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Mittwoch, 30. November 2016

PROBERAUMCHECK: Haselünne/Industriestraße (mit THE BOAR und THE OTHERSIDE)

Oha, etwas still hier geworden ... daher isses wohl mehr als an der Zeit mal wieder alte Traditionen wiederzubeleben: PROBERAUMCHECK!!! *tadaaa*

Am freitäglichen 25. November 2016 hatte ich die Ehre den Proberaum von THE BOAR (www.facebook.com/theboarband) in Augenschein zu nehmen. Und damit es 'n bisschen gemütlicher wird, hatten die auch gleich Leute eingeladen (inklusive Gastband THE OTHERSIDE) und eine ganze Proberaumparty angesetzt. Feine Sache das!

Proberaumparty bei THE BOAR: Heute mal ohne Videos, da einige Bandmitglieder leicht nervös wurden, sobald ich mit meinem Smartphone rumhantierte... ;)

Profimäßig arbeite ich das Ganze hier mal wieder routiniert an einer kleinen Kriterien-Checkliste ab:

+++ BEGRÜSSUNG +++
Die lief wärmstens und recht feudal, denn ich wurde den ganzen Abend chauffiert! THE BOAR sind zwar eine Meppener Band, aber der Proberaum liegt im Haselünner Industriegebiet. Von daher war das jetzt kein Katzensprung und ich war recht dankbar über die Mitfahrgelegenheit. Bonuspunkte gibt's für den nächtlichen McDrive-Stop mit Shrimpskauf auf dem Nachhauseweg! :)

+++ KONVERSATION, SMALLTALK etc. +++
Wie gesagt war's eine kleine Proberaumparty und von den 15-20 Anwesenden kannte ich jetzt höchstens mal 'ne Handvoll. Aber schön gesellig war's, nette Leute, kann man nicht anders sagen! Bei THE BOAR kannste mal mitgehen, die sind freundlich, da landeste nicht bei der Organmafia und am nächsten Tag fehlt 'ne Niere oder so... Angeblich werden in dem Proberaum ab und an mal Leute angemalt, aber das ist mir zum Glück erspart geblieben. Hin und wieder sitzt auch mal der Gitarrist und Jesus-Impersonator Timo 'ne halbe Stunde ungefragt bei dir auf'm Schoß, aber das is ja immer noch besser als wennse sich mit dir kloppen wollen, nä?!? Außerdem hatte der andere Gitarrist Patrick just am selben Tag bei der BRUS-CD Verlosung auf der Minus-Rockcity-Facebookpage gewonnen, der musste also nett zu mir sein, haha... ;)

+++ OPTIK/SIFF/GERUCH etc. +++
  • Optik außen: Unauffällig ... Industriehalle einer Haselünner Spedition ... auf dem Weg zur Proberaumtür hätte ich mich in dem weitläufigen Komplex fast verlaufen...
  • Optik innen: Gemütlicher trockener unaufgeräumter Proberaum im 1. Stock. Mit Sofa-/Sitzecke und allerlei Devotionalien die auf den Bandnamen anspielen, also z. B. ein großes Plastikwildschwein, ein Ölgemälde mit Wildschweinen etc. pp.
  • Siff/Geruch: Natürlich der übliche Dunst aus abgestandenem Bier, altem Schweiß und kalten Kippen, wie in jedem anderen normalen Proberaum auch. An einer Ecke vom Sitzeckentisch hatte sich eine mysteriöse unentfernbare Mikrokultur aus angetrocknetem roten Zeug (im vorherigen Leben wahrscheinlich Ketchup oder Partygetränk?) gebildet. Im Grunde genommen alles relativ normal ... bis auf die Toilette! Für die hab ich weiter unten einen eigenen Unterpunkt erstellt! Das Grauen!
Wunderschöner THE BOAR Ölschinken über dem Poberaumsofa ... leider kein originaler Bob Ross...
+++ KOMFORT +++
Die Sofa-/Sitzecke wurde ja schon angesprochen, da war's trotz leichter Tücken ("der Steißbeinbrecher") ganz bequem. Der Rest der Leute saß auf Hockern und so hatte jeder Platz, auch wenn der Proberaum ja sehr gut gefüllt war. Es war sogar ein Rollstuhlfahrer anwesend, der unter Mithilfe der Anwesenden zu Beginn der Party die Treppe rauf und am Ende auch wieder runter kam.

+++ TECHNISCHE AUSSTATTUNG +++
Da von 5 Bandmitgliedern von THE BOAR gefühlte 8 Elektriker sind, gab's natürlich an der technischen Ausstattung nix zu meckern. Zur Getränkekühlung gab's einen funktionierenden Kühlschrank, zur Zerstreuung gab's einen großen Flachbildfernseher auf dem lustige Videos liefen (unter anderem alte BLINK 182 Meisterwerke) und die Anlage funktionierte auch einwandfrei, auch wenn sie manchmal seltsame Furzgeräusche von sich gab, die sich niemand erklären konnte, haha... ^^

+++ MUSIKALISCHE BESCHALLUNG +++
Neben Musik von Konserve gab's auch noch Livemusik. Zum einen von THE BOAR selbst, zum anderen von der befreundeten Band THE OTHERSIDE aus dem nördlichen Emsland. Was auch ganz witzig war, speziell als alle nachher schon leicht einen in der Krone hatten und sich auch mal fleißig verspielt wurde, haha... Musikalisch sei dazu gesagt, dass beide Bands nur covern: THE BOAR volle Breitseite elektrisch, THE OTHERSIDE als Akustik-Trio mit Cajon, Gitarre(n) und auch mal ungewöhnlichen Sachen wie Mundharmonika, Ukulele und Melodica. Wie schon erwähnt führte Alkoholkonsum zu einigen lustigen/holprigen Szenen, aber ich fand's insgesamt ganz unterhaltsam... ;)

+++ GETRÄNKESITUATION/VERPFLEGUNG +++
Hier gab's nix zu meckern! Sah ich anfangs noch Oettinger-Flaschen und Schäbi-Dosenbier kreisen, musste ich später feststellen, dass wohl offensichtlich für mich extra Halbliter-Becksbierbuddel angeschafft wurden. Das gibt natürlich Top-Noten in der B-Wertung. Mit 'n paar salzigen Nüssen oder ähnlichem auf dem Tisch wär's noch besser gewesen, aber der Fokus lag ganz klar auf Flüssignahrung, von daher alles super! Erwähnenswert waren vielleicht noch einige mysteriöse staubige Flaschen unbestimmten Alters, die einige Leute sich dort ebenfalls hemmungslos einflößten...
... mysteriöse staubige Flaschen unbestimmten Alters ...
+++ SANITÄRANLAGEN +++
Habt ihr mal den Film Trainspotting gesehen? Die Szene mit der "beschissensten Toilette Schottlands"? Ich glaube im Proberaum von THE BOAR habe ich ihr emsländisches Pendant gefunden! Meine Fresse war der Lokus ekelig! Im Auto wurde ich schon gewarnt, ich dürfte auf keinen Fall spülen ... so war's dann auch ... und das war auch wohl schon seit 2 Jahren so, dementsprechend hatte sich ein adäquat abstoßendes Aroma gebildet ... zum Glück musste ich in der Keramik keine Tauchgänge machen, wie Ewan McGregor in Trainspotting. Allerdings war die Tür zum Sanitärbereich manipuliert, so dass ich mal kurzzeitig dort gefangen war und von außen befreit werden musste ... gruselig! Wie man hört wurden aber wohl schon Gespräche mit Exorzisten und Sanitärfuzzis geführt, so dass das Grauen der BOAR-Toilette hoffentlich bald der Vergangenheit angehört...
Der THE BOAR Horrorlokus!!!
+++ FAZIT +++
Insgesamt ein schöner Abend in einem coolen Proberaum, gerne wieder! :)

Bei THE BOAR hab ich irgendwie mit einem Ohr mitgekriegt, dass die neben den Coversongs wohl auch eigene Sachen in der Hinterhand haben, aber es fehlen dafür wohl noch vernünftige Texte. Im Grunde genommen ist die Band aber gerade auf der Schwelle wo man von Coversongs mal zu eigenen Stücken überschwenken sollte. Also mal gucken was da noch so von denen kommt...

THE OTHERSIDE waren nach meinen Infos ursprünglich mal ein Ein-Mann-Projekt, das nur für's "Schlootbrand Festival" in Neurhede irgendwann auf drei Leute aufgestockt wurde und sonst auch glaub ich keine großartigen Auftritte spielt. Dementsprechend war die letzte Probe auch schon ca. 1 Jahr her, haha... Beide Combos könnt ihr am 10.12. auf besagtem "Schlootbrand Festival" sehen, da spielen dann u. a. auch ROCKSPORT aus Meppen/Twist (bekanntlich auch 'ne Coverband)
usw. usf... Details siehe unten in der Veranstaltungsliste!

Am nächsten Tag war ich auch noch im "Emskrug" Meppen/Esterfeld, da spielten TENNESSEE RIVER (www.facebook.com/tennesseerivermeppen). Schon wieder 'ne Coverband, meine Fresse, ganz Meppen besteht nur noch aus Coverbands... Der Abend war aber sehr geschmeidig, Lokal voller Leute, paar lustige Personen getroffen und die Band war so laut, dass es statt Country/Western quasi als Rockset durchging, yeehaah!

Hier noch ein paar Hingehtipps für die nächsten Wochen ... Alle Termine nach bestem Wissen und Gewissen, aber natürlich ohne Gewähr... ;) Wer sonstige Konzerttipps hat => gerne per Mail - kein Bullshit!
  • 09.12.2016:"Markus 12" mit VERTICAL AGE, DISTANCE REMAINS und AGAINST REINDEER - JuZ "Jam", Meppen (Facebook-Veranstaltung)
  • 10.12.2016: "Schlootbrand Festival" mit ROCKSPORT, THE BOAR etc... - Neurhede (Facebook-Veranstaltung)
  • 22.12.2016: "Besten Punk" Radioshow live im "Jam", Meppen
  • 23.12.2016: "Wohnzimmerkonzert" - Müllerhaus, Haren
  • 26.12.2016: RÜRO Christmas GALA 2016 - Haren (Facebook-Veranstaltung)
  • 28.12.2016: "Christmas Metal Meeting" (ausverkauft) mit EISENKARL - Rockpalast, Meppen (Facebook-Veranstaltung)
  • 28.01.2017: FREIBURG + OIRO - Trinkhalle, Rheine (Facebook-Veranstaltung)
  • 04.02.2017: Redeflussfahrt 2017 - Amisia, Meppen (Facebook-Veranstaltung)
  • 14.02.2017: LIEBE 3000 - Koschinski, Lingen (tbc)
  • 24.02.2017:"Holländischer Abend" - Haren (tbc)
  • 10.03.2017: Kleinstadtcomedy III - Theater, Meppen (Facebook-Veranstaltung)
  • 17. - 19.03.2017: Eröffnung "Neues Jam" - An der Bleiche, Meppen (tba/tbc)
  • 31.03.2017: "Arschkrampen" live - Theater, Meppen (Facebook-Veranstaltung)
  • 08.04.2017: "Pitfest" u. a. mit NAPALM DEATH - The Spot, Erica (NL) => (Facebook-Veranstaltung)
  • 21.04.2017: "Meat Fest" mit HOME REARED MEAT + tba - Wallachei in Oberlangen
  • 28.04.2017: CRUSADES - Trinkhalle, Rheine
  • 01. - 02.07.2017: "Packhalle umsonst & draußen Open Air" - Sögel (Facebook-Veranstaltung)
  • 14. - 16.07.2017: "Neon Fields Festival" - Mersmühle, Haren (Facebook-Veranstaltung)

Freitag, 10. Januar 2014

PROBERAUMCHECK: Hemsen (unter den großen Stromleitungen) mit BANANENPIMMEL und MIKROPENIS

Endlich mal wieder Proberaumcheck! Diesmal ging's nach Hemsen, denn da probt ... ähm ... BANANENPIMMEL! Hört sich vielleicht komisch an, is aber so... Okay, im Grunde entspringt das eigentlich nur so einer Schnapsidee, weil John und ich immer behauptet haben wir hätten eine Band namens MIKROPENIS. Woraufhin Thomasz (der Besitzer des diesmal besichtigten Proberaums) irgendwann unter Alkoholeinfluss behauptete er hätte eine Band namens BANANENPIMMEL. Und während John und ich uns die letzten Monate in unserem MIKROPENIS-Ruhm sonnten, hat der BANANENPIMMEL-Hund tatsächlich einen Mitmusikanten gefunden, mit dem er jetzt unter dem Projektnamen Kram aufnimmt...

Dazu sei gesagt, dass Thomasz' einen miesen Vorteil hat ... na ja eigentlich zwei, denn er kann auch noch tatsächlich Schlagzeug spielen, während John und ich eigentlich wenig bis nichts können (musikalisch gesehen)... der andere Vorteil ist aber, dass er sich in seiner Casa über der Garage ein/en Proberaum/Jungsspielzimmer eingerichtet hat, in dem er allerlei Equipment zum Aufnehmen hat, während MIKROPENIS rein von der technischen und räumlichen Ausstattung klar im Nachteil ist.

Um mal Licht in die Sache zu bringen haben wir schließlich in der Vorweihnachtszeit 2013 (um genau zu sein am 21.12.) eine Proberaumbesichtigung veranschlagt, an der neben dem Gastgeberpaar Thomasz und Veri und der MIKROPENIS-Besetzung (John und ich) noch Ziege und Kerstin als weitere Fachkundige teilnahmen. Vorab gab's auch schon einen sehr erbaulichen WhatsApp-Gruppenchat zur Organisation des Events, der mich fast in den Wahnsinn getrieben hätte. Unter anderem spielte das folgende Video dabei eine größere Rolle:


Wir wollten das im Laufe des Abends auch noch live nachstellen, aber daraus ist irgendwie nichts mehr geworden. Zumindest erinnere ich mich nicht daran... ^^ Ansonsten war ich aber top vorbereitet, denn weil mit mittelschwerem Gedächtnisverlust zu rechnen war, muss man ja systematisch vorgehen. Daher hab ich im Abendverlauf eine handschriftliche Plus/Minus Liste erstellt, aus der ich folgenden Bericht zusammengefrickelt habe:

Phase 1 - Begrüßung:

Auf der Plus-Seite meiner Plus/Minus Liste zuerst mal: Schöner Weihnachtsbaum im Wohnzimmer! Als Weihnachtsfan weiß ich sowas zu honorieren! Minuspunkt: Der Gastgeber war nicht als Grinch verkleidet, obwohl wir uns das alle inständig gewünscht hatten.

Dann wurden wir direkt in den Proberaum geleitet, wo auch interessantes Lesematerial auslag, nämlich das alte "MyChords" Fanzine ... sowas wie ein Relikt und wohl das einzige Heft, das sich vor Jahren mal mit der lokalen Szene rund um Meppen beschäftigt hat, neben dem "Schwarzspecht" von der Jungen Union, haha... In gedruckter Form gab es davon tatsächlich auch nur eine Handvoll Exemplare, da das Ding eigentlich nur eine PDF-Veröffentlichung war... Also: Der Nostalgie- und Raritätenfaktor war zu Beginn schon mal recht hoch, sehr schön!

Das MyChords Fanzine Nr. 1 - Mitte 2006 von der Meppener Konzertgruppe "mycourts" veröffentlicht. Eine Folgenummer gab's leider nie... Heute müsst ihr euch stattdessen mit schlechten Blogs rumärgern, ihr Loser... ;)
Minuspunkte: Im Proberaum war kein Kühlschrank vorhanden. Man musste also quer durch's ganze Haus laufen, wenn man angenehm temperierte Getränke haben wollte. Grober logistischer Fauxpas! Ich monierte das auch sofort, woraufhin Gastgeber Thomasz auf meine Positiv-/Negativliste aufmerksam wurde und mich fortan den ganzen Abend lang beschimpfte. Ich nehm das mal zum Anlass ihm hier ALLES in die Schuhe zu schieben was nicht so ganz optimal gelaufen ist, auch wenn's an mir selbst lag, hehe. Dementsprechend war Thomasz auch schuld daran, dass der Abend nicht wie geplant mit Helmkamera dokumentiert werden konnte. Denn wenn ich die vergesse hat der Gastgeber gefälligst ein adäquates Ersatzgerät im Haus zu haben. Gab's aber nicht! Also: Minuspunkt! (Allerdings hab ich zwei köstliche Videos auf meinem Handy gefunden, die ich zur Sicherheit der Protagonisten dieses Abends nicht veröffentlichen werde, haha - ab in den Giftschrank!)

Phase 2 - Verpflegung:

Bei der Verpflegung gibt's eigentlich nicht viel zu meckern, getränkemäßig war ausreichend Bier (Beck's) vorhanden, nebst diversen anderen Spirituosen: 30er Karton Hintenhoch, angebrochene Flasche Bacardi Oakheart, Flasche Pfeffi, Flasche Moorwasser und bestimmt noch mehr fieses Zeug, was ich jetzt gerade vergessen hab...

In Sachen Essen gab's den ersten Minuspunkt, als Thomasz verkündete: "Eigentlich wollte ich grillen, aber das Wetter war so schlecht, da hatte ich keine Lust mehr!" Ehrlich, ich verlange da etwas mehr Aufopferung! Stattdessen gab's Hotdogs und selbst eingelegte Gurken. Die waren aber extrem geil, so dass der eben vergebene Minuspunkt schon fast wieder wettgemacht wäre ... allerdings stimmte das Brötchen/Wurst-Verhältnis nicht. Aber hmm, eigentlich war die Wurst zu legger um hier zu mosern ... war übrigens keine vegane Veranstaltung, hehe... ;)

Nippon Alter ... NIPPON!!!
Snacks gab's auch genügend, z. B. sieht man ja leider nicht alle Tage Nippon auf dem Gabentisch. Hier war's vorhanden, also Daumen hoch. Auf irgendeinem Foto war auch noch etwas zu sehen, was wie Neujahrskuchen aussah, wo ich mich aber echt nicht mehr dran erinnern kann, daher entfällt die Bewertung mal besser... Außerdem hatte der (leider nicht anwesende) Bruder von Gastgeberin Veri darauf bestanden nur für mich Fruchtgummikirschen aufzutischen. Sehr lecker, ich weiß das zu schätzen Christoph! ^^

Phase 3 - Konversation, Smalltalk etc...

Ich verabschiede mich jetzt mal von der chronologischen Berichterstattung und gehe stattdessen in Kategorien vor. Also: Konversation und Smalltalk ... ja, unterhalten haben wir uns natürlich auch, das war sehr kurzweilig. Gegen 21:40 Uhr wird über "Ausräumen" und Urinal-Kondome und andere illustre Dinge geredet. Leute aus dem Pflegedienst wissen Bescheid, ich versuchte verzweifelt mein Kopfkino auszuschalten... Ach ja, Stichwort Kino: ein weiterer Minuspunkt war ein fehlender Fernseher, da einige Anwesende gerne mal in das unglaublich interessante Spitzenspiel FC Bayern vs. Casablanca reingelauert hätte - Satz mit X...

Um 22:16 Uhr prognostiziert mir der Gastgeber keine Zukunft in seinem Haushalt ... leider hab ich vergessen mir den Grund zu notieren. Na ja, ich prognostiziere ihm auch keine rosige Minus Rockcity Zukunft, denn er hat zwischendurch mehrmals versucht mir meine Notizzettel zu entreißen und die geheimen Aufzeichnungen zu lesen. Unmöglich sowas! Dazu sei angemerkt, dass Gastgeber Thomasz ohnehin als ziemlicher Choleriker bekannt ist, darum hatte ich gleich zu Beginn des Abends eine Strichliste mit Beleidigungen angefangen, die er gegen mich ausstieß. Lohnte absolut nicht, man kam da nicht mit ... nach circa einer halben Stunde mit neun Strichen hab ich Schluss gemacht. Es ging in ähnlicher Taktung weiter mit obskursten Beschimpfungen à la "Ihr seid alles Nippon-Nutten ... apropos Nutten - ich muss mal eben was von der Arbeit erzählen..." usw... Allerdings gab's auch klare Ansagen wie "Das is'n Proberaum hier und kein Puff!" Na besten Dank!

23:35 Uhr - Gastgeber spricht Gastgeberin mit "Deine Mudda..." an! 23:50 Uhr - Gastgeber macht erste homoerotische Avancen an mich. Irgendwann später zeigt die Gastgeberin noch Porno-Gagfotos auf ihrem Handy, alles untermalt vom permanenten Gefurze des Hausherrn. Eine Aktivität für die er berühmt/berüchtigt ist, das stellt fast noch sein Cholerikertum in den Schatten und das will was heißen... Um 00:36 Uhr roch es mal recht seltsam, die Experten waren sich uneinig ob es Käsemauken oder billiges Leder war. Zwei Minuten später hat der Gastgeber wieder aus unerfindlichen Gründen einen cholerischen Anfall. So ging das dann die ganze Zeit weiter, in einer Tour... Alles in allem also herrlichstes Konversationschaos - man sollte dabei gewesen sein!

Phase 4 - Musikalische Beschallung

Zur musikalischen Beschallung sei gesagt: Da keine vollständige Band vor Ort war gab es keine Livemusik, sondern nur Mukke von Konserve. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Thomasz und ich uns immer leidenschaftlich gegenseitig runtermachen was Musik angeht. Na ja, eigentlich mach ich immer alles runter was er so hört ... aber das mach ich eigentlich bei fast allen Leuten ... echt unterträglicher Typ bin ich, haha... Von daher war im Bereich Hintergrundmusik "Ärger" vorprogrammiert. Es ging schon schlimm los, als um 22:09 Uhr Ska lief, oh man, da kannste mich mit jaaaaaagen! Mehrmals haben Ziege, Kerstin und ich als Hüter des guten Geschmacks versucht die Musikhoheit zu erobern, so dass gegen 22 Uhr auch mal DEAN DIRG dran war. Punk Alter, sehr schön! Und auch total hübsche Typen, vor allen Dingen der Sänger:


Kurze Zeit später wechselte die Macht an den Turntables dann schon wieder und es lief megaschlechter Metalcore, visuell untermalt von spastischem Luftschlagzeugspielen des Gastgebers. Ojemine... Kurz danach dann BOYSETSFIRE und der unvermeidliche BSF-Disput, da zwei Leute im Raum waren (ich eingeschlossen) die BSF für eine der unerträglichsten Grützcombos der Welt halten, während zweieinhalb bis drei Personen bedingungslos Pro-BSF waren. Der einzige neutrale Anwesende betätigte sich allerdings nicht als Schlichter sondern konzentrierte sich aufs Saufen. Kluge Entscheidung, so wurden also wieder eine zeitlang herzlichste Beleidigungen ausgetauscht, gibt ja kaum was Schöneres... ^^ Dann quälte Veri uns kurzzeitig sogar noch mit EVANESCENCE, bevor es um 23:20 Uhr wieder besser wurde, denn da liefen DUESENJAEGER und TURBOSTAAT, auf die sich auch alle mehr oder weniger einigen konnten. Nachher war dann Hopfen und Malz verloren, denn dann hat John die meiste Zeit die Musikauswahl gemacht und da der DJ im Rockpalast ist, kann der bekanntlich gaaaaar nix!!!

Phase 5 - Sanitäranlagen

Zwischendurch musste man aufgrund kontinuierlicher Getränkezufuhr auch hin und wieder mal den Sanitärbereich aufsuchen, da kann ich nichts negatives zu sagen. Sehr wohnliches Badezimmer, das außerdem jegliche Art freundlicher Konversation ermöglicht, wenn jemand auf dem Lokus sitzt und jemand anderes in der Dusche steht. Nicht dass ich da geduscht hätte, das war jetzt nur theoretisch gedacht... Vielleicht mach ich das aber nächstes Mal, schauen wir mal...

Im eingangs erwähnten WhatsApp-Gruppenchat hatte die Gastgeberin uns übrigens ein Bild mit MIKROPENIS/BANANENPIMMEL-Bezug geschickt, wohl in der Hoffnung die Haushaltskasse ein bisschen aufzustocken. Na ja, der Plan ging nicht ganz so auf, siehe Bild:

Wunsch (links) und Wirklichkeit (rechts, auf der Hemsener Badezimmerfensterbank): MIKROPENIS rules!
Eine interessante Entdeckung machte ich auch noch auf dem Flur vor der Badezimmertür. In akkurat sortierten Ordnern hatte der Gastgeber seine Musikerkarriere dokumentiert. Also liebe Nachwuchsrocker: Träumt besser nicht von wilden Partynächten, Groupies vögeln und Fernseher aus Hotelzimmerfenstern werfen - Muckerei ist härteste Buchführung, no fun!


Phase 6 - Alle Lampen an!

Was es zu trinken gab hatte ich ja bereits unter "Phase 2 - Verpflegung" erwähnt. Der Gastgeber öffnete seine Bierflaschen übrigens im eigenen Haushalt immer ganz nonchalant an der Tischkante. Krasser Typ! In Sachen Hartsprit machte ich den Fehler wieder alles wild durcheinander zu trinken, so dass ich mir für 23:15 Uhr schon wieder "Auge zukneifen" notiert hab, um nicht ständig doppelt zu sehen. Hallali... könnte am 30er-Karton Hintenhoch gelegen haben, den wir in relativ kurzer Zeit zu sechst weggedübelt hatte, ohne dass jemand gekniffen hätte. Gute Leistung, ist aber auch das beste Zeug! Dazu sei angemerkt, dass es den Karton so gar nicht im Handel gibt und ich den vorher im "Hintenhoch-Webshop" besorgt hatte. Wo es das komplette Kunden-Wohlfühl-Programm gab: kein Altersnachweis, Zahlung auf Rechnung, juchu! Ein Hoch auf die Dreluso Pharmazeutika in Hessisch Oldendorf!

Vorher...
Nur die Gastgeberin disqualifizierte sich durch Kräuterschnaps-Unkenntnis... Na ja, wenn man selbst immer nur so 'ne Jauche wie Jägermeister oder ähnliches trinkt... ein weitverbreitetes Übel unter der heutigen Jugend... Übrigens, wo wir schon beim Thema Jauche sind: Eine Flasche Pfeffi stand auch wieder auf dem Tisch und ich muss an dieser Stelle mal mit dem "Hype" aufräumen - das Zeug ist Schrott!!! Schmeckt wie leicht alkoholhaltige Zahnspülung, also scheiße! Mir ist bekannt, dass das in Hipster-Punkrockkreisen voll angesagt ist, aber es ist einfach nur Pillepalle. Echte Macker saufen Hintenhoch ... oder Lüttje Minze ... so, das musste mal gesagt werden! Oi!

... nachher ...
Ich will nicht verschweigen, dass ich nachher auch schon den Seniorentrick anwandte: "Dau mi es man 'n Waaater!" Zwischendurch stilles Wasser trinken - beugt wirksam dem Schädel am nächsten Tag vor. Aufgrund kontinuierlicher Hintenhoch-Einflößung (= Pharmazeutika) war ich aber auch so am nächsten Tag fit wie ein Turnschuh, aka noch total betrunken...

Phase 7 - MIKROPENIS vs. BANANENPIMMEL

Um 00:11 Uhr folgte dann die Stunde der Wahrheit: Wir durften die erste BANANENPIMMEL Aufnahme anhören ... die sich letztendlich als krachiger Mitschnitt auf dem Handy erwies. Mannoman, und ich hatte mit Mega-Studioproduktion und allem Zip und Zap gerechnet. Musikalisch war's auch schwer zu beschreiben, ein Keyboard und das Schlagzeug lieferten sich einen gnadenlosen Kampf, der am Ende irgendwie unentschieden aber mit vielen schwer Verwundeten endete ... oder so. Unser Gastgeber versuchte aber noch den Bandnamen für uns zu tanzen, siehe Bild:

Der BANANENPIMMEL-Drummer präsentiert seinen Bananenpimmel - niemand ist beeindruckt...
Nun ja, uns wurde mehrmals versichert, dass das Ganze ja noch nicht ausgereift sei und auch noch ein Sänger gesucht würde, der dann in etwa so agieren soll wie der besoffene Hansel von der FROG BOG DOSENBAND. Also wer sich dafür qualifiziert fühlt sollte sich mal bei BANANENPIMMEL melden, sonst muss ich das nachher noch machen, haha...

Die MIKROPENIS-Fraktion lästerte natürlich erstmal 'ne Runde, worauf dann noch schweres BANANENPIMMEL-Geschütz aufgefahren wurde ... blabla ... man hätte auch schon 'nen dritten Mann ... blabla ... worauf John kontern konnte, dass er für MIKROPENIS schon 'n Gig auf der Reeperbahn klar gemacht hat ... was natürlich total wahr ist ... wir brauchen halt nur noch Songs, haha... woraufhin wir uns wieder cholerische Hasstiraden anhören durften à la "Ihr habt nix Alter, nix habt ihr ... Weißt du was euer Problem ist, du Pimmel? Ihr habt nix und ihr könnt nix, ihr habt nur Scheiße!" - ach, herrlich - ein Abend voller Leidenschaft!

Wie dem auch sei ... mir ist es leider nicht mehr gelungen rauszufinden wer der angebliche dritte BANANENPIMMEL-Mann ist ... der zweite Mann (leider nicht anwesend) ist der Redaktion aber bekannt und spielt in einer recht aktiven Band ... und wir durften an dem Abend dann noch von Umbesetzungen in dieser Band erfahren, von denen die Bandmitglieder die umbesetzt werden selbst noch nichts wissen, hihi ... ich darf aber nicht sagen um wen es geht, sorry ... auch wenn jetzt dutzende emsländische Musiker zuhause sitzen und befürchten aus ihrer Band gekickt zu werden ... ich darf es nicht sagen!!! Aber darum geht's nun mal in diesem Blog: Unruhe stiften und sich wichtig machen!

Phase 8 - Schlussakkord

Das war's dann auch schon so fast. Gegen 01:30 Uhr waren wir alle schietendick und ein Taxi wurde geordert. Auf dem Weg zur Haustür stolperten wir noch über die Birkenstocks der Hausherrin, die mit Größe 42 für eine Frau auch ziemliche Kindersärge an den Füßen trägt, mein lieber Scholli! Darauf einen Tusch:


Einer der Anwesenden schüttete auch noch eine halbe Flasche Pfeffi auf den Küchenboden aus, was mal so gar nicht für Erheiterung sorgte. Ich war's nicht, auch wenn ich natürlich generell voll dafür bin, dass das Zeug weggekippt wird!!!

Fazit:

Wirklich feiner Abend im gemütlichen Proberaum, mit exzellenten Gastgebern! Das mit der Negativliste war natürlich nur 'n Gag, damit der Pöbel was zu lesen hat. Wir wissen wir lieben uns! Und irgendwann darf BANANENPIMMEL auch mal im Vorprogramm von MIKROPENIS auftreten, versprochen... ;)

Samstag, 5. Januar 2013

PROBERAUMCHECK: Meppen/Liebigstraße (EISENKARL)

Am 28.12.2012 stand das "Christmas Metal Meeting 2012" auf dem Programm, von daher ist dieser Proberaumcheck diesmal eigentlich eine Mischung mit einem Konzertreview, denn die einladende Band EISENKARL hatte an diesem Abend ihren ersten öffentlichen Auftritt. Da wurde dann einfach die Not zur Tugend gemacht und gleich eine dicke Party rausgehauen ... mit "Zwanni = all in", samt Essen und Getränken in allen Farben und Formen...

Zu der Einladung kam ich auch irgendwie wie die Jungfrau zum Kinde, sprich: Aus der Band kannte ich eigentlich keinen persönlich. Aber das großspurige "Minus Rockcity" Gelaber scheint wohl doch Aufmerksamkeit zu erregen, so dass bei mir eine Einladung reinflatterte. Danke noch mal dafür!

Die Party fand bei EISENKARL-Drummer Raini zuhause statt, in der Liebigstraße in Nödike. Und da der Mann einige Ahnung von Tischlerei und Innenausbau hat, war und ist der dortige Proberaum auch so ziemlich das feudalste, was ich je in diesem Bereich gesehen hab!!! Im Grunde genommen war das ein unglaublich gut eingerichteter Partyraum, mit Theke, Stehtischen, Lichtanlage, Laptop und an der Wand montierten Flachbildschirmen (zum Playlist checken), Beamer, Spiegelwänden und natürlich fetter PA! Wahnsinn!!!

Ich war so baff, dass ich glatt vergessen hab Fotos zu machen ... allerdings hatte die Band sich im Herbst schon mal spaßeshalber bei "Rocksmith" (ihr wisst schon: dieses Videospiel - so ähnlich wie "Guitar Hero" nur mit echten Gitarren) beworben, da gab es einen Besuch während deren Proberaum-Promotour zu gewinnen ... den EISENKARL natürlich prompt abgesahnt hatten. Hier mal ein Foto von damals, auf dem im Hintergrund schon mal der Thekenbereich etc. zu sehen sind.

EISENKARL vs. Rocksmith: Exzellent cooler Proberaum mit gutaussehenden Menschen drin...
Fazit zum EISENKARL-Proberaum: So was hab ich noch nie gesehen! Da könnte ich mich den ganzen Tag rumlümmeln, das Ding ist echt nicht zu toppen! An dem Abend wäre es für mich aber auch schwer gewesen Fotos zu machen, da natürlich alles schön schummrig war... Insider munkelten, dass in diversen abgesperrten Bereichen auch noch ein Kostümverleih versteckt wäre, dem konnte ich aber leider nicht mehr auf den Grund gehen...

Kommen wir aber jetzt zum Abend selber: EISENKARL-Drummer Raini ist ein Mann mit Prinzipien und eine davon lautet: "Nach vier Bier kann ich nicht mehr spielen, also geht's früh los mit Livemusik!" Ich strampelte mich auf dem Fahrrad dann auch zum Beinahe-Herztod um rechtzeitig da zu sein. Und neben mir war auch ein ganzer Schwung Leute pünktlich vor Ort. Ich würde mal schätzen, dass bis zum Ende bestimmt 70-90 Personen da waren. Alle bunt gemischt, so ca. von 18 bis 50 Jahren, hauptsächlich aus dem Meppener "Metal-Mucker-Milieu". Da trieb sich so einiges an Volk rum, was früher bei VOMITORY, MORTAL FEAR, LOW DIVE, SAMPLAX und wie sie alle hießen mitgezockt hatte... Und ich hatte gerade so ziemlich mein erstes Bier gegriffen, da legten EISENKARL auch schon los...


Wie man sieht und hört ist das eine METALLICA-Coverversion, denn falls ich es noch nicht erwähnt hatte: EISENKARL sind eine Coverband! Vorher dachte ich "Na ja, Coverband ... finde ich das gut?!?" Für diesen Abend kann ich sagen: Passte! Hat definitiv Spaß gemacht, auch weil das Party-Drumherum sehr angenehm war. Weil ich ja ein Fuchs bin, hab ich die komplette Setlist einfach für die Allgemeinheit abgeschrieben
  • Intro: March Of The S.O.D.  - STORMTROOPERS OF DEATH
  • Killing In The Name Of - RAGE AGAINST THE MACHINE
  • Seek & Destroy - METALLICA
  • Dirty Deeds - AC/DC
  • The Trooper - IRON MAIDEN
  • Walk - PANTERA
  • For Whom The Bell Tolls - METALLICA
  • Alive - PEARL JAM
  • Symphony Of Destruction - MEGADETH
  • Cowboys From Hell - PANTERA
  • Mother - DANZIG
  • Fade To Black - METALLICA
  • Enter Sandman - METALLICA (Zugabe)
  • Orgasmatron - MOTÖRHEAD / SEPULTURA-Version (Zugabe)
Man könnte jetzt drüber streiten, ob da z. B. was von SLAYER fehlt, aber ich glaub die Jungs sind da eh was am planen dran und haben noch diverse Songs in der Hinterhand. Auch von PEARL JAM bin ich nicht so'n Fan, aber in der Mitte des Sets bot "Alive" die hervorragende Möglichkeit kurz pissen zu gehen und Bier nachzuholen, ohne die wichtigen Sachen zu verpassen, haha... Nach anderthalb Songs gab's übrigens direkt 'nen Stromausfall, da dann wohl doch zu viel Elektrogedöns am Stromkreis hing. Zum Glück waren aber zahlreiche fachkundige Handwerker vor Ort, die das Ganze schnell behoben. So ein "Zwei-linke-Hände-Mann" wie ich, ist in solchen Situationen ja total aufgeschmissen... Bis zum Ende lief dann alles reibungslos, hier noch mal der letzte Song, inklusive crazy Spiegeleffekten (ich war da schon leicht angetütert):


Das Lustige an EISENKARL ist übrigens, dass bei denen mit Drummer Raini und Gitarrist "Atomic Dominik" Vater und Sohn auf der Bühne stehen. Und deren Schwager bzw. Onkel Cheesy versorgte mich in der ersten Reihe netterweise auch immer mit Bier. Sehr vorbildlich! Auch gut dabei war ex-MORTAL FEAR/jetzt DIESEL HOOKER Gitarrist Buckel, der irgendwie von jedem der Schwippschwager oder sowas ist und ständig vor der Bühne rumflitzte und sich freute wie ein 14jähriger der gerade seinen ersten Zehnerträger gekauft hat. Super Typ, bin Fan!

Allgemein kann ich über die Partygäste auch nur Positives sagen - ich kannte da wie gesagt höchstens eine Handvoll Leute, aber man konnte sich generell überall dazustellen oder -setzen ohne schräg angeguckt zu werden. Das ist ja 'ne Sache, die ich von den meisten Stieseln nicht behaupten kann, die sich immer so zum "Szene-Schaulaufen" auf den einschlägigen Punkrock-, Hardcore- und vor allen Dingen Indie-/Alternative-Shows treffen. Das ist ja meistens ein Jahrmarkt der Eitelkeiten ... und dann geht man mal auf 'ne Metalparty in der Nachbarschaft und da sind nur entspannte Leute! Daumen hoch! Einziger Minuspunkt: Da wurde GERAUCHT, das war nicht mehr feierlich. Also kein Grinsegras oder sowas, aber ca. 90 Prozent der Leute legte sich nur permanent einen Lungentorpedo nach dem anderen auf den Zahn. Ich schätze die Reemtsmas dieser Welt machen auf solchen Meppener Metalpartys die Hälfte ihres Jahresumsatzes, denn nach zwei Stunden fühlte ich mich als Nichtraucher wie ein Räucheraal, mannoman...

Nach der Liveaction gab's dann noch feinsten Hartmetall in amtlicher Lautstärke von Konserve und dazu ... tata ... eine Diashow auf einer großen Leinwand! Und was da an Knüllern auf den Markt kam passte auf keine Kuhhaut! Viele Anwesende waren ja seit ca. Mitte der 80er Metal-mäßig unterwegs, dementsprechend gab es da dann geilste Outfits mit Spandexhosen, VoKuHiLas, Oberlippenflaum, Tennissocken und XXXL-oldschool-Basketballtretern zu sehen. Wieder keine Fotos gemacht, arrrgh... Anscheinend gab es in Meppen sogar mal eine "KREATOR-Army", die nicht ins Glas spuckte ... und ich hab nach dieser Diashow nach wie vor das starke Verlangen mir einen Patronengürtel zuzulegen! Das wird das Kleidungsstück 2013, ich schwör! Ein Foto konnte ich dann doch noch auftreiben:

Durchschnittliche Meppener Wohnstube Mitte der 80er, bevölkert von jungen, gutaussehenden, aufstrebenden Metal-interessierten Vorzeige-Schwiegersöhnen... MOTÖRHEAD und METALLICA schienen ziemlich angesagt zu sein...
Mittlerweile ging's hart auf Mitternacht zu und ich befand mich da also in einem Schlaraffenland aus Heißwürstchen, Frikadellen, Kartoffelsalat, Bier, Bacardi, Jack Daniels, Osborne ... und konnte weder was essen und ab einem bestimmten Zeitpunkt auch nichts mehr trinken. Tolle Wolle! Ich hatte schon die ganzen Tage vorher leichte bis mittelschwere Problemchen gehabt, die schlugen nun voll durch - so geht's leider manchmal Leuten die keine Galle mehr haben ... ich musste mich von meiner vor 3 Jahren trennen. Ergo: Party auf dem Höhepunkt - und ich schwang mich unter übelsten Schmerzen auf meinen Drahtesel und krückte nach Hause. Echt ätzend! Ich hoffe es gibt noch mal eine Neuauflage der EISENKARL-Party, wo ich dann fitter bin...

Andererseits sollen da noch schlimme Exzesse mit Alkohol, Eddings und Panzerband passiert sein, insofern vielleicht doch ganz gut, dass ich zu Hause in Sicherheit war, hehe...

Wer jedenfalls mal eine coole Party mit Metalschwerpunkt feiern will, dem kann ich EISENKARL nur empfehlen. Die bringen übrigens allen Kram selbst mit: Anlage, Licht etc... Und bei Bedarf machen die auch gleich ein ganzes Metal-DJ-Set für die Aftershowparty. Die Generalprobe am 28.12. war auf jeden Fall eine coole Sache. Hier gibt's mehr Infos: www.eisenkarl.info

Oder einfach auf Facebook "liken": www.facebook.com/Eisenkarlmusic

Montag, 5. November 2012

PROBERAUMCHECK: Meppen/Arndtstraße

Der Proberaum, das unbekannte Wesen ... Ich finde es ist an der Zeit mal eine eigene Rubrik für Meppener Proberäume aufzumachen: den PROBERAUMCHECK!!!

Wer selbst Musik nur konsumiert und nie selber in einer Band gespielt hat, wird das Phänomen Proberaum vielleicht gar nicht kennen. Zuallererst mal die olfaktorische Herangehensweise - Proberäume haben einen absolut spezifischen Geruch!

Meine eigenen musikalischen Gehversuche waren immer sehr beschränkt, aber so viel kann ich sagen: Sämtliche Proberäume die ich je betreten habe, hatten alle denselben Geruch! Eine Mischung aus kaltem Muff, abgestandenem Bier, bergeweise Kippen und kernigem Rockschweiß... Meist befinden sich Proberäume ja auch noch in irgendwelchen alten Kellern, Bunkern oder vernachlässigten Bauernhofnebengebäuden. Die dort zumeist herrschende feuchte Schimmeligkeit ergänzt die spezifische Proberaum-Duftmarke meist noch um das gewisse Etwas. Ehrlich, man könnte das in Flaschen abfüllen! "Eau de salle de répétition" oder so ein Quatsch... Allerdings hab ich keine Ahnung an wen man das verkaufen könnte ... an Castingshowteilnehmer? An alternde Rockstars mit Credibility-Problem, die ihre fünfte Abschiedstournee absolvieren? Keine Ahnung ... mein Problem ist auch eher, dass es keine "Riech-Blogs" gibt, aber ich hoffe anhand meiner Beschreibungen können sich die meisten Leser jetzt ansatzweise ein (Geruchs-)Bild machen...

Proberaum Arndtstraße: Auch hier roch es leicht müffelig, insgesamt aber noch erträglich...
Ein weiteres Merkmal vieler Proberäume: Obwohl es dort relativ schäbig aussieht, türmen sich dort doch zumeist immense Werte ... und zwar in Form von Pfandflaschen! Pfandsammeln wurde in den letzten Jahren ja ein bisschen zum Phänomen für die durch's Raster Gefallenen unserer Wohlstandgesellschaft. Und so manchem Pfandsammler würden in dem ein oder anderen Proberaum die Augen übergehen. Ähnlich wie Metalldiebe (auch so ein Phänomen der letzten Jahre) würden sich Pfandsammler mit geringer Hemmschwelle und hoher krimineller Energie bestimmt bald auf das Ausrauben von Bandproberäumen spezialisieren, wenn die wüssten was da an Werten rumliegt!

Sofern es nicht der Proberaum einer Straight-Edge Band ist, wird im Proberaum generell nämlich viel gesoffen! So manche Band wurde wohl auch nur zum Zweck des gemeinsamen Saufens gegründet, ich erinnere mich da an die Story der Ami-Punkband GANG GREEN, die angeblich speziell geprobt haben sollen, wie man auf der Bühne mit mehreren Atü auf dem Kessel fehlerfrei zusammenspielt (sprich, die haben sich schon vor jeder Probe ziemlich umgelattet)...

Ich selber hab mal eine Zeitlang in einem Proberaum im Norden von Meppen gespielt, der irgendwann kaum mehr betretbar war, da sich im Vorraum die Pfandflaschen so hoch stapelten. Die hatten natürlich die anderen Bands hinterlassen, mit denen wir uns den Raum geteilt haben ... dürfte klar sein! ;) Aber ansonsten war der Proberaum echt das Fort Knox in Sachen Glaspfand, unglaublich!

Doch ich schweife mal wieder ab, wir kommen also jetzt zu meinen aktuellen Proberaum-Erlebnissen: Auf der Minus Rockcity Facebook-Seite hatte ich kürzlich schon mal Bilder vom Proberaum in Rütenmoor geprobt, der die Heimat für viele Harener Bands war. Am 02.11.2012 verschlug es mich nun in einen neuen Meppener Proberaum in die Arndtstraße in Esterfeld.

Proberaum Arndtstraße: Kleines Mischpult und Laptop - mehr brauchen gute Bands nicht um Hits aufzunehmen!
Ungewöhnlich ist der Proberaum erstmal dadurch, dass der mitten in einem Wohngebiet liegt, im Keller eines Einfamilienhauses. Dementsprechend bin ich auch mal gespannt wie lange die Nachbarn die Lärmbelästigung mitmachen, hehe... Generell liegen Proberäume ja doch eher etwas abseits, wo man niemandem durch den fabrizierten Krach auf die Nerven fallen kann. In der Arndtstraße probt eigentlich eine noch namenlose Punk'n'Roll-Band mit (ex-)Mitgliedern der FAVORATS, STARFIRE ROCKETS, AUDIOSONIX, BACKSEAT BINGOS, PROPAGANDA NETWORK und VOMITORY. Am 02.11. war ich aber da, weil THE KIDNAPPERS eingeflogen kamen!

Mit den KIDNAPPERS verhält es sich übrigens so, dass die sich so ca. einmal im Jahr einer norddeutschen Stadt ihrer Wahl treffen um neue Songs einzuspielen, die dann auch direkt aufgenommen werden. Die Band gehört zur Crème de la Crème der deutschen Garagepunkszene und hat auch schon einiges auf dem Kerbholz: mehrere Alben und Singles (u. a. auf dem semilegendären US-Label Rip Off Records) und europaweite Konzerte (u. a. Deutschland- und Italientouren, "Whole Lotta Midsomar" Festival in Stockholm etc.) plus diverse Gigs in Übersee (z. B. SXSW-Festival im letzten Jahr).

Wie bei so einigen anderen Bands hat sich bei den KIDNAPPERS in den letzten Jahren aber eine gewisse räumliche Distanz zwischen den Musikern ergeben: Timo (Drums) wohnt in Köln, die Zwillinge Chris (Bass) und Philipp (Gitarre) wohnen beide in Hamburg, kommen aber ursprünglich aus dem Raum Stuttgart. Und neuerdings sind auch noch Kind und Kegel dazugekommen...

Warum treffen sich die Typen jetzt ausgerechnet in Meppen, wird sich manch einer fragen?!?! Nun ja, Timo kommt aus Meppen und die bereits erwähnte namenlose Band von seinem Bruder Marc betreibt den Arndtstraßen-Proberaum. Timo hat auch schon Schlagzeug beim wohl erfolgreichsten Meppener Punkrockexport gespielt: den BACKWOOD CREATURES. Die BACKWOOD CREATURES sind dann aber irgendwann um die Jahrtausendwende alle von Meppen nach Köln übergesiedelt und haben dort eine emsländische Kolonie gegründet (so eine Art "Chinatown" nur mit plattdeutsch sprechenden Gummistiefelträgern), was angeblich zu einem immens erhöhten Schnapskonsum in einschlägigen Kölner Kaschemmen wie dem "Sonic Ballroom" geführt haben soll...

Was die BACKWOOD CREATURES damals gemacht haben, war natürlich Spartenmusik, aber in der abgeschotteten Szene sehr erfolgreich. Bald gab es natürlich auch Connections zu anderen Bands, so dass die BACKWOOD CREATURES quasi an einer Zitze eine schwäbische Band namens THE HIGHSCHOOL ROCKERS mit aufgezogen haben (deren Kern die Zwillinge Chris und Phil bildeten, die immer munter ihre Schlagzeuger austauschten). Allerdings waren die HIGHSCHOOL ROCKERS recht bald flügge und entwickelten sich selbst zu ziemlichen Großmäulern. Allseits beliebt ist in diesem Zusammenhang die Story um deren Song "I love Anna Kournikova", der mal in einer Detroiter US-Radio-Punkrockshow lief und dort dem damaligen Boyfriend von Anna K. zu Ohren kam: dem Eishockeyspieler Sergei Fjodorow!


Wie sich das für einen russischen Eishockeyspieler gehört, wurden der kleinen deutschen Band Schläge und Knochenbrüche angedroht. Soweit ich weiß kam es aber nie zum großen Showdown zwischen den HIGHSCHOOL ROCKERS und Sergei F., aber die Band benannte sich irgendwann danach in THE KIDNAPPERS um ... keine Ahnung ob da ein kausaler Zusammenhang bestand, hehe... Die BACKWOOD CREATURES waren auch irgendwann Geschichte und Timo stieg bei den KIDNAPPERS ein. Und heute sind die KIDNAPPERS eine der Bands aus dieser Szene, die immer noch am Start und allseits beliebt sind... Die haben wiederum an einer Zitze derzeit so angesagte 77er-Punkrocker wie die Exil-Schwaben MODERN PETS hochgezüchtet ... behaupten sie zumindest, haha... ;)


Als die Probeneinladung bei mir reinflatterte war das natürlich 'ne schöne Sache, denn die KIDNAPPERS sind so eine der Bands, die ich bedingungslos super finde! Wer sich auf diesem Blog allgemein schon mal gewundert hat, warum ich die meisten Meppener Bands über die ich hier schreibe gar nicht sooooo toll finde, dem sei gesagt: Es gibt momentan KEINE Band hier in der Gegend die 100prozentig meinem Geschmack entspricht! Was nicht heißt, dass ich hier alle Bands schlecht finde, nein nein ... mit den meisten kann ich mich vom Sound her ganz gut anfreunden. Aber es gibt hier halt keine Band die meinen Geschmack voll trifft! Ich mag ja eine relativ weite Bandbreite an Musik, aber das Rückgrat bildet dabei Punkrock mit einer gewissen Garagekante (also gerne rau und nicht zu pefekt gespielt) und einem gewissen Pop-Appeal und ordentlich Durchschlagskraft. Und das gibt es in Meppen und Umgebung halt leider nicht. Die KIDNAPPERS sind in dem Bereich aber schon Faust auf Auge, Arsch auf Eimer, passen also 1A!

Okay, ich fände auch oldschool-Hardcore à la BLACK FLAG cool, oder eine richtig bedingungslos föhnende Thrash- oder Death-Metal Band... Oder eine runtergestimmte Crustpunk-Combo. Aber irgendwie gibt's das hier nicht ... oder ich bin einfach zu "picky" um mal in Klugscheißersprech zu verfallen ... oder ich muss alle diese coolen Bands noch selber gründen, haha... Na ja, behaltet das im Hinterkopf falls ich hier mal über eure Band abkotze, hehe...


Zurück zu den KIDNAPPERS! Ich war also Proben-VIP und schlug abends auf, als die Jungs schon den ganzen Tag produktiv Krach gemacht hatten. Ein paar neue Songs waren schon im Kasten, aber alle drei Musikanten hingen schon leicht in den Seilen, weil z. B. die Schwaben-Zwillinge das letzte Mal morgens zwei Scheiben Toast und ein Ei gegessen hatten und über Tag eine ganze Kiste Bier weggedrückt hatten. Ach ja, Bier ... fühlte ich mich anfangs noch geehrt durch die Probeneinladung fingen die Vögel direkt nach meiner Ankunft an meine mitgebrachte Plastiktüte zu strapazieren und meine mitgebrachten Pilsener aufzutrinken. Abgekartetes Spiel, wahrscheinlich hatten die mich nur eingeladen um mein Bier zu klauen!

Aber Schwaben verfahren ja tatsächlich nach dem Prinzip "Schaffe schaffe, Häusle baue...", deshalb begaben wir uns dann doch noch in den Proberaum, wo mir das musikalische Tageswerk in einer leicht angeheiterten Liveperformance präsentiert wurde. Coole Sache, drei Songs findet ihr als Videomitschnitte in diesem Beitrag!


Danach wurden die Schwaben dann doch ziemlich nölig und verlangten vehement nach Futter, also fuhren wir zusammen zu Mexiko-Dieter (der Taxifahrer wollte uns trotz mehrmaliger Aufforderung nicht in den Puff bringen), wo die armen Jungs dann endlich Steak mit Bratkartoffeln bekamen. Stichwort Mexiko-Dieter: Weil am selben Abend Dreieck-Live war, hatte der Timo wohl gefragt/gesagt (oder war es umgekehrt?!), dass die KIDNAPPERS ja auch wohl im "La Taverna" einen Liveauftritt spielen könnten. Zugesagt war das Ganze auch schon, bis dann doch mal die Frage kam: "Sag mal, was für Musik macht ihr eigentlich, passt das für den Laden?"

Steak und Bratkartoffeln bei Mexiko-Dieter! Die Schwaben-Zwillinge sind endlich glücklich!
Dementsprechend war der Auftritt dann doch leider abgeblasen worden. Schade, das hätte sicherlich der Startschuss für eine großartige neue Meppener Punkrock-Location werden können, haha... Wie dem auch sei, nach Steak und ein paar Bieren wackelten wir weiter in die Stadt zum "Dreieck-Live", wo ich mich direkt an die Rockpalast-Theke kettete. Und mein Gott ... was war die Band schlecht! "Die Kassenpatienten" hießen die! Gruselig!

Ich glaub ich hab's schon mal gesagt: "Dreieck-Live" ist an sich 'ne okaye Sache, aber da könnte man mehr draus machen als die übliche fantasielose "Promo-Agentur bucht 8 Coverbands" Geschichte. Wenn man z. B. alleine im Rockpalast an dem Abend ein cooles Bandfestival machen würde, mit Combos die die Klientel des Ladens auch interessieren, das wär doch viel geiler. Na ja, die zuständigen Meppener Institutionen (ich glaube das wird vom Touristikverein TIM durchgeführt) sind ja nicht gerade bekannt für Innovation und Flexibilität, von daher wird das wohl ein Wunschtraum bleiben...

Irgendwann wurd's selbst mir zuviel und ich ging kofschüttelnd nach Hause. Die KIDNAPPERS haben am nächsten Tag noch fleißig weitermusiziert und dabei auch noch so einiges aufgenommen. Allerdings war ich den kompletten Tag über nicht am Start, weil wegen keine Zeit. Bin trotzdem gespannt auf die fertigen Aufnahmen! Die noch namenlose Band hat übrigens auch schon erste Songs im Kasten, da bin ich auch mal gespannt wie sich das weiter entwickelt. Und mal gucken in welchen Proberaum es mich als nächstes verschlägt...

Hier geht's übrigens zur Facebook-Seite der KIDNAPPERS! Liked das!!! :)