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Dienstag, 27. Oktober 2015

Konzerte: 33 Jahre Rockpalast Festival | 23./24.10.2015 | Meppen - Rockpalast (plus Hardcorepunk-Sonntag im "Jam")

Oh man, drei Tage Vollgas, ich weiß gar nicht wie ich das gedanklich alles wieder zusammen bekommen soll. Vielleicht wäre ein Untertitel angebracht wie z. B.: "Als ich Freitagabends nüchtern das Haus verließ und Sonntagnacht leicht angetütert mit einer geschenkten Jutetasche wieder heimkam, in der sich eine MOBINA GALORE Platte und Star Wars DVDs Episode I bis VI befand." Na ja okay, war zwar tatsächlich so, aber ist sicherlich 'n bisschen kryptisch was die Informationsdichte betrifft, also versuch ich's mal etwas detaillierter...


Am Freitag war ich echt mal pünktlich im Palast, nämlich um circa 20:15 Uhr ... man will ja nix verpassen. Dumm nur, dass direkt nach dem Eintritt bezahlen so eine gewisse "Altherren-Symptomatik" griff, was dazu führte, dass ich es circa 3 Meter in den Laden hinein schaffte und dann auf einem Barhocker sitzen blieb. Und da blieb ich auch erst mal kleben, denn es entwickelte sich dort zwischen mir und zwei anwesenden Individuen (Kimmie und Schnorrbi, Musiknazis unter sich) eine lebhafte Stammtischdiskussion was Musik betraf. Einer aus unserer bunten 3-Mann-Truppe ist außerdem landauf/landab für intensives Schnorren bekannt und nachdem ich ihm ein Bier ausgegeben hatte, stellte ich mir selbst die Geheimchallenge mehr bei ihm zu schnorren als er bei mir würde schnorren können.

Für die auftretenden Bands war das insofern von Nachteil, als dass ich die ersten beiden Combos einfach an der Theke verlabert hab. BRUS (www.facebook.com/wearebrus) und A PLACE TO FALL (www.facebook.com/aplacetofall) spielten den Palast warm, während sich in unserer "Spezialistenrunde" die ersten Konsensbands herauskristallisierten (GG Allin, PENTAGRAM und Rest hab ich vergessen), es allerdings auch die ersten entrüsteten Dispute gab was für einen Quatsch manche Leute gut finden (GENESIS! Ich kann's immer noch nicht fassen!). Das Restgelaber drehte sich dann irgendwie noch um die MENTORS, 80er-Thrash-Metal-Sneaker, Second-Hand-Shop Lederjacken für 30,- Euro und Studenten-Treehugger-NSBM, da kann man dann halt schon mal anderthalb bis zwei Stunden bei verquatschen... Also sorry an die Burschen auf der Bühne, das war keine Absicht und hat sich einfach so ergeben ... die Burschis von BRUS sollten ja ohnehin wissen, dass sie meine vollsten Sympathien haben! ;)


Da es mittlerweile in der Schnorr-Challenge recht gut für mich lief, überquerten wir zu ACOUSTIC STEEL (www.facebook.com/aplacetofall) dann aber tatsächlich das erste Mal die Rockpalast-Mittellinie um zu 'nem brandgefährlichen Konter anzusetzen. Zum Glück sind ACOUSTIC STEEL aber nicht so schlecht im Musik spielen wie ich im Überleitungen schreiben, daher war der Auftritt dann ganz fein. Es gab zwar keine Arschraketen, aber die altbekannte Ablieferung von akustischen Metal- und Hardrocksongs (und Christian Steiffen!), teilweise mit echt gewitzt gemachten Coverversionen (z. B. "Cop Killer" von BODY COUNT in einer sehr lässigen Rockabilly-Version). Nachdem der Laden sich anfangs auch noch etwas schleppend gefüllt hatte, waren bei ACOUSTIC STEEL auch 'ne ganze Menge Leute vor der Bühne die gut gefeiert haben. Hamse schön gemacht! Was anderes darf ich auch nicht sagen, einer von denen ist 'n Arbeitskollege von mir ... so läuft das im Emsland-Musicbusiness, haha... ;)

Anschließend ging es dann in die Open-End-Party über, wo es sehr bald auch schon nach Eskalation roch. Vom DJ wurde sich "Easy Lover" gewünscht und auch gespielt (oh Gott ... die GENESIS/Phil Collins Liebhaber-Geschichte ... ich erwähnte es ja oben schon), einige Anwesende mussten direkt nach Hause nachdem sie mal 5 Minuten neben mir saßen (lag aber glaub ich nicht an mir), während andere Personen vollkommen aus dem Ruder liefen obwohl sie am nächsten Morgen um 8 Uhr Züge und Fernbusse zu erreichen hatten (was dann natürlich nicht mehr klappte). Ein sehr witziger erfolgloser Anbaggerversuch mit flüchtender Frau wäre vielleicht auch noch erwähnenswert, aber über manche Dinge breitet man besser den Mantel des Schweigens, haha...

Meine Schnorr-Challenge lief gut (hab sogar von einem Kalifornier geschnorrt, sein Name war Jack) verkehrte sich aber ins Negative als mir jemand einen Wodka-Red-Bull ausgab ... unglaublich, was für ein ekelhaftes Getränk, brrrrrrrr! Vor Schreck musste ich dann auch nach Hause, wieder ein Dutzend Schutzengel gehabt, Fahrrad unabgeschlossen vorm Haus stehen lassen, nix geklaut, safe neighborhood, alles gut! Sonderapplaus an den verhinderten Bandana-Gitarristen der gefühlte 4 Stunden in ungesunder Haltung auf der Ecke vor der DJ-Butze gepennt hat und dabei mehrmals fast unter Liedwünschern begraben wurde. Ich hoffe einer meiner Schutzengel ist bei ihm geblieben, so dass die Gitarre heil geblieben ist und das Mundharmonika-Geschirr nicht geklaut wurde...
Orthopäden raten: Don't try this at home!
Am nächsten Tag ging's mir auch gar nicht mal so gut, aber anderen Leuten ging es wohl weitaus schlechter. Auweia, also Tag 1 war schon mal gut... ^^ Als ich nachmittags noch geschäftlich unterwegs war wurde ich im EISENKARL-Hauptquartier schon wieder zum Biertrinken genötigt und konnte den Räumen meines Geschäftspartners auch nur knapp entrinnen um mich noch mal kurz frisch zu machen. Zurück im Rockpalast war mein erster Erfolg jedenfalls, dass ich es statt bis zum ersten Barhocker schon mal bis zum Mittelpfeiler schaffte. Da musste ich mich aber erstmal hinsetzen und ein bisschen an der Theke festhalten...

Entsprechend unkonzentriert war ich also auch noch als DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) spielten. Dabei hatten die wohl ihren allerersten Auftritt im Rockpalast, unglaublich! Altgediente Meppener Band und noch nie im Palast gespielt, echt kurios. Da der Laden sich aber recht zügig füllte (die "Schönwetterfans" und "Veteranen" kamen natürlich erst am Samstag, während unsereins am Freitag schon hart vorgearbeitet hatte) war ich fast die ganze Zeit mit Hallo-sagen, Händeschütteln und Freitagsrekonstruktion beschäftigt. Puh, anstrengende First-World-Problems...


Als 15 Minuten vor'm Auftritt der BRAIN LICKERS (www.facebook.com/brainlickers) dann auch deren Sänger auftauchte bewegte ich meinen angeschlagenen Kadaver endlich vor die Bühne. Bewaffnet mit Longdrinks aus den größten Longdrinkgläsern der Welt (Blumenvasenkübelgröße!) und mit Rückendeckung von circa drei Dutzend fanatischen Fans/Verwandten/Bekannten gaben die Burschen dann ordentlich Vollgas.

Bemerkenswert an der Show waren unter anderem der international erfahrene Schlagzeugfesthalter (andere Bands benutzen da einfach einen Backstein) und natürlich die SCORPIONS-Pyramide, bei der ich schon die Notruf-Kurzwahl im Anschlag hatte, weil es schlimm nach Beinahe-Oberschenkelhalsbruch aussah, autschi... Der Sänger könnte auch wohl mal wieder 'n bisschen abnehmen, haha... Was der Show noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt hätte wäre wahrscheinlich Backgroundgesang von mir bei "Nice Boys" gewesen, aber tja ... den gibt's halt nicht gratis und außerdem musste ich pinkeln und an der Theke hatte auch eine Dame gefragt warum der ältere tätowierte Mann immer oberkörperfrei spielt, ob das denn sein müsse, da musste ich erstmal für Aufklärung sorgen, hehe...

Trotzdem haben die BRAIN LICKERS gefühlt bestimmt 548 von ihren neuen "SOS I'm horny" Shirts verkauft, für das Layout hatte ich auch mal locker nur sechs Monate gebraucht und 1-2 Tage vor'm Auftritt kamen die Teile auf den letzten Drücker an. Gelungene Aktion! Da wurde George mit seinen "33 Jahre Rockpalast-Shirts" schon ganz neidisch glaub ich, haha...


Letzte Liveband vor'm Meister waren dann ROCKSPORT (www.facebook.com/rocksportband), die ja wie ACOUSTIC STEEL vom Vorabend auch eine Coverband sind, aber im Gegensatz zu den Akustikern volle Kanne elektrisch. Für den mittlerweile rappelvollen Rockpalast genau das richtige, ein Blumenstrauß an Evergreens wurde abgebrannt, alle sangen mit, Ringelpietz mit Anfassen und so... Dummerweise hab ich mit "Alles nur geklaut" einen eher nur so "geht so" Coversong als Video auf's Handy bekommen, haha... Da haben sie definitiv geilere Stücke im Programm, z. B. RAMONES, WEEZER usw. usf...

Trotzdem sehr unterhaltsame Show! Bei ROCKSPORT handelt es sich ja auch zum Großteil um die alte Besetzung der TWISTER DORFMUSIKANTEN/TWEE-STAR, da ist man Qualität gewohnt. Sonder-Entertainment-Punkte gab's am rechten Boxenturm bei unseren Versuchen Gitarrist Doc Snyder ein paar emotionale Regungen zu entlocken. Ich schwöre, als ich ihm einen BRAIN LICKERS Sticker aufs Bein geklebt hab hat er kurz gelächelt, haha... Auch über ROCKSPORT darf ich übrigens nix schlechtes sagen, einer von denen ist 'n Cousin von mir ... so läuft das im Emsland-Musicbusiness, klassische Vetternwirtschaft... ;)


Zum krönenden Abschluss gab sich mit George der "König vom Dreieck" noch mal selbst die Ehre. Ich glaube als er da seine alten Kalypso-Hits schmetterte hatten massig Gäste (mittlerweile war's so dermaßen voll wie sonst höchstens an Weihnachten) und auch der Chef selbst ein bisschen Pipi in den Augen. Well done! Ich hoffe das können wir in den nächsten Jahren noch ein paar mal wiederholen! Warum nicht jedes Jahr Ende Oktober eine kleine Jubiläumssause?!? :)

Die Aftershow war dann wieder desaströs. Am kommenden Tag tauchten besorgniserregende Fotos auf, ich war offensichtlich noch auf der Tanzfläche (immer ein sicherer Indikator für absolutes Endstadium) und stand zwischenzeitlich noch verzweifelt verknallten jungen Leuten mit Dr-Sommer-Ratschlägen zur Seite. Trotz der leicht klaustrophobischen Zustände im Thekenbereich waren alle lieb und gut drauf, nur einmal musste ich 'n bisschen ausrasten und fast 'ne Schelle verteilen, aber das ist 'ne andere Geschichte... Alles weitere hab ich zum Glück vergessen. Die Schnorr-Challenge am Tag 2 hatte ich wieder locker für mich entschieden, nur der Titel "Checkertyp des Abends" ging an BRAIN-LICKERS-Drummer Tim... Keiner is geiler!

Checkertyp des Abends: "Bin sexy, habe Pfeffi!" bzw. "SOS, I'm horny!" bzw. "Dich f*** ich auch noch!" :D Bester Mann!
Am nächsten Morgen ging's mir erstaunlich gut, aber nach zwei Tagen Feierei hatten mein Körper und meine Klamotten mittlerweile dieses ganz spezielle Palast-Aroma aus Zigarettenqualmgestank und abgestandenem Bier angenommen, so dass ich glaub ich (trotz Dusche und so) ganz schön müffelte als ich am frühen Sonntagabend das Jugendzentrum "Jam" ansteuerte, brrrrr... Denn am Sonntag war noch nicht Schluss, da gab's noch eine early Hardcorepunkshow im Meppener Jugendzentrum "Jam". Aber auf 'ner Punkshow darf man auch mal müffeln, find ich, haha...

Um 18 Uhr war Startschuss und erste Band des Abends waren MOBINA GALORE (www.facebook.com/mobinagaloremusic) aus Winnipeg/Kanada ... und ... meine Fresse waren die super! Zwei Mädels: Nur Bratzgitarre, Drums und Gesang und die brannten alles nieder! Die Schlagzeugerin spielte barfuß und grinste immer freudig vor sich hin, während die Frontfrau in bester alter DISTILLERS-Manier rumbrüllte wie man es sich schöner nicht ausmalen kann! Herrlich! Locker eine der besten Bands die 2015 im "Jam" gespielt haben. Wer die bei dieser Show nicht gesehen hat, hat echt was verpasst! Auch sehr sympathische Personen, hab nach der Show beim Plattenkauf noch kurz mit denen geredet. Die Gitarristin hatte da auch herrlich einen im Kahn, haha. Good old German beer! ^^ Es wurde was davon geredet, dass die ggf. im Mai noch mal in Europa touren, ich bin gespannt!


Es folgten MY DEFENSE (www.facebook.com/mydefense) aus Köln, die mit flottem aggressiven Hardcorepunk mit ordentlich Melodie noch mal prima nachlegten. Der Sänger riss vor der Bühne herumflitzend ein paar Kilometer ab, der Drummer hatte mit einem MILLIONS OF DEAD COPS Shirt 100 Punkte auf der Credibility-Skala und wenn ich das richtig verstanden hatte kommt der Leadgitarrist wohl sogar gebürtig aus Lingen bevor es ihn nach Köln in eine Hardcorepunkband verschlug. Cooler Auftritt auf jeden Fall!


Letzte Band waren dann I SAW DAYLIGHT (www.facebook.com/isawdaylight) aus Ulm. In Sachen Brachialität legten die noch mal 'ne Schippe drauf, ich würd's mal grob als melodisch-metallischen Modern-HC umschreiben. Sänger, Gitarrist und Bassist hielten sich während der gesamten Show wild herumhüpfend im Zuschauerraum auf. (Falls man das auf dem Video nicht so sieht, dann liegt das leider an der schlechten Ausleuchtung im "Jam". Man munkelt der Hauptverantwortliche des Abends hätte die "Lichtanlage for Dummies" Technik nicht in die Gänge gekriegt, haha...) Der männliche Teil der Band befand sich also vor der Bühne, während die Mädels (Gitarre und Schlagzeug) auf der Bühne rumtobten. Sah ganz nach konservativer emsländischer Geschlechtertrennung aus, die lokalen Gepflogenheiten hatte ihnen wohl vorher jemand erklärt, haha... Scherz beiseite, auch der Auftritt von I SAW DAYLIGHT war heftig gut!


Fazit also: Sauguter Abend! MOBINA GALORE hatte ich mir vorher online mal kurz angehört und schon echt gut gefunden. Live haben die beiden Damen das aber noch mal absolut getoppt! Bin Fan! MY DEFENSE und I SAW DAYLIGHT hatte ich vorher nicht probegehört, finde das persönlich manchmal interessanter die Bands erst direkt live zu sehen. Und die waren auch beide super! Drei leicht unterschiedliche Bands, drei prima Performances = feiner Abend! Besucheraufkommen fand ich auch okay, auch wenn zu merken war, dass einige Leute aufgrund Rockpalast-Hangover wohl die heimische Couch nicht verlassen konnten/wollten. Tja, da habt ihr jetzt halt was verpasst... ;)

Der Abend war damit aber noch nicht beendet, da ich plötzlich labereibedingt der letzte Gast war und mit Peter vom "Jam" dann noch losgegangen bin. Unser Ergebnis in der 2-Mann-Challenge:
  • Wir waren die Letzten in der Bahnhofsklause, hinter uns hat die Wirtin abgeschlossen! Yessss! :)
  • Beim Irish standen wir schon vor verschlossener Tür, dann wurde uns für ein Bier und einen Whisky aber extra noch mal geöffnet (Danke Andreas)!
  • Danach wollten wir eigentlich noch in Mike's Pub einkehren, aber da endete unsere Glückssträhne: Tür zu, alles stockduster, keine Chance auf Einlass. Schade ... die hätten noch guten Bierumsatz mit uns machen können ... war aber vielleicht auch besser so... ;)
Also: Schön um die Häuser gezogen! Bemerkenswert feiner Abend auf'm platten Sonntag! Von Freitag bis Sonntag war's ehrlich gesagt rundum prima, an dieser Stelle dickes Dankeschön an alle Beteiligten - fühlt euch gedrückt! Oder wie George sagen würde: Immer weiter! ;)

***

So geht's weiter in den nächsten Wochen ... Wer sonstige Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!:
  • 30.10.2015: Razz Record-Release-Show - Alter Schlachthof, Lingen: Facebook-Event
  • 06.11.2015: Dreieck-Live - Innenstadt Meppen
  • 22.11.2015: Lesung: Andreas Müller - Der Jugendrichter zieht Bilanz: Kiffen und Kriminalität - Kossehof, Meppen: Facebook-Event
  • 11.12.2015: "Markus12" Gratis-Bandfestival mit Vertical Age, Distance Remains und tba - Jugendzentrum "Jam", Meppen: Facebook-Event
  • 19.12.2015: Jancee Pornick Casino + Brus - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 26.12.2015: "Christmas Metal Meeting" mit Frank Blackfire + Eisenkarl - Rockpalast, Meppen: Facebook-Event
  • 16.01.2016: "Puke-Fest" Punkrockfestival - Café Sputnik, Münster: Facebook-Event
  • 30.01.2016: Big Tennis + Ballroom Kids - Koschinski, Lingen: Facebook-Event
  • 04.03.2016: Kleinstadt-Comedy Vol. 2 - Windthorst-Theater, Meppen
  • 24.-25.06.2016: Abifestival Lingen: Facebook-Event

Donnerstag, 3. September 2015

Konzerte: Kleinstadtfest 2015 | 28. + 29.08.2015 | Püntkers Patt/Meppen

Mannoman, was für ein Wochenende! Soviel schon mal vorweg! Nachdem das "Neon Fields Festival" in Haren Mitte August ja schon eine wahre Freude war (siehe HIER), haute das "Kleinstadtfest" in Meppen als zweites lokales Augustfestival noch mal voll rein!

Dabei war einiges anders als in den Vorjahren. Zum ersten Mal fand das "Kleinstadtfest" als eigenständige Veranstaltung statt, während es vorher immer im Rahmen des Stadtfestes integriert war. Außerdem waren diesmal die "Stilistiken" etwas getrennt. Freitag war der eher gitarren- bzw. rockorientierte Abend, während Samstag eher die Hip Hop/Rap-Fraktion bedient wurde. Meiner Meinung nach hat das auch gut geklappt, da auch am Samstag zunächst noch rockorientierte Bands gespielt haben und somit ein "gleitender" Übergang gegeben war. Fand ich also vollkommen okay, wobei ich hier auch nicht das Endfazit am Anfang direkt verbraten will, haha... Ihr sollt euch ja auch wieder durch einen viel zu langen Blogtext quälen müssen, ihr lesefaules Pack! ^^


Am Freitag ging's jedenfalls los mit BRUS (www.facebook.com/wearebrus) aus Lathen/Haren, da kam ich mitsamt Reisegruppe an, als die im 2-3 Song waren. Wer den Blog hier regelmäßig liest dürfte ja wissen, dass ich BRUS ganz geil finde. Minimalbesetzung (Gesang, Gitarre, Drums), alle Regler auf 11, rumsbumms ... das funktionierte auch auf der großen Festivalbühne gut! Hatten ein paar neue Songs im Gepäck und waren soundmäßig ziemlich fett. Meiner Meinung nach dürften sie zwar eher noch ne Schüppe dreckiger/garagiger werden, aber okay ... müssen sie auch selber wissen.

Publikumsmäßig war ich auch positiv überrascht. Zu der frühen Stunde hatten sich schon angenehm zahlreich die Zuschauer versammelt. Gewisse Bedenken, dass das "Kleinstadtfest" ohne "reguläres" Stadtfest drumherum nicht funktioniert konnten also hier schon beruhigt beiseite gelegt werden. DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) legten derweil die Sahnegaskapseln beiseite und enterten die Bühne um den Meppener Lokalmatadorblock zu eröffnen. Sauberes Set, erste ausschweifendere Publikumsresonanzen, alles gut!

Die nächsten "local heroes" waren dann die süßen Boys von AGAINST RANDY (www.facebook.com/AgainstRandy) die ich hier zum ersten Mal in Viererbesetzung gesehen hab, da Sänger Markus Baalmann ja bekanntlich letztens leider ausgestiegen ist. Klappte alles sehr gut, keine Beschwerden! Schade eigentlich nur, dass Markus nicht noch für einen Song auf die Bühne geklettert ist obwohl er in 10 Meter Luftlinie Entfernung am Bierstand als Bedienung zugange war. Hätte sich bestimmt niemand beschwert wenn's mal 3-4 Minuten länger mit dem Pilsnachschub gedauert hätte... ;)


Anschließend kam so etwas wie der "Glücksgriff" des Festivalfreitags, denn kurzfristig waren die ROGERS (www.facebook.com/RogersPunkrock) aus Düsseldorf ins Line-Up gerutscht. In den letzten Wochen/Monaten sind das ja so kleine Durchstarter im Fahrwasser von solchen Bands wie den BROILERS gewesen, und das stellten sie auch in Meppen unter Beweis. Ich hatte irgendwie vorher schon den Eindruck, dass ein paar Nasen extra wegen denen angereist waren. Okay, ich persönlich kann diesem professionell gezockten "Studenten-Oi!-Alternative-Streetpunk" Sound (oder wie auch immer man das nennen will) jetzt nicht soooo viel abgewinnen, aber die Kids im Publikum haben das für unsere zurückhaltenden nordwestdeutschen Verhältnisse ganz gut abgefeiert. Und ein paar von denen die die ROGERS nicht kannten dürften mit einer neuen Lieblingsband nach Hause gegangen sein.

Grund für das Einspringen der ROGERS war leider das kurzfristige Ableben der eigentlich gebuchten BIG BALLS COWGIRL (www.facebook.com/BigBallsCowgirl) zwei Wochen vor dem "Kleinstadtfest". Schade, wieder 'ne Band weniger in Meppen. Gründet schnell was Neues, zack zack! ;)


Als nächstes kam dann mit LOVE A (www.facebook.com/makingloveathreatagain) aus Trier mein persönlicher Tagesfavorit. Da brauch ich auch gar nicht viel zu schreiben. Ich hab sie abgefeiert, abgefeiert hab ich sie. Neben mir auch noch viele andere Leute, was mir aber eigentlich auch egal war, haha... Danke für die Show, geile Combo! Dummerweise hab ich vor Ort vergessen mir die neue Platte zu kaufen. Na ja, wenn ich mir den weiteren Verlauf des Abends so angucke wäre ich wahrscheinlich auch mit Vinylsplittern in verbeulter Papphülle nach Hause gekommen und der Downloadcode wäre geklaut gewesen, haha...

Letzte Band des Abends waren WOODS OF BIRNAM (Facebook-page) mit eher ruhig-emotionalem Indie-Sound. An Referenzen hatte ich vorher nur die üblichen Sachen gelesen (ex-POLARKREIS 18, "Honig im Kopf" Soundtrack etc.) mir die Musik aber vorab absichtlich nicht angehört. Live funktionierte das dann aber ziemlich super. Zwar auch mal wieder nicht meine persönlich bevorzugte Musik, aber eine starke Band, starke Songs und ein sehr starker Sänger, der mich von der Stimmgewalt irgendwo etwas an die KILLERS erinnerte.

Zwar kam mir der Frontmann persönlich stellenweise etwas affektiert rüber, aber wenn man keinen großen Bock hat in einer Kleinstadt vor eher kleinerem Publikum (ich gehe mal von 1.000 bis 1.500 Leuten am ganzen Abend aus - eigentlich recht viel für Meppen) zu spielen, dann sollte man ggf. mal seinen Booker konsultieren und fragen warum der einen auf ein "Kleinstadtfest" nach Meppen bucht. Aber gut, meine Wahrnehmung kann mich da auch täuschen, das soll den ansonsten guten Eindruck von WOODS OF BIRNAM nicht schmälern...


Da der Freitag ja eher der "Rocktag" war hat's mich ehrlich gesagt kaum an die Riverstage verschlagen. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass das Meppener E/PI/ZENTRUM (www.facebook.com/epizentrummusic) da ordentlich Elektro-Budenzauber machte und sowohl die Riverstage saugeil hergerichtet aussah als auch unter den Bäumen alles wieder famos gemütlich dekoriert war.

Nach der letzten Band nahm dann natürlich die Eskalation ihren fatalen Lauf. Schon während des ganzen Festival-Drumherums war es eine wahre Freude zig dutzend Bekannte zu treffen, zu labern, zu trinken und generell mit den "richtigen Leuten" unterwegs zu sein. Alle cool drauf, alles chill, alles thrill! Bester Spruch des Abends drehte sich um Tomatenmark und die Freundin von ... ach nee, das führ ich hier mal lieber nicht näher aus... :D

Amüsierbedingt hatte ich also schon alle Lampen an als es in den Rockpalast rüberging. Dort war schon alles voller Menschen und als ich nichtsahnend an der Pyramide entlangschlenderte traf ich dort auf 3/4 von LOVE A. Jörkk kenn ich noch aus alten Fanzinetagen, daher war klar dass wir noch irgendwie zusammen einen zaubern mussten.

Die Burschen stellten auch gleich die richtigen Fragen ("Uns wurde erzählt in dem Laden hier darf man einfach so in die Ecke pinkeln, stimmt das?") und als 30 Sekunden später hinter den dreien eine junge Dame auf die Pyramide auf der sie gerade noch saßen kotzte stand einem zünftigen Abend an einer der exquisitesten Theken des Emslands nichts mehr im Wege. So erfuhren LOVE A im Rockpalast die Wunder von zauberhaften geistigen Getränken wie Russisch-Koks und anderen Überraschungen. Es war wunderbar, allerdings ist meine Erinnerung etwas benebelt, haha... Wenn sie nicht gestorben sind leben sie jedenfalls noch heute... Zumindest hab ich sie das letzte Mal draußen am Kippenautomat diskutierend gesehen, als ein wenig Uneinigkeit über Ansteuerung des Pennplatzes herrschte. Na ja, die sind ja schon groß, das sollen sie wohl noch hinbekommen haben...

Weitere Palastgespräche drehten sich um Poppers in Berlin und dass es für junge Leute sowieso erstrebenswerter ist wieder aus der ach so hippen Hauptstadt zurück ins Emsland zu ziehen, da es hier cooler ist. Lasst euch das gesagt sein, liebe Kinder! Auf dem Nachhauseweg hab ich bestimmt noch ein halbes Dutzend Menschen umarmt, ich hoffe da fühlte sich niemand belästigt. Im Grunde solltet ihr euch aber alle mal viel öfter umarmen, anstatt immer mit 'ner Flappe rumzulaufen und zu nörgeln oder gespielt cool zu tun und euch in Weltschmerz zu aalen. Lasst euch das ebenfalls gesagt sein, liebe Kinder!

Stichwort "Aal" im vorherigen Absatz: Ich musste noch drüber nachdenken warum kein Schnaps aus'm Räucheraal getrunken wurde. Wo war Uchte? Mit der Frage im Kopf fiel ich in Ohnmacht, peace! <3

Am nächsten Tag wachte ich um 14:21 Uhr mit der vagen Vermutung auf Fetenvollster gewesen zu sein. Aber nein! Für den ersten Lacher des Tages sorgte diese Message (bitte auf die Uhrzeit achten):


Ich weiß jetzt gar nicht ob ich sagen darf wer das geschrieben hat, haha... Nennen wir in mal Mister KiloWatt... Klarer Fall von Lederallergie! Solche Leute meinte ich allerdings weiter oben mit "mit den richtigen Leuten unterwegs" sein! Herrlich war's! Ich kann zu meinem Glück jedenfalls sagen, dass ich in meinem eigenen Bett wach geworden bin (Lederjacke und sonst nackt), haha... Und dass ich es halbwegs pünktlich zum Anpfiff von "Kleinstadtfest Tag 2" geschafft hab, während Mister KiloWatt bis Mitternacht noch auf der Vermisstenliste stand. Hat er dann aber wieder wett gemacht, als er im mega-stylishen hellgrauen Kanye-West-Wannabe-Jogginganzug-Outfit auftauchte ... geil! Fashion-Award an Meppens Mister KiloWatt! Run for president in 2020, go go go! ;)

Die Formulierung "halbwegs pünktlich zu Tag 2" beinhaltet leider die Tatsache, dass ich nicht ganz pünktlich war und den Opener A PLACE TO FALL (www.facebook.com/aplacetofall) verpasst habe. Sorry Jungs, aber wo gehobelt wird, da kann man auch mal zu spät kommen...

Dementsprechend startete der Tag also mit Mega-Vollgas, denn so waren STORM OF WIND (Facebook-page) für mich die erste Band. Ich war so aufgeregt, als ich ankam war meine Sonnenbrille schon ganz beschlagen. War vielleicht auch besser so, denn wenn man sich die Band ohne adäquaten Augenschutz bei Tageslicht anguckt wird man sicherlich umgehend blind!!! Hier muss ich wohl auch nicht drauf hinweisen, dass ich Hardcore-Fan bin. Verständnisloses Kopfschütteln ist mir da egal, STORM OF WIND sind die Geilsten! Eine Band wie ein Naturereignis! Der regenbogenfarbene Sternzerstörer des Metal! Unvergleichlich! Auch die Konstellation, dass ausgerechnet die den Hip Hop Tag mit eröffneten war natürlich unvergleichlich. Dementsprechend waren auch die Publikumsreaktionen (auch hier schon zu Anfang bereits akzeptabel gute Zahlen) sehr lustig und vielfältig, wenn z. B. immer wieder mal ein schwer irritiert wirkender Rapper vor der Bühne langhuschte, kleine Migrantenkinder völlig entfesselt tanzten oder als ich mir vor Lachen fast in die Hose machten musste als Sänger/Drummer Chicken unvorbereitet einen Delphin-Helium-Trick vorführte. Muss man gesehen haben, aber selbst dann kann man es nicht ganz begreifen! :D


Anschließend steuerten DIE VON GESTERN (www.facebook.com/DieVonGestern) dann schon eher auf die Hip Hop Richtung zu, aber mit kompletter Bandbesetzung. Nach meinem Empfinden schon seeeeehr stark an KRAFTKLUB angelehnt gab es von den Sögelern (zumindest glaub ich, dass die da herkommen) also Sprechgesang-inspirierte Vocals gepaart mit poppig bratendem Indierock. Das machten die auch sehr gut und professionell, auch wenn jetzt nicht jede Ansage über 'ne Bridge im Song total witzig war, aber okay... Während STORM OF WIND vorher aber einen Typen im Line-Up hatten der nichts anderes machte als den Tanzkasper, hatten DIE VON GESTERN einen dritten (!) Gitarristen dabei, der am Ende irgendwie nichts anderes machte als Konfetti zu schmeißen. Wer sich so einen Luxus leistet kann natürlich keine schlechte Band sein, haha...

Zwischenzeitlich war ich aber auch kurz abgelenkt, weil ich versuchte Chicken von STORM OF WIND seine Delfin-Leggins abzuschwatzen. Auf irgendwas hatten wir uns auch geeinigt, aber ich weiß nicht mehr was, haha... Bitte melden und Deal klarmachen Chicken! ;) Nebenbei bemerkt tauchten zu dieser Zeit vor der Bühne auch zwei total betrunken Personen in Wildwestkostümen auf, die für viel Erheiterung sorgten. Bei mir außerdem für Erleichterung, denn die Trophäen für die fetenvollsten Personen waren damit frühzeitig anderweitig vergeben, puh! Ich peilte derweil den "Beer-Godmode" an, was auch ganz gut klappte.

Was das Bühnenprogramm angeht, verlagerte ich meine Aktivitäten dann an die Riverstage, denn da war das DJ-Team von "Beatschicht/Ahoi" (www.facebook.com/beatschicht) aus Lingen zugange. Von denen kenn ich einen, hatte da irgendwie den Erstkontakt hergestellt und wollte da natürlich mal eben vorstellig werden um den dicken Max und Strippenzieher zu markieren... Nee Quatsch, "eben" Hallo gesagt, super Leute kennengelernt, kleben geblieben, großartig amüsiert, Fachgespräche über Weißwein geführt, Tom Jones gewünscht (und es wurde gespielt!) und noch 'n stylishen Turnbeutel geschenkt bekommen. Tolle Sache an der Riverstage, sorry an CASTELLUM und IMZ (www.facebook.com/imz.musik), die ich durch meinen Abstecher ans Wasser größtenteils verpasst hab.


Zu LAAS UNLTD (www.facebook.com/laasunltd) war ich dann aber wieder vor der Hauptbühne, weil man da auch direkt merkte, dass man sich das besser anguckt, denn da war ein Könner seines Fachs am Werk. Nicht dass ich groß Ahnung von Deutschrap hab, aber der Bursche planierte da schon einiges in Grund und Boden, speziell als er dann auch noch 'ne Runde freestylte! Geil!

Danach war ich mir nicht sicher ob man das noch toppen konnte, aber RETROGOTT & HULK HODN (Facebook-page) waren danach noch mal ähnlich geil, wenn auch anders. Der Bursche am Mic war nämlich eher der lässig-flapsige Typ der auch irgendwie den Eindruck machte als hätte er vorher an der ein oder anderen Sportzigarette gezogen. An Reimen und Texten saß aber alles wie 'ne Eins und die Leute feierten das Ganze hart ab! Chapeau!


Und damit endete dann auch das Bühnenprogramm an Tag 2 des "Kleinstadtfestes"! Für meinen Teil muss ich sagen: Wenn ich als "rock-orientierter" Typ am "Hip Hop Tag" zwei von den Rap-Acts außerordentlich stark finde, dann war das ein mehr als gelungenes Manöver. Alles "schlauer" bzw. lässiger Rap, kein Gangsta-Schrott. Supergut! Die Aftershowparty im Rockpalast war dann zwar nicht mehr ganz so wild wie am Freitag aber trotzdem: Dutzende nette Menschen (mal wieder) getroffen, prächtig amüsiert, gut unterhalten, geil! :)

Ein kleines Fazit zum Gesamtprojekt "Kleinstadtfest" hatte ich ja schon in der Einleitung vorweggenommen. Abschließend sei gesagt: Rundum gelungen!
  • gute Bands, keine Ausfälle aus musikalischer Hinsicht (witzigerweise diesmal nur deutsche Bands ist mir grad mal aufgefallen)
  • gute Orga, alles lief wie am Schnürchen
  • gutes Wetter!!!
  • Location wieder wunderbar hergerichtet, spezielles Flair
  • feines Essen (z. B. Essensstand "Las Vegans" aus Bochum mit netten Leutchen am Verkauf)
  • durchgängig entspannte friedliche Stimmung
  • umsonst und draußen!
Es gäbe vielleicht noch mehr Punkte, aber ich meine: Wer den Blog hier kennt, weiß das ich mit ehrlichen Meinungen nicht hinterm Berg halten würde. Und wenn da was scheiße gelaufen wäre, hätte ich keine Probleme das hier breitzutreten. Aber das waren wirklich zwei toll-wild-chillig-coole Tage, die irgendwie (zusammen mit dem ebenso guten "Neon Fields" in Haren) den perfekten Sommerabschluss 2015 gebildet haben.

Ich hab zwischenzeitlich von keiner Seite größere Kritik gehört, dementsprechend werte ich es auch so, dass bestimmt ein paar hundert Leute meiner Meinung sind (denn in dem Rahmen bewegten sich die Zuschauerzahlen). Da bedanke ich mich an dieser Stelle auch noch mal stellvertretend bei den Organisatoren und Helfern!!! Neben den Stadtjugendpflegern Karsten und Peter sind das an die 50 ehrenamtlichen jugendlichen Mitorganisatoren und Helfer, die seit Mittwoch am Püntkers Patt (und in der Orga mit 8 Monaten Vorlauf) geackert und Freizeit und Urlaubstage für den ganzen Shizzle geopfert haben. Am Sonntag war ich noch kurz da um was abzugeben, da haben die Armen den ganzen Kram im Schweiße ihres Angesichtes wieder abgebaut.

Also: Respekt und ganz großes Dankeschön!!! Das "Kleinstadtfest" als eigenständige Veranstaltung war definitiv ein großer Erfolg und eine Bereicherung für Meppen! Ich bin schon gespannt auf's nächste Jahr! :)

***

So geht's weiter in den nächsten Wochen ... geht mehr auf Konzerte!!! (wer weitere Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!):
  • 18./19.09.2015: Rock am Pferdemarkt - Lingen: Facebook-Eventpage
  • 20.09.2015: John Allen - Klavierhaus Dausin, Meppen: Facebook-Event
  • 26.09.2015: Adrien Son + Rocksport - Jugendzentrum "Jam", Meppen: Facebook-Event
  • 10.10.2015: Rob Moir + Support - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 16.10.2015: Read ’Em All - die METAL-Lesung - Jugendzentrum "Jam", Meppen: Facebook-Event
  • 18.10.2015: GReeeN - Jugendzentrum "Jam", Meppen: Facebook-Event
  • 23./24.10.2015: Rockpalast Jubiläumsfeierlichkeiten (mit Livemusik: tba) - Rockpalast, Meppen
  • 25.10.2015: I Saw Daylight, My Defens, Mobina Galore - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 19.12.2015: Jancee Pornick Casino + tba - Jugendzentrum "Jam", Meppen
  • 04.03.2016: Kleinstadt-Comedy Vol. 2 - Windthorst-Theater, Meppen

Montag, 17. November 2014

Konzerte: DRONES (UK), NARCOLAPTIC, DISTANCE REMAINS | 14.11.2014 | Meppen - Jam

Ich hab ja mal gehört, dass viele Leute den Eindruck haben, hier auf dem Blog würde fast nur genörgelt und selten käme helle Begeisterung auf. Keine Ahnung wie das kann... So kann ich doch z. B. sagen, dass die DRONES mich bei ihrem letzten Meppen-Konzert Ende März ziemlich unvorhergesehen aus den Socken gehauen hatten (HIER nachzulesen). Sackstarke Liveband, ein Abend voller Exzesse, so muss datt sein! Das Konzert war damals vom lieben Gütz organisiert, der seinen unvergleichlichen Charme noch mal spielen ließ und die Band für Freitag, den 14. November, noch mal nach Meppen holen konnte!

Voll geiles Konzertplakat, hab ich selbst gemalt!!! ^^
Eigentlich halte ich ja nicht sooooo viel davon die gleichen Bands in kurzen Abständen immer wieder in die Stadt zu holen. Gerade in Meppen gab und gibt es da ja einige Kandidaten die sich hier halbtot gespielt haben... Die Vorfreude war diesmal aber trotzdem groß und bei mir persönlich war eigentlich auch größerer Budenzauber angesagt, da ich die komplette Reisegruppe von THE AFFECTED (haben ja bekanntlich auch ein inoffizielles Meppen-Abo, haha) beherberben sollte. Da war einiges angekündigt, u. a. Fragen wie "Kannst du uns an dem Abend filmen, auch backstage und so?" etc... Keine Ahnung was das letztendlich geworden wäre (ich tippe nach wie vor auf homoerotische Schenkelwestern auf meinem Wohnzimmersofa), es wurde eh nix ... denn die Burschen mussten absagen! Ein oder zwei gebrochene Zehen stoppten die "Operation Meppen" - schade! Ziemlich unpunkrockiger Grund übrigens, ich hätte eher sowas wie Dieter-Bohlen-Penisbruch oder ähnliches erwartet, haha...

Aufgrund der Absage entspannte sich dann aber der Zeitplan des Abends. Meinte ich zumindest, denn als ich nicht so ganz pünktlich beim "Jam" eintrudelte spielten DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) bereits ihre letzten beiden Songs ... hups! Na ja, kommt vor... Da ich aber vorher noch optimistische Wetten zum Erscheinen bzw. Nicht-Erscheinen bestimmter Personen abgeschlossen hatte, verlor ich auch noch direkt eine symbolisch hohe Geldsumme, arrgh... Der Rest des Abends verlief dann aber recht positiv...

Erfreulich war jedenfalls, dass schon zu früher Stunde ziemlich viel Publikum (auch viel junges Gemüse) da war. Und während die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zeitgleich offensichtlich 'nen ziemlichen Grottenkick gegen Gibraltar ablieferte, lief das inoffizielle Flunkyball-Länderspiel Großbritannien gegen Deutschland im Garten vom "Jam" wohl ganz geschmeidig...

Nächste Band auf der Bühne waren dann NARCOLAPTIC (Facebook-page) aus Hamburg, deren Frontmann offensichtlich gewaltig Sabbelwasser getankt hatte. Mein Gott, der hat die ganze Zeit geredet, ohne Punkt und Komma. Auffallend dabei auch die enorme So-Füllwortrate. Also: "So, wir sind NARCOLAPTIC aus Flensburg, so, ach nee, war 'n Witz so, weil TURBOSTAAT das ja so auch immer sagen, weißte so?!?" Der hat bestimmt 548 mal "so" gesagt in seinen Ansagen! Der So-Award des Abends geht demnach nach Hamburg, herzlichen Glückwunsch!


Musik gemacht haben NARCOLAPTIC aber natürlich auch noch. Rein musikalisch würde ich das Ganze eher in klassischem schnellen Melodycore/Neo-Skatepunk verorten. In Indonesien sind NARCOLAPTIC wohl auch 'ne größere Nummer in der entsprechenden Szene, haben schon öfter dort getourt etc. Irgendwie wollte der Funke in Meppen aber nicht so recht überspringen. Ob's am Ersatzdrummer lag? Nee, der war ganz fit. Wohl eher daran, dass 'ne ganze Menge Leute einfach draußen stehen geblieben waren - rauchen, quatschen, auf die Hauptband warten etc. Und der Nordwestdeutsche an sich - insbesondere der Meppener - ist ja ohnehin nicht grad dafür bekannt vor 22:00 Uhr zur kommunikationsfreudigen Partymaschine zu mutieren.

Ich glaub die Band irritierte das anfangs auch etwas, aber nach ein paar Songs zockten sie das restliche Set dann recht schnörkellos runter. Insgesamt gute Vorstellung auch wenn man jetzt natürlich drüber diskutieren könnte, ob's besonders originell ist NOFX zu covern oder schon um 21:30 Uhr "Bro Hymn" von PENNYWISE nachzulegen. Aber na ja, irgendwie mussten sie ja versuchen die Emsländer ein bisschen warmzukriegen... Und mit Ska kannste mich auch jagen, das beschränkten sie aber glücklicherweise auf nur einen Song, hehe...

Danach hatte das Warten dann ein Ende: die DRONES (www.facebook.com/dronesuk) legten los! Und siehe da: Müde Meppener Knochen wurden wieder munter! Wie auf Knopfdruck gingen die Leute ab wie die Luzi. Toll für die DRONES (mit dem Abstrich, das der Sänger in einem der ersten Songs wieder das Mikro auf die Kauleiste geballert bekam - er trug's mit Fassung), ein bisschen schade für die Vorbands. Na ja, egal... Die Engländer boten jedenfalls absolute Vollbedienung (um mal tief ins Konzertbericht-Phrasenschwein zu greifen) und trafen auf ein williges Publikum. Pogo, Mini-Circle-Pits, junge Mädels die ihre ersten (freiwilligen/unfreiwilligen) Crowdsurf-Erfahrungen machten. Gestandene Kerle Mitte dreißig (nicht ich, der Strickmann!), die im Pit noch mal richtig in Schweiß gerieten. Dazu der eingängige Sound der DRONES, die diesen schnörkellosen vorwärtstreibenden Neo-Punkrock im ANTI-FLAG-Stil ziemlich bis zur Perfektion zelebrieren.


Eine ordentliche Portion Pathos schmeißen die DRONES natürlich auch in die Waagschale, inklusive allerlei semi-cooler Interaktions-Parts, wie rhythmischem Händeklatschen, wo dann alle voll crazy mitmachen... Aber okay, da roll ich dann ein bisschen mit den Augen, lach in mich rein und halte es weiterhin eher mit den Bands die ihr Publikum anspucken, ihre Instrumente vollbluten und auf die Bühne kotzen, haha... Ist aber auch ganz amüsant wenn sich bei so einem Animationskäse immer mal wieder alle um einen rum kollektiv zum Horst machen, hehe...

Aber abschließend gilt selbstverständlich: Der Auftritt war insgesamt wieder sehr gut! Der Überraschungseffekt aus dem Frühjahr war für mich natürlich weg, man wusste ja jetzt was auf einen zukam - aber die DRONES haben ihren Status als junge extrem gute und agile Liveband für mich noch mal unterstrichen. In Meppen haben die jetzt auch 'ne ordentliche Fanbase, würde ich sagen ... an ihren DRONES-Shirts werdet ihr sie in den nächsten Wochen erkennen, haha!

Nach der Show gab's noch 1-2 Bierchen und erste Aufbruchstimmung machte sich breit. Während der Rest der Band schon den ganzen Abend klischeemäßig von einem Wannabe-Groupie-Squad umschlichen wurde, geriet ich Smalltalk-mäßig noch kurz an den DRONES-Bassisten. "Meppen is the best place in the world, I wanna live here", sagte er, was ich ihm natürlich sofort auszureden versuchte!!! Ich weiß gar nicht wie das ausgegangen ist, irgendwie wurden wir unterbrochen, haha...

Danach rüber in den Rockpalast, wo es noch ganz gesellig war, wenn ich mich recht entsinne. Die Bandfehde MIKROPENIS vs. BANANENPIMMEL wurde dort wieder ausgetragen. Breaking-News: BANANENPIMMEL haben jetzt offensichtlich einen Bassisten und sind damit zum Trio angewachsen. Der Sound soll sich zukünftig irgendwo zwischen Rihanna, FROG BOG DOSENBAND und KNALLFROSCH ELEKTRO bewegen... Puh, starker Tobak! Sind sie uns nur einen Quantensprung voraus...

Ich konnte das mit der Tatsache kontern, dass zumindest ich derzeit Gitarrenunterricht habe! Geil wa?!? Der andere Typ bei MIKROPENIS kann zwar immer noch nix, aber ich sah Angstschweiß auf der Stirn des BANANENPIMMEL-Drummers, da bin ich mir ganz sicher!!! Ich denke MIKROPENIS wird sich dann letztendlich anhören wie eine Mischung aus TERRORIZER, Helene Fischer, THE SPITS, erkältetem Mops und SCHLÜMPFE GOES TEKKNO... Ich sehe es vor meinen inneren Auge bzw. höre es mit meinem inneren Ohr, toi toi toi! ^^

Und very important in todays musicbusiness (muss man wissen): MIKROPENIS haben zwar keine Musik am Start, aber schon mal 'ne Facebook-Seite!!! Gaaaaaaaaanz wichtig, verstehste?!? Könnt ihr liken, das erste Demo kommt dann in so ca. 5 Jahren (falls mein Kompagnon sich bis dahin nicht totgesoffen oder ins Ausland abgesetzt hat, haha): MIKROPENIS-Facebookpage

Spaß beiseite, so geht's weiter in den nächsten Wochen... Wir sehen uns am Tresen:
  • 21.11.2014: Brain Lickers (D), Pulse (NL), Bourbon Connection (D), Blackbriar (NL) - Packhalle Sögel
  • 22.11.2014: Festival gegen Rassismus (Normahl, Eisenkarl, Civil Courage etc.) - Lähden
  • 29.11.2014: Hamburger Abend (Havarii, Tobias Larsson, Slowy & 12 Vince) - JuZ "Jam" Meppen
  • 29.11.2014: Piss Test, Weathered - Trinkhalle Rheine
  • 06.12.2014: Bollmer, Brain Lickers -  Rockpalast Meppen
  • 07.12.2014: "Stagetime" Fotoausstellung -  Koppelschleuse Meppen
  • 12.12.2014: Markus12-Festival (Distance Remains, Vertical Age, tba) - JuZ "Jam" Meppen
  • 20.12.2014: The Eternal Spirit, SCO, Against Randy & DELACROIX - JuZ "Jam" Meppen
  • 26.12.2014: Rüt'n'Rock Christmas Gala (Bands tba) - Mehrzweckhalle Niederlangen
  • 27.12.2014: Christmas Metal Meeting (Eisenkarl + Mutz) - Rockpalast, Meppen
  • 24.01.2015: Berliner Abend (tba) - JuZ "Jam" Meppen
  • 31.01.2015: EDGAR R., Leif Marcussen - JuZ "Jam" Meppen
  • 01.04.2015: Wortspiel (tba) - JuZ "Jam" Meppen

Montag, 10. März 2014

Konzerte: "Akkord-Karate" mit TWEE-STAR, SALFORT, DISTANCE REMAINS | 08.03.2014 | JuZ "Jam", Meppen

Eine Woche nach dem "Punkpalast" stieg am Samstag, 08.03.2014, im Meppener Jugendzentrum "Jam" mal wieder eine kleinere Lokalshow unter dem Motto "Akkord-Karate". Irgendwie war's auch so eine Art "Veteranenkonzert" da mit DISTANCE REMAINS aus Meppen, SALFORT aus Lingen und TWEE-STAR aus ... ähm ... Twist wirklich "alte Hasen" auf der Bühne standen, die sich teilweise schon seit Jahren mit verschiedenen regionalen Bands rumtreiben. Also Jungs die was können und die entspannt an so eine Sache rangehen. Entsprechend war dann auch der Konzertabend: entspannte spaßige Sache mit Bands die Bock hatten und bei denen der Fun im Vordergrund stand. Dementsprechend wurden auch alle Eintritts-Einnahmen an die "Kleinstadtkinder" (www.kleinstadtkinder.de) gespendet, damit im "Jam" weiter fleißig Konzerte gemacht werden können. Keine Band nahm da was an Gage mit! Und TWEE-STAR hauten nachher sogar noch CD's zum "pay what you want" Preis raus und spendeten die gesamten Einnahmen daraus. Hut ab dafür!

Plakat hab ich gemacht, geil wa?!? www.facebook.com/bangboomBOMBE
Als ich ankam spielten schon die Sahnegasprofis DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) die ersten Lieder. Gitarrist Robert hatte den Abend organisiert, von daher respektabler Zug, dass die Band dann als erstes auftritt und den "auswärtigen" Bands den Vortritt lässt. Die Show an sich war natürlich wieder routiniert und auf den Punkt gespielt, die fünf Burschen lassen da nichts anbrennen. Da ich allerdings noch in der "Ankunftsphase" war, war ich erstmal mit allerlei Hallosagerei und Austausch von Klatsch und Tratsch beschäftigt. Und da ich an dem Abend auch noch alleine unterwegs war, musste ich erstmal sondieren an wen ich mich an dem Abend so anklinken konnte - da kam mir mein alter Freund und Kupferstecher Buckel an der Theke stehend wie gerufen. Tja, und zack, waren DISTANCE REMAINS auch schon fertig...

Es folgten die Lingener SALFORT (Facebook-Page), die im Grunde genommen ein nur leicht verändertes Line-Up zu den seinerzeit sehr umtriebigen B.RANZYK haben. Also quasi sowas wie die offizielle Nachfolgeband. B.RANZYK haben damals auch gefühlt an jeder Pommesbude hier in der Gegend gespielt, auch öfters mal im Vorprogramm von bekannteren internationalen Bands (SNFU, TEN FOOT POLE etc...).

Dementsprechend war der SALFORT-Auftritt dann auch eine recht gelungene Demonstration wie man knackig-gekonnten Punkrocksound runterschrubbt! Obwohl sie meinetwegen auch schon nach dem zweiten oder dritten Song hätten aufhören können, denn da haben sie "One Time Only" von den DWARVES gecovert, das kann man ja nicht mehr toppen, haha... Dafür also eine Höchstwertung in der B-Note von mir, auch wenn in Sachen Optik und im Habitus natürlich ein erhebliches Gefälle zu den originalen DWARVES bestand ... denn während SALFORT (die Meshcaps mal weggedacht) eher aussehen wie gediegene Sparkassenortsteilfilialleiter, ist Meppen wohl noch nicht ganz dafür bereit, dass irgendwann jemand wie Hewhocannotbenamed nackt und nur mit Gitarre und Wrestlingsmaske bekleidet über die Bühne flitzt... Na ja, okay - NOBUNNY war schon mal da, der hatte auch nicht viel an, haha! ... und die DWARVES waren auf ihrem Zenit ja dafür bekannt, Auftritte auch mal nach 10 Minuten zu beenden indem der gesamten ersten Reihe einfach mal auf Kauleistenhöhe der Mikroständer durch's Gesicht gezogen wurde und alles auf der Bühne restlos zertrümmert wurde, hehe... Ist damals im Osnabrücker Ostbunker glaub ich auch wirklich mal so passiert...


Nun denn, die SALFORT Show lief jedenfalls ohne Verletzte ab und es gab auch keinen Schniedelwutz zu sehen. Stattdessen spielten die einfach nur einen guten Auftritt. Das kann man ja auch am Publikumsverhalten ablesen. Man kennt ja das Spielchen bei solchen Lokalshows: Jede Band hat einen gewissen Kreis an Bekannten im Schlepptau, die dann während der Show vor die Bühne kommen. Für andere Bands wird sich dann kaum interessiert, außer die sind wirklich gut. Und SALFORT waren halt gut, so dass die Leute nachher auch immer näher an die Bühne kamen und ein paar junge Herren auch mal Paartanz wagten etc... Feine Sache!

Den Abschluss bildeten dann TWEE-STAR (www.facebook.com/tweestarrocks), bei denen man schon munkelte, dass das womöglich der letzte Auftritt wäre. Ist aber wohl nicht wirklich so, hatte mir Frontmann Dennis dann vorher auch noch mal erklärt. Auftritte sind jederzeit möglich wenn es mal Anfragen gibt. Da aber einige in der Band mittlerweile auch Kind und Kegel haben, ist regelmäßiges Proben und Songs schreiben wohl nicht mehr wirklich ordentlich machbar. Dementsprechend nehmen die Jungs gerne was kommt, aber es wird halt wohl keine neuen Sachen oder größere Touraktivitäten mehr geben. Ich denke mal ich hab das jetzt alles so korrekt weitergegeben... ;) Und für den Spaß an der Freud machen die in gleicher Besetzung auch noch mit einer Coverband weiter, wo die nur Sachen von anderen Bands spielen, auf die sie selbst Bock haben. Die Combo heißt FRAU HORST und die kann man auch schon auf Facebook liken, wie sich das heute so gehört: www.facebook.com/frauhorstband

Vielleicht gibt's ja irgendwann noch mal die Coverband-Traumhochzeit, bei der FRAU HORST und EISENKARL den Bund für's Leben eingehen, haha... uh Flachwitz, Füße hoch! ;)


Auch der TWEE-STAR Auftritt war dann wie erwartet gut. Ich hatte vorher zwar drum gebeten, dass zwischen den Songs immer mindestens ein Flachwitz erzählt werden muss, das wurde leider nicht kontinuierlich durchgehalten (von den BRAIN LICKERS würde ich mir das mal wünschen, der Sänger ist ein wahrer Meister seines Fachs). Aber das bandinterne Angezicke war auch ganz witzig, speziell der Mann an den vier Saiten bekam da alle naselang einen drüber, haha... "Ey, mach deinen Bass mal leiser!" "Du Pfeife bist auf mein Kabel getreten, jetzt isses kaputt!" Ein Träumchen! Rein musikalisch haben TWEE-STAR nach meinem Geschmack hier und da auch mal eine Schnulze zuviel im Programm, aber insgesamt beherrschen die diesen sehr poppigen Sound doch ziemlich perfekt. Und wenn ich mir Dennis immer so angucke muss ich auch immer denken: "Warum kann das Arsch so gut Gitarre spielen und dabei noch singen?!?" Haha, na ja, dafür seh ich besser aus! ^^

Das war's dann auch soweit im "Jam", bevor es weiterging in den "Rockpalast". Da zwischenzeitlich noch eine geburtstagsbedingte Kiste Pils ausgegeben wurde hatte ich auch schon ordentlich einen in der Krone. Die Fun-Facts aus dem Jugendzentrum noch mal im Schnelldurchlauf:
  • TWEE-STAR scheinen eine mordsmäßige weibliche Fanbase in den Meppener Nordgemeinden zu haben, was mir bisher völlig unbekannt war, obwohl ich da herkomme... Sachen gibt's!
  • Zuschauerzahlen waren zwar überschaubar, trotzdem war eine Person da, die größer war als ich. Kommt nicht alle Tage vor. Wenigstens hat er sich nicht vor mich gestellt, haha...
  • Das Bier war wieder so enorm kalt, dass ich permanent Gehirnfrost bekam. Falls ich also dumme Sachen gesagt oder getan hab, lag das daran! ^^
  • Es scheint trendy zu werden meinen Bart anzufassen. Scheint wohl sowas wie dieser "Buddha-den-Bauch-reiben" Effekt zu sein... Ich nehm da bald 5,- Euro für, Schüler und Studenten ermäßigt, Kinder frei. Wer mir Samstag im Gesicht rumgegrabbelt hat kann mir das Geld auch nachträglich überweisen (ja, ich spreche u. a. mit dir Johannes R. aus M. an der E.!)...
Nächster Stopp danach dann also wie erwähnt "Palazzo del Rock"! Was die Bands anging, sind ja einige Bandmitglieder in einem Alter, in dem man nachts nicht mehr aufbricht um unaussprechliche Drogen- und Alkoholexzesse zu erleben, sondern stattdessen mit der Familie nach Teneriffa fliegt. True story! Aber die schmutzigen Rock'n'Roll-Exzess-Pflichten sind in einem demokratischen Land wie dem unseren ja durchaus auf ein Bandmitglied der freien Wahl übertragbar, entsprechend musste der TWEE-STAR Drummer das Ganze ausbaden und für vier saufen, haha! Hat er auch geschafft, ich kann das bezeugen! ;)

Rockpalast-Aftershow-Action: Wer als erstes errät wem diese Glatze gehört bekommt 'n Minus Rockcity Button. Die Perspektive der Aufnahme ist mir auch noch unerklärlich - ich muss geflogen sein!
Daneben waren noch einige andere echte Premiumgäste im Palast am Start, mir wurde schon ganz angst und bange! Auch einige der ruppigeren Sorte, ich musste mich z. B. einmal aus einem Schwitzkasten befreien und 1-2 Leute die sich an der Theke mit mir unterhalten wollten, wurden auch mal rücksichtlos weggebombt. Daher an dieser Stelle mal ein Sorry an die Betroffenen, aber man sucht sich seine Bekannten halt manchmal nicht aus, haha... Und wo gehobelt wird fallen Späne, bla bla...

Auf der Tanzfläche war ich auch noch, offensichtlich sogar mehrmals (und das bei dem DJ, haha). Auch immer so ein Indikator für meinen Strahligkeitsgrad ... wurde bartbedingt wieder mehrmals für MC Fitti gehalten - nein, ich bin es nicht ... glücklicherweise hab ich den Schnaps gemieden, es gab schier Bier! Kluge Entscheidung! Dementsprechend war ich also noch in der Lage selbständig zu Fuß nach Hause zu laufen, wo ich auf dem Weg noch haarscharf daran vorbeigeschrammt bin im Pub zu versacken. Ein Bassist aus Brual stand da vor der Tür und es war natürlich meine Idee noch mal reingehen zu wollen um noch 2-3 Bierchen zusammen zu trinken. Gottseidank hatte der Mann soviel Verstand mein höfliches Angebot auszuschlagen und mich nach Hause zu schicken. Danke Micha! :)

Demnächst dann:
  • 21.03.14: Acoustic Session mit Sofa Rock, Two And A Half Guitar, Tommy und Markus - JuZ "Jam"
  • 22.03.14: Rüt'n'Rock Indoor-Festival - Saal Kamp
  • 29.03.14: Drones, Shine Bright, TMH - JuZ "Jam"
  • 10.04.14: Mahlstrom & Careless - JuZ "Jam"
  • 19.04.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 25.04.14: Die Bullen, Fresse, Chaos & Sandale, Out Of Practise - JuZ "Jam"
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition - JuZ "Jam"
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival - JuZ "Jam"
  • 30.05.14: Rock unter Linden - Schülerwiese
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula + TBA - JuZ "Jam"
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Montag, 15. Juli 2013

Konzerte: "Benefiz Open-Air Haselünne Rockpalast/Step-Up" | 12/13. Juli 2013 | Step-Up, Haselünne

So, das Rockpalast-Benefiz ist überstanden. Der ganze Vorlauf machte ein bisschen den Eindruck als ob das ganze Prozedere ein bisschen planlos war, aber im Endeffekt war's 'ne ganz lustige Veranstaltung. Freitags kamen wir so gegen halb neun an und hatten SOFA ROCK (www.facebook.com/stefanherbers) direkt verpasst. Na ja, schade, nächstes Mal... Zu dem Zeitpunkt war der Platz auch noch ziemlich leer, der "emsländische Halbkreis" hatte noch enorme Ausmaße, also erstmal annen Stehtisch gekettet und ein paar Bier getrunken.

Musikalisch untermalt wurde das Ganze als nächstes von PROJECT X (www.facebook.com/project.x.dieband.official), ähnlich wie SOFA ROCK auch eine Akustikband, die allerlei Rock- und Pop-Klassiker spielt. Günther von BREAKING TO ASHES bzw. ex-GOING BORDERLINE bedient da einen Sechssaiter und singt auch. Okaye Sache, auch wenn mich das jetzt nicht total aus den Socken haute. Die Band tat sich aber auch selbst keinen Gefallen mit ihren Ansagen! Schon die ersten Sprüche und Flachwitze vom Schlagzeuger ließen den Fremdschamfaktor extrem in die Höhe schießen. Mannoman, wenn sowieso man nur Schrott zu erzählen hat, dann zwischen den Songs einfach mal die Klappe halten. Sorry, muss ich so deutlich sagen!

Anschließend kamen COOBY (www.facebook.com/coobymusik), die ihren zweiten Bassisten nicht dabei hatten, so dass deren Gitarrist Domi ein bisschen mehr zu tun hatte, der musste nämlich die fehlenden Basslinien mitspielen. Klappte ganz gut, hier und da mal etwas schräg, aber alles vollkommen okay. Eine Woche vorher hatten wir COOBY noch in Sögel gesehen, daher sollte ja bekannt sein, dass ich die ganz gut finde. Nachher auch noch nett mit dem Gitarristen geredet, nächstes Jahr sollen dann auch wohl Aufnahmen veröffentlicht werden. Sehr schön, weitermachen! Die werden hier auf dem Blog sowieso Dauergast: letzte Woche Sögel, freitags in Haselünne und am 19. Juli schon wieder in Meppen. "Tour de Emsland" oder was sagt man da?

Mittlerweile füllte sich auch der Platz, da der nicht unerhebliche EISENKARL-Tourtross so nach und nach eintrudelte. Die sind ja bekannt wie bunte Hunde und dementsprechend viel Volk haben die auch immer im Schlepptau. Vielleicht wurden die aber alle nur von dem Backfischgeruch angelockt, denn der ganze Platz roch irgendwie nach Backfisch, obwohl gar keiner verkauft wurde. Mysteriös! Ich hatte auf jeden Fall tierisch Schmacht auf Fisch, aber nicht mal ein Räucheraal war in Sicht. Blöd!

Kampfmaschinen tanken Konjak: Gedeck ftw! Benefiz-Saufen für den Weltfrieden, oi!

Zwischenzeitlich gab's auch Komplikationen in der Getränkeversorgung, denn mir schmeckte die Plastikbecherbierplörre nicht mehr. Ja, mir wurde langsam sogar richtig schlecht! Ging gar nicht! Alternativen mussten her, da lohnt es sich dann auch mal sich mit dem Trinkverhalten der Einheimischen zu beschäftigen. Ein Friseusentisch holte sich nämlich clevererweise 'n Konjak-Gedeck, also ein Buddel "Alte Liebe" plus zwei Flaschen Cola. Haben wir dann auch gemacht, von da an ging's mit meiner Zivilisiertheit selbstverständlich steil bergab...

Ich musste allerdings auch aktiv meine Augen lähmen, denn einige Fans von CIVIL COURAGE (www.facebook.com/civilcourageofficial) fielen durch fiese Maurerdekolletés auf. Puh, der schlimmst anzusehende aus der Maurerbande setzte sich dann auch noch auf eine Bank in unser direktes Sichtfeld und hielt uns seinen Allerwertesten von da aus genau entgegen - schön war das nicht! Augenkrebs galore! Derweil absolvierten CIVIL COURAGE ihren Auftritt und versuchten den emsländischen Halbkreis durch Verteiltung von Dosenbier aufzulösen. Nicht die schlechteste Idee, aber auch hier war das Ansagengelaber teilweise nicht mehr feierlich, so dass einige Leute sofort wieder wegrannten... Na ja, zu CIVIL COURAGE weiß ich nie so genau was ich schreiben soll. Die gibt's schon ewig, die sind in ihrer Ecke auch extrem engagiert (z. B. mit dem Benefizkonzert für den herzkranken Jungen neulich in Lähden) - davor Hut ab, aber musikalisch kann ich der Band halt überhaupt nichts abgewinnen. Es ist wie's ist, dementsprechend kümmerten wir uns während des Auftritts an unserem Tisch hauptsächlich um den Cuxhaven-Konjak... Der war dann auch ziemlich schnell auf, Profis bei der Arbeit, zweites Gedeck musste her!

Das Gesöff schlug zumindest bei mir auch hart an, so dass bei EISENKARL (www.facebook.com/Eisenkarlmusic) langsam alle Dämme brachen. Puh, meine Fresse, ich glaub ich war noch daran beteiligt irgendwelche Leute durch die Luft zu werfen und den zweiten Gitarristen Domi (nicht verwandt oder verschwägert mit dem COOBY-Domi, soweit ich weiß) von der Bühne zu zerren, als er eine kleine Gesangseinlage gab. Klappte leider nicht, Domi's Ausrede: "Ey sorry, mein Kabel war zu kurz!" Also alles wieder sehr turbulent und schmeerich, hehe... Falls ich zu irgendjemandem ruppig war: Entschuldigung! Krönung war dann endlich das SLAYER "South Of Heaven" Cover in der Zugabe! Das fehlte vorher definitiv im Programm, keine Ahnung warum die Eisenkerle nicht ausschließlich SLAYER spielen, die sollten mehr auf mich hören! Den Song hab ich dann jedenfalls noch mitgeschnitten, ich glaube an der Kameraführung kann man auch ganz gut meinen Betrunkenheitsgrad ablesen, hehe...


Also schöne Eskalation da in Haselünne. Die dann im Palast noch weiterging, denn wir düsten nach EISENKARL auch ziemlich direkt nach Meppen. Resultat des Abends: beinahe Kopfbedeckung verloren, Ohrring weg, mit Muttis auf'm Dancefloor gewesen, der übliche mittelschwere Filmriss... War also ganz gut der Abend! :)

Am Samstag reisten wir 'n bisschen später an, so dass wir AGAINST RANDY (www.facebook.com/AgainstRandy) schon verpasst hatten. Durfte ich mir auf Höhe des Jägermeister-Standes auch direkt 'n Anranzer für Anhören, aber nu, war keine böse Absicht. Viel los war auch noch nicht, an der Theke ließen wir diesmal Konjak Konjak sein und hielten uns besser an Bier. Dabei wurde auch noch die Geschichte mit dem Backfischgeruch aufgeklärt. Wir hatten nämlich einen Ostseefahrer in unserer Runde, dessen Fürze nach mehrwöchigem Fischbrötchengenuss mittlerweile dieses markante Backfischaroma verbreiten. Sachen gibt's ... Backfisch, dingeling!

PROPAGANDA NETWORK (www.facebook.com/propagandanetwork) bauten derweil ihren Kram auf, stellten sich als KETTENÖL aus Emsdetten vor und rumpelten sich danach durch ihr Set. Keine Ahnung ob's Absicht war, dass alles etwas schludrig wirkte, laut anschließender Eigenaussage der Band hatten die sich nämlich geschworen niemals in Haselünne zu spielen. Den Benefiz-Auftritt hatten sie aber George dann wohl auf'm Breiten versprochen, in Unkenntnis der Tatsache, dass das Ganze ausgerechnet beim "Schlepp ab/Step Up" stattfindet. Wie das Leben so spielt, hehe... Mit PROPAGANDA NETWORK wollten sie auch nie im Meppener JuZ spielen, auch da hab ich sie letzten Februar zu bekommen. Und mit dem Nebenprojekt KILLERKANTHOLZ auch nicht und auch das wird noch passieren. Was aber natürlich alles nur meinem unnachahmlichen Charme zu verdanken ist, hehe...

Samstag in Haselünne: Es wurde zwar noch besser, aber die Zuschauerzahlen blieben überschaubar...
Danach hatte Meppen dann ein kleines Heimspiel, denn mit TMH (www.facebook.com/TeenageMutantHeroes) und DISTANCE REMAINS (www.facebook.com/thedistanceremains) kamen zwei Meppener Bands die auch allerlei Anhang mitgebracht hatten und ja sowieso Personalüberschneidungen im Line-Up haben. Okay, eigentlich nur eine, aber Mitglieder beider Bands hüpften während der Auftritte der jeweils anderen auch schon mal gerne mit auf der Bühne rum. Während TMH immer wieder alleine durch ihre agile Bühnenpräsenz punkten und dadurch durchaus schon ein gewisses Mitreißpotential haben, bin ich manchmal doch etwas verwundert, dass die sich textlich irgendwie noch auf so 'nem 15-jährigen-Level bewegen. Na ja, scheint der Band aber noch ordentlich Spaß zu machen und es hält wahrscheinlich jung... Ich erwähne das auch nur, weil ich mich später noch mit einem Musiknazi rumtrieb, der über jede Band was abzukotzen hatte und speziell darauf bei TMH rumhackte, hehe... Und NEIN, es handelt sich bei dieser Person NICHT um irgendein Alter Ego von mir! ;) Es gibt tatsächlich Leute die engstirniger sind als ich! Freitag hatte ich schon so einen Spezi im Zwiegespräch, der Samstag war auch nicht von Pappe...

DISTANCE REMAINS waren danach natürlich auch absolut nichts für den Muckeadolf, da wurde wieder ordentlich vom Leder gezogen. Ich für meinen Teil muss sagen, dass die Band auch nicht so 100pro meins ist, sie aber den Stimmungslevel zumindest recht hoch hielten. Mittlerweile beschäftigte ich mich aber auch mehr mit Nebensächlichkeiten, denn es schien als ob sich auf dem Platz eine merkwürdige Mischung aus Rockpalastgängern und Step-Up-Klientel bildete.


Krönung des Abends waren jedenfalls ein korpulenterer junger Herr im Karohemd und seine etwas minderjährig wirkende blonde Hot-Pants tragende Begleitung. Neben diesen Merkmalen war die auch noch äußerst dünn und offensichtlich aus Gummi oder mit Kugelgelenk in der Körpermitte ausgestattet. Die beiden fingen nämlich an sehr exaltiert zu tanzen (so eine Art Hardcore-Discofox, oder so) und das schmale Mädel wurde von Cop Dickie einigemale dermaßen heftig durch die Gegend gewirbelt, dass ich Angst hatte, sie würde in der Mitte durchbrechen. Passierte aber nicht, denn wie gesagt: Entweder Gummi oder Kugelgelenk, irgendwas war bei der Perle anatomisch nicht normal! Das Ganze wurde dann auch immer wilder, ich hatte noch starke Befürchtungen, dass da in aller Öffentlichkeit der "Internationale Mumu-Griff" ausgepackt wird. Aber das blieb uns zum Glück erspart...

Sorgen machte mir auch eine sehr große Frau, die sehr sehr betrunken war und sich nur noch stolpernd fortbewegte. Die schien aber irgendwie 'nen Schutzengel zu haben, ich konnte keine schwereren Stürze beobachten. Bevor ich mir noch mehr Sorgen machen musste ging ich erstmal auf's Klo, wo plötzlich George neben mir auftauchte, Rockpalast-Cheffe höchstselbst! "Hey, was machst du denn hier?" fragt er mich da ganz locker am Pissoir... Cooler Typ, ich musste lachen! Danach begab er sich auch schnurstracks auf die Showbühne, denn er wollte ja auch noch einen für die Gemeinde schmettern.

In dem Fall gab George Gambier vollkommen solo, also die Backgroundmusik aus der Konserve und George sang ohne Band dazu. Die Musik finde ich persönlich ja etwas ulkig, aber Singen kann der Mann, da macht ihm keiner was vor. Damit er da oben auf der Bühne nicht ganz alleine war, tanzten ihn auch später noch zwei Girls aus dem Publikum hart an, sehr amüsant...

Der Chef bei der Arbeit: George Gambier live in Haselünne!
Direkt nach dem Auftritt sind wir dann auch wieder rüber nach Meppen in den Rockpalast, wo's noch 'ne ganz nette Aftershowparty gab, von der ich nicht mehr alles weiß, ähem... Fazit: Eingangs hatte ich ja schon erwähnt, dass Prozedere rund um das Benefiz ein bisschen planlos fand. Viele wird sicherlich verwundert haben, dass das Ganze beim Step-Up stattfand, wofür sich für viele Meppener eben schon die Problematik der Anreise ergab. Und viele Haselünner können wahrscheinlich mit der Rockpalast-Klientel nix anfangen. Dementsprechend war an beiden Tagen halt auch nicht so viel los. Der Freitag war dabei etwas besser als der Samstag, aber insgesamt weiß ich nicht ob das Festival aus Benefiz-Gesichtspunkten jetzt großartig was gebracht hat... Na ja, ich weiß auch nicht wie man's hätte besser machen sollen - in Meppen dafür einen Platz zu finden und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen ist ja auch meist mehr als kompliziert... Also sei's drum, ich hatte meinen Spaß und damit lassen wir's mal gut sein.

Bis zum nächsten Mal in Meppen:
Freitag 19. Juli | Juz "Jam", Königstraße 8 | SPORT (Lyon/Frankreich), WAVES (Osna), COOBY (HaLü) und noch was (tba)...

Montag, 4. Februar 2013

Konzerte: "Rock unter Linden" Bandcontest | 01.02.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Hallöchen Popöchen, wilde Woche gehabt, inklusive wüster Web-Beschimpfungen, weil ich auf der Facebook-Seite gewisse Leute gekickt habe. Boing! Na ja, eigentlich dachte ich es wäre klar ... aber ich glaube es wird mittlerweile doch wirklich mal Zeit für einen Disclaimer, der dem ein oder anderen erklärt, dass "Minus Rockcity" keineswegs eine objektive Berichterstattung verfolgt, sondern nur meine vollkommen subjektive Sicht der Dinge darstellt. Das heißt u. a. auch: Wer meint auf meinen Seiten (sei es nun Blog oder Facebook) irgendwelches mir auf den Sack gehendes Zeug abzusondern, der braucht sich nicht wundern wenn er rausfliegt. Zack! Soviel dazu ... ich glaub sowieso nicht, dass das dann letztendlich jemand liest geschweige denn beherzigt, aber ich wollt's zumindest mal gesagt haben, haha... ;)

Nach virtuellem Rumgedisse stand am 01. Februar aber auch endlich mal wieder ein Konzert an, um genau zu sein der Bandcontest zum "Rock unter Linden" Festival! Im letzten Jahr platzte das Jugendzentrum an der Königstraße - das ja jetzt übrigens neuerdings "Jam" heißt - mit über 200 Leuten fast aus allen Nähten. Diesmal war's auch noch dicke voll - mit 150 Leuten allerdings nicht ganz so panikattackenmäßig wie 2012, hehe... Trotzdem kuschlig!

Zur Erinnerung: Beim "Rock unter Linden Bandcontest" geht's um 2 Plätze auf dem - wer hätte das gedacht - "Rock unter Linden" Festival im Sommer auf der Schülerwiese. Um alle 6 antretenden Bands überhaupt vor der ungeliebten Ordnungsamts-Deadline (23 Uhr musste wie immer Schluss sein) durchzupeitschen, ging's entsprechend früh los, so dass ich schon das Meiste von THE CAVE verpasst hatte, als ich eintrudelte...

Die sechs antretenden Bands wurden vorab übrigens mittels Online-Abstimmung ausgewählt, da es natürlich noch weitaus mehr Bewerber gab. An dem Abend selbst gab es dann Stimmzettel, auf denen man ein einziges Kreuzchen für seinen Favoriten vergeben durfte. Alles total basisdemokratisch ... nun ja, wie solche Contests eigentlich laufen brauch ich wohl keinem zu erzählen. Grundsätzlich geht's darum möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwandte zum Gig zu schleppen und diese mittels scheinheiliger Versprechungen dazu zu kriegen für die eigene Band zu voten, hehe ... aber es konnte ja keiner ahnen, dass diesmal am Ende tatsächlich eine einzige Stimme den Ausschlag geben würde! Besser als Landtagswahl, hehe...

Das gesamte Line-Up war insgesamt etwas Metal-lastig. Mit BREAKING TO ASHES, SCREAM YOUR PARADOXON und HOME REARED MEAT bot gleich die Hälfte der angetretenen Bands gepflegtes bis rüdes Geballer, und im weitesten Sinne konnte man auch MARTYRIA noch dem Metal-Genre zurechnen. Die beiden anderen Bands waren THE CAVE aus Lathen und DISTANCE REMAINS aus Meppen... Hier mal was aus der Geballer-Sektion:


Ich könnte jetzt natürlich mit detaillierten Zusammenfassungen zu allen Bands langweilen, aber ich will mal versuchen mich kurz zu fassen. Wie gesagt hatte ich von THE CAVE auch schon das meiste verpasst, die hatten mit der Startposition um 19 Uhr auch etwas die Arschkarte gezogen. Ich geh dann jetzt mal einfach nach selbst ausgedachten Kategorien vor:

Musikalität/Tightness/Technik:
Yeah, "Tightness" ... ich wollte das Wort immer mal benutzen: Check! ;) Insgesamt muss ich sagen, dass aktuelle Bandcontests hier in der Umgebung schon ein ziemlich beeindruckendes musikalisches Potential bieten und die Bands insgesamt einiges auf dem Kasten haben. Rumpeliges Schülercombo-Niveau wie vor ein paar Jahren ist da eigentlich eher selten vertreten. THE CAVE kamen mir noch recht jung vor, die 2 Songs die ich gesehen hab waren aber ganz passabel. Leicht abgestunken haben MARTYRIA, ich schätze mal das war wirklich deren erster (oder einer der ersten) Auftritt(e) und das passte alles noch nicht so wirklich... Der Rest war schon auf ziemlich hohem Niveau angesiedelt, wobei die ein oder andere Band auch mal hart mit dem Sound haderte, vor allen Dingen SCREAM YOUR PARADOXON...

Eingängigkeit:
Hm, da hab ich mir ja ne komische Kategorie ausgedacht... Also "am eingängigsten" waren dem Allgemeineimpfinden nach natürlich THE CAVE und DISTANCE REMAINS, deren Sound eher in Richtung Melodycore/Neo-Poppunk ging. MARTYRIA sorgten mit so einer Art Gothic-Rock/Metal eher für Fragezeichen in den Gesichtern der meisten Anwesenden. Und bei BREAKING TO ASHES, SCREAM YOUR PARADOXON und HOME REARED MEAT wurde natürlich so richtig die Axt geschwungen, speziell bei letzteren! Inklusive Pigsqueals und allem Zip und Zap, mein lieber Scholli! Der ein oder andere hauptverantwortliche JuZ-Bedienstete schüttelte verständnislos mit dem Kopf, ich hab's genau gesehen, haha... ;) Aber um noch mal auf die "Eingängigkeit" zurückzukommen: Der Begriff ist natürlich absolut relativ, denn heutzutage ist es ja durchaus so, dass kleine Teeniemädels da vor der Bühne das derbste Deathcore-Geballer abfeiern. Die Zeiten in denen man damit die Oma erschrecken konnte sind definitiv vorbei, der Sound ist definitiv im Mainstream angekommen und "gesellschaftsfähig". Das sieht man ja auch unter anderem daran, dass viele der Musikanten aussehen wie Vorzeigeschwiegersöhne, haha...


Gimmicks/Deko/Outfit:
So, jetzt wird's interessant, denn hier legten MARTYRIA relativ früh die Latte ziemlich hoch! Denn die hatten tatsächlich so selbstgebastelte Pappmaschee-Stalagmiten auf der Bühne, in die unter anderem auch der Mikroständer eingearbeitet war! Das gab spontane 10 Punkte von mir! Außerdem hatten die auch noch so einen Strahlerkasten, mit dem der Frontmann bedrohlich von unten angestrahlt wurde. Crazy shit! Der junge Mann sah übrigens auch noch aus wie eine Mischung aus Marilyn Manson und dem jungen Ihsahn von EMPEROR. Allerdings hätte er seinem Bassisten vielleicht sagen sollen, dass ein "Duff Beer" Shirt der düsteren Grundstimmung nicht so ganz zuträglich ist... Bis zur letzten Band dachte ich, das könnte nicht getoppt werden. Dann kam allerdings die gesamte Besetzung von HOME REARED MEAT in blutverschmierter Fleischerkostümierung auf die Bühne! Touché! Der eine Gitarrist sah auch noch aus wie der junge Fenriz von DARKTHRONE (irgendwie glaubte ich an dem Abend an jeder Ecke prominente Black Metaller zu sehen, scheint mir) und der "Sänger" mit den Dreadlocks trank ständig irgendetwas aus einer Saftkaraffe, das von Farbe und Konsistenz schwer an Morgenurin (Mittelstrahl) erinnerte. Puh, ein Fest für die Augen, die Wertung geht also doch an HOME REARED MEAT. Der Rest der Bands fiel optisch nämlich eher in der Rubrik "zivilisierter Westeuropäer"... Hier ein Videozeugnis von HOME REARED MEAT:


Publikumsreaktionen/Stage-Acting/Partyfaktor:
Die besten Publikumsreaktionen würde ich rein subjektiv mal bei DISTANCE REMAINS (spielten mit dem Publikum das "Hinsetzen" Spielchen), BREAKING TO ASHES (gute Metalcore-Party) und HOME REARED MEAT verorten.

"Hinsetzen" bei DISTANCE REMAINS ... vielen Dank, endlich Platz zum Fotografieren... ;)
Den besten Partyfaktor hatten definitiv HOME REARED MEAT, die den Laden absolut auseinander nahmen und gnadenlos abgefeiert wurden: sofern auf dem engen Areal möglich wurde gemosht, geheadbangt, Circlepit und Wall of Death gestartet und insgesamt stand das ganze "Jam" hier Kopf. Selten sowas gesehen in der Location!!! HOME REARED MEAT agierten auch als Band im Gesamtbild als absolute Maschine! Jedes Bandmitglied ging auf der Bühne ab wie die Sau ... während bei ein paar anderen Bands von einigen Musikern etwas statisch agiert wurde ... was ja auch okay ist, aber so entscheidet man natürlich die Stage-Acting-Wertung nicht für sich, näch?!? ;) SCREAM YOUR PARADOXON waren in der Beziehung auch etwas ungewöhnlich anzusehen, da die nur aus Sänger, Gitarrist und Schlagzeuger bestanden. Bassisten werden maßlos überbewertet, hab ich ja schon immer gesagt! ^^
Hier dann noch mal ein Video von HOME REARED MEAT. Letzter Song des Abends, da wurde noch mal so richtig aufgedreht:


Favoritenrollen:
Vor dem Contest hätte ich gesagt, dass DISTANCE REMAINS und BREAKING TO ASHES die besten Chancen haben. Rein aus der musikalischen Sicht und nicht zuletzt auch, weil beide Bands eine ziemlich passable Fanbase in Meppen haben. Für "Auswärtige" wie THE CAVE und SCREAM YOUR PARADOXON war es da natürlich schwer, auch wenn die sich gut schlugen. Nachdem der Schlussakkord gespielt war, musste ich allerdings auch HOME REARED MEAT in den Kreis der Favoriten aufnehmen, und ... man man man ... das wurde echt knapp mit der Stimmenauszählung!

Gossip:
Wie das immer so ist an solchen Abenden, wurde nach ein paar Bier auch wieder massig dummes Zeug geredet. Um den Spannungsbogen aufrecht zu halten werf ich das hier einfach mal ein ... z. B. die Geschichte mit der Pusteblume! Die entdeckte ich nämlich auf dem Handy-Display eines Musikers der in einer der Brutalo-Bands spielte! Zuckersüß! Harte Schale, weicher Kern! Im Vertrauen wurde mir allerdings gesteckt, dass er ein Soloprojekt namens BLOWFLOWER plant ... kann aber auch sein, dass ich mir das ausgedacht habe... mal gucken was da in Zukunft noch kommt: "Blowpower mit BLOWFLOWER!!!" ;) Desweiteren wurde noch die Gründung einer Meppener "Steiffenjugend" beschlossen, im Nachklapp zum legendären Christian Steiffen Auftritt im Dezember (lesen Sie HIER mehr). Außerdem hab ich eine HOME REARED MEAT CD von einem Typen gekauft der volle Kanne nach Grinsegras roch, skandalös! Na ja, der Bandnamen CANNABIS CORPSE ist ja leider schon vergeben... Ach und übrigens: Sollte sich das da oben angehört haben, als würde ich MARTYRIA durch den Kakao ziehen wollen - dem ist definitiv nicht so! Um ehrlich zu sein waren die für einige Gäste sogar ein wenig die Lachnummer des Abends, was ich ziemlich ungerecht finde. Wie gesagt schien mir das echt deren erster Auftritt zu sein und dafür haben die das konsequent durchgezogen. Den Arsch dazu muss man erstmal in der Hose haben, Hut ab dafür! Mein ich ernst!

Tragende Teile auf dem Herrenklo im Jugendzentrum... hat überhaupt nichts mit dem Bericht hier zu tun, aber egal...
Das Ergebnis:
Sooooo, es folgte dann ja noch die Bekanntgabe der Sieger! Ich hätte nach der letzten Band ja ehrlich gesagt fast vergessen zu voten, aber mir fiel zum Glück noch rechtzeitig ein, warum ich eigentlich da war... Wenig überraschend war der klare Sieg von DISTANCE REMAINS. Da können beim "Rock unter Linden" im Backstage schon mal die Gaskartuschen bereit gelegt werden... Interessanter wurde es dann bei Platz 2 - von der Bühne aus verkündete Nachwuchs-Marktschreierin Jenny L. (in Fachkreisen nennt man sie auch "Aale-Jenny") nämlich, dass nur eine einzige Stimme den Ausschlag gegeben hatte. Nun begab es sich, dass ich zwischen dem Bassisten von BREAKING TO ASHES und einer Person stand, die vorher großartig verkündet hatte für BREAKING TO ASHES stimmen zu wollen, nun aber überall rumtrompetete er hätte "aus Mitleid" für MARTYRIA gestimmt. Oh oh, ein böser Blick ... "Das hast du nicht wirklich gemacht, oder? Wenn wir jetzt verlieren..." Ich zog schon mal sicherheitshalber den Kopf ein ... und dann das Endergebnis: Es hatten tatsächlich auf der Zielgeraden HOME REARED MEAT um eine Stimme vor BREAKING TO ASHES gewonnen!!! Deren Sänger Bert war das egal, der spielt in beiden Bands ... aber ich musste erstmal zusehen, dass ich meinen Sidekick aus der Gefahrenzone bekam ... der Bassist von BREAKING TO ASHES war das nämlich nicht mit der Pusteblume auf dem Handy-Display, der hat stattdessen ein Hulk-Bild auf seinem Facebookprofil .. gefährlicher Typ! Ich konnte aber grobes Handgemenge verhindern, nachher hatten sich wieder alle lieb! Man muss aber auch sagen, dass BREAKING TO ASHES direkt im ersten Song eine Bass-Saite gerissen ist, gemäß Reglement war das wahrscheinlich ohnehin ein Grund zur Disqualifikation, hehe... Müsste ich mal nachschlagen...


Das war's dann im Großen und Ganzen auch schon wieder. Wie immer war der Contest perfekt organisiert, generell lief das im "Jam" wieder alles wie am Schnürchen! Der Abendabschluss fand dann wie gewohnt im Rockpalast statt, wo ich noch ein offenes Ohr für Englisch sprechende Partyrussen hatte, kurzzeitig eine Dr. Sommer Ecke für unglücklich verknallte Teenies aufmachen musste und once again übelst vom Russisch-Koks umgegrätscht wurde. Na ja, der Monat ist noch jung, diesen Samstag mach ich sogar selbst ein Konzert, mit DUESENJAEGER, GRIZZLY ADAMS BAND und PROPAGANDA NETWORK. Ich bitte um zahlreiches Erscheinen, mit Eskalation ist zu rechnen: http://www.facebook.com/events/272361846220604/