ganze Menge anderer Leute im JuZ, was bis zum Kassenschluss wohl noch so knapp über 80 Zahlende werden sollten, also mit Bands und Crew so insgesamt circa 100 Nasen. Gemütlich!

Wo ich aber gerade von Nasen schrieb: Ein junger Mann aus unserem Gefolge sorgte beinahe für Entvölkerung des Ladens, da er die Nasen der Anwesenden durch permanente Blähungen beleidigte. Das war echt nicht schön, zumal der gute Mann sich meist auch in meiner direkten Nähe stand. Puh, pfui! Einige junge Damen guckten auch schon recht entgeistert, da gerät man dann ja meist auch selbst mit in Verdacht... Mädels: ICH WAR DAS NICHT! Die Tatsache, dass unser pupsender Begleiter auch noch Mitglied und öffentlicher Vertreter einer international anerkannten Menschenrechtsorganisation ist, stellt sein Tun zudem in ein besonders verachtenswürdiges Licht! Aber wir wollen das mal auf seinen nachmittäglichen Besuch des Fußballspiels SV Meppen gegen Hallescher FC schieben, denn da soll neben diversen Bierchen auch noch Pfefferspray im Spiel gewesen sein und sowieso und überhaupt...

Aber ich schweife ab, um das Konzert soll's ja gehen. I SMASH THE PANDA fingen direkt an, über deren Namen ich mich im Vorfeld schon ein bisschen lustig gemacht hatte. Ich muss auch immer noch sagen: Geht gaaaar nicht! Haha, sorry. Musikalisch gab's aber ordentlich auf die Zwölf, alles sehr solide, obwohl der Band irgendwie eine zweite Gitarre fehlte. Die vorhandene spielte aber ganz gute Sachen, sehr fitte Musiker. Einen seltsamen Kontrast bot irgendwie der Sänger, der bei seinem Gebrüll immer noch aussah wie so ein netter kleiner 16-jähriger Nachbarsjunge, der gerne alten Damen über die Straße hilft. Aber ich glaube zum "Look" dieser New-school-Deathcore-Szene (oder wie auch immer man das nennen will) komme ich später noch, hehe... Der Bassist pendelte übrigens auch irgendwo zwischen unmotiviert und Grinsekatze, sehr interessant. Und er sah auch dem guten Hendrik hinter der Theke sehr ähnlich, ich wollte fast schon zur Bühne gehen und mir ein Bier bestellen...

Nebenbei bemerkt: Trotz Death-Metal/Deathcore-Beschallung war die Akustik sehr angenehm, man konnte sich tatsächlich an der Theke unterhalten, ohne dass der Sound scheiße gewesen wäre. Ich quasselte also munter drauflos, vor allen Dingen weil auch Ali von Rock Range Records anwesend war, mit dem man hervorragend so tiefschürfende Themen wie GEMA = scheiße, Zoll = scheiße, Finanzamt = scheiße analysieren konnte. Alles was einem das Leben als semiprofessioneller Labelmacher schwer macht eben. Ali's und mein Fazit = alles scheiße!!!

So, das war jetzt n bisschen viel Text, also hier auch mal ein Bild, zur Entspannung, denn auf dem Klo standen interessante Sachen an der Wand:

Kiffende Republikaner? Rätselhafte Wandbeschriftung auf der Herrentoilette des "J@m-Centers". Zumal sich die kiffenden Republikaner auch noch dreisterweise über das "Kein Taggen" Verbot hinweggesetzt hatten. Ich würde die nicht wählen! Später im Rockpalast ging's weiter: Vene vs. Nedle [sic!] vs. Establishment! Da würde ich mal sagen: Oi! Dann doch lieber Musikfachliteratur im DJ-Kabuff. Hier arbeiten noch echte Profis!!!
Wo war ich? Ach ja: Ali und ich! Also Ali hat ja bei Rock Range auch so ein Pferd im Deathcore-Stall, nämlich KALYPSO. Deren Sänger Kolja hatte er auch im Schlepptau, denn der durfte bei NEPHILIM AROSE noch als Gastkrakeeler mitmachen. Doch halt, ich hab ja fast HATE EMBRACED unterschlagen! Die machten dann auch solides Geballer, war man aber schon gewohnt, denn die waren neulich ja noch beim "Attack Of The Monsters II" vor Ort. Was mir auffiel: der Sänger machte immer mal wieder so ausufernde Gesten mit den Händen, was so manches mal erinnerte an ... hm, wie soll ich sagen ... also hätte man in ihm falschen Moment fotografiert, hätte das im Standbild original ausgesehen wie ein deutscher Gruß! Ich wär da ja vorsichtig: Einmal so'n Foto im Netz, dazu noch das kurze Haupthaar - ZACK - steht die Antifa in Sögel im Vorgarten und demoliert die Gartenzwerge. Also: Obacht beim Stageacting!

Sollte ich hier erwähnen, dass um mich rum ganz schön über HATE EMBRACED gelästert wurde? Hm, ich weiß nicht, will ja keinen Szene-Beef vom Zaun brechen, hehe... ;) Ich fand die Combo ganz gut, kommt dem oldschool-Sound den ich so bevorzuge am nächsten und haben anschließend auch für zig harte Euros Merch verdengelt. Also: alles gut!

So, als letztes dann NEPHILIM AROSE aus Dingens ... hab ich vergessen ... Einen Bass hatten die zwar nicht, dafür aber zwei Gitarren und die Show war auch gut. Aber da will ich jetzt gar nicht so viel drüber schwafeln, denn ich hab n Video gemacht, der Song heißt "Motionless" wenn ich mich richtig erinnere:


"Motionless" war da ab ca. Minute 3:30 übrigens auch mein Arm, vom Handy in die Luft halten. Und "motionless" war bei den ersten beiden Bands übrigens auch das Publikum, das hatte eher was von Standfußball oder Kopfnickerveranstaltung als von durchdrehenden Metalfans. Aber das ist man aus Meppen ja eigentlich nicht großartig anders gewohnt und das ist auch meistens nicht als Zeichen der Missachtung gegenüber den Bands zu deuten. Bei NEPHILIM AROSE haben ein paar Leute (ich glaub die HATE EMBRACED Vögel, bzw. Anhang von denen) dann mal versucht ein bisschen Action zu machen. Wie ich hörte hat das JuZ damit seine erste "Wall Of Death" erlebt. Zwar nur mit 4 Leuten, aber jeder fängt ja mal klein an, hehe... Ich war zu der Zeit allerdings pinkeln, denn man will ja in nix reingezogen werden... Danach gab's noch n paar Violent Dancing Moves, die ja auch immer sehr drollig aussehen, aber alles easy, niemand verletzt, alle glücklich!

Halten wir also abschließend fest: Viele Leute da, sehr hohe Dichte an Ohrexpandern und seltsamen Tätowierungen, mal wieder sehr gute Organisation, alles in allem eine sehr angenehme Veranstaltung, gerne wieder! :)

Moment mal, über Look und Style wollte ich mich ja noch auslassen. Also bei diesen zeitgenössischen Deathcore-Bands finde ich immer witzig, dass die größtenteils aussehen wie Bubis oder liebe Schwiegersöhne. Als ich mit der Mucke "angefangen" hab, hat Glen Benton sich noch umgedrehte Kreuze in die Stirn gebrannt und mit großkalibrigen Waffen auf seiner Veranda Eichhörnchen erschossen. Und DISMEMBER haben vorm Fotoshooting fürs "Like An Everflowing Stream" Album noch in Schweineblut gebadet! Hach, das waren noch Zeiten, da waren die Bands noch richtig böse! ;)

Nachdem das Konzert durch war war noch etwas Luft und da ging das Debakel los. Zwar unterhielt ich mich noch ganz interessant mit Julian von BIG BALLS COWGIRL, aber irgendwann bestellte ich noch ein Bier und bekam stattdessen VIER! Coole Sache, aber irgendwie hat das auch den Grundstein für den späteren Totalabsturz gelegt. Notiz an mich selbst: Fehler 1! Aus dem Vorabend mal wieder nix gelernt!

Anschließend ging's weiter in den Rockpalast, wo ungünstigerweise zeitgleich zum "Hellraiserfest" PROPAGANDA NETWORK und deren Nebenprojekt KILLERKANTHOLZ gespielt hatten. Schade schade, hätte ich auch gerne gesehen, aber beide Veranstalter wussten nix von der jeweils anderen Veranstaltung und so ist das Ganze leider etwas blöd gelaufen. Wie Tim von PROPAGANDA NETWORK sagte war deren Konzert aber auch gut, ebenfalls ca. 80 Leute anwesend. Sieht ja fast so aus, als hätte Meppen wieder Publikumspotential!

Ankunft am Rockpalast: Links ich, wie ich erfolgreich versuche mich schneller als der Schall zu bewegen. Rechts ein Typ der pissen musste. Er hat uns auch seinen Namen verraten, ich hab ihn vergessen... Sorry dude!
Dem schon angesprochenen Tim gilt an dieser Stelle auch noch ein herzliches Dankeschön, denn der hat mich noch mit dem Rundum-Merchprogramm von PROPAGANDA NETWORK eingedeckt. Das werde ich hier auf dem Blog auch noch mal besprechen, also wehe das ist Scheiße!!! ;)

Mit Tim kam dann übrigens noch eine andere Sache ins Spiel: Russisch-Koks! Notiz an mich selbst: Fehler 2! Niemals Russisch-Koks trinken, wenn man schon ordentlich angelattet in den Palast kommt! Teufelszeug! Geraucht hab ich nachher auch noch, immer ein Zeichen für Totaleskalation. Notiz an mich selbst: ...ach lassen wir das...

Positiv möchte ich noch anmerken: Um 1:08 Uhr fand mal wieder ein Fascho seinen Weg in den Palast, der gemeinschaftlich von allen Anwesenden rausgeworfen wurde. Hut ab! Der musste einen echten Spießrutenlauf mitmachen, bis er die Tür erreicht hatte und das ist auch gut so. Ich versteh dann auch George nicht, der da zufällig neben mir stand und was erzählte von: "Man muss auch tolerant sein..." Nein, muss man nicht! Faschos und Neonazis sind entweder Arschlöcher oder arme Fackeln. Meistens beides! Deren Ansichten zu verachten hat zwar auch was mit politischem Denken zu tun, aber dazu muss man nicht links oder neutral oder irgendwas sein. Das hat vielmehr einfach nur was mit gesundem Menschenverstand zu tun. Nazis vertreten eine menschenverachtende Ideologie! Wer dafür irgendwelche Toleranz oder gar Sympathien aufbringt hat einfach nur einen Nagel im Hirn! Wenn solche Penner dann auch noch an einen Ort wie den Rockpalast kommen, dessen Besucher sie verachten, dessen Wirt sie wegen seiner Hautfarbe verachten, den sie nur aufsuchen um zu provozieren und Stress zu machen - dann haben die Arschlöcher es auch nicht anders verdient als achtkantig rausgeschmissen zu werden! Soviel dazu!

Nach dieser gelungenen Aktion war jedenfalls love in the air und meine Erinnerung verlässt mich allmählich. Ich soll noch Männer geküsst haben und weiß weder wie ich den Laden verlassen habe, noch wie ich nach Hause gekommen bin. In meinem arg geplünderten Portmonee hab ich am nächsten Morgen nur einen mysteriösen Zettel gefunden: Wer ist Svenja?!?!?