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Dienstag, 13. Mai 2014

Konzerte: Triple-Konzertweekender (RED CITY RADIO etc.) | 08.-10.05.2014 | Oberhausen, Meppen, Osnabrück

Auf Konzerte geh ich ja viel und oft. Der Kram den ich hier auf dem Blog breittrete betrifft ja eigentlich "nur" die mehr oder weniger lokalen Shows. Letzte Woche wollte es die Fügung dann, dass drei coole Konzerte direkt hintereinander fielen, also schnallte ich den Ranzen für 'nen feinen Konzertweekender.

Los ging's am Donnerstag, den 08.05., im "Druckluft" Oberhausen. Ich musste zwar am nächsten Tag arbeiten, aber im Grunde genommen ist Oberhausen ja kein Akt - eben die A31 runterknallen und in knapp anderthalb Stunden kann man quasi direkt vor der Druckluft-Haustür sportlich einparken. Easy! Da wir (mein Mädel und ich) relativ oft in OB sind, ist das auch immer ein nettes Bekanntentreffen mit den Leuten aus der NIMRODS-Clique - alte Düsseldorfer Bekannte waren auch da und mit NEON BONE Lars auch der Toptyp schlechthin aus Münster.


Also erstmal großes Hallo und dann mussten NEON BONE (Facebook-Page) auch schon auf die Bretter. Eigentlich ist die Band das Soloprojekt vom bereits genannten Lars, der irgendwann 2012 oder so mal zwei Wochen Urlaub hatte und aus Langeweile im Alleingang ein ziemlich knorkes Demotape eingespielt hat, das absolute Premium-Poppunkware irgendwo zwischen den RAMONES und WEEZER bot.

Seitdem wurde NEON BONE ein kleiner Selbstläufer (ein paar Singles und brandneu ist das erste Album erschienen) und mittlerweile gibt's auch 'ne Backingband - die Lars mir mit den Worten anpries: "Der eine hat kein Auto, der andere is'n Chaot und der dritte kommt aus Wuppertal!" Klang also vorab schon nach einer 1A-Rummeltruppe, haha! Der Auftritt war dann auch relativ rumpelig (ein Gitarrist öfter mal in falscher Tonlage etc.) aber durchaus sympathisch. Ich find die Band halt geil, daher lass ich nix auf die kommen, auch wenn sie vorher vielleicht doch besser noch mal geprobt hätten, haha!

Wenn ich das richtig erkannt hab (der Beleuchter im Druckluft hatte wohl Urlaub, daher war's auf der Bühne ziemlich finster), hat der Schnurrbart-Gitarrist sogar durchgehend HiSpeed-Downstrokes gespielt. Hut ab, Johnny Ramone wäre stolz gewesen und mir wahrscheinlich nach 2 Songs die Hand abgefallen, haha... Und an singende Schlagzeuger werde ich mich wohl auch nie gewöhnen, das irritiert mich immer total, hehe! Nichtsdestotrotz feiner Auftritt, bin harter Fan!


Hauptgrund unserer Kommens waren aber die entzückenden SPAZZYS (Facebook-Page) aus Australien! Ein reines Mädelstrio, die ebenfalls exzellentesten RAMONES-inspirierten oldschool Poppunk zelebrieren und die ich irgendwie auf jeder ihrer Europatouren bisher verpasst hatte. Zwischendurch hatten die auch glaub ich mal Krach mit einer Plattenfirma und waren 'ne ganze Zeit nicht auf Tour, aber an diesem Donnerstag war Zeit alles nachzuholen.

Die Show war dann auch wunderbarst, die Drei zockten sich durch massig Hits, die militant-fundamentalistischen Oberhausener Poppunk-Ultras feierten hart mit und eigentlich gab's keine Durchhänger, bis vielleicht auf einen leicht schnarchigen neueren Balladensong. Klang fast wie ein Weihnachtslied, aber ich lass es ihnen mal durchgehen. Die Schlagzeugerin lief auch zur Höchstform auf und wollte - bereits vollkommen durchgerockt - irgendwie immer mehr Songs spielen, als die anderen beiden Damen schon die Stecker aus den Gitarren gezogen hatten. Dafür gibt's noch mal ein extra Fleiß-Sternchen für einen auch so schon guten Auftritt!

Wegen anstehender und bereits erwähnter Maloche am nächsten Morgen machten wir uns danach aber auch relativ schnell auf die Socken. Vorher erzählten wir noch einem ausgewählten Fachpublikum, dass Helene Fischer meine Cousine ist. Ich muss jetzt für Oberhausen Autogramme mit Widmung besorgen, puh, was hab ich mir da wieder eingebrockt... Erst jetzt checkte ich übrigens, dass zeitgleich im gleichen Gebäude noch eine EGOTRONIC-Show stattfand. Scheiße, da hätte man ja noch auf 2 Hochzeiten tanzen können, haha... Anekdote nebenbei: Es waren mindestens drei Leute mit längerem Bart da als ich! Und ich muss noch mal die Frage in den Raum werfen: Kennt sich jemand mit der Wechselwirkung von Grippostad C und Alkohol aus? Erkältungsbedingt war ich quasi vollgepumpt mit dem Zeug und fühlte mich nach nur vier Bier ganz schön wunderlich auf'm Beifahrersitz - und musste auch noch Navigationstätigkeiten übernehmen... Oje! Irgendwann gegen halb 2 kamen wir aber wohlbehalten wieder in Minus Rockcity Meppen an...


Nach viereinhalb Stunden Schlaf und massenhaft proletarischen Heldentaten während des durchstandenen Arbeitstags, konnte dann am nächsten Tag der Freitagabend starten. Mit RED CITY RADIO war im Meppener Jugendzentrum "Jam" 'ne ziemlich große Nummer am Start, da war also durchaus mit vollem Haus zu rechnen. Als ich mich um circa 20:05 Uhr noch beim entspannten Vorglühen an der Herzog-Arenberg-Straße befand, erreichte mich (irgendwie scheinen viele Leute zu denken, dass ich immer alles weiß) der erste halbpanische Anruf, ob denn schon ausverkauft sei... Das nahm die 5-köpfige Taskforce dieses Abends dann mal zum Anlass loszuschlendern, um vor'm "Jam" tatsächlich zahlreiche Kennzeichen aus Oldenburg, Emden und Osnabrück vorzufinden. Linderner Dorfprominenz war auch vor Ort, also schon gut was los. War aber ja zu erwarten gewesen. Wir kamen problemlos rein, da stand der Ticker so bei 50-60 zahlenden Gästen. Eine gute Stunde später sah's dann so aus:


Also: Die Bude war voll! Randvoll! Dumm nur, dass mir bei meiner Ankunft bereits die Burschen von ALITAVE (www.facebook.com/ALITAVE ) entgegenkamen, deren Auftritt gerade zu Ende war, als ich ankam. Sorry, aber das scheint auch langsam ein Runninggag zwischen mir und der Band zu werden, wenn ich mir das HIER nochmal so durchlese, haha...

Danach fingen dann ziemlich direkt die immer noch sehr bärtigen PERDITION (www.facebook.com/theperdition) aus Texas an, die schon im letzten Jahr - fast auf den Tag genau - eine ziemlich coole Show hingelegt hatten (HIER nachzulesen). Auch diesmal war's wieder sehr gut! Wikipedia klärte uns vorher auf, dass die Musikrichtung jetzt übrigens Orgcore bzw. Beardcore heißt ... und auf der PERDITION-Facebookseite schrieb jemand: "'meppen' in Dutch means 'hitting someone'" ... na ja, Quatsch mit Soße, Hauptsache die Mucke passt und das tat sie... Geschlagen wurde auch niemand, auch wenn sich rechts neben mir der nordwestdeutsche Emopunk-Oi!-Mitgröhl-Klatsch-und-Schunkelclub breit machte und mir gerne die Hand ausgerutscht wäre, hehe... Mitklatschen auf Punkrockshows - schlimmstenfalls noch im Stadionrockstyle mit den Händen über dem Kopf - finde ich ja ganz schön anstrengend! Aber heutzutage wird das von den Bands ja auch noch forciert, im "Mitmachprogramm"... Gruselig! Aufhören damit! Sofort!

Na ja, muss ich mich wohl schlimmstenfalls dran gewöhnen. Punkrock ist ja schon seit ein paar Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen - da kann man auch mal Bruce Springsteen toll finden, das BLACK FLAG Logo in Grafikdesign-Seminaren analysieren, DIE TOTEN HOSEN auf CDU-Wahlparties laufen lassen und ein RAMONES-Shirt macht bekanntlich auch keinen Sommer mehr (jedenfalls nicht seit die Teile mit Strassbesatz und von Inderkindern gestickt auf'm H&M-Grabbeltisch zu haben waren und jede Fashion-Dummbratze sich so einen Fetzen gekauft hat). Schöne neue Welt...


Doch ich schweife ab! PERDITION waren wie bereits gesagt sehr gut, auch wenn sie die Leute ebenfalls mitklatschen lassen wollten, wenn ich mich recht entsinne. Gibt aber nur 'nen kleinen Abzug in der B-Note. Gute Band bleibt gute Band. Als Headliner waren dann RED CITY RADIO (www.facebook.com/redcityradio) aus Oklahoma am Start, von denen ich auch irgendwie gar nicht mitbekommen hatte, dass die plötzlich auf der Beliebtheitsskala so durch die Decke gegangen sind. Im Spätherbst 2011 hatte ich die mal im Bremer G18 gesehen, einem klitzekleinen Squat, da waren die noch Vorband von den TERRIBLE FEELINGS und NIGHT BIRDS. Tja, seitdem hat sich wohl so einiges getan in Sachen Popularität. Aber ist mir auch egal, ich leb halt konsequent am Trend vorbei und das ist auch gut so, haha...

PERDITION kamen schon gut an, aber das Publikum ballte sich bei RED CITY RADIO dann im Konzertraum und ich glaube es purzelten schon im ersten Song Leute auf die Bühne und rissen Mikrofonständer um. Die Band nahm's aber souverän, zack zack ging's weiter und es entwickelte sich direkt eine Riesenparty bei der die ganze Bude vollkommen steil ging! Ehrlich, es waren ja schon einige wilde und tolle Shows im "Jam", aber die RED CITY RADIO Show rechne ich jetzt mit ein paar Tagen Abstand mal locker zu den stimmungsmäßigen Top 5! Da die Meute ganz schön in Bewegung war, befürchtete ich fast noch einigen Sachschaden, denn das JuZ-Team hatte wieder allerlei technisches Equipment (Stativ-Kamera, Laptop zum Mitschneiden) recht optimistisch ungesichert im Raum verteilt. Aber ich glaube es ging noch glimpflich ab. Es sah aber auch mal so aus, als wollte sich ein Stagediver an die Scheinwerfer-Aufhängungen an der Decke hängen, da hätte es wahrscheinlich ein absolutes Rigips-Massaker gegeben, haha...

Also, wie ihr hört/lest: Das war eine ziemliche Bombenshow, da spar ich mir jetzt mal großartige Beschreibungen! Angst macht mir immer nur die Stimme vom RED CITY RADIO Sänger, weil die sich dermaßen fertig anhört - unglaublich! Aber das war schon 2011 so, eigentlich unfassbar, dass das Organ bis heute durchgehalten hat...


Absolut bemerkenswert war übrigens der Zeitplan. Als RED CITY RADIO durch waren, war es höchstens 22:45 Uhr! Also nix mit Überziehen diesmal... Wie immer bei übermäßigem Besucherandrang wurde auch wieder das Bier knapp, so dass ich nachher schon Herforder in der Hand hielt. Junge Junge, da wurden Erinnerungen an erste Vollräusche wach... Der PERDITION-Gitarrist mit den tollen Korkenzieherlocken quatschte mich noch auf dem Klo an und meinte er würde mich noch vom letzten Jahr kennen, ich wäre ein "recognizable guy"... Zum Glück hatte ich die Hose da schon wieder zu, haha... Als mir danach von einem Abgesandten der (ebenfalls sehr stark vertretenen) Haselünner-Crew wieder Gruselgeschichten über Lockstedter Schnaps erzählt wurden, war es aber Zeit zu gehen, denn das ist Teufelszeug über das nicht geredet werden darf!

Wegen früher Uhrzeit noch kurz 'n großen Long Island im Havanna geschlürft, gute Mische, danke liebe Bardame. Dann Rockpalast, da war's noch ganz angenehm wenn ich mich recht entsinne. Die Bands sind zwar nicht mehr aufgetaucht, aber George verwickelte mich noch irgendwie in ein viertel- bis halbstündiges Intensivgespräch und ich glaube ich konnte ihm noch ein paar Flöhe ins Ohr setzen, hehe... Bester Mann!

Am Samstag, 10.05., stand dann wieder eine Auswärtsfahrt an, diesmal nach Osnabrück zum "Punk Fest #3". Da spielten u. a. die SONIC AVENUES aus Montreal/Kanada, die ich im April 2011 schon mal nach Meppen geholt hatte, was in einer denkwürdigen Partynacht gipfelte, die ich meinen Lebtag nicht vergessen werde! Mit in Osna am Start waren die NEEDLES//PINS aus Vancouver, deren Debütplatte ich vor ca. einem Jahr fast mal rausgebracht hätte, bis ich dann aufgrund blöder Unvorhersehbarkeiten mein Mini-Plattenlabel erstmal auf Eis legen musste. Schade, ist nach wie vor ein absolutes Hitalbum!


Das Ganze fand im "Bastard Club" statt, was bekanntlich ein ganz feiner Laden ist (vor allen Dingen weil ein "Minus Rockcity" Aufkleber zentral am Bühnenpfeiler klebt, hehe), der aber - ähnlich wie alle Meppener Locations - mit nervigen Vorgaben für Livemusik zu kämpfen hat. Auch hier müssen alle Shows schon um 23 Uhr beendet sein! Bei mehreren Bands bedeutet das also frühen Beginn, so dass wir trotz zeitiger Anreise schon die erste (lokale) Vorband verpasst hatten und die NEEDLES//PINS (Facebook-Page) um ca. 19:50 Uhr bereits ihre ersten Songs spielten.

Der Auftritt war aber ganz vorzüglich! Vorher hatte ich das schon mal als feinsten schrägen Garagerockpop angepriesen, den alle Meppener Jutetaschen-Hipster sicher erst in 2-3 Jahren abfeiern werden, weil's momentan noch nicht trendy genug ist. Aber wie ich weiter oben schon festgestellt habe, lebe ich ja offensichtlich konsequent am Trend vorbei - dementsprechend werden die NEEDLES//PINS vielleicht auch ewiger Geheimtipp bleiben, haha... Ist mir auch vollkommen egal, weil die geil sind! Das wissen die und das weiß ich, das reicht! Wem aber Namen wie BLACK LIPS, AUDACITY oder Ty Segall was sagen, der sollte sich die unbedingt mal anhören! Mit "Drop it" haben die auch einen so dermaßen beschwingten Sommerhit im Programm, dass ich glatt den seit Tagen anhaltenden Dauerregen vergaß... Grandios!

Was leider noch ein bisschen fehlte war das Publikum. Allerdings standen die SONIC AVENUES in der ersten Reihe und feierten ihre Kollegen bedingungslos ab. Ich gesellte mich dazu und wurde gleich von zig Kanadiern gedrückt - wunderbar, da weiß man dann wofür man den Kram macht den man so macht! Also: Dicke Wiedersehensfreude! Bzw. Kennenlernfreude, denn die gerade von der Bühne wankenden NEEDLES//PINS kannte ich noch nicht persönlich (nur durch ausgiebige Mailkonversation und ein Interview was ich mal mit denen gemacht hatte), die waren zum ersten Mal auf Europatour. Auch großartige Menschen, wenn auch ein bisschen kurz geraten, haha!

Die SONIC AVENUES (www.facebook.com/SonicAvenues) mussten direkt danach auf die Bühne, also koordinierten wir uns erstmal mit ein paar mittlerweile eingetroffenen Bekannten (ein unglaublich gutaussehendes Dreigestirn aus Rieste-Punkrockcity) und sahen dann eine prima Show von den vier Burschen aus Montreal. Unglaublich energetischer Punkrock/Powerpop, die werden wirklich immer besser! Und eine komplette Rickenbacker-Gitarrenfront, sieht man auch nicht alle Tage! Eine halbe Stunde Action, alle waren begeistert und wahrscheinlich dachte halb Osnabrück was ich denn für ein asozialer Dorfpromi bin, weil die Band mir auch noch irgendwie zwei Songs widmete, haha... Fame-evening!


Den Headliner machte an dem Abend SONNY VINCENT (Facebook-Page), ein absolutes Urgestein aus New York City. Der ist damals tatsächlich zeitgleich mit Bands wie den NEW YORK DOLLS und den RAMONES (wie oft hab ich in diesem Bericht jetzt eigentlich schon die RAMONES erwähnt, unglaublich, haha...) angefangen und immer noch unterwegs! Das riecht jetzt wahrscheinlich 10 Meter gegen den Wind nach Altherrenrock, aber nee, der Typ bringt's noch, definitiv!!!

Vor ein paar Jahren hatte ich den mal in Münster gesehen, da war der schon sehr gut. Das hat der gute Sonny an diesem Abend noch mal unterstrichen. Diese alten Punkrock-Alphatiere sind ja fast jedes Jahr mit einer anderen Backingband unterwegs, diesmal hatte er zwei jüngere Burschen dabei: 1x Schlagzeug, 1x Gitarre (komischerweise 'n 7-Saiter), kein Bass. Mit der Besetzung ging es dann los wie die Feuerwehr! Ehrlich, so einiges was heutzutage unter dem Banner "Punk'n'Roll" unterwegs ist, spielt SONNY VINCENT heute noch an die Wand. Das einzige Manko an diesem Abend: Nach gut 20 Minuten war Feierabend! Eine einzige Zugabe hat die Band nach vehementen Forderungen noch gespielt, danach: Ende Gelände! Okay, für mich passte das soweit - ich kann mit kurzen Shows leben wenn die Energie vorher stimmte. Aber einige Leute waren echt angepisst. Später hörte man aber, dass die neue Besetzung wohl noch kein längeres Liveprogramm im Kasten hat... Hmmm... Lass ich mal so stehen...


Anschließend grätschte ich noch einmal durch den Merchstand der NEEDLES//PINS und SONIC AVENUES, die mir irgendwie auch noch alles schenken wollten. Herzensgute Menschen, ich war nach Kräften bemüht mich zu revanchieren! Wir rauchten Elektrozigarette mit Coconut-flavor und ließen natürlich auch noch mal die "legendary night in Meppen" Revue passieren. Speziell "Pita Tuna" und "Russisch-Koks" waren noch ein Begriff. "Rock-Palace" sowieso, haha! Und Eingeweihte wissen: Der Drinking-Contest-Cup ging damals nach Kanada! Und da bleibt er auch! Um genau zu sein, wollte damals wieder jeder hart angeschickerte Meppener Quartalstrinker im Rockpalast Trinkwettbewerbe mit der Band starten. Bassist Jamie nahm die Herausforderung jedenfalls an ("Is it for speed or for quantity? I'll beat you in speed!") , in Form von Bierglas-exen an der Theke. Es folgte eine desaströse Niederlage für Meppen! Innerhalb von 2-3 Sekunden hatte Jamie sein Glas leer! Beer chugging galore!!! Der Meppener Kontrahent (Name ist der Redaktion bekannt) brauchte gefühlte 30 Sekunden länger und ging schnurstracks danach kotzen!

Da Jamie aber mittlerweile gar nicht mehr Bass bei den SONIC AVENUES spielt, sondern stattdessen Anwalt in New York ist, war ich eigentlich davon ausgegangen, dass er nicht mit auf dieser Tour ist. Und was war? Da stand der Bursche in voller Pracht hinter'm Merchtisch und verprasste seinen kostbaren Jahresurlaub als Tourmanager für seine alte Band! Da kein weiterer Meppener vor Ort war um Jamie rauszufordern, kann ich hiermit als offizieller Unparteiischer (Mein Lebensmotto: Bier ist nicht zum spielen da!) feshalten: Der Cup bleibt in Kanada! Wenn ihr rechtliche Probleme habt könnt ihr Jamie allerdings jederzeit in seiner Kanzlei in NYC anrufen... ;)

Chugging-contest-winner Jamie D., rechts im Bild! Offizielles Beglaubigungsfoto!
Der Gewinn wurde in Bier ausgezahlt ... wir trinken das da gerade. Prost ihr Loser! ;)
Die Kanadier mussten danach aber sehen, dass sie ihre Pennplätze und sonstiges klarbekommen, da gab's irgendwelche Komplikationen. Ich wünschte mir derweil oben in der Punkerkneipe CHAOS Z, was auch tatsächlich gespielt wurde - geil! Letztes Bier, dann ab nach Hause ... auf dem Parkplatz noch mal Knutschereien mit halb Kanada, die gerade noch am Bulli packen waren. Allmählich wurde es unverantwortlich, ich glaube die hätten mich mitgenommen wenn ich nicht aufgepasst hätte, haha... Hab's dann doch ins Auto geschafft, auf dem Rückweg auf einem dunklen Waldparkplatz bei Fürstenau beim pinkeln gehen noch fast fatal auf's Maul gelegt (ich hab da in der Finsternis aber gefühlt 'n Flicflac hingelegt, hat nur leider keiner gesehen) und im Palast noch die unglaublich wichtige News erfahren, dass Conchita Wurst den ESC gewonnen hat. Ich sag's ja: Bart liegt voll im Trend!

Da im Palast aber kaum was los war haben wir uns nur kurz "Pet Sematary" von den RAMONES (da sind sie schon wieder) gewünscht und dann ab nach Hause und ausschlafen für Muttertag. So geht's dann in den nächsten Wochen weiter (wenn ich was vergessen hab bitte Message):
  • 17.05.14: "Natürlich Laut" Bandfestival (Lygo, Sally Jenko + 2) - JuZ "Jam"
  • 24.05.14: Benefizkonzert (Project X, Civil Courage etc.) - Waldbühne Ahmsen
  • 14.06.14: The Lion & The Wolf, Katie Malco, Chris Möhlenkamp - JuZ "Jam"
  • 28.06.14: Rocknacht Apeldorn (u. a. Eisenkarl, Against Randy etc.) - Jugendheim Apeldorn
  • 04.07.14: Captain Planet, Matula, Käfer K - JuZ "Jam"
  • 25.07.14: Rock unter Linden - Schülerwiese
  • 26.07.14: Redefluss - Poetryslam am Wasser - Püntker's Patt/Meppen
  • 05./06.09.14: "Kleinstadtfest"-Festival im Rahmen des Stadtfestes

Mittwoch, 15. Mai 2013

Konzerte: PERDITION, THE AFFECTED, TMH | 11.05.2013 | JuZ "Jam", Meppen

Letzten Samstag Bartalarm mit den Texanern von PERDITION im Jugendzentrum! Sehr geile Sache, aber ich will nicht vorgreifen, da in den Tagen davor auch noch andere Sachen anlagen. Am 03.05. spielten z. B. KNALLFROSCH ELEKTRO im JuZ ... dooferweise hatte ich da eigentlich keine Zeit, befand mich gegen 22 Uhr aber doch in der JuZ-Nachbarschaft um kurz für 2-3 Songs und 'n Bier reinzugucken. Was soll ich sagen: Sackstarke Band! Volle Rock-Besetzung plus ein Sample-/Elektrosoundmensch und zwei Sänger, Shouter, MCs oder wieauchimmer man das heutzutage auf neudeutsch nennt... Ein Video hab ich noch gemacht, das sehr ihr hier:


Leider war die Zuschauerresonanz mehr als bescheiden. Die Band hätte definitiv eine größere Menge Leute verdient gehabt. Die Nasen die da waren haben aber das Beste draus gemacht und hart gefeiert. Keine Ahnung woran's lag - okay, die Werbung war nach meinem Empfinden vorher z. B. relativ dürftig. Soweit ich weiß gab's weder Flyer noch Plakate und alles sollte über Facebook/Web laufen. Ist in diesem Fall dann wohl offensichtlich stark nach hinten losgegangen, schade...

Am Donnerstag, den 09.05., flitzte dann noch eine kleine Reisegruppe zu LOVE A nach Osna in die "Kleine Freiheit". Na ja, eigentlich spielten da auch noch HERRENMAGAZIN, von denen ich aber nur ein oder zwei Songs gesehen hab, um den Rest draußen zu verlabern ... haha, kommt vor - hatte auch keinen Eintritt bezahlt, von daher... LOVE A finde ich natürlich nach wie vor super, deren Sänger JörKK war auch Grund des Festlaberns draußen, da hat er Lollis verschenkt und Mammuthaar- oder Büffelgraswodka oder sowas ausgegeben, ich weiß es nicht mehr.

Interessant war auch, dass der Sänger von KOETER als Merchmann mit war und wir noch die Anekdote des schrecklichsten Konzerts ausgraben konnten, das er je mit seiner vorherigen Band gegeben hat. NEIN NEIN NEIN waren das und das Konzert war mit VOM SEGELN und einer ganz schlimmen Deutschpunkschülercombo im JuZ in Papenburg. Ich war als Zuschauer da, er stand auf der Bühne - Kurzfassung: Der VOM SEGELN Sänger packte während seines Auftritts seinen Pillermann aus und rieb den an den Köpfen der vorne auf dem Bühnenrand sitzenden Oettinger-Ranzpunks. Vorausgegangen waren natürlich diverse Provokationen und blöde Sprüche, aber die Aktion trug natürlich nicht unbedingt zur Deeskalation bei, hehe... Die Stimmung war also dementsprechend geladen, was dann in diversen Facepalm-Situationen und Beinahe-Kloppereien auf der Bühne bei NEIN NEIN NEIN endete. Haha, goldene Zeiten! Ich hatte da damals auch einen Konzertbericht zu geschrieben, befürchte aber, dass der im Zuge meines PC-Supergaus in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist. Na ja, sei's drum... Wenn ich den noch mal finde wird der nachgereicht...

Am nächsten Tag gab's für wenige Eingeweihte in den eigenen vier Wänden dann noch den lange geplanten "Hintenhoch-Abend" - neben medizinisch hochwertigem Kräuterschnapps gab's da u. a. diverse DVD-Ausflügen in die Musikhistorie. Immer wieder gerne genommen bei solchen Anlässen: RAMONES live 1978 bei Radio Bremen, die OiRO-Kneipentour (ein unterhaltsames Musterbeispiel langsamer Eskalation) und "Hated" von und mit GG Allin (wollte ich eigentlich als Rausschmeißer benutzen, irgendwie sind die meisten aber doch sitzen geblieben, nur einer hat versucht über den Balkon zu türmen). Irgendwas haben wir noch geguckt, keine Ahnung was, ab ca. 0 Uhr setzt alles ein wenig aus. THE CRAMPS live im Irrenhaus fehlte eigentlich noch, aber nu ... nächstes Mal! Tja, schee war's, am nächsten Tag war ich wie von Zauberhand von allen vorherigen körperlichen Leiden und Mälessen befreit und fit wie 'n Turnschuh. Nur nachts noch in den Palast zu fahren hätte ich mir sparen können. Erstens weiß ich da kaum noch was von, zweitens soll mein erster Satz gewesen sein: "Woll'n wir wieder abhauen?"


Samstag abend dann endlich: Beardcore-Time mit PERDITION! Das Flyermotiv dazu hatte ich gezaubert, was die Band auch ganz knorke fand, ist ja immer schön sowas zu hören. Nur gab's auch in diesem Fall wieder keine gedruckten Flyer und nur eine Handvoll selbstgedruckter A3-Plakate. Bedauerlich! Und auch hier waren weniger Leute als man wohl hätte erreichen können, wenn die Werbung auf allen Kanälen gestimmt hätte. Aber na ja, das JuZ war ganz passabel gefüllt, an diesem Abend also nicht soooo schlimm. Freundliche Leute übrigens, auch 'ne ganze Handvoll Auswärtiger, die mich immer ganz freundlich auf dem Herrenklo grüßten, keine Ahnung wie ich das zu deuten hab...

Erste Band waren die Blutackerboys von TMH, die irgendwie voll unter Strom standen, oder dem Einfluss von Sahnegas. Auf jeden Fall hüpften die wild auf der Bühne rum, verloren andauernd ihre Gitarrengurte und fabrizierten sogar einen Kabelbruch. Wunderschön anzusehen, hier der Beweis:


Danach dann THE AFFECTED aus Ibbenbüren, die ja auch ein kleines Meppen-Abo haben. Waren glaube ich zum dritten Mal da, das erste Mal war vor ziemlich genau einem Jahr, als ich die geholt hatte. Damals geschahen noch diverse Russisch-Koks-Exzesse im Rockpalast, woraufhin diesmal großspurig angekündigt wurde, dass die ganze Blase bei mir pennen soll um nach dem Konzert noch ordentlich zaubern zu können. Tja, letztendlich sagten dann aber alle: "Mimimi, wir wollen doch lieber nach Hause, mimi..." Nun denn, die ganze Bude zuhause klebte sowieso noch vom verschütteten Hintenhoch vom Vorabend, passte also ganz gut, sonst hätte ich die Schmarotzer da am Sonntag eh nicht vom Boden kratzen können, hehe...

Da THE AFFECTED in Meppen alte Bekannte sind, kam der schmissige Ibbtown-Punkrock wie immer gut an. Zu erwähnen wäre, dass alle drei Bandmitglieder schon den ganzen Abend auf Krawall gebürstet waren und sich ständig gegenseitig kabbelten, was letztendlich auf der Bühne darin endete, dass Bassist Dennis dem Drummer Phil während des Auftritts "aus Versehen" in den Mund spuckte. Ach herrlich, das sind doch die herzerwärmenden Dinge, die ich auf einer Bühne sehen will. Hier im Video eingefangen, ca. bei Minute 1:55!


Den krönenden Abschluss des Abends bereiteten dann schließlich PERDITION aus Fort Worth/Texas am letzten Tag ihrer Europatournee! Was soll ich sagen: Die Bandfotos waren nicht gephotoshopped, die hatten wirklich so lange Bärte! Speziell was der Frontmann und der Drummer da im Gesicht trugen war schon aller Ehren wert! Entgegen aller Vermutungen waren sie aber weder Amisch noch Taliban, ich glaube die finden das einfach nur so cool. Ich hatte für den Abend extra drei Wochen Gesichtsbehaarung stehen lassen, aber nee, da konnte ich nicht mithalten! Und der zweite Gitarrist hatte auch noch wunderschöne Korkenzieherlocken, herrlich, man konnte glatt neidisch werden. Rein optisch also: Texas - Meppen 1:0!

Ansonsten glänzten PERDITION auch mit Songtiteln wie "I don't get drunk, I get awesome" und dem witzigen Video zu "Gatorade Punch". Musikalisch limitierten die sich aber glücklicherweise nicht auf eindimensionalen Funpunk - das war eine wirklich starke Mischung aus knackigem Punkrock, durchaus poppig und eingängig, aber auch gern mit folkigen Elementen wie bekannt von HOT WATER MUSIC und allen entsprechenden Epigonen. Dazu dann noch wirklich guter kraftvoller Gesang und - ich wage es mal zu behaupten - einer kleinen Vorliebe für 80ies-Metal/Hardrock, die immer mal wieder in ein paar harmonisierten Gitarrenlinien anklang. Wirklich prima! Und wenn eine Amiband auf die Bühne kommt - man muss es ja fast sagen - hebt sich das Level der Professionalität immer noch mal ein Stück. Auf den Punkt aufeinander eingespielt hauten die Texaner da also eine Show raus die sich gewaschen hatte! Bestens!


Da anschließend noch etwas Luft war, fläzten wir noch ein bisschen im JuZ rum und wurden Zeuge einer ungeahnten Solo-Einlage eines TMH-Mitglieds - muss man gesehen haben, es brachen beinahe alle Dämme, haha! Da konnte ich auch mit einem Nasenflötensolo nicht gegen anstinken... Dann aber schnell rüber in den Palast, wobei mir einfällt, dass ich noch gar nicht auf die Bierpreiserhöhung in dem Schuppen eingegangen bin. Erübrigte sich an diesem Abend aber ohnehin, weil ich direkt mit brennendem Schnapps ins Rennen ging, oh man... Da kann ja nix vernünftiges bei rauskommen...

Nach kurzer Zeit trafen auch die Texaner ein, die eigentlich nachts noch zum Flughafen wollten, aber offensichtlich Bock auf Druckbetankung hatten. Nebenbei bemerkt alles sehr nette Typen, von denen jeder auf die Frage, wer denn die arme Sau wäre, die nachts noch den Fahrer zum Flughafen machen müsste, antwortete: "I dunno, I'm not the driver! Cheers!" Sprach's und nippte an einem hochprozentigen Getränk seiner Wahl... Like a boss! Und wie immer wenn Amis in der Stadt sind und Meppener die ersten 10-12 Bier aufhaben, kam es natürlich noch zu den üblichen amüsanten Szenen: Englischrodeo galore, Absinthwetten, Bartabkaufanfragen und und und...

In der Stadt waren nachher übrigens auch viele verschiedene Mitglieder diverser lokaler Bands unterwegs, die auch auf dem "Rock unter Linden" spielen werden. Da ich mal wieder investigativ unterwegs war, wurde mir gesteckt, dass eine Band auf dem Festival eine Aktion plant, für die (O-Ton) "alle Bands und alle Besucher uns hassen werden!" Na da bin ich ja mal gespannt ...  aber jetzt kommt's: Wie ich bei genauerer Prüfung meines Terminkalenders feststellen musste, werde ich wahrscheinlich gar nicht beim RuL auflaufen können!!! Oder erst so spät, wenn gar keine Band mehr spielt!!! So ein Scheiß! Dementsprechend angepisst pegelte ich mich dann im Palast unsinnigerweise noch mehr zu als ohnehin schon. Keine Ahnung was noch war, nur dass ich zu Fuss nach Hause getrieselt bin und es auch noch geregnet hat... Kacke, aber im Moment klebt mir das Pech auch in fast allen Lebensbereichen an den Hacken, wie verhext isses...

Na ja, bis demnächst in diesem Theater. Bitte RuL-Skandale für mich mitschneiden, bin dann anderweitig verhindert... :(