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Montag, 28. Juli 2014

Konzerte: ROCK UNTER LINDEN und REDEFLUSS | 25./26.07.2014 | Meppen

Zwei nette Outdoor-Veranstaltungen direkt hintereinander in Meppen - tolle Sache eigentlich! Ärgerlich war nur, dass am Freitag das Wetter erstmal absolut nicht mitspielte. Regen Regen Regen!!! Da ich Freitags eh immer etwas länger malochen muss, konnte ich aber vom Bürostuhl aus mein Karma spielen lassen, damit das Wetter zumindest bis zu meinem Feierabend besser wird. Hat ja auch ganz gut geklappt... Sorry an alle die vorher auf der Schülerwiese nass geworden sind, haha...

Ansonsten wäre mir noch die Option Firmenfeier geblieben, da direkt vor meinem Bürofenster u. a. ein Elektrobulle aufgebaut wurde. Großes Kino! Aber für "Rock unter Linden" war schon vorher was abgesprochen, daher mussten die Arbeitskollegen auf meine Anwesenheit verzichten. Fun Fact: Wie ich erst später erfuhr stand die Hälfte der A PLACE TO FALL (ex-OUT OF PRACTISE) Bandbesetzung noch mit ihrer Top-40-Band zockend auf der Firmenterrasse, nachdem sie mit APTF noch um 14 Uhr rum beim "RuL" gespielt hatten...

Aaaaalso, "Rock unter Linden 2014" ... um ca. 18 Uhr schlug unser Trüppchen dort letztendlich auf, das Wetter war mittlerweile weitestgehend trocken - mit HURRICANE DEAN (www.facebook.com/hurricanedeanmusic) spielte da auch schon die zweitletzte Band. Die liefen ganz gut rein, aber mitgeschnitten hab ich von denen natürlich nichts, wegen sowas gab's schon mal genug Rumgenerve, haha... ;) Außerdem waren wir auch noch mit Platzbesichtigung beschäftigt. Unter anderem hatte Karina von "Dead But Alive" (www.facebook.com/deadbalive) einen Walk-in-Tattoostand aufgebaut, an dem ich gerne das Einhorn mit dem Penis gehabt hätte. Aber erstens wurde ich direkt disqualifiziert weil ich fleißig am Dosenbier trinken war. Zweitens war das Motiv wohl tatsächlich schon verkauft! Glückwunsch an den glücklichen Erwerber! Wer war das bloß? Vielleicht einer von STORM OF WIND? Gibt's die eigentlich noch? Ich war harter Fan!!!

Das Pimmel-Einhorn von "Dead but Alive"...

Nervige Nebenerscheinungen: Ich wurde nach ca. 30 Minuten auf dem Platz permanent von irgendwelchen betrunkenen Kids verfolgt die Fotos mit mir machen wollten. Schlimmer noch: Ich wurde von denen sogar gesiezt!!! Bier wollten sie mir auch keins kaufen, was ist bloß los mit den Blagen? Ich votiere bald eindeutig wieder für die Einführung der Prügelstrafe, haha...

Unwichtige Nebenerscheinungen: Um 19 Uhr rum wurden erste lattendicht umherfallende FREI.WILD Fans beim Trinken von Mineralwasser gesichtet. Was ist bloß los mit den patriotisch angehauchten Rebellionsromantikern? Können die nicht mal ordentlich saufen? Da lob ich mir im Gegensatz dazu doch das Meppener "Team Arschvoll", dass zu dieser Zeit noch einen Tetrapak Weißwein nach dem anderen wegdrückte, eine Stunde später dann kotzend am Stadtgraben stand (Fotos existieren, ich veröffentliche die hier aber besser nicht) und nachher trotzdem konsequent weitergedübelt hat. Junge Junge... ^^

Bevor ich hier jetzt wieder zu sehr Alkoholkonsum verherrliche ... nein liebe Kinder, gut ist das nicht! Lasst generell besser die Finger davon, sonst endet ihr später auch entweder in einer FREI.WILD Jacke oder im elften Semester über Regelstudienzeit. Fangt was vernünftiges an mit eurem Leben!!! Passt auch auf das ihr nicht in irgendwelche Emo-Cliquen geratet, das wäre mir da auf der Schülerwiese auch fast passiert. Auf einmal waren sie um uns!!!

Wo war ich? Ach ja, Musik! Der Headliner folgte ja noch: SIERRA KID (www.facebook.com/sierrakiddxoxo)! Blutjunger deutscher Hip Hopper ... na ja, da deutscher Hip Hop eher weniger in mein musikalisches Interessengebiet fällt wäre es mir jetzt natürlich ein leichtes hier was Mieses zu schreiben. Im Grunde war ich aber positiv überrascht. Großer Pluspunkt für den Burschen war natürlich, dass er mit kompletter Band antrat und insgesamt war's 'n ganz geschmeidiger Auftritt der von den Kids auch ordentlich abgefeiert wurde. Also: Alles gut! :)

Die quasi Aftershowparty bestritt dann wieder DJ RiotOnTheRocks (www.facebook.com/RiotOnTheRocks), der ja beinahe schon ein Abo drauf hat den Platz am Ende noch mal zu zerlegen. Alter Kumpel, bester Typ! Was soll ich sagen? Er hat im Set DIE ANTWOORD verwurstet, die Kids haben am Ende die Bühne gestürmt ... exzellenter Abriss!

Danach stand natürlich noch der obligatorische Rockpalastbesuch auf dem Plan, wo aber nach meiner Erinnerung nichts allzu Spektakuläres mehr passiert ist, außer dass mir ein echter Seemann einen Russisch-Koks spendiert hat. Ahoi und Dankeschön!

Am Samstag (26.7.) sollte es dann etwas chilliger werden, denn der "Redefluss" Poetry-Slam stand wieder an. Nachdem das Ganze im Februar noch an Deck der "Amisia" stattgefunden hatte (siehe HIER), war der Standort jetzt wieder Püntker's Patt aka "Penner-Eck"... Ich hätte es damals übrigens hart gefeiert wenn die ganz Veranstaltung "Poetry am Penner-Eck" geheißen hätte (auf der "Amisia" hätte man es "Panzerkreuzer Poetry" nennen können), aber ich wurde überstimmt. Ärgerlich, haha ... das aber nur nebenbei... ;)

Das Wetter war abends bestens, da wir etwas spät losgekommen waren, hatte ich aber schon befürchtet einiges verpasst zu haben. Alles easy, ALITAVE (www.facebook.com/ALITAVE) spielten und die Slammer kamen erst noch... "Team Arschvoll" war auch wieder da und machte seinem Namen alle Ehre, es konnte also nur gut werden...

Redefluss 2014 am Püntkers Patt: Beste Location, gut besucht, es war wieder feinstens!

Insgesamt waren 8 Leute aus dem ganzen Bundesgebiet (plus 1x Niederlande) angetreten. Es ist ja immer etwas müßig was zur literarischen Qualität der Texte und Vorträge zu schreiben, daher lass ich das mal weitestgehend. Es war sicherlich für jede/n was dabei, genauso wie einige Sachen den/die ein oder andere/n vielleicht gar nicht angesprochen haben. Ich fand z. B. den Text der Holländerin ganz gut (auch: Hut ab davor, als Nicht-Muttersprachlerin vor deutschem Publikum aufzutreten), trotzdem schied die gute Frau schon in der Vorrunde aus. Schade. Den einzigen Text den ich "too much" fand war das Ich-Perspektiven-Stück über ein brasilianisches Favela-Kind... Aber egal, beim Poetry-Slam muss man ja nicht alles super finden.

Meinen persönlichen Lacher hatte jedenfalls Moderator Peter auf seiner Seite, als er eine Slammerin ganz nonchalant fragte: "Brauchst du einen Ständer?" und sie danach einen Text vortrug in dem es unter anderem darum ging von Männern dumm von der Seite angequatscht zu werden. Hihi, sorry... Ich hab halt manchmal diesen infantilen Pimmel-Humor, siehe Einhorntattoo weiter oben... ;)


Sonstige prosaische Höchstleistungen abseits der Bühne: Meppens Screamo-Jutetaschen-Musikhitler fasst mir gegenüber in 2-3 improvisierten Sätzen den Minus-Rockcity-Blog zusammen. Chapeau mein Freund! Das untermauerte noch mal meine unterschwellige Überlegung das Ding hier entweder bald komplett dranzugeben oder grundlegend neu auszurichten. Selbstverständlich unternahm ich direkt noch Anwerbungsversuche, damit Mister Gnadenlos Blog-Gastschreiber wird, aber ich weiß gar nicht wie wir da verblieben sind. Ich erinnere mich nur an den Satz: „Wenn ich da was schreibe, dann bekommen aber alle restlos ihr Fett weg!!!“

Also zieht euch warm an, liebe Meppener Bands... Er ist schlimmer als ich!!! ;)

Auf der Blogger-Bühne setzte sich derweil Jens aus Münster durch, der einzige Mann im Starterfeld. Das hatte sich auch eigentlich schon nach der ersten Runde bereits abgezeichnet, da der Bursche die beste Bühnenpräsenz hatte, die interessantesten Texte und auch überraschende (teilweise sogar brutale) Wendungen einbrachte. Wie immer ging's aber weniger darum wer gewinnt, so dass nachher alle in trauter Eintracht die Bühne teilten und noch mal verdienten Applaus bekamen. Wieder eine tolle Veranstaltung in schönem Ambiente mit feinem Drumherum (Grillstand, Cocktailtheke etc.). Respekt an die "Kleinstadtkinder" für die erneut nahezu perfekte Organisation.

Was sonst noch war:
  • Es wurde wieder ziemlich oft "Ficken" gesagt!
  • Eigentlich sollten CURIOUS nach ALITAVE spielen, wurden aber wegen keine Zeit durch Intar aus Lettland ersetzt, den Straßenmusikanten aus der Bahnhofsunterführung. Witzige Sache, auch wenn der nachher nur ein Set spielte und leicht knülle war... ;)
  • Überragende Kleintierbeteiligung: Zwischen den Bänken vor uns waren dauernd zwei Mäuse am rotieren, was der ein oder anderen dort sitzenden Dame leicht unanngenehm zu sein schien.
  • Mir lief das erste Tattoo von einem meiner Layouts über den Weg. Nein, es war kein Einhorn mit Penis... Wir sind aber ganz drüber weggekommen das noch zu fotografieren. Muss nachgeholt werden!
  • Plan für's nächste Jahr steht: Wir reisen da mit dem Boot an! Haters gonna hate! :D
  • Lustig was für Leute sich da an den Tischen verstecken, die man erst trifft wenn man nach der Veranstaltung Richtung Palazzo aufbricht... ^^
  • Im Rockpalast wurden nacheinander unsere Bandshirts gespielt. Aufmerksamer DJ, sehr brav! Reign in blood, ftw!!!
Danke noch mal an alle angenehmen Menschen mit denen ich an beiden Tagen unterwegs war. Jetzt ist dann ja auch erstmal Sommer(loch) und so, aber folgende Sachen könnt ihr euch schon mal im Kalender eintragen. Wer noch mehr weiß kann gerne noch Veranstaltungshinweise schicken:
  • 13.08.14: Joe Ginsberg & John Allen (Kumpels von Chuck Ragan), Travels & Trunks, Henning Basler - JuZ "Jam" Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Meppener Stadtfestes (www.facebook.com/Kleinstadtfest)
  • 19.09.14: Rock am Pferdemarkt - Lingen
  • 03.10.14: Big Balls Cowgirl (Record Release), Steeldrive - JuZ "Jam" Meppen
  • 14.11.14: Giants, Drones, The Affected, tba - JuZ "Jam" Meppen

Dienstag, 13. Mai 2014

Konzerte: Triple-Konzertweekender (RED CITY RADIO etc.) | 08.-10.05.2014 | Oberhausen, Meppen, Osnabrück

Auf Konzerte geh ich ja viel und oft. Der Kram den ich hier auf dem Blog breittrete betrifft ja eigentlich "nur" die mehr oder weniger lokalen Shows. Letzte Woche wollte es die Fügung dann, dass drei coole Konzerte direkt hintereinander fielen, also schnallte ich den Ranzen für 'nen feinen Konzertweekender.

Los ging's am Donnerstag, den 08.05., im "Druckluft" Oberhausen. Ich musste zwar am nächsten Tag arbeiten, aber im Grunde genommen ist Oberhausen ja kein Akt - eben die A31 runterknallen und in knapp anderthalb Stunden kann man quasi direkt vor der Druckluft-Haustür sportlich einparken. Easy! Da wir (mein Mädel und ich) relativ oft in OB sind, ist das auch immer ein nettes Bekanntentreffen mit den Leuten aus der NIMRODS-Clique - alte Düsseldorfer Bekannte waren auch da und mit NEON BONE Lars auch der Toptyp schlechthin aus Münster.


Also erstmal großes Hallo und dann mussten NEON BONE (Facebook-Page) auch schon auf die Bretter. Eigentlich ist die Band das Soloprojekt vom bereits genannten Lars, der irgendwann 2012 oder so mal zwei Wochen Urlaub hatte und aus Langeweile im Alleingang ein ziemlich knorkes Demotape eingespielt hat, das absolute Premium-Poppunkware irgendwo zwischen den RAMONES und WEEZER bot.

Seitdem wurde NEON BONE ein kleiner Selbstläufer (ein paar Singles und brandneu ist das erste Album erschienen) und mittlerweile gibt's auch 'ne Backingband - die Lars mir mit den Worten anpries: "Der eine hat kein Auto, der andere is'n Chaot und der dritte kommt aus Wuppertal!" Klang also vorab schon nach einer 1A-Rummeltruppe, haha! Der Auftritt war dann auch relativ rumpelig (ein Gitarrist öfter mal in falscher Tonlage etc.) aber durchaus sympathisch. Ich find die Band halt geil, daher lass ich nix auf die kommen, auch wenn sie vorher vielleicht doch besser noch mal geprobt hätten, haha!

Wenn ich das richtig erkannt hab (der Beleuchter im Druckluft hatte wohl Urlaub, daher war's auf der Bühne ziemlich finster), hat der Schnurrbart-Gitarrist sogar durchgehend HiSpeed-Downstrokes gespielt. Hut ab, Johnny Ramone wäre stolz gewesen und mir wahrscheinlich nach 2 Songs die Hand abgefallen, haha... Und an singende Schlagzeuger werde ich mich wohl auch nie gewöhnen, das irritiert mich immer total, hehe! Nichtsdestotrotz feiner Auftritt, bin harter Fan!


Hauptgrund unserer Kommens waren aber die entzückenden SPAZZYS (Facebook-Page) aus Australien! Ein reines Mädelstrio, die ebenfalls exzellentesten RAMONES-inspirierten oldschool Poppunk zelebrieren und die ich irgendwie auf jeder ihrer Europatouren bisher verpasst hatte. Zwischendurch hatten die auch glaub ich mal Krach mit einer Plattenfirma und waren 'ne ganze Zeit nicht auf Tour, aber an diesem Donnerstag war Zeit alles nachzuholen.

Die Show war dann auch wunderbarst, die Drei zockten sich durch massig Hits, die militant-fundamentalistischen Oberhausener Poppunk-Ultras feierten hart mit und eigentlich gab's keine Durchhänger, bis vielleicht auf einen leicht schnarchigen neueren Balladensong. Klang fast wie ein Weihnachtslied, aber ich lass es ihnen mal durchgehen. Die Schlagzeugerin lief auch zur Höchstform auf und wollte - bereits vollkommen durchgerockt - irgendwie immer mehr Songs spielen, als die anderen beiden Damen schon die Stecker aus den Gitarren gezogen hatten. Dafür gibt's noch mal ein extra Fleiß-Sternchen für einen auch so schon guten Auftritt!

Wegen anstehender und bereits erwähnter Maloche am nächsten Morgen machten wir uns danach aber auch relativ schnell auf die Socken. Vorher erzählten wir noch einem ausgewählten Fachpublikum, dass Helene Fischer meine Cousine ist. Ich muss jetzt für Oberhausen Autogramme mit Widmung besorgen, puh, was hab ich mir da wieder eingebrockt... Erst jetzt checkte ich übrigens, dass zeitgleich im gleichen Gebäude noch eine EGOTRONIC-Show stattfand. Scheiße, da hätte man ja noch auf 2 Hochzeiten tanzen können, haha... Anekdote nebenbei: Es waren mindestens drei Leute mit längerem Bart da als ich! Und ich muss noch mal die Frage in den Raum werfen: Kennt sich jemand mit der Wechselwirkung von Grippostad C und Alkohol aus? Erkältungsbedingt war ich quasi vollgepumpt mit dem Zeug und fühlte mich nach nur vier Bier ganz schön wunderlich auf'm Beifahrersitz - und musste auch noch Navigationstätigkeiten übernehmen... Oje! Irgendwann gegen halb 2 kamen wir aber wohlbehalten wieder in Minus Rockcity Meppen an...


Nach viereinhalb Stunden Schlaf und massenhaft proletarischen Heldentaten während des durchstandenen Arbeitstags, konnte dann am nächsten Tag der Freitagabend starten. Mit RED CITY RADIO war im Meppener Jugendzentrum "Jam" 'ne ziemlich große Nummer am Start, da war also durchaus mit vollem Haus zu rechnen. Als ich mich um circa 20:05 Uhr noch beim entspannten Vorglühen an der Herzog-Arenberg-Straße befand, erreichte mich (irgendwie scheinen viele Leute zu denken, dass ich immer alles weiß) der erste halbpanische Anruf, ob denn schon ausverkauft sei... Das nahm die 5-köpfige Taskforce dieses Abends dann mal zum Anlass loszuschlendern, um vor'm "Jam" tatsächlich zahlreiche Kennzeichen aus Oldenburg, Emden und Osnabrück vorzufinden. Linderner Dorfprominenz war auch vor Ort, also schon gut was los. War aber ja zu erwarten gewesen. Wir kamen problemlos rein, da stand der Ticker so bei 50-60 zahlenden Gästen. Eine gute Stunde später sah's dann so aus:


Also: Die Bude war voll! Randvoll! Dumm nur, dass mir bei meiner Ankunft bereits die Burschen von ALITAVE (www.facebook.com/ALITAVE ) entgegenkamen, deren Auftritt gerade zu Ende war, als ich ankam. Sorry, aber das scheint auch langsam ein Runninggag zwischen mir und der Band zu werden, wenn ich mir das HIER nochmal so durchlese, haha...

Danach fingen dann ziemlich direkt die immer noch sehr bärtigen PERDITION (www.facebook.com/theperdition) aus Texas an, die schon im letzten Jahr - fast auf den Tag genau - eine ziemlich coole Show hingelegt hatten (HIER nachzulesen). Auch diesmal war's wieder sehr gut! Wikipedia klärte uns vorher auf, dass die Musikrichtung jetzt übrigens Orgcore bzw. Beardcore heißt ... und auf der PERDITION-Facebookseite schrieb jemand: "'meppen' in Dutch means 'hitting someone'" ... na ja, Quatsch mit Soße, Hauptsache die Mucke passt und das tat sie... Geschlagen wurde auch niemand, auch wenn sich rechts neben mir der nordwestdeutsche Emopunk-Oi!-Mitgröhl-Klatsch-und-Schunkelclub breit machte und mir gerne die Hand ausgerutscht wäre, hehe... Mitklatschen auf Punkrockshows - schlimmstenfalls noch im Stadionrockstyle mit den Händen über dem Kopf - finde ich ja ganz schön anstrengend! Aber heutzutage wird das von den Bands ja auch noch forciert, im "Mitmachprogramm"... Gruselig! Aufhören damit! Sofort!

Na ja, muss ich mich wohl schlimmstenfalls dran gewöhnen. Punkrock ist ja schon seit ein paar Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen - da kann man auch mal Bruce Springsteen toll finden, das BLACK FLAG Logo in Grafikdesign-Seminaren analysieren, DIE TOTEN HOSEN auf CDU-Wahlparties laufen lassen und ein RAMONES-Shirt macht bekanntlich auch keinen Sommer mehr (jedenfalls nicht seit die Teile mit Strassbesatz und von Inderkindern gestickt auf'm H&M-Grabbeltisch zu haben waren und jede Fashion-Dummbratze sich so einen Fetzen gekauft hat). Schöne neue Welt...


Doch ich schweife ab! PERDITION waren wie bereits gesagt sehr gut, auch wenn sie die Leute ebenfalls mitklatschen lassen wollten, wenn ich mich recht entsinne. Gibt aber nur 'nen kleinen Abzug in der B-Note. Gute Band bleibt gute Band. Als Headliner waren dann RED CITY RADIO (www.facebook.com/redcityradio) aus Oklahoma am Start, von denen ich auch irgendwie gar nicht mitbekommen hatte, dass die plötzlich auf der Beliebtheitsskala so durch die Decke gegangen sind. Im Spätherbst 2011 hatte ich die mal im Bremer G18 gesehen, einem klitzekleinen Squat, da waren die noch Vorband von den TERRIBLE FEELINGS und NIGHT BIRDS. Tja, seitdem hat sich wohl so einiges getan in Sachen Popularität. Aber ist mir auch egal, ich leb halt konsequent am Trend vorbei und das ist auch gut so, haha...

PERDITION kamen schon gut an, aber das Publikum ballte sich bei RED CITY RADIO dann im Konzertraum und ich glaube es purzelten schon im ersten Song Leute auf die Bühne und rissen Mikrofonständer um. Die Band nahm's aber souverän, zack zack ging's weiter und es entwickelte sich direkt eine Riesenparty bei der die ganze Bude vollkommen steil ging! Ehrlich, es waren ja schon einige wilde und tolle Shows im "Jam", aber die RED CITY RADIO Show rechne ich jetzt mit ein paar Tagen Abstand mal locker zu den stimmungsmäßigen Top 5! Da die Meute ganz schön in Bewegung war, befürchtete ich fast noch einigen Sachschaden, denn das JuZ-Team hatte wieder allerlei technisches Equipment (Stativ-Kamera, Laptop zum Mitschneiden) recht optimistisch ungesichert im Raum verteilt. Aber ich glaube es ging noch glimpflich ab. Es sah aber auch mal so aus, als wollte sich ein Stagediver an die Scheinwerfer-Aufhängungen an der Decke hängen, da hätte es wahrscheinlich ein absolutes Rigips-Massaker gegeben, haha...

Also, wie ihr hört/lest: Das war eine ziemliche Bombenshow, da spar ich mir jetzt mal großartige Beschreibungen! Angst macht mir immer nur die Stimme vom RED CITY RADIO Sänger, weil die sich dermaßen fertig anhört - unglaublich! Aber das war schon 2011 so, eigentlich unfassbar, dass das Organ bis heute durchgehalten hat...


Absolut bemerkenswert war übrigens der Zeitplan. Als RED CITY RADIO durch waren, war es höchstens 22:45 Uhr! Also nix mit Überziehen diesmal... Wie immer bei übermäßigem Besucherandrang wurde auch wieder das Bier knapp, so dass ich nachher schon Herforder in der Hand hielt. Junge Junge, da wurden Erinnerungen an erste Vollräusche wach... Der PERDITION-Gitarrist mit den tollen Korkenzieherlocken quatschte mich noch auf dem Klo an und meinte er würde mich noch vom letzten Jahr kennen, ich wäre ein "recognizable guy"... Zum Glück hatte ich die Hose da schon wieder zu, haha... Als mir danach von einem Abgesandten der (ebenfalls sehr stark vertretenen) Haselünner-Crew wieder Gruselgeschichten über Lockstedter Schnaps erzählt wurden, war es aber Zeit zu gehen, denn das ist Teufelszeug über das nicht geredet werden darf!

Wegen früher Uhrzeit noch kurz 'n großen Long Island im Havanna geschlürft, gute Mische, danke liebe Bardame. Dann Rockpalast, da war's noch ganz angenehm wenn ich mich recht entsinne. Die Bands sind zwar nicht mehr aufgetaucht, aber George verwickelte mich noch irgendwie in ein viertel- bis halbstündiges Intensivgespräch und ich glaube ich konnte ihm noch ein paar Flöhe ins Ohr setzen, hehe... Bester Mann!

Am Samstag, 10.05., stand dann wieder eine Auswärtsfahrt an, diesmal nach Osnabrück zum "Punk Fest #3". Da spielten u. a. die SONIC AVENUES aus Montreal/Kanada, die ich im April 2011 schon mal nach Meppen geholt hatte, was in einer denkwürdigen Partynacht gipfelte, die ich meinen Lebtag nicht vergessen werde! Mit in Osna am Start waren die NEEDLES//PINS aus Vancouver, deren Debütplatte ich vor ca. einem Jahr fast mal rausgebracht hätte, bis ich dann aufgrund blöder Unvorhersehbarkeiten mein Mini-Plattenlabel erstmal auf Eis legen musste. Schade, ist nach wie vor ein absolutes Hitalbum!


Das Ganze fand im "Bastard Club" statt, was bekanntlich ein ganz feiner Laden ist (vor allen Dingen weil ein "Minus Rockcity" Aufkleber zentral am Bühnenpfeiler klebt, hehe), der aber - ähnlich wie alle Meppener Locations - mit nervigen Vorgaben für Livemusik zu kämpfen hat. Auch hier müssen alle Shows schon um 23 Uhr beendet sein! Bei mehreren Bands bedeutet das also frühen Beginn, so dass wir trotz zeitiger Anreise schon die erste (lokale) Vorband verpasst hatten und die NEEDLES//PINS (Facebook-Page) um ca. 19:50 Uhr bereits ihre ersten Songs spielten.

Der Auftritt war aber ganz vorzüglich! Vorher hatte ich das schon mal als feinsten schrägen Garagerockpop angepriesen, den alle Meppener Jutetaschen-Hipster sicher erst in 2-3 Jahren abfeiern werden, weil's momentan noch nicht trendy genug ist. Aber wie ich weiter oben schon festgestellt habe, lebe ich ja offensichtlich konsequent am Trend vorbei - dementsprechend werden die NEEDLES//PINS vielleicht auch ewiger Geheimtipp bleiben, haha... Ist mir auch vollkommen egal, weil die geil sind! Das wissen die und das weiß ich, das reicht! Wem aber Namen wie BLACK LIPS, AUDACITY oder Ty Segall was sagen, der sollte sich die unbedingt mal anhören! Mit "Drop it" haben die auch einen so dermaßen beschwingten Sommerhit im Programm, dass ich glatt den seit Tagen anhaltenden Dauerregen vergaß... Grandios!

Was leider noch ein bisschen fehlte war das Publikum. Allerdings standen die SONIC AVENUES in der ersten Reihe und feierten ihre Kollegen bedingungslos ab. Ich gesellte mich dazu und wurde gleich von zig Kanadiern gedrückt - wunderbar, da weiß man dann wofür man den Kram macht den man so macht! Also: Dicke Wiedersehensfreude! Bzw. Kennenlernfreude, denn die gerade von der Bühne wankenden NEEDLES//PINS kannte ich noch nicht persönlich (nur durch ausgiebige Mailkonversation und ein Interview was ich mal mit denen gemacht hatte), die waren zum ersten Mal auf Europatour. Auch großartige Menschen, wenn auch ein bisschen kurz geraten, haha!

Die SONIC AVENUES (www.facebook.com/SonicAvenues) mussten direkt danach auf die Bühne, also koordinierten wir uns erstmal mit ein paar mittlerweile eingetroffenen Bekannten (ein unglaublich gutaussehendes Dreigestirn aus Rieste-Punkrockcity) und sahen dann eine prima Show von den vier Burschen aus Montreal. Unglaublich energetischer Punkrock/Powerpop, die werden wirklich immer besser! Und eine komplette Rickenbacker-Gitarrenfront, sieht man auch nicht alle Tage! Eine halbe Stunde Action, alle waren begeistert und wahrscheinlich dachte halb Osnabrück was ich denn für ein asozialer Dorfpromi bin, weil die Band mir auch noch irgendwie zwei Songs widmete, haha... Fame-evening!


Den Headliner machte an dem Abend SONNY VINCENT (Facebook-Page), ein absolutes Urgestein aus New York City. Der ist damals tatsächlich zeitgleich mit Bands wie den NEW YORK DOLLS und den RAMONES (wie oft hab ich in diesem Bericht jetzt eigentlich schon die RAMONES erwähnt, unglaublich, haha...) angefangen und immer noch unterwegs! Das riecht jetzt wahrscheinlich 10 Meter gegen den Wind nach Altherrenrock, aber nee, der Typ bringt's noch, definitiv!!!

Vor ein paar Jahren hatte ich den mal in Münster gesehen, da war der schon sehr gut. Das hat der gute Sonny an diesem Abend noch mal unterstrichen. Diese alten Punkrock-Alphatiere sind ja fast jedes Jahr mit einer anderen Backingband unterwegs, diesmal hatte er zwei jüngere Burschen dabei: 1x Schlagzeug, 1x Gitarre (komischerweise 'n 7-Saiter), kein Bass. Mit der Besetzung ging es dann los wie die Feuerwehr! Ehrlich, so einiges was heutzutage unter dem Banner "Punk'n'Roll" unterwegs ist, spielt SONNY VINCENT heute noch an die Wand. Das einzige Manko an diesem Abend: Nach gut 20 Minuten war Feierabend! Eine einzige Zugabe hat die Band nach vehementen Forderungen noch gespielt, danach: Ende Gelände! Okay, für mich passte das soweit - ich kann mit kurzen Shows leben wenn die Energie vorher stimmte. Aber einige Leute waren echt angepisst. Später hörte man aber, dass die neue Besetzung wohl noch kein längeres Liveprogramm im Kasten hat... Hmmm... Lass ich mal so stehen...


Anschließend grätschte ich noch einmal durch den Merchstand der NEEDLES//PINS und SONIC AVENUES, die mir irgendwie auch noch alles schenken wollten. Herzensgute Menschen, ich war nach Kräften bemüht mich zu revanchieren! Wir rauchten Elektrozigarette mit Coconut-flavor und ließen natürlich auch noch mal die "legendary night in Meppen" Revue passieren. Speziell "Pita Tuna" und "Russisch-Koks" waren noch ein Begriff. "Rock-Palace" sowieso, haha! Und Eingeweihte wissen: Der Drinking-Contest-Cup ging damals nach Kanada! Und da bleibt er auch! Um genau zu sein, wollte damals wieder jeder hart angeschickerte Meppener Quartalstrinker im Rockpalast Trinkwettbewerbe mit der Band starten. Bassist Jamie nahm die Herausforderung jedenfalls an ("Is it for speed or for quantity? I'll beat you in speed!") , in Form von Bierglas-exen an der Theke. Es folgte eine desaströse Niederlage für Meppen! Innerhalb von 2-3 Sekunden hatte Jamie sein Glas leer! Beer chugging galore!!! Der Meppener Kontrahent (Name ist der Redaktion bekannt) brauchte gefühlte 30 Sekunden länger und ging schnurstracks danach kotzen!

Da Jamie aber mittlerweile gar nicht mehr Bass bei den SONIC AVENUES spielt, sondern stattdessen Anwalt in New York ist, war ich eigentlich davon ausgegangen, dass er nicht mit auf dieser Tour ist. Und was war? Da stand der Bursche in voller Pracht hinter'm Merchtisch und verprasste seinen kostbaren Jahresurlaub als Tourmanager für seine alte Band! Da kein weiterer Meppener vor Ort war um Jamie rauszufordern, kann ich hiermit als offizieller Unparteiischer (Mein Lebensmotto: Bier ist nicht zum spielen da!) feshalten: Der Cup bleibt in Kanada! Wenn ihr rechtliche Probleme habt könnt ihr Jamie allerdings jederzeit in seiner Kanzlei in NYC anrufen... ;)

Chugging-contest-winner Jamie D., rechts im Bild! Offizielles Beglaubigungsfoto!
Der Gewinn wurde in Bier ausgezahlt ... wir trinken das da gerade. Prost ihr Loser! ;)
Die Kanadier mussten danach aber sehen, dass sie ihre Pennplätze und sonstiges klarbekommen, da gab's irgendwelche Komplikationen. Ich wünschte mir derweil oben in der Punkerkneipe CHAOS Z, was auch tatsächlich gespielt wurde - geil! Letztes Bier, dann ab nach Hause ... auf dem Parkplatz noch mal Knutschereien mit halb Kanada, die gerade noch am Bulli packen waren. Allmählich wurde es unverantwortlich, ich glaube die hätten mich mitgenommen wenn ich nicht aufgepasst hätte, haha... Hab's dann doch ins Auto geschafft, auf dem Rückweg auf einem dunklen Waldparkplatz bei Fürstenau beim pinkeln gehen noch fast fatal auf's Maul gelegt (ich hab da in der Finsternis aber gefühlt 'n Flicflac hingelegt, hat nur leider keiner gesehen) und im Palast noch die unglaublich wichtige News erfahren, dass Conchita Wurst den ESC gewonnen hat. Ich sag's ja: Bart liegt voll im Trend!

Da im Palast aber kaum was los war haben wir uns nur kurz "Pet Sematary" von den RAMONES (da sind sie schon wieder) gewünscht und dann ab nach Hause und ausschlafen für Muttertag. So geht's dann in den nächsten Wochen weiter (wenn ich was vergessen hab bitte Message):
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival (Lygo, Sally Jenko + 2) - JuZ "Jam"
  • 24.05.14: Benefizkonzert (Project X, Civil Courage etc.) - Waldbühne Ahmsen
  • 14.06.14: The Lion & The Wolf, Katie Malco, Chris Möhlenkamp - JuZ "Jam"
  • 28.06.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula, Käfer K - JuZ "Jam"
  • 25.07.14: Rock unter Linden - Schülerwiese
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Montag, 13. Januar 2014

Konzerte: WIND UND FARBEN, ZERO ABSOLU, KAZIMIR, NO SURPRISING NEWS, ALITAVE | 11.01.2014 | JuZ "Jam", Meppen

So, auf geht's 2014: Ich selbst hab mich in Sachen Konzertveranstalterei ja vorerst mal "in den Ruhestand" zurückgezogen, daher bescherte mir diesmal "Manatee Entertainment" den Start ins Konzertjahr. Das ist dem Yogi seine neues Baby unter dessen Banner er seit ein paar Wochen Konzerte veranstaltet (könnt ihr auch auf Facebook liken, siehe HIER). Gute Sache, Yogi etabliert da ja seit einiger Zeit Konzerte für Bands im Spannungsfeld Emo, Indie, DIY, Punkrock, Hardcore etc., so dass das "Jam" mittlerweile auch über die Grenzen des Landkreises hinweg ein Name für Bands und Hörer dieser Genres geworden ist. Da mit NO SURPRISING NEWS an dem Abend kurzfristig noch ein Solomusiker auf den Zug aufgesprungen war, gab's am Samstag den 11. Januar folglich sogar fünf statt der ursprünglich angekündigten vier Acts zu sehen...


Da sich am Vorabend noch mein Lieblingsbackenzahn in diverse Einzelteile zerlegt hatte, war ich natürlich entsprechend "gut drauf" (geht so) und irgendwie auch spät dran, so dass ich ALITAVE (www.facebook.com/ALITAVE) leider verpasst hab. Wenn ich in der Vergangenheit Konzerte organisiert hatte, waren die Burschen (in Fachkreisen auch EVATILA genannt) ja desöfteren meine Geheimwaffe, weil ich die so circa ein gefühltes halbes Dutzendmal als Vorband dabei hatte. Tja, an diesem Abend hab ich's verbimmelt, sorry... Aber ich will nich mit nützlichen Hintergrundinfos geizen, es war nämlich der erste Auftritt nach ca. anderthalb Jahren, Jonas soll etwas Krach mit'm Bass gehabt haben, weswegen seine Mitmusikanten zu späterer Stunde schon fleißig nach einem Livebassisten Ausschau gehalten haben. Und Maik hat auch zwischenzeitlich eine neue Band (u. a. mit SEARCHING FOR SAM Leuten) am Start, die noch einen fähigen Sänger sucht. Also wenn ihr was könnt am Mikro, ruhig mal melden...

Erste Band des Abend für mich waren KAZIMIR (www.facebook.com/kazimirband) aus Hamburg bzw. Kiel, die mir vorab unbekannt waren, aber ganz schmissigen deutschsprachigen Schlau-Punkrock machten, mit viel Melodie und Dampf. Gefiel mir sehr gut! Die Band hatte an dem Abend aber irgendwie die Seuche, da denen ständig Saiten rissen und eigentlich fast zu jedem zweiten Song eine Gitarre neu bespannt werden musste, oje... Insofern noch ärgerlicher, da das "Jam" an dem Abend groß aufgefahren hatte was Kameras anging und da fleißig Videos mitgeschnitten wurden. KAZIMIR hatten 2-3 Songs abgesprochen, die aufgenommen werden sollten ... und ich glaub bei jedem dieser Songs ist wieder irgendein Scheiß passiert, haha... Na ja, das beste an guten DVDs sind ja auch immer die Extras mit den Pannen, von daher kann man's ja sportlich sehen. Den Song den ich mitgeschnitten hatte brachte die Band allerdings unfallfrei zu Ende, zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, dass mein neues Handy sich noch eingewöhnen muss und die Bildqualität generell an diesem Abend etwas matschig sein könnte... Ich denke die Leute vom "Jam" werden dann bald die HighEnd-HD-Megastreifen raushauen, da kann ich eh einpacken, bin gespannt... ^^ Bevor hier aber zu viel von Pannen die Rede war: KAZIMIR waren echt gut, für mich die beste Band des Abends!


Als nächstes kamen WIND UND FARBEN (www.facebook.com/windundfarben) aus Neumünster - die waren mir ebenfalls unbekannt und als "Emo-Math-Punk" angekündigt ... oh oh, hörte sich nicht wie etwas an, was bei mir Begeisterungsstürme hervorrufen würde, haha... So kam's dann auch: Verkopfte deutschsprachige Frickelmucke, oft ins jazzige abdriftend, kryptische Texte, alles was so einfach gestrickte Typen wie mich leicht überfordert, hehe... Aber man muss ja auch die Fähigkeit besitzen, sich aus so einem Auftritt das rauszuziehen was einem gefällt - ich find's zum Beispiel immer sehr interessant und mutig, wenn ein Sänger oft diese ganz hohe Kopfstimme einsetzt und das machte der WIND UND FARBEN Frontmann desöfteren. Optisch fand ich lustig, dass die drei Typen jeder für sich wie so Subkulturprototypen aussahen: Der Sänger eher so der schüchterne leicht muckelige Typ mit Bart; der Bassist der introvertierte Charakter, mit großer Nerdlakritzbrille und ins Gesicht gezogener Hoodiekapuze; und der Schlagzeuger der spindeldürre Indietyp mit Popperfrisur... Ach ja, ich drifte schon wieder ins Schwafeln ab, von daher: WIND UND FARBEN waren nicht ganz so meins, hatten aber Songs wo andere Combos vielleicht vier draus machen und am besten macht sich da jeder sein eigenes Bild, denn ein Video hab ich wie immer auch parat:


Mit ZERO ABSOLU (www.facebook.com/zeroabsolumusic) folgte dann ein alter Bekannter, nämlich Nak, der mit seiner Band SPORT im letzten Jahr schon mal im "Jam" gespielt hatte (siehe HIER). Als Pogge und ich ihn vor'm Auftritt mal aus Versehen in der Zwischentür zum Konzertraum zwischen uns eingeklemmt hatten (der war locker zwei Köpfe kleiner als wir, da kann man den ja mal übersehen), dachte ich schon, dass er sich gar nicht mehr traut aufzutreten - hat er aber dann doch gemacht. ;) ZERO ABSOLU ist jedenfalls sein Soloprojekt und da hatten wir vorher schon raunen gehört, dass das ziemlich abgefahren sein soll - war es dann auch! Zuerst mal liefen die ganze Zeit kleine Filmchen im Hintergrund auf einer Leinwand, was natürlich schon mal eine ganz eigene Atmosphäre schaffte.

Der Auftritt selbst war dann total verrückt, wenn man dem Burschen zuguckte, was er da machte. Er spielte oft Gitarre, legte den Sound dann in ein Loop, schmiss die Gitarre weg, schnappte sich den Bass, legte den Sound dann wieder in ein Loop, schmiss den Bass weg, drehte was an seinem Laptop, fummelte was an den Keyboards, schrie wieder ins Mikro ... das war schon echt abgefahren, da von der Denke her mitzukommen, nach dem Motto: "Wie hat er das jetzt wieder gemacht?" Äußerst interessant auch von der Warte: "Bemerkenswert, dass es Leute gibt die so etwas können." Ich hab schon viel gesehen in meiner Konzertbesucherkarriere, aber sowas auch noch nicht! Musikalisch war's aber auch wieder nicht so ganz meine Baustelle, oftmals hörte sich das an wie ein heftig-psychedelischer Drogentrip. Eine Mischung aus Noise, Elektronik, Hardcore, Math-Rock usw... Auch hier verweise ich gerne wieder auf's Video, für das ich 10 Minuten meinen rechten Arm in die Höhe recken musste. Meine Fresse, der Führer wäre stolz auf mich gewesen. Für alle denen das Video vielleicht zu anstrengend ist: circa ab Minute 4:45 gibt's Titten - viel Vergnügen! ^^


NO SURPRISING NEWS bestritt dann den Abschluss des Abends, ein Solo-Akustikmusiker, der kurzfristig dazu gekommen war, weil er ohnehin mit KAZIMIR und WIND UND FARBEN unterwegs war, wenn ich das richtig interpretiert hatte. Während des KAZIMIR-Auftritts hatte der junge Mann sich schon als unermüdlicher Gitarrenreparateur hervorgetan, seinen Stil umschrieb er selbst als "deutschsprachig akustisch gespielten Emo-Punk" und er bat vor'm Auftritt um Ruhe, da er unverstärkt und ohne Mikro spielen wollte.

Oh oh, Nachtigall ik hör dir trappsen, da war doch was?!? Ja ja, nach dem TIGERYOUTH Auftritt im Oktober hatte ich mich da schon mal drüber ausgekotzt (nachzulesen HIER), dass der während des Auftritts Leute aufgefordert hat zu gehen, die während seines Sets gelabert hatten... Deswegen will ich hier jetzt keine Grundsatzdiskussion anfangen. Vorweggenommen sei mal, dass bei NO SURPRISING NEWS nichts dergleichen passierte und der Auftritt ganz easy ohne Rausschmisse durchlief. Aber als jemand der sich seit über 15 Jahren in der DIY-Punkrock- und Hardcoreszene bewegt, werden mir diese "Ihr müsst jetzt alle mal 30 Minuten ruhig sein, denn ich spiel hier jetzt und benutze dazu absichtlich weder Verstärker noch Mikrofon" Ansagen immer sauer aufstoßen. Find ich kacke, Punkt!

Ich könnte jetzt auch noch was davon erzählen, dass das musikalisch ebenfalls nicht meins war ... oder dass dieses in Emotionen versunkene Schreien und Hauchen oftmals statt intim-rührender Lagerfeuerromantik bei einigen gerne auch mal Fremdscham hervorruft (zumindest z. B. bei meiner holden Gattin) ... und dass ich irgendwie generell das vollkommen subjektive Gefühl nicht los werde, dass dieses Solo-Emo-Akustik-Ding gerade immer angesagter wird und gefühlt an jeder Ecke Künstler dieser Couleur auftauchen ... damit würde ich NO SURPRISING NEWS ja auch Unrecht tun, denn der Junge kann ja nichts dafür, dass ich so ein kleines Problemchen mit diesem "Genre" hab, haha...

Es ist halt das generelle Problem, dass ich seit jeher mit dem Musikgenre "Emo" an sich hatte: Man packt da sehr ernst gemeinte Emotionen in Songs, man packt diese Emotionen dadurch in eine Form, macht sie abrufbar, konserviert sie quasi, und kann/muss/will sie dann beim (ab)Spielen neu durchleben und anderen "vorführen". Mit echten Emotionen hat das für mich dann nur noch wenig zu tun. Gerade durch diese Reproduzierbarkeit nimmt man echten Emotionen doch den Wert! Emotionen sind situations-, stimmungs- und auch anlassgebunden - Emotionen sind in einem Song in den seltensten Fällen "echt", wenn man den auf Knopfdruck spielt - und im Genre "Emo" soll halt nach meinem Empfinden permanent dieses Gefühl der "echten" Emotionen erzeugt werden ... für mich funktioniert das nicht ... außer man ist permanent in so einer sauertöpfischen Stimmung, wohnt im Jammertal und gefällt sich in dieser grüblerischen introvertierten Emo-Rolle. Da haben wir's ja auch schon das Wort: Rolle! Eine Rolle die man spielt ... vielleicht gar nicht mal bewusst ... aber dann noch in Kombination damit Regeln à la "Kein Quatschen während des Auftritts" aufzustellen ... nee nee, da ist was faul ... das riecht dann schon fast nach spießigem Kleinkunstmief! Und datt is ja wohl kein Punk mehr, Alter! Oi! ;)

Auweia, doch schon wieder 'n bisschen Grundsatzdiskussion gemacht, man sehe mir meinen Exkurs hier nach... ;) Weder will ich hier einem ganzen Genre die Existenzberechtigung absprechen, noch will ich im Speziellen TIGERYOUTH oder NO SURPRISING NEWS was Böses - letzterer kam sogar sehr gut an, an diesem Abend in Meppen (TIGERYOUTH im Oktober ja auch schon). Dementsprechend guckt euch das Video an und macht euch euer eigenes Bild - ist sicherlich besser als wenn ich hier nur rummotze, haha:


Das soll's dann auch erstmal gewesen sein. Alle Mädels deckten sich noch mit schicken Jutetaschen ein und ich denke mal, dass Yogi noch öfter solche Künstler am Start haben wird. Und das ist auch gut so! Von daher kann ich mich hier auf dem Blog bestimmt noch gelegentlich weiter echauffieren, hehe... Sonst wär's ja langweilig und im Endeffekt isses eh "nur" Musik und nix wird so heiß gegessen wie's gekocht wird. Blabla...

Die nächsten Konzerte solltet ihr euch dann vielleicht auch selber mal wieder live angucken, anstatt hier alles nachzulesen. Denn diese Show hätte durchaus noch ein paar mehr Gäste verdient gehabt. War aber auch so gut, auch wenn sich das da oben nach kurzem Überfliegen wieder alles liest als hätte ich nur was zu meckern gehabt, haha... Nee nee, ich hatte Spaß! Dass man hier und da vielleicht etwas nicht ganz so toll findet ist ja normal und Geschmackssache... Bier schmeckte auf jeden Fall, das ist die Hauptsache - allerdings hatte ich nachher ganz schönes Sodbrennen von dem ollen Astra, mannoman...

Es war übrigens auch im Rockpalast nicht allzuviel los, als wir von Teglingens bestem Campingmobil rüberchauffiert worden waren. Schien also generell ein lahmer Abend zu sein, so 2 Wochen nach Feiertags- und Silvesterfeierei... Dementsprechend kann ich auch keine crazy Aftershowgeschichten bieten, bis auf die wunderschöne Aktion vor der Propsteikirche, die wir auf dem Heimweg beobachten durften. Dort hatte ein fleißiger Tunichtgut 'ne Menge Fahrräder auf den Kopf gestellt, was bei den Besitzerinnen der Vehikel für einige Irritation sorgte. Hach, hab ich früher auch immer gerne gemacht - was hammwe jelacht! :D


So geht's konzertmäßig weiter, wir sehen uns am Tresen:
  • 25.01.14: Rock unter Linden - Bandcontest - JuZ "Jam"
  • 01.02.14: Attack Of The Monsters IV - JuZ "Jam"
  • 22.02.14: Poetryslam "Redeflussfahrt" (ausverkauft!) - Amisia
  • 01.03.14: Punkpalast Vol. 2 - Rockpalast
  • 29.03.14: Drones, Shine Bright & TMH - JuZ "Jam"
  • 09.05.14: Red City Radio, Perdition - JuZ "Jam"

Dienstag, 11. September 2012

Konzerte: 30 Jahre Rockpalast Meppen - Jubiläumsfestival

Lange war es erwartet worden, am 07. und 08.09.2012 ging es dann endlich über die Bühne: Das Festival zum 30-Jahre-Jubiläum vom Rockpalast Meppen. Ich denke mal, dass so ziemlich jede/r der/die zur Zielgruppe dieses Blogs gehört da schon mal mindestens einmal ein versumpftes Wochenende hingelegt hat, sofern er/sie nicht sowieso schon zur erweiterten Inventarliste des Ladens gehört. Und dass der Rockpalast dieser Tage seinen 30. Geburtstag feiern konnte war ja auch nicht immer so ganz sicher, denn permanente Schließungsgerüchte gehören ja zu dem Laden, wie die Pfütze ab 1 Uhr auf dem Boden der Herrentoilette. Man erinnere sich nur an die Farce, die da vor wenigen Monaten abging...

Die große Sause konnte also steigen und dafür waren gleich mal 2 Tage Open-Air angesetzt, coole Sache! Da könnte ein Rock'n'Roll-Traninigslager nicht schaden, dachte ich so bei mir, weswegen wir uns schon mal am Donnerstag (06.09.) ins Gleis 22 in Münster begaben. Da spielten DIGGER & THE PUSSYCATS aus Australien, mit denen ich am 16. November 2009 auch schon mal ein Konzert im Meppener Jugendzentrum gemacht hatte. Das war ein Montag, also standen damals eigentlich alle Zeichen auf scheiß Besucherzahlen ... war aber nicht so! Es war gut was los und so einige Meppener kriegten danach vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Denn DIGGER & THE PUSSYCATS sind nur 2 Typen, einer mit Gitarre, der andere mit Minimal-Standschlagzeug (1x Snare, 1x Stand-Tom, 1x Becken), beide singen. Und in der Formation bliesen die so ziemlich alles an die Wand, was jemals eine "komplette" Bandbesetzung in Meppen auf eine Bühne gebracht hatte! Die Meppener Tagespost titelte daraufhin ein paar Tage später mit "Australischer Musiker zerlegt seine Gitarre", da muss ich heute noch schmunzeln, das stimmte nämlich gar nicht. Frontmann Sam war nur leicht erregt darüber, dass ihm eine Saite gerissen war und warf sein Instrument daher etwas impulsiv von sich. Ich hab den Trümmer aufgesammelt und dann selbst hinter der Bühne eine neue Saite aufgezogen, alles noch voll funktionstüchtig! Aber Sam machte schon mit seinem Ersatzhobel weiter. Den kompletten Bericht von damals findet man auch noch HIER.

Konzertplakat zum DIGGER & THE PUSSYCATS Gig 2009. Hab ich damals auch selbst gezeichnet. Merke: Wenn Dir nichts Vernünftiges einfällt, dann verbrate einfach die naheliegendsten Klischees die Dir zum Heimatland der Musiker in den Sinn kommen... ;)
Nun ja, man könnte jetzt meinen diese australischen Randalebrüder hätten danach erstmal meine Wohnung zerlegt, aber weit gefehlt. Sam und Andy sind so ziemlich die sympathischten und pflegeleichtesten Typen der Welt, wir saßen noch die ganze Nacht bei ein paar Bierchen am Wohnzimmertisch, bevor ich die beiden am nächsten Vormittag schweren Herzens in die weite wilde Rock'n'Roll-Welt entließ. Allerdings sind wir eigentlich permanent in Kontakt geblieben und Andy hat sogar noch einen sehr coolen und witzigen "European Tourfood-Guide" für mein CRKO Fanzine geschrieben. Den kann man HIER nachlesen, auf Seite 70-72. Macht euch schlau über "Lunch at Flunch" und "Grünkohl, the green jewel of the earth..." ;)

Im Frühjahr 2012 war ich dann tatsächlich schon mit Marco - der die ganze Organisation für das Rockpalast-Festival machte - am überlegen, ob DIGGER & THE PUSSYCATS nicht auch dort spielen sollten, da schon feststand, dass die in dem Zeitraum touren. Letztendlich klappte das aber nicht, da beim Rockpalast auch eher Lokalbands mit direktem Bezug zum Laden spielen sollten. Gute Idee, von daher nicht schlimm, dass die Australier nicht dabei waren. Wir nahmen also das Konzert in Münster mit, was auch gleichzeitig den Tourneestart markierte. Erfreulicherweise durfte ich mit meinem kleinen Plattenlabel die beiden neuen Vinylsingles von DIGGER & THE PUSSYCATS mit rausbringen, also war das zeitgleich auch die Record-Release-Party! Wer Interesse an den Singles hat kann die übrigens HIER im Stream anhören und HIER kaufen... Verschiedene Vinylfarben, aller Schnick und Schnack... So, aber jetzt Werbemodus off... ;)

Als wir ankamen spielten THE SENSATIONAL SECOND COUSINS aus ... nanu ... Klazienaveen in Holland. Direkt hinter der Grenze also, haha, da hätte man auch zusammen fahren können. Ebenfalls ein Duo, aber eher in die klassische Rockabilly-Richtung, feine Sache. Dann war Zittern angesagt, denn DIGGER & THE PUSSYCATS waren noch gar nicht da! "Flugverspätung" ging durch den Ticker, aber um 22 Uhr ging die Tür auf und Sam und Andy standen auf der Matte, nachdem Sam (der seit Sommer in Europa lebt) im Alarmstart den armen Andy aus Schiphol abgeholt hat, wo der nach einer 36-Stunden-Odyssee (Melbourne, Indonesien, London etc.) endlich gelandet war. Und dann ging's direkt auf die Bühne und die beiden haben alles niedergerockt, und das obwohl sie seit 8 Monaten nicht mehr zusammen gespielt hatten. Hut ab! Andy kroch nachher aber auch wirklich auf seinem Zahnfleisch von der Bühne, der arme Kerl. Nachher haben wir aber beinahe noch ausgehandelt, dass die beiden nächstes Jahr auf meiner Hochzeitsparty spielen, haha... Mal gucken ob das klappt, geil wär's... (... kleine Anmerkung noch: Soeben erreichte mich die Meldung, dass den beiden Australiern in Berlin das Hotel unter'm Arsch weggebrannt ist! Zum Glück kein Personenschaden. Heiße Typen!)





So, nachdem sich der ein oder andere wahrscheinlich schon gefragt hat "Wann schreibt der Depp jetzt endlich was zur Rockpalast-Sause" ... keine Panik, jetzt geht's los!!! Dabei möchte ich mal von vornherein auf einen der wichtigsten Faktoren des Festivals hinweisen: Es herrschte tolles Wetter!!! Zwei wunderbare Spätsommerabende, da konnte von vornherein eigentlich fast gar nichts schief gehen! Ich hatte mir auch vorgenommen an jedem Abend früh da zu sein, das ging allerdings am Freitag in die Hose, so dass ich ALITAVE verpasste. Schade, aber die Jungs hab ich auch schon oft gesehen und selbst bestimmt schon ein halbes Dutzend Konzerte mit denen gemacht. Feine Burschen!

Dann folgte mit JAMMIN' JOHNNY & THE DISKOFUCKERS direkt die erste Überraschung des Wochenendes. Der Name sagte mir auf den Plakaten gar nichts und irgend jemand sagte vorher, die würden so eine Art "Party-Ska" spielen. Hmm... nicht die besten Voraussetzungen für mich, denn mit Ska kann man mich jagen. Auf der Bühne stand dann ein Typ mit Akustikgitarre, eine Bläsersektion und ein Typ der die Percussion auf einem Cajón machte. Und ich muss sagen, das Ganze war relativ geil, da das eher auf gutes Entertainment (okay, manchmal auch etwas zu viel Klamauk) angelegt war und auch starke Züge von Straßenmusik hatte, als die Musiker anfingen durch's Publikum zu rennen. Eine sehr gute Aktion, denn zu dem Zeitpunkt herrschte vor der Bühne noch der "emsländische Halbkreis" vor. Na ja, dieses geflügelte Wort sollte an beiden Abenden aber noch öfter die Runde machen, man kennt das ja... Später stand der Frontmann der Combo (also wahrscheinlich Jammin' Johnny höchstselbst) dann noch neben mir, als wir gemeinsam ein Gebüsch bewässerten. Einer der Trompeter ist wohl Meppener, er selbst kommt aus der Gegend um Hamburg und mit ihrer Band sind die in echter Straßenmusiker-Manier auch fleißig am rumreisen, unter anderem war auch kurz die Rede von Australien. Da könnten die ja evtl. mal mit DIGGER & THE PUSSYCATS Hotels niederbrennen, hehe...

Etwa zur gleichen Zeit liefen mir auch die Jungs von BIG TENNIS über den Weg, die auch alle alte Kumpels sind. Unfassbare Aktion: Deren Drummer Bo hatte einen Kuchen für mich gebacken! Da meine ehemalige Freundin und ich seit einem Monat ein frischgebackener Ehepaar sind, hatte der für uns einen frischgebackenen Kuchen mitgebracht! Unfassbar, ich war den Rest des Abends baff! Und der war noch warm und schmeckte großartig. Allerdings ist es für 2 Leute ein bisschen schwierig sich da in kurzer Zeit einen ganzen Kuchen reinzuverputzen, dementsprechend brachte ich den erstmal unter die Leute. Falls sich da also jemand über den komischen Vogel gewundert hat, der Kuchen verteilt hat ... das war ich!

Kuchen gab's! Aber leider keinen Kaffee, daher musste Bier herhalten, yummy :) DANKE BO!!!
Während der ganzen Zeit spielten natürlich auch Bands, um genau zu sein SEARCHING FOR SAM (die mir seit jeher - wie generell viele Harener Bands - viel zu schwermütig sind/waren) und FOOLS FROM STACK (gut, wie immer). Den Abschluss bildeten dann BIG TENNIS aus Lingen, da bin ich natürlich befangen, denn der Schlagzeuger hat mir halt diesen unfassbar guten Kuchen gebacken. Glaubt mir jetzt noch einer, dass ich die für die Band mit dem besten Pop-Songwriting und dem besten Sänger halte, die in den letzten Jahren dem Emsland entsprungen ist?!? Das riecht nach Bestechung! Na ja, ist ja auch egal, es sind halt auch einfach nur steile Typen! Gut ins Line-Up fügte sich übrigens auch deren neuer Bassist Philipp ein, der aber als Lingener Urgestein (u. a. ex-FATSO & THE RIGHTMAKERS) kein Unbekannter sein dürfte.



Während des gesamten Abends war natürlich großes Hallo angesagt, da massig Bekannte da waren, auch "länger nicht mehr Dagewesene". Also Smalltalk an allen Ecken und Enden, alles sehr angenehm. Nur war es nachher etwas schwierig in den Rockpalast selbst zu kommen, da war es leicht chaotisch am Einlass. Dementsprechend hab ich es mir dann nicht mehr angetan mich in der Schlange anzustellen, sondern hab noch eine Frikadelle auf die Hand genommen und bin mit meiner Liebsten nach Hause gestiefelt...

... was sich auch als weise Entscheidung herausstellen sollte, denn so war ich am nächsten Tag relativ fit und auch zeitig am Platz. TMH spielten zwar schon, aber das meiste vom Set bekam ich noch mit. Diese Band wollte ich auch sehen, da ich mit Sänger Peter bei der "Initiative 2.0" schon diverse Konzertprojekte mir durchgezogen hatte, mir seine Band aber immer ein Mysterium geblieben ist. Wenn nämlich mal die Chance bestand, dass TMH Support spielen sollten kamen immer dubiose Absagegründe, à la "Das geht nicht, da sind wir im Zeltlager" oder sowas, hehe... Der Auftritt beim Palast war aber ganz passabel, Melodycore mit englischen und deutschen Texten. Wobei ich von den deutschen Texten aber kein Wort verstanden hab, ich hoffe die haben keinen Quatsch gesungen. Ansonsten: Wenn kein Zeltlager ist seid ihr engagiert! ;D

Nach OUT OF PRACTISE (waren okay, werden mir aber mittlerweile zu schwülstig), TWEE-STAR (spielerisch mit am besten, litten aber auch etwas unter dem emsländischen Halbkreis) und BIG BALLS COWGIRL (von denen hab ich nicht viel mitbekommen, weil ich so eine "Rumlauf-Phase" hatte und im Rockpalast selber schon den ersten Russisch-Koks runterstürzen musste) kam dann (über eine kleine Solo-Einlage einer mir bekannten Person breite ich mal den Mantel des Schweigens) der Meister selbst: George Gambier, aka "Lord Cammy", der Chef vom Rockpalast. Bei den letzten Jubiläen war es ja schon Tradition, dass er immer noch ein paar Songs gesungen hat, diesmal also auch. Allerdings hatte er keine Backingband, sondern hat zu Musik aus der Konserve gesungen. Hm, wirkte ein bisschen komisch, aber okay ... hätte man dafür nicht KALTMIETE engagieren können?!? Wäre cool gewesen, aber ich weiß gar nicht ob es die noch gibt. Die Homepage existiert jedenfalls noch, da findet man auch alte "Lord Cammy" Songs: www.kaltmiete.de


Das Video hier ist übrigens der zweite Song den George gesungen hat, Gänsehautfeeling war schon dabei, wenn man sieht wie viele Leute da waren und jubelten. Danach begab ich mich allerdings direkt in den Palast, denn ... steinigt mich, aber ... ich bin nicht so ein Riesenfan von George's Kalypso-Pop, haha... Nicht böse gemeint, aber ich musste mich schon mal an der Theke festketten bevor sich da wieder Menschenmassen am Eingang drängelten. Es folgte dann auch mal wieder die Totaleskalation, denn so schlau wie ich am Vortag mit meiner frühen Abreise gewesen war, so dumm war ich am Samstag, als der Russisch-Koks in Strömen floss und sich mein Verstand allmählich gen Nirvana verabschiedete... Ja ja, das kennt man ja wieder, daher schreib ich jetzt auch mal nicht groß drüber, geschweige denn, dass ich noch was wüsste, haha...

Als Fazit kann ich eigentlich nur sagen: Absolut gelungene Veranstaltung! Prima Wetter, tolle und friedliche Stimmung auf dem Platz und im Laden (auch wenn ich draußen wieder ein paar braun angehauchte Honks rumlaufen sah) und jede Menge lange nicht gesehener Bekannter. Unter anderem auch aus alten Bands! Dennis von TWEE-STAR erinnerte sich z. B. bei einer Ansage noch an die ersten Palastauftritte mit seiner alten Band SAMPLAX, während vor der Bühne seine alten Mitmusikanten ihre Bierbäuche spazieren führten, hehe. Einen alten MORTAL FEAR Gitarristen sah ich leider nur von weitem, als er einen Bierstand belagerte (die teilweise mit den alten Thekenleuten besetzt waren, auch cool). Auf dem Platz hab ich noch mit Chrissy von den BATTLEDYKES geredet, der mit Timo von den BACKWOOD CREATURES vor 5 Jahren noch in der Palast-Jubiläumsband TEAM ZERO gespielt hat, damals mit dem Hit "Twentyfive years of Rockpalast". Timo war übrigens diesmal der Bühnentechniker und hat reihenweise auftretende Bandmitglieder verarscht, à la "Wie? Du willst ein Mikro? Kannst du denn überhaupt singen?" Wir standen dahinter und lachten uns ins Fäustchen, haha...

Ja, so war es also, das 30-Jahre-Rockpalast-Jubiläum. Eine schöne Sache war's und ich bin ganz froh, dass ich mit dem Entwurf des Jubiläums-Shirts auch ein bisschen selbst mit beteiligt war. Sollte jetzt ein großes Schlusswort folgen? Oder noch zeilenlange George-Beweihräucherung? Nee, das lass ich mal lieber... Nur kurz: Hut ab, dass George das so lange durchgehalten hat, trotz der massiven Schwierigkeiten! Bei allem Respekt vor dieser Leistung bin ich aber nicht so ein großer Anhänger dieser George-Ikonisierung, wie sie gerne von diversen Leuten betrieben wird. Der alte Mann ist ein guter Typ und ein Meppener Original, keine Frage! Aber wer z. B. schon mal eine Party mit ihm abgerechnet hat, der weiß, dass er da - mal ganz unromantisch gesagt - auch "nur" ein Geschäft führt. Und ich finde auch, dass mehr Potential in dem Laden steckt(e). Da hätte man in den letzten Jahren mehr machen können, als das standardmäßige endgültige Abschießen ab 2-3 Uhr nachts. Schade, dass da Möglichkeiten verschenkt wurden... Na ja, egal, ich bin gespannt wie viele Jahre George den Laden noch führen kann und wie es weitergeht. Gerüchte gibt es ja genug... 35 Jahre Rockpalast? Ich hoffe es, warten wir mal ab...

Mittwoch, 30. Mai 2012

Konzerte: THE AFFECTED im JuZ am 26.5.2012 (plus Veranstaltungshinweise: Juni 2012)

Mannomann, was 'ne Wärme die letzten Tage! Es riecht also quasi nach Sommerpause, daher mach ich es mir heute auch mal einfach und fasse den Konzertbericht vom letzten Samstag und die Veranstaltungshinweise für den Juni 2012 einfach mal zusammen.

Speziell was kommende Veranstaltungen angeht ist es im Juni eher dünne, aber hier in der Einleitung will ich schon mal direkt auf's Meppener "Rock unter Linden" Festival hinweisen. Das steigt direkt am 01. Juni und wird bestimmt eine feine Sause! Mehr dazu aber am Ende dieses Artikels, nach dem Konzertbericht!

***
KONZERT: THE AFFECTED, ALITAVE und OUT OF PRACTISE am 26. Mai 2012 im JuZ "J@m-Center" Meppen

Am Samstag, 26.05, war's endlich soweit: Das erste Konzert unter dem Banner "Minus Rockcity"!!! Was nicht heißen soll, dass ich noch nie Konzerte gemacht hab. Angefangen hat der ganze Kram bei mir ja schon vor ein paar Jahren mit der Konzertgruppe "mycourts" (kennt vielleicht noch der ein oder andere), danach ein paar Sachen auf eigene Faust und seit ca. anderthalb Jahren zusammen mit der "Initiative 2.0", der aktuellen Konzertgruppe im Meppener Jugendzentrum "J@m-Center".

In den letzten Jahren hat sich bei mir also eine gewisser Erfahrungsschatz angesammelt, was Konzertmacherei angeht. Neben massig Bands aus Deutschland hatte ich auch schon Australier, Kanadier, Amerikaner und Schweden zu Gast, so dass ich eigene Konzerte mittlerweile mit einer gewissen sorgenfreien Routine angehen kann. Was mir aber am 26. Mai ein bisschen Sorgen machte, war das Wetter. Ich meine ... Sommer ist was geiles, keine Frage! Aber die Erfahrung zeigt, dass sich Temperaturen um die 30° Celsius unter Umständen äußerst übel auf die Besucherzahlen bei Konzerten auswirken können.

Wer sich also gefragt hat, warum ich bei Facebook und anderswo in den Tagen davor den Sommer verflucht habe, weiß jetzt warum, haha... ;) Die Befürchtungen erwiesen sich aber als unbegründet. Auch wenn der/die ein/e oder andere vielleicht noch grillend im Garten oder am Baggersee saß, war trotzdem eine stattliche Anzahl an Leuten ins Jugendzentrum gekommen, da gab's nix zu meckern (es war auch ein ungeahnter Propaganda-Feldzug vorausgegangen)! Allerdings war es vor allen Dingen für die Bands eine schweißtreibende Angelegenheit, da sich auf der Bühne durch Scheinwerfer und heißen Rock natürlich Backofentemperaturen entwickelten! Menschen in Extremsituationen, Hut ab dafür!

ALITAVE beim Soundcheck ... noch lächeln sie, gleich schwitzen sie!
Nachdem sich alle Anwesende noch über einen ausliegenden Umfragen-Flyer amüsiert hatten, in dem die Meppener Jugend kundtun konnte was ihr in Meppen nicht passt ("Betrunkene vor Kauland", "fehlender Starbucks/Kentucky Fried Chicken und andere wichtige Dinge"), legten gegen halb 9 dann auch schon OUT OF PRACTISE los! Hier muss ich auch noch mal einwerfen, dass Konzerte aus Veranstaltersicht oft etwas trubelig sind. Man stellt sich da selten hin und guckt sich durchgehend eine Band an, sondern flitzt eigentlich ständig durch die Gegend, weil hier noch was zu tun ist, da noch einer was von einem will und draußen wieder ein Sack Reis umgefallen ist. Während OUT OF PRACTISE spielten hab ich außerdem auch noch Kassendienst mitgemacht, so dass ich von denen eigentlich kaum was gesehen hab. Allerdings zogen sie nicht nur ihr angekündigtes Akustikset (mit Piano) durch, sondern spielten auch noch einen ganzen Schwung an Songs elektrisch, da Leadgitarrist Malte (der erst nicht konnte) wider Erwarten doch vor Ort war. Feine Sache, ich sah anschließend nur zufriedene Gesichter!

Danach kamen THE AFFECTED aus Ibbenbüren auf die Bühne. Ibbenbüren kennt man ja als Heimat der DONOTS und da gab und gibt es in den letzten Jahren nach wie vor eine aktive Bandszene rund um die "Scheune", wo man als Ibbenbürener Punkrocker zu Konzerten abzappelt. AFFECTED-Frontmann Peter spielt außerdem noch bei den Streetpunkern THE VADERS, die sollten für den geneigten Musikinteressierten ja auf nationaler Ebene auch keine Unbekannten sein!

Man hätte bei THE AFFECTED evtl. mit einem dünnen Sound rechnen können, da die anstatt in der üblichen Vierer-Bandbesetzung "nur" als Trio angereist waren (der zweite Gitarrist tingelte irgendwo durch Mailand, kann man ja mal machen), aber nix da! Coole Show, ein schnörkelloses Set, erstklassiger eingängiger Punkrock, irgendwo zwischen MXPX und COPYRIGHTS! Während THE AFFECTED spielten sagte jemand neben mir schon: "Die könnten auch aus Kalifornien kommen!" Richtig, aber ich schätze in Kalifornien gibt's kein "Ibbsch", haha! Na ja, um das jetzt zu verstehen hättet ihr dort sein und aufmerksam die Ansagen verfolgen müssen, haha... Ich schätze einige Leute hätten auch gerne eine CD von den Ibbenbürenern gekauft, aber die aktuelle EP ist momentan noch im Presswerk. Schade schade, aber ich warte jetzt mal gespannt auf den fertigen Silberling! Falls den sonst noch wer haben will: Sagt Bescheid, kann ich besorgen, sobald der fertig ist! Hier zur visuellen und akustischen Untermalung noch ein AFFECTED-Livevideo vom 26. Mai:


Sozusagen als "Headliner" sorgten ALITAVE dann für den Abschluss des Konzertabends! Zur Feier des Tages hatten die Jungs nachmittags vorm Auftritt sogar geprobt, haha... Hatte sich aber gelohnt, das lief alles gut von der Hand ins Ohr! Was auch gut lief war der Schweiß, denn es wurde immer wärmer und wärmer, so dass ich manchmal Angst um Frontmann Jonas hatte, der aber bis zum Ende durchhielt.

Mir ist auch mal aufgefallen, dass ALITAVE fast bei jedem zweiten Konzert von mir mit auf der Bandliste standen. Ist aber gar nicht schlimm, gute Jungs! Diverse Anwesende forderten deswegen aber noch eine Umbenennung in EVATILA, aber ich glaub das haben die Burschen nicht mehr gemacht... ;)

Alles in allem war das mal wieder ein Konzert, bei dem alles wie am Schnürchen lief! Das soll jetzt keine Selbstbeweihräucherung sein, sondern eher ein dickes Dankeschön an die Bands und vor allen Dingen an alle aus der Konzertgruppe "Initiative 2.0"! Bei allen Konzerten in den letzten Monaten war es so, dass alle Leute nahezu perfekt zusammengearbeitet haben und das ist total super!!! Sollte das hier jemand lesen, der/die ebenfalls Bock hat in Meppen mal selber Konzerte auf die Beine zu stellen: Schließt euch mit den Leuten von der "Initiative 2.0" kurz, schaut einfach mal bei einem von den Treffen im Jugendzentrum vorbei, das ist eine tolle Sache die da läuft!

Ach ja, fast vergessen, hier noch ein Livevideo von ALITAVE:


Der Konzertabend war damit jedenfalls super gelaufen. Nach kurzer Aufräumerei und Türen abschließen konnten wir also in den "gemütlichen Teil des Abend" übergehen. Der ganze Tross bewegte sich rüber in den Rockpalast, inklusive aller Ibbenbürener mitsamt Anhang, die auch noch in gewaltiger Feierlaune waren. Sowieso waren die AFFECTED-Leutchen ziemliche Obersympathen ... Frontmann Peter kannte ich noch aus "alten Zeiten", von den ersten Bands mit denen er in Ibbenbüren gespielt hat. Mit Drummer Phil hatte ich dann im Vorfeld das ganze Konzert eingetütet, aber das erste Mal tatsächlich getroffen haben wir uns dann auch erst an dem Abend ... und uns später im Rockpalast noch gegenseitig eine Frikadelle ans Ohr gelabert, haha...

Das ist eigentlich immer das Schönste am Konzerte machen: Man bucht eine Band auf die man Bock hat und lernt die Leute an dem Abend dann kennen! Und das Coolste ist halt, wenn die Leute aus der Band dann auch auf der gleichen Wellenlänge funken und man sich super versteht. Natürlich hat man hin und wieder auch mal Nieten dabei, die sich irgendwie ganz seltsam verhalten. Aber bei mir sind das generell immer schöne Erfahrungen, bei denen man interessante neue Leute kennenlernt. Und THE AFFECTED sind bei mir nach dem Abend schon ziemlich weit oben in der Liste der "coolen Leute"... :)

Na ja, wie tut man coolen Leuten einen Gefallen? Wie gesagt: die Ibbenbürener waren in ziemlicher Feierlaune und fragten im Rockpalast direkt, was man denn da am besten trinken könnte. Zwei Minuten später hatten wir dann den ersten Russisch-Koks bei den Ohren ... den kannten sie noch nicht ... dreißig Minuten später raunten sich die anwesenden Meppener Quartalsalkoholiker zu, dass da eine Horde schwer tätowierter Auswärtiger an der Theke ungeahnte Taktzahlen beim Russisch-Koks-Verzehr an den Tag legte! Haha, alle meine Warnungen bzgl. der Nebenwirkungen dieses Getränks wurden in den Wind geschlagen unglaublich was die Jungs sich da reinschraubten! Einzig der zum Fahrer auserkorene Peter blieb eisern bei "Beck's Alkoholfrei"!

Da war schon alles zu spät: Verbrechertattos, Verbrecherringe und alle besoffen, außer Peter (obwohl der sich bemüht auch ganz schön verstrahlt auszusehen)!
Wie das dann oft so ist, küssten sich in der Folge noch erwachsene Männer im Gesicht und gestanden sich ihre Liebe. Kurzfristig war sogar ein neues Asi-Punk-Projekt namens MIT DER POMMESBUDE DURCH ÄTHIOPIEN in Planung. Ich weiß gar nicht mehr wie es dazu kam, ich glaub ich hab wieder Flachwitze erzählt... CD dann demnächst auf Nix Gut Records, haha...

Der AFFECTED-Merchandiser Tobias schuf sich im Rockpalast sogar angeblich noch ein zweites Standbein durch Rosenverkauf. Zumindest sah es auf einem am nächsten Tag aufgetauchten Foto so aus, alles sehr verwirrend, er bestreitet das noch vehement... Und ich hörte das erste Mal vom "Internationalen Dildogruß", was es alles gibt... Nach extremer Druckbetankung übergab ich die Ibbenbürener dann in die Obhut ihres Fahrers, selig grinsend torkelten sie durch's Meppener Bermudadreieck und ich hoffe ich hab mich abschließend mit einem zackigen internationalen Dildogruß verabschiedet ... ich weiß es aber irgendwie aber auch nicht mehr genau...

Das Konzert war schon gut, aber alleine wegen dem unvergleichlichen Aftershow-Debakel war's ein denkwürdiger Abend! :)

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VERANSTALTUNGSHINWEISE: JUNI 2012

Hmmm, im Sommer liegen wahrscheinlich 1 Millionen Festivals an, aber ich muss sagen, dass mich Festivals eigentlich kaum noch interessieren, daher lasse ich die hier auch unberücksichtigt, es sei denn sie sind in der direkten Umgebung. Und ansonsten wird glaub ich schon das Sommerloch spürbar, denn so viel steht diesmal gar nicht an:

Freitag, 01.06.2012 - Rock unter Linden - Meppen, Schülerwiese
Jawoll, das "Rock unter Linden" dürfte natürlich der erste Knüller sein! Das Ganze kollidiert zwar wieder recht ungünstig mit meinen Arbeitszeiten, so dass ich da wohl erst so gegen 17/18 Uhr aufschlagen kann, aber ich denke da wird dann auch noch 'ne Menge Budenzauber sein. Auf der Bühne zu sehen: TURBOSTAAT, ADOLAR, FUCK ART LET'S DANCE!, CITY LIGHT THIEF, HURRICANE DEAN, RAZZ, HAVARII und die Abiband des Marianums.
Ich denke mal jeder Meppener weiß auch Bescheid, aber hier geht's noch mal zum Facebook-Event. Fast 3.500 Zusagen, na das kann ja was werden... ;)


Samstag, 16.06.2012 - Kinski Fest No. 1. - Lindern, Teestube
Ja ja, die Teestube in Lindern. Ich glaube ich hab schon mal drauf hingewiesen, dass da nur Bekloppte wohnen, dementsprechend machen die da im Cloppenburger Land auch hier und da mal das ein oder andere geile Konzert. Das "Kinski Fest" bündelt nun einfach mal ein paar coole Bands, und ich finde das Ganze ist sehr hinfahrenswert. Zu sehen sind da:
  • Smile And Burn
  • All Aboard!
  • The Driftwood Fairytales
  • Goodbye Fairgound
  • No Weather Talks    

Zum Facebook-Event geht's HIER und außerdem gibt's noch ne BLOG-SEITE zu dem ganzen Spektakel. Ich hoffe ich kriegs in meinen Zeitplan unter, wird bestimmt cool!


Samstag, 30.06.2012 - Unheilig etc. - Meppener Stadion
Haha, ich wusste erst nicht ob ich drauf hinweisen soll, aber *Trommelwirbel* UUUUUUNHEILIG kommen nach Meppen! Na ja, ich denke wer diesen Blog verfolgt wird wissen, dass solche Events nicht so ganz mein Bier sind. 15.000 Fans werden erwartet, soweit ich weiß kosten Tickets zwischen 40 und 60,- Euro. Mal gucken was das wird. Freier Eintritt für Kinder bis 10 und Erwachsene ab 65 Jahren. Ich schätz da komm ich nicht umsonst rein, haha... Die Zielgruppe kann ich auch nicht so ganz eingrenzen. Ist das eher so ein Familien-Spießerevent? Keine Ahnung, ich selbst kenne jedenfalls keinen der da hingeht...

Und selbst werde ich da definitiv nicht anwesend sein, da mir solche Stadionsachen echt widerstreben. Aber ich bin mal gespannt was das wird.... Top oder Flop? Das Ganze wird ja sicherlich von einer professionellen Konzertagentur abgewickelt, aber das ist ja auch wieder so ein "Ereignis" in dem sich die Stadtväter gerne sonnen und die Tagespost wieder eine kritiklose Abfeier-Doppelseite bringt. Danach kann man ja schon fast die Uhr stellen...

Wenn es nachher in die Hose geht sollte man sich seitens der Stadt aber vielleicht mal fragen, ob es nicht sinnvoller wäre, hier mal kleinere Events zu unterstützen, für die sich auch Jugendliche interessieren... Schließlich werden in Meppen bald auch junge konsumfreudige Käuferschichten gebraucht, die ihr Geld in der MEP ausgeben. Und auch die wollen am Wochenende bespaßt werden... ;)

Aber ich schweife wieder ab, wie immer, haha... Oh hoppla, und entgegen meiner geäußerten Festival-Abneigung in der Einleitung waren die Hinweise da oben jetzt ja doch alles mehr oder weniger Festivals... Nun ja, was soll's... Wie immer kann es sein, dass ich das ein oder andere vergessen hab, was aber selbstverständlich niemals böse Absicht ist. Es kann sein, dass sogar die "Initiative 2.0" noch ein Konzert macht, aber das steht noch nicht endgültig fest. Sollte das in den Juni fallen, werde ich das im Fall der Fälle kurzfristig über die Facebook-Seite von "Minus Rockcity" propagieren.

Tja, und sonst?!? Es riecht wie gesagt nach Sommerpause! Ich hab zwar noch diverse Auswärts-Konzerte auf dem Zettel, aber da hab ich jetzt grad keinen Bock die aufzuschreiben, da eh kaum jemand mitkommt. Ich glaub ich werde sogar meinen Geburtstag vor einer Bühne in Oberhausen verbringen, mal sehen... Und nicht zu vergessen: Anfang Juni werde ich mich auch noch mal komplett in Schützenfestmodus versetzen, dat mot wän! ;)